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Da ich die meiste Zeit meiner Angelei alleine am
Wasser verbringe, bin ich gezwungen meine Fangerfolge mit der Kamera, Stativ
und einem Selbstauslöser festzuhalten. Meine bisherigen Kameras verfügten
leider nicht über die Funktion, durch eine Infrarot-Fernbedienung gesteuert
zu werden. Viel mehr war mir bisher wichtig, dass meine Kamera einen
Bildschirm zum Drehen besaß, welcher das Fotografieren mit einem
Selbstauslöser deutlich leichter macht. So kann man sich gleich auf dem
Bildschirm sehen und sich dementsprechend ins Bild rücken, sehr vorteilhaft!
Nun habe ich schon seit Jahren einen Pneumatikfernauslöser von der Firma
Hama und ein passendes Klettband zum Befestigen des Auslösers an der Kamera
im Gebrauch. Wer schon einmal mit diesem Equipment gearbeitet hat, kann mir
ganz bestimmt bestätigen, dass es nicht immer ganz einfach ist, damit
problemlos ein paar Bilder zu machen. Ich möchte in diesem Artikel nicht
erläutern, wie man mit solch einem Fernauslöser brauchbare Fangfotos macht.
René Hupe hat dies in der Carp Mirror-Ausgabe 3/05, auf Seite 124, „Bilder
von dir ...“, schon sehr gut beschrieben! Viel mehr möchte ich auf die
Tücken beim Arbeiten mit diesem Auslösesystem hinweisen und meine eigenen
Lösungen für die bei mir aufgetretenen Probleme vorstellen.
Wenn man
auf dem „Schlauch“ steht
Damit der Auslöser einwandfrei funktioniert, darf der Luftschlauch an keiner
Stelle eingeknickt sein. Ansonsten kann beim Zusammendrücken des Gummibalgs
der Luftdruck den Auslösestift nicht ausfahren. Dies bedeutet, dass die
kompletten 10m Luftschlauch von der Schlauchtrommel abgerollt werden müssen.
Wickelt man nur so viel von der Schlauchtrommel wie man gerade nur benötigt,
läuft man sehr schnell Gefahr, dass durch die restlichen Wicklungen der
Schlauch abgedrückt wird. Also besser den kompletten Schlauch von der
Schlauchtrommel abwickeln und locker auslegen! Da der Schlauch sehr lang
ist, und noch nicht einmal 1/3 der Gesamtlänge für unsere Zwecke benötigt
wird, habe ich ihn mit wenigen Arbeitsschritten auf nur noch 3m gekürzt. Das
spart Arbeit und Zeit!
Das
Problem mit dem Body-Umfang
Ein weitaus größeres Problem bot sich mir allerdings mit dem Klettband. Das
Klettband hat die Aufgabe den Pneumatikauslöser über dem Auslöseknopf der
Kamera zu fixieren, und ein problemloses Auslösen der Kamera zu
gewährleisten. Allerdings ist es keine Seltenheit gewesen, das sich dieses
besagte Klettband nach 2-3 maligem Auslösen verschob und sich beim erneuten
Betätigen des Gummibalgs rein gar nichts mehr tat. Dazu muss aber noch
erwähnt werden, dass diese Klettbänder für viel einfachere Kameraformen
konzipiert wurden. Im Laufe der Zeit haben sich allerdings die Kameras in
ihrer Form vollkommen geändert. Speziell die Seite an der sich der Auslöser
befindet, also rechts, ist immer ergonomischer geworden. Klar liegt so die
Kamera viel angenehmer und vor allem besser in der Hand, aber das Klettband
für den Selbstauslöser findet an den Rundungen einfach keinen festen Halt
mehr! Es gibt Kameras auf dem Markt, die auf Grund ihrer Bauart, speziell
durch ihren Body-Umfang nicht für diese Klettbänder geeignet sind. Die
herkömmlichen Klettbänder sind schlichtweg einfach zu kurz für große
Kamera-Bodys. Durch das Auslösen und den dadurch entstehenden Druck auf den
Auslöser hat sich sehr oft das von vornherein nicht gut sitzende Klettband
leicht verschoben. Der pneumatisch gesteuerte Auslösestift hatte so keine
Chance mehr, den Auslöseknopf runter zu drücken.
Wer
suchet, wird finden
Schnell war für mich klar, es musste eine stabilere und zuverlässige
Halterung für den Pneumatikauslöser her. Ich durchforstete das Internet
vergebens nach einer anderen geeigneten Halterung. Aber auch ein paar
Besuche in Fotofachgeschäften erbrachte keinen nennenswerten Erfolg.
Schließlich habe ich dann rein zufällig bei einem befreundetem Angler eine
für mich geeignete Lösung entdeckt. Oliver hatte einen Messuhrenhalter aus
dem Bereich der Metallverarbeitung etwas umfunktioniert und als Halter für
den Pneumatikauslöser eingesetzt. Durch ähnliche Probleme wie bei mir, kam
ihm rein zufällig die Idee mit dem Messuhrenhalter, als ihm ein solcher auf
der Arbeit in die Hände fiel. Wieder zu Hause machte ich mich gleich wieder
im Internet auf die Suche nach solch einem besagten Teil. Leider gibt es
Messuhrenhalter meist nur zusammen mit einer Messuhr zu kaufen und dann auch
noch recht teuer. Da meine Suche abermals nicht den erhofften Erfolg
brachte, tüftelte ich mir schließlich auf dem Prinzip eines Messuhrenhalters
meine eigene Halterung aus. Wichtig war mir von vornherein, dass man die
Halterung für alle gängigen Kameratypen sowie auf einem Stativ oder aber
einem Bankstick einsetzen kann. Gerne nehme ich, um Tackle einzusparen,
statt einem Stativ nur einen Bankstick und einen passenden Gewindeadapter
für die Kamera mit ans Wasser.
Sicherlich wird nicht jeder solch eine Halterung im heimischen Angelkeller
anfertigen können. Aber ich bin mir sicher, wer solch eine Halterung
unbedingt haben möchte, der wird auch ganz bestimmt jemanden im
Bekanntenkreis finden der so etwas bauen kann. Als erstes habe ich mir bei
der Entwicklung Gedanken um die Art der Befestigung am Stativ und Bankstick
gemacht. Die Fernauslöser-Halterung soll ja an beiden Varianten zum Einsatz
kommen. So habe ich mich für eine recht einfache aber dennoch sehr effektive
Befestigung entschieden. Das Prinzip ist simpel, zwei Flachstähle aus V2A
(rostfreier Stahl) werden von vorn und hinten an das Rohr, des Bankstiks,
bzw. Stativs gelegt. Mit 4 Schrauben (M4 x 25 mm) presst man das Rohr vom
Stativ beziehungsweise den Bankstick zwischen den Flacheisen fest zusammen.
Vorsicht, ein Aluminium-Rohr kann sich dabei schnell mal verformen! Ich habe
die Abmaße des Flachstahls so gewählt, dass alle gängigen
Bankstickdurchmesser und Stativrohre verwändet werden können. Die
Bohrlochabstände habe ich dementsprechend angeordnet. Von oben und unten
werden 8 mm auf die Flacheisen angezeichnet, und von links und rechts auch 8
mm. In ein Flacheisen kommen vier 4,5 mm Durchgangslöcher, die vor dem
Bohren mit einem Körner vorgekörnt werden. Die 4,5 mm Löcher können ohne
Vorbohren gebohrt werden. Im Anschluss daran werden die Löcher von oben und
unten mit einem 90° Senker entgratet. Bei dem zweiten Flachstahl wird auf
die gleiche Art und Weise vorgegangen, nur werden hier 3,3 mm (M4 Gewinde:
Kernloch 3,3 mm) Löcher gebohrt! Nach dem Senken werden mit einem M4
Gewindebohrer die vier Gewindelöcher geschnitten.
Dann habe
ich mir meine zwei Kameras und die von ein paar Freunden etwas genauer
angesehen und vermessen. So habe ich den Abstand ermittelt, in der die
Führungstange problemlos an so ziemlich jedem Kameratyp vorbeigeht. Als
Führungstange wird ein Rundstahl (300 mm x 8 mm) ebenfalls aus V2A mit Hilfe
eines Schraubstocks auf 230 mm x 70 mm zu einem L (90°) gebogen. Mit einem
Schweißgerät (z.B. Wolfram-Inert-Gas) wird an dem Flacheisen mit den vier
Gewinden die kurze Seite (70 mm) mittig aufgeschweißt.
Das
verstellbare Kreuz, das auf der Führungstange läuft wird aus zwei
Rundstählen von je 30 mm Länge gefertigt. Zuerst werden die Durchgangslöcher
von 8,1 mm, am besten auf einer Drehbank, gebohrt. Anschließend von beiden
Seiten entgraten. Es empfiehlt sich die beiden Löcher mit einem 4 mm Bohrer
vorzubohren! Zum späteren Feststellen auf dem Führungsstab beziehungsweise
des Auslegearms werden an jeder Hülse zwei M4 Gewinde in einem Abstand von
15 mm mit direktem Zugang zum Durchgangsloch gefertigt. Die beiden Hülsen
mit den Durchgangslöchern und den M4 Gewinden werden anschließend zu einem
Kreuz zusammengeschweißt.
Für den Auslegearm wird ein Rundstahl von 90 mm
Länge und einem Durchmesser von 8 mm (V2A) sowie ein Flachstahl von 30 mm x
20 mm x 6 mm (V2A) benötigt. Durch den Flachstahl wird ein 6 mm
Durchgangsloch gebohrt und anschließend entgratet. Das Bohrloch wird von
vorn 10 mm und von links oder rechts (mittig) ebenfalls 10 mm angezeichnet.
In diesem Durchgangsloch wird später der Pneumatikauslöser fixiert. Von vorn
wird ein M4 Gewinde mit direktem Zugang in das 6 mm Durchgangsloch
gefertigt. Danach wird dieser Flachstahl an den 90 mm langen Auslegearm auf
Stoß angeschweißt.
Jetzt müssen lediglich noch alle Teile zusammengebaut werden.
Ich hoffe doch mal, dass meine Bauanleitung
halbwegs verständlich rüber kommt!? Aber keine Angst, es hört sich
komplizierter an, als es in Wirklichkeit ist. Abschließend noch einmal alle
Maße und Materialien die bei meiner Halterung verarbeitet wurden.
Materialien:
1 x V2A Flachstahl 50 mm x 40 mm x 4 mm mit vier 4,5 mm Durchgangslöchern.
1 x V2A Flachstahl 50 mm x 40 mm x 4 mm mit vier M 4 Innengewinden.
1 x V2A Rundstahl 300 mm x 8 mm mit einer 90° Biegung zu einem L (230 mm x
70 mm).
1 x V2A Rundstahl 90 mm x 8 mm.
1 x V2A Flachstahl 30 mm x 20 mm x 6 mm mit einem 6 mm Durchgangsloch und
einem M4 Gewinde.
2 x V2A Rundstahl 30 mm x 15 mm und jeweils einem 8,1 mm Durchgangsloch und
zwei M4 Innengewinden.
Geschweißt wurden die Teile mit WIG (steht für Wolfram-Inert-Gas und ist
eine spezielle Art des Schweißens).
Schrauben:
4 x M4 x 25 mm aus V2A
4 x Unterlegscheiben für M4 aus V2A
5 x M4 x 10 mm aus V2A
Zubehör:
Pneumatik- Fernauslöser (10m Schlauchlänge) von der Firma Hama
Kamera Bankstick Adapter von der Watersportcentrale Genk
Bei Fragen zum Bau dieser Halterung könnt ihr mir sehr gerne eine e-Mail an
moppel@cipro.de schreiben. Ich helfe euch dann so gut es geht
weiter.
Bis dahin wünsche ich euch allen viele schöne Stunden am Wasser! Moppel
Team Cipro.de
WS-Team Germany
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