Im Folgenden stelle ich eine Montage vor, welche die Flexibilität eines weichen Geflechts mit der Unsichtbarkeit von Fluorocarbon verbindet. Da ich bei meinem bisherigen Ansitzen die besten Fische mit aufgepoppter Maiskette fing, versuche ich permanent die Art der Präsentation für genau diesen Köder zu verbessern.

Anfangs hab ich die Maiskette an einem kurzen, weichen Vorfach angeboten. Da einige Freunde aber vermehrt gute Ergebnisse mit Fluocarbon erzielen konnten, benutzte auch ich dieses Material mehr und mehr und nahm es nach ein paar Ansitzen in den Kreis meiner engeren Auswahl auf.

Die Fänge waren nicht schlecht, dennoch war ich noch nicht voll überzeugt. Gerade durch den gelben Schaumstoff verpasste ich dem Köder die Eigenschaft „federleicht“ ins Maul des Fisches zu fliegen ... sollte ich ihm diese wieder durch die Steifheit des Vorfachmaterials nehmen ?

Des weiteren kommt ein Geflecht beim Angeln im 1-2 Meter tiefen Wasser bei Tag aus Sichtbarkeitsgründen bei mir nicht (mehr) in Frage....! Was nun? Letztendlich hab ich sie dann doch noch gefunden, die Montage die meiner Vorstellung entspricht ...

Zum Bau des Vorfachs benötigt man folgendes Material:
2 Wirbel, Haken, Fluorocarbon, geflochtenes Vorfachmaterial, Pop-Up Foam, Boiliestopper, Gummistopper, Schere, Sekundenkleber
 

Ins Flurorocarbon eine Schlaufe legen und Mais sowie Schaumstoff aufziehen und mit Stopper sichern

 

Von „oben“ her den Köder ebenfalls sichern, an dieser Stelle aber mit einem Gummistopper um so das spätere Hochrutschen der Körner zu vermeiden ( BILD 2)

 

Den Haken des Vertrauens mit einigen Windungen befestigen (BILD 3) Fluorocarbon mit einer sauberen Schlaufe an einem Wirbel befestigen (Die Länge des Fluorocarobons wird später ausschlaggebend sein, wie hoch der Köder über dem Boden schwebt) diesen Wirbel an einem ca.10cm langen geflochtenen Vorfachmaterial befestigen

 

Dieses an den Wirbel binden auf den später das Inlineblei geschoben wird ( BILD 4)sobald alle Knoten getestet und ggf. gesichert sind ( wasserfester Sekundenkleber), klemmt man bei Bedarf ein kleines Schrotblei auf die geflochtene Schnur (manchmal reicht aber auch schon der Wirbel allein als Gegengewicht) anschließend testet man die Auftriebskraft des Köders im Wasser und reduziert je nach Bedarf die Größe des Schaumstoffs

 

Das Blei und der Wirbel sollten den Mais nur mit Mühe auf dem Boden halten können, denn nur so ist gegeben, dass der Köder schwerelos und perfekt ausbalanciert dem Fisch „entgegenfliegen“ kann ( BILD 5)

Bei mir beträgt die Gesamtlänge des Vorfachs in der Regel etwa 15cm (10cm Geflecht, 5cm Fluorocarbon). Je nach Situation sollte man die Montage nach „gesundem Menschenverstand“ abändern und seinen eigenen, gegebenen Umständen anpassen! Meist biete ich die Montage im Zusammenspiel mit einem dichten Futterteppich an.

Wer nun aber denkt, dass die Kombination aus geschmeidigem Geflecht, perfekter Tarnung und ausbalanciertem Köder nie da gewesene Fänge mit sich bringt, wird spätestens beim nächsten Ansitz merken, dass es zwar ein wichtiger, aber dennoch oft überschätzter Faktor beim Karpfenangeln ist.

In diesem Sinne,
Simon Gehrlein