Über den Sinn oder Unsinn des von mir hier vorgestellten Leadcore möchte ich mich nicht äußern. Doch in der Vergangenheit wurde ich sehr oft gefragt, wie man Leadcore richtig verarbeitet und verwendet. Dazu habe ich mich hinreißen lassen, den Lesern von Carp Mirror und cipro.de, das Leadcore etwas vertrauter zu machen, denn das Fischen mit Leadcore hat in der Tat Vorteile sowie auch einige Nacheile.


Folgendes Material benötigen wir für die Herstellung einer Leadcoremontage:

1.) Zwei Wirbel, 50 – 70 cm Leadcore (z. B. TNT-Leadcore mit monofilem Mantel, Kryston), ein Zipp Blei, einen Safety Clip, einen Connector Rig Sleeves, Schere und / oder einen scharfen Seitenschneider, Spleißnadel oder Boilienadel (open / closed end).


2.) Schneidet euch ein Stück Leadcore von der Spule. Die Länge ist variabel und kann der Situation am Gewässer angepasst werden - so zwischen 40 und 60 Zentimeter.
Bei einer größeren Anzahl von Seerosen würde ich auf jeden Fall ein paar Zentimeter mehr Leadcore nehmen.
Entfernt einige Zentimeter des Bleikerns (wenn vorhanden) an beiden Enden des abgeschnittenen Leadcores - ca. 8 cm bis 9 cm.

3.) Jetzt führt ihr die Spleißnadel ca. fünf Zentimeter von einem Ende eurer Wahl in die Mitte des Leadcore. Schiebt die Nadel, ca. 2 - 3 cm in Richtung Ende des Leadcore und führt dann die Nadel durch das Leadcore wieder nach außen.

4.) Führt nun das Leadcore durch das Wirbelöhr und klemmt das Ende des Leadcore in
die Nadel.

5.) Zieht nun die Spleißnadel vorsichtig zurück. Achtet darauf, dass das Ende des Leadcore nicht aus der Nadel rutscht. Das Leadcore muss am Einstich der Nadel erscheinen, wo-mit eine Seite der Montage fertig wäre.

6.) Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dem empfehle ich nun einen Gummischlauch auf das Leadcore zu ziehen. Durch den Gummischlauch werden jegliche Verlet-zungsrisiken am Fisch ausgeschlossen.
Die Watersportcentrale bietet ein Leadcore an, welches mit monofiler Schnur umwickelt wurde. Bei diesem Leadcore verzichte ich auf einen weiteren Schlauch, denn eine monofile Schnur kann dem Fisch keine Verletzungen zufügen.

7.) Die besten Erfahrungen habe ich mit der Kombination Leadcore und einem Zip-Blei gemacht, wofür ich ein Safety Clip und ein Connector Rig Sleeves benötige.

 

8.) Das Safety Clip und den Connector Rig Sleeves ziehe ich wie abgebildet auf das Leadcore.

9.) Im Abschluss befestigen wir einen weiteren Wirbel am Leadcore. Dafür wiederholt ihr einfach Punkt zwei und drei.

10.) Als letztes wird der Wirbel mit einem Stück Schnur gesichert, damit er nicht aus dem Safety-Clip gezogen werden kann.


Selbstverständlich gibt es noch einige andere Variationen, Leadcore zu verarbeiten. Zum Beispiel kann man am unteren Ende der Montage auf einen Wirbel verzichten und „nur“ mit einer Schlaufe arbeiten. Das Rig würde man in diesem Fall am Leadcore einschlaufen.

Pro und Contra
Es wurden schon viele Diskussionen über das Leadcore geführt. An manchen Gewässern ist Leadcore sogar verboten. Zudem kann sich der Fisch im Drill unter Umständen Verletzungen zuziehen. Dies kann passieren… muss aber nicht. Aber ich finde es wichtig, dass darüber gesprochen wird.

Ich nutze das Leadcore als ideale „Waffe“ gegen starkes Kraut- und Muschelvorkommen. Zudem kann man mit Leadcore sehr gut werfen und Verhedderungen sind wegen der Steifheit des Materials fast ausgeschlossen. Im Großen und Ganzen eine sehr sinnvolle Erfindung der Industrie.
Zu diesem Thema haben wir im Message Board von www.cipro.de eine Diskussionsrunde eröffnet, zu der ich euch recht herzlich einladen möchte.

Tight lines,
Heinz Kersten
www.cipro.de

 

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