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von Rolf
Klöckner |
Das Groundhog (warum nur dieser Name?)
ist ein gut durchdachter Schirm für den Extremangler, wobei die Betonung auf
Schirm liegt. Ein Schirm ist ein Schirm ist ein Schirm. Kein noch so
geflissentlicher Gewässerwart, Förster oder Vogelschützer kann diesen Schirm
beanstanden, denn ein Schirm ist nun mal (laut Gerichtsurteil) an allen
Gewässern erlaubt. Da macht es auch nichts, dass die Seitenteile schön weit
nach vorne gezogen sind. Somit bietet der Schirm auch ohne das mitgelieferte
Infill Panel hervorragenden Wetterschutz. Das Panel wird einfach mittels
dickem Reißverschluss angefügt, hat eine Tür und zwei Seitenfenster, jeweils
mit Fliegengitter und einer Abdeckung/Sichtschutz. Sehr gut: der
Reißverschluss ist mit einer dicken Wulst vor hereinlaufendem Wasser
geschützt. Ein wirklich guter Einfall. In der Baureihe 2003 gibt es im
Lieferumfang kein Klarsichtfenster. Man kann dieses aber nachbestellen und
einzippen. Ab 2004 hat das gesamte Infill Panel auch Klarsichtfenster. Da
hat der olle Nash wirklich schnell reagiert und den vielen Nachfragen für
freie Sicht aufs Mittelmeer Folge geleistet. (Außerdem hat er auch noch
einen Overwrap nachgelegt. Das hatte mich bisher am meisten gestört.)
Hervorragend! Somit kann jeder wählen, so die alte Version weitergebaut
wird, ob er im Sommer, bei eingebautem Panel, lieber gute Durchlüftung haben
möchte, oder er die geschlossene Durchsichtvariante wählt. Ich persönlich
bevorzuge die Fliegengitter-Variation, da ich dann flexibler bin und man/frau
sich wie gesagt so ein See-throug-Fenster nachmontieren kann.
Die Nähte liegen außen, sind 1a verarbeitet und von innen sauber verklebt
und verschweißt. Der Stoff fühlt sich sehr gut und stabil an - meines
Erachtens müsste es ein 6 oz-Stoff sein. Leider gibt es da keine
Angaben.
Vom Handling geht alles Ruck-Zuck. Aufgespannt und Abgespannt - mehr nicht.
2-Minuten-Sache. Lediglich die "Einraste" für die kurze Mittelstange fehlt.
Hier muss man mit einem Finger an den Speichen die Spannung halten, während
die andere Hand die Schraube festdreht. Aber eigentlich kein Problem.
Schraubt Mann/Frau die Stormpoles (mit spitzem Gewinde!!) schön fest in die
Erde, steht das Groundhog absolut bombig. Da gibt es nichts zu mäkeln oder
zu wackeln. Außerdem kann man die beiden vorderen Stormpoles mit einer so
genannten Front-Tension-Bar verbinden. Das gibt zusätzliche Stabilität und
spannt auch noch den Stoff im oberen Eingangsbereich. Da gibt es dann bei
Regen keine Pfützen oder stehendes Wasser. War im Dezember bei -5 Grad und
Orkanstärken draußen!! Das reine Vergnügen. Hatte den Sturm frontal gegen
mich. Natürlich hat der Schirm "gearbeitet" und steht nicht so
unerschütterlich wie ein Viper, doch hatte ich volles Vertrauen in die
Verankerung. Unverständlich jedoch, daß der Lieferumfang nur zwei
Sturmstangen beinhaltet. Und das bei dem nicht gerade billigen Preis. Da
soll der Verbraucher offensichtlich noch mal gemolken werden!
Und nun das beliebte Thema aller Tackle - Beschauungen: Kondenswasser.
Hilfe! Ihh! Unmöglich!! Natürlich gibt es Kondenswasser. Zeigt mir eine
Plane, wo es das nicht gibt. Ist das Bivvy oder der Schirm im Winter und bei
"Sauwetter" komplett geschlossen, gibt es überall Kondenswasser. Da hilft
nur die Heizung oder die offene Tür. Jedoch der angepriesene
"Rainmaster-Stoff" des Groundhogs hält das Kondenswasser schön "fest", d.h.
es gibt nur einen leichten Feuchtigkeitsfilm und keine Tropfenbildung! Und
das wie gesagt auch nur bei völlig geschlossenem Schirm. Ich schlafe immer
bei herunterhängender, nicht verschlossener Tür, dann zirkuliert die Luft
und es gibt kein Kondenswasser. Nebenbei bin ich dann auch noch vor dem
Karpfenbiss an meinen Ruten. :-)
Im Innern fühle ich mich absolut wohl. Der Platz ist riesig - ich glaube vom
Raumgefühl noch besser als im Viper. Man/Frau kann sich so richtig schön
ausbreiten. Die Liege und der Schlafsack stößt nirgendwo an oder schab t an
der Innenwand. Früher, in meinen kleineren Schirmen oder Zelten, wurde ich
regelmäßig von diesen Schabegeräuschen wach, wenn ich mich im Schlaf
herumgewälzt hatte. Ein Freund von mir hat sogar zwei Liegen untergebracht
und es gab noch ausreichend Platz für den "Mittelgang"!!!Fazit: ein nicht
ganz normaler Anglerschirm, vom Design und in der Chameleon - Ausführung
einfach eine Wucht. Das Groundhog hat alle Vorteile eines Schirms - er ist
(fast) überall erlaubt und hat eine schnelle Aufbauzeit. Dazu kommt die gute
Standfestigkeit und die sehr gute Verarbeitung. Minuspunkte gibt es
natürlich auch - nichts ist perfekt. Zum einen ist da das fehlende
Klarsichtfenster sowie die Stormpoles für die Seitenteile. Zum Anderen der
nicht gerechtfertigte hohe Preis, denn wie gesagt: ein Schirm ist ein
Schirm! Trotzdem: die höchste Punktzahl für das Groundhog - denn ... ich
liebe es.
Tight lines,
Euer Rolf Klöckner
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