Die Inneren Organe:


Der Karpfen besitzt eine Vielzahl an inneren Organen, die durch einer komplexen Skelettstruktur geschützt werden. Die wichtigsten inneren Organe möchte ich hier kurz vorstellen.
 

Die Kiemen:

Die Kiemen sind das Atmungsorgan der Fische. Unter den Kiemendeckel befinden sich die sogenannten Kiemenbögen, an den die Kapillare sitzen. Hierbei handelt es sich um feinste Blutadern in den der Gasaustausch stattfindet. Durch heben und senken der Kiemendeckel wird Wasser an den Kapillaren vorbeigeführt, dabei entzieht der Karpfen dem Wasser den nötigen Sauerstoff und gibt im Gegenzug Kohlendioxid ab. Je größer die Fläche der Kapillare ist um so effektiver funktioniert der Gasaustausch. Demzufolge müssen kleinere Fische mit geringeren Kapillarvolumen schneller „atmen“. Dies ist auch der Grund das kleinere Fische eher von Sauerstoffmangel im Gewässer betroffen sind als die größeren ihrer Art.
 

Das Herz:

Das Herz ist der muskulöse Motor der Fische. Es liegt dicht hinter den Kiemendeckel und pumpt das Sauerstoff angereicherte Blut bis in die hinterste Flossenspitze. In den Venen wird das venöse, sauerstoffarme Blut in den Vorhof des Herzen zurückpumpt, von den es dann wider in die Kiemen gedrückt wird.
 

Verdauungsorgan:

Der Karpfen besitzt keinen Margen, was im ersten Augenblick sehr unwahrscheinlich klingen mag. Statt dessen verfügt er über einen extrem langen Darm, der das dreifache seiner Körperlänge aufweisen kann. Da er keinen Margen hat fehlt dem Karpfen auch die sonst übliche Magensäure, aus diesem Grunde ist es äußerst wichtig das die Nahrung schon im Mundraum gewissenhaft zerkleinert wird. Um die aufgenommene Nahrung verdauen zu können werden sie mit Hilfe von Enzymen im Darm zersetzt.
 

Das Gebiß:

Der Karpfen besitzt keine Zähne mit denen er seine Nahrung zerkleinern kann, statt dessen besitzt der Karpfen die sogenannten Schlundzähne, die sich auf den unteren Schlundknochen befinden. Sie sind während der frühen Entwicklungsgeschichte aus den fünften Kiemenbogen entstanden. Mit ihnen drücken sie die aufgenommene Nahrung gegen einer hornigen Kauplatte am Schlunddach den so genannten „Karpfenstein“.
 

Die Schwimmblase:

Direkt unter der Wirbelsäule befindet sich die Schwimmblase. Sie ist in einer größeren vorderen und einer kleineren hinteren Luftkammer unterteilt. Mit ihr reguliert der Karpfen, mit zu Hilfe nahme seiner Flossen, die Schwimmtiefe. In den ersten Lebenstagen füllen die Karpfenlaven die Schwimmblase mit Luft, welches sie von der Oberfläche schlucken. Diese Luft gelangt dann durch den Schwimmblasengang in die Schwimmblase. Später erfolgt die Gasversorgung durch Blutkapillare die im inneren der Schwimmblase zu finden sind.
 

Das Ohr:

Der Karpfen besitzt im eigentlichem Sinn kein Ohr. Statt dessen verfügt er über ein Gleichgewichtssinnesorgan welches ihm ermöglicht Schwingungen im Wasser war zu nehmen. Es handelt sich dabei um das sogenannte Labyrinth. Das Labyrinth besteht aus verknöcherten Bogengängen die mit Lymphflüssigkeit gefüllt sind. An den Seiten der Bogengänge befinden sich Sinneshärchen die in der lagen sind, die kleinsten Bewegungen oder Erschütterungen war zu nehmen.
 

Die Nase:

Die Naselöcher befinden sich auf der Oberseite des Maules, sie besteht aus einer vorderen und einer hinteren Öffnung. Der schmale Zwischenraum ist bestückt mit zahlreiche Hautfalten die von der Riechschleimhaut überzogen sind. Anders als vermutet spielt der Geruchssinn bei der Nahrungssuche bei den Karpfen eher eine Untergeordnete rolle. Der Karpfen ist zwar in der Lage die verschiedensten Geruchsmerkmale aufzunehmen, doch existiert keine Verbindung zum Rachenraum wie es beim Menschen der Fall ist. Es wäre auch wenig hilfreich, wenn man im Betracht zieht, das der Karpfen seine Nahrung hauptsächlich im Schlamm sucht und dieser unter Umständen doch ziemlich streng riechen kann.
 

Der Geschmackssinn:

Um seine Nahrung zu finden, setzt der Karpfen seine empfindlichen Geschmackssinn ein. Anders als wie beim Menschen sind die feinen Sinnesorgane die für die Geschmackswahrnehmung verantwortlich sind nicht nur auf Lippen und Rachenraum beschenkt, sondern die Nervenknospen des Geschmackssinn finden wir auf der gesamten Hautoberfläche der Fische. Diese bedeutet im übertriebenen Sinn, daß der Karpfen in der Lage ist, mit den „Rücken“ Geschmäcker wahr zu nehmen. Die Geschmacksknospen konzentrieren sich aber hauptsächlich auf den Bartel, den Lippen und den Mund- Rachenraum der Fische. Es sind die Stellen, die bei der Identifizierung und Aufnahme der Nahrung am wichtigsten sind. Auch die Brustflossen verfügen über eine erhöhte Anzahl von Geschmacksknospen. Er ist damit in der Lage sauer, süße, salzige und würzige Geschmäcker wahr zu nehmen. Auch auf Aminosäuren und Betaine reagieren die Geschmacksknospen, was unter Umständen auch den Fresseritz auslösen kann.
 

Der Tastsinn:

Der Tastsinn spielt bei der Nahrungssuche eine ebenso wichtige Rolle wie der Geschmackssinn. Es sind mikroskopisch kleine Nervenenden, die ähnlich wie die Geschmacksknospen sich über den gesamten Körper der Fische verteilen. Diese Nervenenden findet man ebenfalls besonders konzentriert an den Bartel, den Lippen und der Vorderseite des Kopfes.
 

Das Auge:

Das lidlose Auge des Karpfen ist seiner Lebensweise speziell auf Nahsicht angepaßt. Da der Karpfen seine Nahrung überwiegend am Gewässergrund und im Schlamm sucht, besitzt die Seheigenschafft nicht die Bedeutung wie sie es bei den Raubfischen hat. Dennoch ist er in der Lage exzellent Bewegungen im, und vor allem auch außerhalb des Wasser wahr zu nehmen und zu reagieren.
 

Das Seitenlinienorgan:

Neben den Augen stehen den Karpfen zur Orientierung noch das Seitenlinienorgan zur Verfügung. Es ist ein sehr empfindlicher Ferntastsinn der es ihm ermöglicht, die geringsten Schwingungen im Wasser wahr zu nehmen. Dabei ist er in der Lage zu unterscheiden ob es sich um ein Flossenschlag eines Artgenossen, oder ob es sich um ein Hindernis oder einer eventuellen Gefahrenquelle handelt. Es besteht aus einem schleimgefüllten Kanalsystem, das durch winzige Öffnungen mit dem umgebenden Wasser verbunden ist. Diese Organ erstreckt sich vom Kopf des Fische an beiden Körperseiten entlang bis hin zum Schwanzende, und ist außer beim Schuppenkarpfen leicht zu erkennen.
 


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