von Christian Krokowski

Ein Boot muss her. Ich brauche ein Boot…auf jeden Fall ! Die Krautfelder, an denen ich die Fische vermute, befinden sich sonst außer Reichweite. Das Kraut im Uferbereich macht das Landen der Fische unmöglich. Bade- und Wathose sind keine Option, ich brauche ein Boot.

   

Aber wie soll es aussehen? Da ich es überwiegend alleine nutze, um Montagen abzulegen, um zu drillen, oder um damit den Raubfischen nachzustellen, habe ich die folgenden Kriterien festgelegt:

klein muss es sein, es muss in den Kofferraum oder auf das Autodach passen

leicht muss es sein, ich muss es alleine tragen können

preisgünstig muss es sein, denn ich muss es bezahlen können

Da kommt nur ein Schlauchboot in Frage.

Zum Glück gibt’s das Internet. Angebot und Preis lassen sich schnell abchecken und vergleichen. Dabei stelle ich fest, dass ein kleines Angelboot in einem schönen dezenten grünen Farbton mal eben 500 Euro kosten kann.

   

Da muss es doch was günstigeres geben? …Und die Bootsfarbe ist den Fischen eh egal. Eine Alternative finde ich im Bereich der Beiboote, die auch „Dingis“ genannt werden. Diese Boote sind meist sehr klein, leicht und wendig und dienen dazu, von einem größeren Boot zum Land überzusetzen.

Auf ebay.de stoße ich auf die Firma Barracuda Watersport. Der Inhaber Wolfgang Bus bietet dort ein Boot zum Kauf an, das meinen Vorstellungen entspricht:

2,30 Meter lang, fester Boden, Zubehör inklusive und vor allem ein Gewicht von nur 29 kg.

Da sich die Firma in Rheine in NRW befindet, und Wolfgang die Möglichkeit der Abholung anbietet, mache ich mich auf den Weg.

   

Anstatt einer großen Halle mit Schaufenstern erwartete mich eine Wohnsiedlung. Wolfgang Bus betreibt die Firma im Nebengewerbe. Aber auch hauptberuflich hat er viel mit Booten zu tun, denn er ist Schiffsmechaniker. Zu seiner Nebentätigkeit kam er, als er selber ein Beiboot suchte. Die hohen Preise schreckten ihn ab und er nutzte einen Kontakt nach Asien, um seine eigene Idee von einem kleinen, kostengünstigen Schlauchboot um zu setzen.  

Das Ergebnis seiner Idee hatte ich auf dem Rückweg im Kofferraum liegen und werde euch hier davon berichten.

   

Das Boot ... beginnen wir mit den technischen Daten:

Außenmaße:
Gesamtlänge: 2,26 Meter
Breite 1,30 Meter – 1,15 Meter (läuft nach vorne hin enger zu)

Innenraum:
Länge: ca. 1,40 Meter
Breite: ca. 0,65 – 0,56 Meter (läuft nach vorne hin enger zu)

Schlauchdurchmesser:
ca. 0,33 Meter

Motorisierbar bis:
4 Ps (laut Hersteller)

Stärke Rückwand:
1,5 cm

Gewicht:
29 kg

Transportmaß:
 
1,00 m x 0,60 m x 0,27 m (im Karton !)

Boden:
dreiteiliger Holzboden, mit kunststoffbeschichteter, griffiger Trittfläche, die Bretter werden mit Aluminiumprofilen verbunden und seitlich stabilisiert

Ausstattung:
2 Ruder, 2 Ruderhalterungen außen (für Motorbetrieb) Blasebalg mit Schlauch und Adapterstücken, Sitzbank, Transporttasche, Sicherungsleine, Ablaufventil im Heck, Scheuerleiste rundum, Flickzeug

Besonderheit:
gewebeverstärktes PVC, 3 Luftkammern, aufblasbarer Rumpf (für gute Fahreigenschaften) mit Scheuerleiste

Der erste Eindruck:

Wir haben es bei dem Barracuda Boat mit einem Beiboot zu tun, und nicht mit einem speziellen Angelboot. Da muss man als Angler einige Abstriche machen. Diese speziellen Boote werden fast ausschließlich motorisiert benutzt, daher sind die mitgelieferten Paddel, sowie die Ruderdollen eher eine Notfalllösung und die Sitzbank ist für den Ruderbetrieb auch nicht gerade optimal positioniert… aber wer braucht schon eine Sitzbank?  Das Anliegen vom Firmeninhaber Wolfgang Bus ist es, ein kostengünstiges Boot anzubieten. Sein Hauptaugenmerk liegt auf möglichst lange Zweckerfüllung, wie Dichtheit und Schwimmfähigkeit, und auf einem günstigen Preis, der leider teilweise etwas zu Lasten einer sauberen Verarbeitung und des mitgelieferten Zubehörs geht. So sollten am besten direkt die mitgelieferten, zweiteiligen Paddel gegen andere Modelle ausgetauscht werden, genau wie der Blasebalg. Er erfüllt zwar seinen Zweck, jedoch zeigt er schon sehr früh Verschleißerscheinungen.

   

Ich benutze das Boot an kleinen Gewässern ohne weiteren Schiffsverkehr. Da zur Zeit ja Raubfischsaison ist, wird es überwiegend zum Spinnfischen eingesetzt. Da es stabil genug ist, häufig sogar im 2-Mannbetrieb. Es ist dann zwar recht eng, aber für ein paar Stunden geht’s prima. Wenn ich alleine fische, kann ich wunderbar im Stehen angeln. Das Boot liegt stabil im Wasser, wohl auch Dank des aufblasbaren Kiels und der Bodenplatten, die dem Angler außerdem einen guten Stand geben.

Der Transport des Bootes gestaltet sich sehr einfach, da man es alleine tragen kann und beim Transport auf dem Autodach oder im (großen) Kofferraum nicht mal die Bodenplatten rausgenommen werden müssen. Das spart Aufbauzeit. Die liegt zwar eh nur bei ein paar Minuten, aber wenn es aufs Wasser gehen soll, kann es ja gar nicht schnell genug gehen. Weitere Aufbauzeit lässt sich rausholen, wenn man anstelle des mitgelieferten Blasebalges eine vernünftige Doppelhubpumpe verwendet. Diese Pumpen sind für kleines Geld zu bekommen und lassen sich auch für andere Boote benutzen.

   

Erstes Fazit:

Das Barracuda Boat ist je nach Einsatzgebiet eine kleine, leichte und wirklich kostengünstige Alternative zu den grünen Angelbooten. Je nach Verwendung muss man zwar kleine Abstriche hinnehmen, dennoch erfüllt es seinen Zweck und macht auf dem Wasser Spaß. Ich freue mich auf den weiteren Testverlauf und werde euch auf dem Laufenden halten.

Bezugsquelle und Kontakt:

Wolfgang Bus vertreibt seine Boote u.a. über Ebay.de. Dort sind sie unter dem Suchbegriff „Schlauchboot Barracuda“ sehr schnell zu finden. Für das Jahr 2012 plant Wolfgang Bus den Ausbau seines Boot-Programms. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Für weitere Infos oder Bestellungen sind hier seine Kontaktdaten:

Wolfgang Bus
Telefon: 0175/4377139
e-Mail:
wolfgang.bus@osnanet.de

Tight lines,
Christian