Vorwort:
Der Beweggrund zu diesem Test hatte seinen Ursprung an der ANSPO 2003 in Kassel.  Beim Besuch des Ausstellungsstandes der Firma Shimano hatte ich die Rute Tribal XTR sofort im Auge. Durch Ihr Optisches Design  und die Futuristischen Rutenringe stach sie mir sofort ins Auge und mein Interesse war sofort geweckt. Ein mir bekannter Mitarbeiter der Firma Shimano gab mir bereitwillig Auskunft über dieses neue Produkt und seine Aussagen  weckte Erstaunen und Unglaube in mir. Mit dieser Rute, in Verbindung mit den neuen  Shimano Rollen mit dem S-System sollten mit Leichtigkeit wesentliche höhere Weiten geworfen werden. Obwohl die Rutenringe von Ihrem Durchmesser sehr klein waren, sollte dies Möglich sein? Dies konnte ich nicht so recht glauben. Und so entstand der Wunsch in mir, diese Rute und Rolle zu testen um zu sehen, ob die Aussagen den Tatsachen entsprachen. Ich bat  um die Testobjekte und  nach einigen Monaten wurde mein Wunsch von der Firma Shimano entsprochen. Es konnte also losgehen.

Der Test:
Als erstes wurde die Verarbeitung der Rute in Augenschein genommen. Bei der ersten genauen Optischen Untersuchung viel mir sofort das Griffteil auf. Dieses gezapften Griffstück ( klassischer Duplongriff) kann man abstecken oder die Rute mit einem Zwischenstück ca. 15cm verlängern. Hier hatte sich einer, bei der Entwicklung Gedanken gemacht. Ein entspanntes Werfen ist so leichter möglich, und mit dem abgesteckten Handteil, ist die Rute Handlicher beim Drill und bei der Landung des Fisches.

Die Zweiteilige Steckrute wird durch eine Zapfenverbindung zusammen gesteckt. Die Rute hat ein glänzend schwarzen Kohlefaserblank aus XT200 und Tcurve (dreischichtige verflochtene Kohlefaserplatten die mit Harz verbunden werden) und die Fuji Doppelstegberingung mit seiner aufwendigen Wicklung ist sauber Verarbeitet und macht einen exklusiven Eindruck. Der Leitring hat eben mal einen Innendurchmesser von 14mm,  die 7 Ringe sind insgesamt außergewöhnlich klein gehalten. Bei dem Rollenhalter wurde ein Schiebemechanismus verwendet. Ungewöhnlich, wenn schwere Rollen zum Einsatz kommen sollen. Ich habe sofort mehrere Rollentypen mit verschiedenen Rollenfüßen montiert und bei keiner wackelte etwas an der Verbindung. 

Nun kam die Power Aero XT Rolle in den optischen Test. Sie macht einen sehr stabilen Eindruck, wirkt aber mit seinem Handling nicht zu schwer. Bei meinen ersten Wicklungen mit der Rolle (es kam etwa 450m/ 0,30 Shimano Technum Schnur drauf) machte die Rolle mit seinem weichen Lauf sofort Eindruck auf mich, und die Schnur wurde rasch und sauber auf die
Spule aufgespult, obwohl Sie nur eine Übersetzung von 3,5:1 vorweist. Das zuschlagen des Rollenbügels mit einer Kurbelbewegung kann man vergessen. Das funktioniert nicht und wurde absichtlich so gebaut, um ein zuschlagen des Rollenbügels bei Gewaltwürfen zu verhindern. Man muss also mit der Hand den Bügel zurücklegen. Etwas Gewöhnungsbedürftig, macht aber Sinn bei kräftigen Würfen.

Nun zur Freilauffunktion. Hier geht Shimano wieder eigene Wege. Es gibt kein Kippschalter oder  Hebel zum einlegen. Der Freilauf wird an dem Drehverschluss vorne an der Spule geregelt. Eine kurze Drehbewegung nach links oder rechts öffnet oder schließt den Freilauf. Unter diesem Drehknopf sitzt ein Rädchen, wo man noch die Feineinstellung des Freilaufes einstellen kann. Nach kurzer Eingewöhnung kann man rasch die Bremse aktivieren, wirkt also eher wie eine Kampfbremse.

Ausgestattet ist die S Power Aero XT mit dem S-System, eine Neuheit aus dem Hause Shimano. S steht für Super Slow Oszillation. Nach Angaben des Herstellers, ist es ein besonderes Spulenhubsystem. Durch die Reduzierung der Spulengeschwindigkeit ist die Abwärtsbewegung noch viel langsamer und somit erzielt man eine genauere und systematischere Schnurverlegung. Der Energieverlust der Schnur beim Wurf wird dadurch minimiert.

Nun ging es zum Praxistest:
Nun sollte es sich zeigen, ob die Kombination  von Rute und Rolle den Anforderungen entsprachen. An einem nahe gelegenen Sportgelände wurde mit einem großen Maßband eine Strecke von 150 Meter abgemessen. Ab 80 Meter in 5 Meter Teilabschnitte. Nach ein paar Probewürfen mit 80gr. Bleie wurde es ernst. Jetzt wurde mal durchgezogen. Ich war überrascht
mit was für eine Energie die Schnur von der Spule zog. Bei 90 Meter blieb das Blei liegen. Es war ein entspanntes Werfen und man merkte sofort hier geht noch mehr. Bei den darauf folgenden Würfen  wurde mehrmals um die 100 Meter geworfen.

So, nun wurde mit  einem 100gr. Blei geworfen. Um es kurz zu halten, das Werfen ist eine Freude mit der Rute. Bei 100gr. wurde die 120 Meter mehrmals überworfen, ohne das Gefühl zu haben die Leistungsgrenze erreicht zu haben. Ich habe selten Rute und Rolle so miteinander harmonieren gesehen. Ich war nun überzeugt.

Ich möchte noch anmerken, das ich mehrere Würfe mit der Shimano Tribal XT 3lb und der Maxum 2,75-3lb Rute von der WS in Verbindung mit der Power Aero XT Rolle gemacht habe. Ich konnte nicht annähernd so weit werfen wie mit der XTR Rute. Nun habe ich mit der Tribial XTR Rute in Verbindung mit verschiedenen Daiwa & Shimano Rollen der gehobenen
Preisklasse geworfen und machte folgende Feststellung. Mit allen Rollen die eine enge Wicklung haben und deren Durchmesser der Spule nicht so groß ist, konnten ähnliche Weiten von mir erreicht werden, wie mit der Power Aero XT Rolle. Nun wollte ich noch wissen wie sie am Fisch reagiert. In den nächsten 3 Wochen wurden mehrere Fische mit der Rute gefangen. Mit Ihr hat man die totale Kontrolle und ein sicheres Gefühl. Sie federt jeden Stoß ab, ohne weich und schwabbelig zu wirken. Am
Uferbereich, bei der Landung des Fisches (es wurden 10-22 Pfund Karpfen gefangen) fing Sie alle Fluchten ab und es gab kein Ausschlitzen. Man hatte ständig die Kontrolle über den Fisch.

Fazit:
Mit der Shimano Tribal XTR Specimen wurde eine Rute gebaut, die uns Karpfenangler kaum Wünsche mehr offen lässt. Die Verarbeitung und das Leistungsvermögen sprechen für sich.

Bei der Power Aero Rolle XT wurde von Shimano wieder ein Spitzenprodukt von einer Rolle gebaut. Die Verarbeitung und Ausstattung überzeugen durch Ihre Robustheit. Trotzdem wirkt die Rolle edel und nicht zu wuchtig. Die Bremse arbeitet ruckfrei und die Schnurverlegung ist vorbildlich. Wenn man sich erst einmal an die Funktion der "Kampfbremse" gewöhnt hat, gibt es keine Probleme beim Drillen. Bei diesen Produkten wird beim Kauf, ein Stück Freude am Angeln mitgeliefert
.


 

Home


© 2001 - 2004 by cipro.de