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Über
das Thema „Vorfächer“ ist in der letzten Zeit schon sehr viel
geschrieben worden. Es wurde von jeder Menge „Super-Riggs“ oder solche,
die es noch werden wollen, berichtet.
Dennoch möchte auch ich an
dieser Stelle meinen Senf dazugeben. Für mich ist das Vorfachmaterial
an sich interessant. Zahlreiche Hersteller bombardieren uns mit einer
Flut von Vorfachmaterialien, dass man schnell den Überblick verlieren
kann. Neue Materialien wie Fluorocarbon oder ähnliches ermöglichen
uns, eine Vielzahl von spektakulären Montagen herzustellen. Doch ist
das überhaupt nötig? Nun ja, das soll jeder für sich entscheiden.
Kommen wir nun zum Thema,
den Vorfachmaterialien an sich. Wir unterscheiden mehrere Arten.
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Die
geflochtenen oder auch „braided lines“ genannten Materialien.
Diese gibt es in zahlreichen Ausführungen und von diversen
Herstellern. Es gibt sie in auftreibenden
oder auch sinkenden Variation. Die Firma “Kryston“ bietet wohl
das breit gefächerteste Sortiment auf den Markt an. Sie sind
verantwortlich für eine große Anzahl von erstklassigen
Vorfachmaterialien, die ich hier zum Teil einmal vorstellen möchte.
Beginnen möchte ich mit unserem Favoriten dem „Super-Nova“, ein
ultrafeines, camouflagefarbiges und sinkendes Geflecht. Dieses in
verschiedenen Grüntönen gehaltene, superweiche Material wird von
uns fast für jede Art von Montagen benutzt. Seine hohe Tragkraft
bei einem sehr geringen Durchmesser macht es einfach sehr beliebt
bei so manchen Carphunter.
Auch „Merlin“ ist ein sehr beliebtes ultrafeines,
camouflagefarbiges Geflecht mit sinkender Eigenschaft.
„Super-Silk“ ist ebenfalls ein extrem dünnes Geflecht, dass man
laut Hersteller mit einem Eddingstift nachfärben kann. Jedoch kann
ich nur jedem empfehlen einmal an einen Edding-Stift zu riechen,
bevor ihr es versucht...?!
Kryston-ite (früher Quicksilver) weist eine sehr hohe
Abreisfestigkeit auf und kann deshalb hervorragend zum Fischen auf
Muschelbänken genutzt werden. Kryston-ite ist nicht so weich und
geschmeidig wie Super-Nova oder Merlin, aus diesem Grunde kann man
es auch hervorragend als Schlagschnur benutzten.
Bei „Multi-Strand“ handelt es sich um ein Vorfachmaterial, dass
aus einer großen Zahl feinster, einzelner und unverflochtenen
Fasern besteht. Im Wasser werden diese auseinandergespült und sind
somit nahe zu unsichtbar. Auch wenn ein Karpfen den Köder prüft
und ihn dabei einsaugt, wird er kaum was von dem Vorfach spüren.
Ich persönlich verwende Multi-Strand an liebsten bei Pop-Up
Montagen, da der Köder optimal angeboten werden kann.
Neben den herkömmlich geflochtenen Vorfachmaterialien gib es seit
einiger Zeit Vorfächer, die einen Bleikern haben oder sie wurden
mit einer Polymerummantelung versehen. Eine interessante Entwicklung
auf dem Markt des Vorfachmaterials, die uns wieder einige
Möglichkeiten verschafft, Superricks zu kreieren.
„Snake-Skin / Snake Bite“ Zwei noch relativ neue Produkte aus
dem Hause „Kryston“. Es handelt sich hierbei um
Vorfachmaterialien, die mit einer Polymerummantelung versehen
wurden. Snake-Skin besteht aus einen Kern von einzelnen losen Fäden,
während es sich bei Snak–Bite um ein extraweiches Geflecht
handelt. Beide Vorfachmaterialien sind nicht ganz einfach zu
handhaben und man braucht schon etwas Übung, um mit diesen
Materialien klar zu kommen.
„Score“-„Loaded“: Dieses sind Vorfachmaterialien, die mit
einem Bleikern versehen wurden. Durch den Bleikern wird das Vorfach
immer am Grund gehalten oder sinkt im Idealfall sogar in ihm ein.
Mit diesen Materialien lassen sich alle anderen Vorfächer
hervorragend kombinieren.
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Als
Letztes nun zu dem sogenannten Stiff-Rig. Bei dieser Art von
Vorfachmaterial scheiden sich die Geister. Der Eine schwört auf
sie, während ein Anderer sie verachtet. Hier muss jeder selbst
seine Erfahrungen sammeln und sich ein eigenes Bild machen. Meines
Erachtens ist das Fischen mit sogenannten Stif-Rigs eine
Modeerscheinung, die bald wieder in Vergessenheit gerät. Die
Hersteller von Vorfachmaterialien haben sich gut auf diesen Trend
eingestellt und bieten eine beträchtliche Menge an Produkten an.
Hier sind einige von ihnen.
„Ghoul“ stammt von der Firma Carp „R“ Us und ist das erste
Vorfachmaterial, das ich in den Händen hielt, welches angeblich für
die Fische unsichtbar sein soll. Es ist ein ziemlich steifes
Material, welches sehr gewöhnungsbedürftig ist.
“Poltergeist“ wird von der Firma Ashima hergestellt, sie
versprechen nahezu unsichtbares Vorfachmaterial, dass außerdem eine
hohe Tragkraft aufweist. Außerdem
soll es extrem gedächtnisfrei sein. Also es ist ziemlich steif und
verdreht sich nicht so schnell, und sollte es doch einmal
verheddern, so ist es einfach wieder in seine ursprünglichen Form
gebracht.
„Illusion“ Auch die Firma FOX bietet Schnüre aus
Fluorkohlenstoff an. Die Eigenschaften sind so ziemlich die
gleichen, wie bei allen anderen Anbietern. Nahezu unsichtbar, hohe
Abreißfestigkeit und ein geringes Gedächtnis zeichnen diese
Materialien aus.
Abschließend möchte ich erwähnen, dass es noch zahlreiche
Hersteller von Vorfachmaterialien gibt. Doch würde ich noch einige
Seiten schreiben müssen um sie alle mit ihren Produkten
vorzustellen.
In den Jahren hat sich so
einiges zum Thema Vorfachmaterial getan. Mussten wir uns früher mit
Materialien wie „Dracon“ oder „Zahnseide“ zufrieden stellen,
haben wir heute die Möglichkeit auf eine große Anzahl verschiedener
Produkte rückgreifen zu können. Namen wie „Trickline“ von Kevin
Nash oder „the Edge“ von Rod Hutchinson sind heute beim modernen
Karpfenangeln nicht mehr wegzudenken. Aber auch die vielen anderen
Produkte sind mit Sicherheit genau so gut, wie die hier beschriebenen.
Wir hoffen Euch einen kleinen
Einblick in die breite Palette des Vorfachmaterials geben zu haben und wünschen
Euch viel Spaß beim Binden Eurer „Superrigs“.
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