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Zum Jahresbeginn tauchte irgendwann Folgendes im Forum auf: „In Ungarn werden mir immer die Marker im Wasser geklaut!“ Das trifft aber nicht nur auf Ungarn zu, überall erwischt man wieder neugierige Badegäste oder Bootsfahrer (obwohl Boote verboten sind), die am Marker „rumspielen“... Daraus entwickelte sich die Frage: Wie schützt Ihr Eure Marker? Zahlreiche Vorschläge flatterten ein, von billigen Ersatzmarkern bis hin zur altbewährten Methode, absenkbare Marker (über eine Zugschnur) einzusetzen. Das Beste wäre jedoch, ohne jeden Marker einen Spot wieder finden zu können! Seinen Futterplatz ansteuern bei Nacht und Nebel, ohne einen beleuchteten Marker! Ferner wieder zum Angelplatz kommen, ohne dass man am Pod eine Positionslampe aufhängt! Die Lösung: GPS! Kein Thema wurde in den letzten 12 Monaten heißer im Tackle diskutiert als GPS! Also höchste Zeit, uns mit dem GPS ausführlich zu beschäftigen.
Zunächst:
was ist GPS / WAAS / EGNOS? WAAS (Wide Area Augmentation System) ist ein US-amerikanisches Erweiterungssystem zur Satellitennavigation, das Zusatzdienste zum GPS bereitstellt. Da die Navigation mittels GPS nicht für sicherheitskritische Anwendungen(*) geeignet ist, werden durch die WAAS-Sendestationen die fehlenden Korrektur- und Integritätsinformationen ausgestrahlt. Ein GPS-Empfänger kann mit Hilfe der WAAS-Informationen die Genauigkeit der Positionsbestimmung erhöhen und den Benutzer über Fehlfunktionen informieren. WAAS zählt zu den satellitengestützten Erweiterungssystemen (Satellite-Based Augmentation Systems, SBAS). *(das ist Java aber laut der Eula von Microsoft=>Lizenzbedingungen auch nicht, aber ich hab immer nur bei Microsoft BlueScreens, nicht bei Java!) Nach dem gleichen Prinzip arbeitet EGNOS in Europa. EGNOS steht ab 2004 offiziell bereit (während der Testphase war es aber schon vermehrt zu empfangen).
Der Unterschied zwischen
WAAS, EGNOS und MSAS
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Der zweite
Test:
Eine Woche später kam der erste Einsatz mit Boot in Sachsen. Das Gewässer
war diesmal ein 80 ha großer ehemaliger Tagebau südlich von Leipzig.
Karsten, Eddie und Marco fischten mit Markern, während ich mich vollkommen
auf das GPS verließ! Wir setzen die Marker und speicherten jeden mit dem GPS
ab (Referenzpunkte). Die Marker fuhren wir in den nächsten Tagen immer
wieder an und verglichen sie mit den im GPS gespeicherten Daten. Je nach
Verfügbarkeit der Satelliten wichen die gespeicherten Punkte zwischen 10 und
120 cm von den Markern ab. Ein glänzendes Ergebnis! Hierbei muss man
erwähnen, dass wir Angler den Vorteil haben, dass keine Bäume oder gar
Häuser die GPS-Signale stören. Im Bereich von Häuserschluchten sehen die
Ergebnisse schlechter aus, da dort weit aus weniger Satelliten erreichbar
sind. Am Sonntagmorgen gegen drei Uhr hatte Karsten einen Run! Es kam, wie
es kommen musste! Der Fisch war um den Marker geschwommen und brachte diesen
mit in den Kescher! „Was nun?“, sagte Karsten, „ich kann doch nun nicht wie
in der Antike nach den Sternen navigieren und den Spot anfahren!“ Oh doch!
Wir starten das GPS. Nach kurzer Zeit waren die künstlichen Sterne
(Satelliten) verfügbar. Der Referenzpunkt vor Karstens Zelt wurde mit
weniger als 50cm Abstand angezeigt. Ich programmierte die „GoTo“-Funktion
auf Karstens ursprüngliche Markerposition (war ja zuvor gespeichert),
drückte ihm das GPS in die Hand und sagte in 89 m musst du Deinen Marker
ablegen. Es war seine erste Begegnung mit dem GPS! Nach wenigen Minuten kam
er mit dem Boot zurück und war begeistert, dass er bei Nacht so gezielt
seinen Futterplatz anfahren konnte. Hier ist zu erwähnen, dass man nach dem
Auslegen der Ruten bei Nacht und / oder Nebel jederzeit ohne
Orientierungsprobleme zu seinem Biwy zurückkehren kann, ohne dass man eine
Positionslampe benötigt. Ergänzen möchte ich noch, dass wir auf der Hinfahrt
zum See das GPS mitlaufen ließen. Quasi als Plotter. Dies hat sich auf der
Rückfahrt als sehr nützlich erwiesen, da wir so der Route (gestrichelte
Linie) zurück folgen konnten. Die Feldwege und Landstraßen in dem ehemaligen
Tagebaugebiet sahen alle gleich aus und wir hätten uns ohne die GPS-Infos
gnadenlos verfahren.
Der dritte Test:
Den dritten Feldversuch führte ich mit meinem Bruder durch. Berufsbedingt
konnte ich abends nicht nach Hause und konnte deshalb auch meinen neuen
Angelplatz fürs Wochenende nicht anfüttern. Ich rief meinen Bruder an und
bat ihn, bei mir zu Hause das GPS und die Boilies zu holen. Nach kurzer
telefonischer Anleitung fuhr er zum Wasser und fütterte an dem zuvor
gespeicherten Punkt an. Das GPS ermöglicht nicht nur, Spots zu tauschen,
sondern ermöglicht auch eine Aufgabenaufteilung, sofern ein Angelpartner
verhindert ist.
F16 Deutschlandkarte
Neben dem GPS stand mir ab Mitte Oktober die F16 Deutschlandkarte zur
Verfügung. Die F16-Karte enthält eine unvorstellbar große Menge Daten, wie
zum Beispiel Städte, Dörfer, Straßen (mit Straßennamen JEDER Straße in
Deutschland), Autobahnausfahrten, Seen (selbst Seen unter einem ha sind
aufgeführt), Flüsse, Bäche, Tankstellen Parkhäuser, Wälder etc. Ferner kann
man den iFinder in Verbindung mit der F 16 als elektronischen Stadtführer
nutzen! In der Software sind zusätzlich noch jede Menge „Points Of Interest“
gespeichert, wie Geschäfte (von Aldi über Edeka bis hin zu Real), Firmen,
Bahnhöfe (incl. U-Bahnhöfe), Flughäfen, Kunst / Kultur,
Fremdenverkehrsämter, Kinos / Theater / Bars, Ärzte, Zoos / Museen,
Sportstätten, Restaurants, Hotels, Schulen / Universitäten, Verwaltungen,
Kirchen und und und...). Zu jedem dieser „Points Of Interest“ ist eine
Telefonnummer angegeben. Einen weiteren „Hot Spot“ bei den „Points Of
Interest“ nenne ich euch auf Anfrage.
Sie suchen ein Hotel oder Restaurant in Ihrer Nähe? Sie finden ihn mit dem iFinder per Knopfdruck! Mit Telefonnummer und genauer Lage, in aufsteigender Reihenfolge (Entfernung). Gut, wird der eine oder andere sagen, was soll ich damit, ich will GPS bloß zum fischen! Ich möchte damit einen Nachbarsee oder einen anderen Bach in meiner Nähe finden. Auch das ist kein Problem. Einfach auf „Suche“, „Water“ und schon zählt der iFinder alle Flüsse, Bäche und Seen im Umkreis auf. (Ich war erstaunt, dass er sogar Bäche in meiner Umgebung kennt, die ich nicht kannte). Bei der Suche nach Ozeanen bekomme ich sogar das Mittelmeer und den Persischen Golf angezeigt. Evtl. sollte man das GPS als Cruise Missile updaten? ;-)
Das alles ist auf einem 256 MB-Chip abgelegt, auf dem noch jede Menge Platz ist! An dieser Stelle stellt sich die Frage: „Wie genau ist der iFinder in Verbindung mit der F-16?“ Ich fuhr zu einem bekannten Taubenzüchter in meiner Nähe. Alle Taubenschläge sind EXAKT vermessen, da bei den Wettflügen die konkreten Koordinaten über Sieg oder Niederlage entscheiden. Es geht bei diesem Sport um jeden Meter. Ich bat den Züchter um die Koordinaten seiner Schlagvermessung und stellte fest, dass diese erheblich vom GPS abwichen. Der Taubenschlag (liegt an einer Straßenkreuzung) wurde aber exakt auf der F16-Karte im iFinder angezeigt. Wir nahmen eine Karte mit GPS-Gitter zu Hilfe und stellten fest, dass die Koordinaten des Carp-GPS stimmen müssen. Eine heiße Diskussion bei den Taubenzüchtern entbrannte, mit dem Ergebnis, dass alle Taubenschläge in diesem Gebiet neu vermessen werden müssen, weil das Vermessungsbüro nachweislich –mittlerweile durch das Katasteramt bestätigt - geschlampt hat.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich anfangs bezüglich des Carp-GPS / des iFinders sehr skeptisch eingestellt war. Im Laufe des Testens gefiel mir das Gerät aber immer mehr. In Verbindung mit der F16-Karte hat es mich mittlerweile restlos überzeugt. Auf der Fahrt nach Frankreich hatten wir das Carp-GPS im Auto laufen, um die F16 zu testen. Unterwegs wurden die Hot Spots angezeigt. Leider hörte die Karte ein paar Meter hinter der Grenze auf. Aus diesem Grunde habe ich mir die F-17 (France) bestellt. Auf dieser Karte sind ebenfalls die „Points Of Interest“ abgespeichert. So ist es zum Beispiel sehr schnell möglich, einen Lebensmittelladen in der Umgebung zu finden, ohne sich umständlich durchzufragen (ich spreche kein französisch).
Zu beziehen bei der Firma Carp-GPS:
www.carp-gps.de
beachten Sie bitte auch: <<mehr Infos über das GPS>>
Ich wünsche Euch eine erfolgreiche Saison
2004 und allen nur die Schönsten,
Euer Matthias Claus
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