Die Wassersportzentrale hat seit diesem Jahr einen neuen Mix in Ihrem legendären Futterprogramm. Ich fische schon seit etlichen Jahren mit den Mixen der WSC Genk und bin vollends zufrieden mit deren Qualität und Rollbarkeit. Auch Ihr Preis-/Leistungsverhältnis ist weiterer Grund für mich, deren Produkte einzusetzen. Alle Mixe fangen ihre Fische und das auch über längerfristige Futteraktionen. Hauptsächlich setzte ich die letzten Jahre den Savoury-Fisch-Mix ein. Da ich aber auch mal wieder einen fruchtig-süssen Boilie einsetzen will, kam mir der neue Instant Fruit Mix sehr gelegen. Nach kurzer Absprache mit Heinz, war der 20kg Sack auch schon nach 2 Tagen bei mir.

Also schnell den Sack geöffnet um einen ersten Eindruck zu erhalten. Sofort strömte mir ein süsslicher nach Kaugummi riechender Geruch entgegen. Einfach nur lecker. Da war die Entscheidung sofort klar, DER wird ohne Flavour gerollt. Da ich meine Boilies ohne Eier produziere, sollte der Geruch/Geschmack noch besser im fertigen Boilie zur Geltung kommen. Als Ei-Ersatz benutze ich das Nyco-Meth 2000 von Naturebaits.

Produktion:

Jetzt geht’s los ;-)

Instant Fruit Mix
6% Nyco Meth 2000
Wasser
Boilieroller
BPS Spray

Wasser (am besten Seewasser aus dem zu befischenden Gewässer) ins Rührwerk und den angemischten Mix langsam einfüllen. Nach 5 Minuten war der Mix in einer guten Konsistenz und fertig zum rollen. Noch einmal per Hand durchgeknetet und für die Airgun vorportioniert. Nun die Würste ausgespritzt und das Rollen konnte losgehen. Die Würste ließen sich sehr gut rollen und es gab kein Verkleben o.ä.. Die Boilies sind rund und fertig zum kochen!

Das Wasser sollte aufgrund des Ei-Ersatzes richtig sprudeln. Ich koche Boilies, ab  einem Durchmesser von 24mm, 3 Minuten lang und schöpfe diese dann ab. Durch das Nyco-Meth steigen die fertigen Boilies nicht, wie wir das von der konventionellen Herstellung gewöhnt sind, auf. Deswegen rate ich hier zu einem Küchentimer der immer wieder die voreingestellte Zeit abspult. So könnt ihr sicher sein, dass die Boilies nie zu lange im Wasser verweilen.

Nach einem Tag auf den Trockengittern sind die Boilies schon relativ hart und fertig für die Gefriertruhe. Wer es lieber steinhart mag, kann sie noch weitere 1-2 Tage zum trocknen stehen lassen.

Mix abwiegen
Wasser zugeben
den abgewogenen Mix zugeben

Der fertige Boilie riecht schön fruchtig und sieht fängig aus ;-) einen so guten Geruch ohne die Zugabe von Flavour hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Ich vermute mal, dass in dem Mix Fruchtaromen in Pulverform verarbeitet wurden (daher wohl auch der Name). Die weiteren Inhaltsstoffe kann ich nur erahnen, da es hierzu keine Infos gab. Offensichtlich wurde Negersaat und Maisgrieß verwendet. Der Rest ist reine Spekulation! Geschmacklich ist er so wie er riecht: süss und fruchtig! Die Karpfen werden Ihn lieben ;-) Und das ist für mich die entscheidende Sache, die Fische müssen den Köder fressen und das am besten immer wieder!!

Verhalten im Wasser:

Der Boilie ist nach 12 Stunden im Wasser noch immer sehr fest. Man kann ihn locker 24 Stunden im Wasser lassen ohne Angst haben zu müssen, dass selbiger abgefressen wurde. Der Aussenfarbe nach zu urteilen, hat der Köder einiges an seinen Inhaltstoffen abgegeben, seinen charakteristischen Geruch hat er aber noch nicht ganz verloren. Es bildet sich keine schwammige Außenhaut, die von Kleinfischen abgefressen werden kann. Manch einer bevorzugt dies zwar, doch ich mag es lieber, wenn der Boilie in seiner Größe bestehen bleibt. Wenn man den 12Stunden gefischten Boilie halbiert, sieht man, dass das Wasser ca. 2mm in den Boilie eingedrungen ist. Nach 24Std. sind es ca. 3mm! Getestet hab ich in 7m Wassertiefe und einer Boiliegröße von 24mm.

Nyco - Meth 2000 (Eiersatz)
Jetzt wird geknetet
Die feritigen Würste

Praxistest:

Ich füttere wie gewohnt meine Spots 2mal pro Woche mit den neuen Ködern und es wurde langsam Zeit für den ersten Probelauf. Da die letzten beiden Wochenenden für die Freundin und Arbeiten reserviert waren [ja, ich hab auch noch ein Leben neben dem Angeln ;-)] sollte es endlich losgehen! Leider ist das Wetter schon seit Tagen extrem heiß und drückend. Ich hoffte auf ein Gewitter, das dem See evtl. wieder Leben einhaucht! Und meine Gebete wurden erhört! Samstag war ein Gewitter angekündigt und ich hatte auch Zeit zum Angeln. Also raus ans Wasser!

Die übliche Prozedur: Ausladen, Boot beladen, rudern, feststellen, dass die Futterstelle noch von Badegästen belagert wird :(. Also erstmal ein wenig die Zeit vertreiben und versuchen, Fische in den Gebüschen am Ufer auszumachen.

Jetzt wird der Teig gerollt
Der Mix lässt sich sehr gut verarbeiten
Ich komme gut voran


Nachdem sich langsam die Wolkendecke zuzog und die lästigen Schwimmer endlich einpackten, konnte ich aufbauen. Es wurde auch höchste Zeit, da der Regen nicht lange auf sich warten ließ. Schnell noch die Ruten ausgelegt und das erste kühle Bier als Belohnung gezischt. Keine Stunde später konnte ich den ersten Fisch verbuchen. Ein etwas abgehalfterter Spiegler mit einigen Blessuren und einen Gewicht von 27pfund war in meinem Kescher. Schnell gewogen und zurückgesetzt! Meine Motivation war nun ganz weit oben und ich rechnete mit weiteren Bissen. Leider hörte das Gewitter relativ schnell wieder auf und die Hitze war wieder da. Die Nacht verlief ruhig und kein weiterer Fisch biss an. Morgens kurz mit den anderen Jungs am See geschnackt und festgestellt, dass ich der Einzige war, der gefangen hatte. Alle Anderen nichts oder nur Brassen. Also nochmal nachgefüttert und ab nach Hause. Die weitere Woche fütterte ich wie gewohnt zweimal meinen Spot vor! Das Wochenende rückte näher ...

Leider war an diesem Wochenende nicht an angeln zu denken, da die Temperaturen immer noch weit über 35Grad lagen. Bei der Hitze und einem Angelplatz ohne Schatten, lies ich das Tackle lieber im Keller und entspannte das Wochenende mit schwimmen und grillen.

Zwei Wochen später hatte ich endlich wieder Zeit und konnte für eine Nacht raus! Die Blesshühner entdeckten sehr schnell meinen Futterplatz und ließen mich nicht mehr in Ruhe. Somit hatte ich nur die Nacht als effektive Angelzeit, da mein Köder alle paar Minuten von den Hühnern attackiert wurde. Aber der Fruitboilie hielt durch!! Lediglich eine äußere Schicht war abgeknabbert, was aber nicht weiter schlimm war. Die Karpfen waren leider die Nacht über nicht an meinem Spot und somit hab ich morgens ohne Ergebnis eingepackt. Für das nächste Mal werd ich extra Futtermais für die Hühner mitnehmen, damit ich auch tagsüber vernünftig angeln kann. Der Plan ist am Ufer bei den Nestern eine geeignete Menge Mais abzukippen, um die Viecher über den Tag in Schach zu halten...

Fertig sind die Instant Fruit Boilies
21 kg ... Der Weg ist das Ziel
Fertige Boilies beim trocknen

Eine Woche später sollte der Plan aufgehen. Bei jedem Vorfüttern wurde eine gewisse Menge an Mais für die Hühner gefüttert, um dem Karpfenfutterplatz etwas Ruhe von den lästigen schwarzen Monstern zu gönnen. Ich ging extra erst kurz vor der Dunkelheit, um sicher zu sein, dass das Futter wenigstens die Nacht nur für die Karpfen da sein würde. Ich fütterte nun jeden Tag und die Hühner haben sich an die „Extra-Wurst“ gewöhnt. Nach 5 Tagen intensiven füttern mit Pellets, Partikeln und wenigen Boilies sollte es losgehen. Das Wetter sah gar nicht schlecht aus und ich fuhr voller Erwartungen an den See. Schnell die Hühner gefüttert und alles zum Angeln klargemacht. Die Ruten lagen und ich fütterte extra nur ein paar einzelne Baits, um die Hühner nicht wieder auf meinen Platz aufmerksam zu machen. Nach 3 Std. war Schluss mit lustig und die Hühner kamen wieder an meinen Spot. Durch die gelbe Farbe der Boilies sind sie wohl besonders leicht zu entdecken und die Pieperei ging wieder los. So langsam hatte ich keinen Bock mehr auf diesen Trubel, aber die Stelle hat in der Vergangenheit immer wieder Top-Fische gebracht und wird sie auch wieder bringen. Ich muss mich durchbeißen ;-) In der Dämmerung legte ich die Ruten neu und konnte dann auch wieder etwas großzügiger füttern. Sollte es diese Nacht endlich krachen?? NEIN! Wiedermal leer ausgegangen. Sollte es an den Boilies liegen?! Liegt es an mir?! Liegt es am Spot?! NEIN! Die Fische sind einfach im Moment nicht hier oder fressen nicht. Die Mitangler am Wasser sind auch mehr oder weniger blank und es wird einfach schlecht gefangen. Also dranbleiben und nicht verzweifeln. Ich setzte nun arbeitsbedingt 3 Wochen aus und der Herbst rückt langsam näher. Gefangen wird immer noch sehr schlecht bis gar nicht und ich hatte nichts verpasst. Aber das frühherbstliche Wetter wird nun dazu beitragen, dass die Fische wieder Hunger bekommen.

Ich wechselte den Angelplatz und fütterte die neue Stelle zweimal sparsam vor. Nach den etlichen Blanknächten musste doch langsam mal was beissen. Ich reduzierte meine Futtermenge auf ein Minimum. Freitags nach der Arbeit gings dann ans Wasser. Glücklicherweise waren nur 2 weitere Karpfenangler am fischen und die hatten seit Mittwoch noch nichts gefangen. Sollten die Fische etwa in meinem Angelbereich sein?? Wir werden sehen! Diesmal legte ich die Ruten in Tiefen von 7,5m und 9,5m und fütterte nur 5 Boilies pro Rute. Wenn ein Karpfen vorbeikommt, sollte er sich nicht satt fressen, sondern beissen. Gegen 17Uhr war ich mit allem fertig und genehmigte mir ein kühles Bierchen. Jetzt hieß es wieder warten. Um ca. 20Uhr pfiff die 9,5m Rute ab! Wow, was für ein Run! Schnell ab ins Boot und der Spaß konnte beginnen. Nach einem sehr schönen Drill, kescherte ich einen wunderbaren 18kg Spiegler! Strike! Das fängt ja gut an. Endlich war der Bann der Blankerei gebrochen. Also schnell die Rute wieder raus und sparsam beigefüttert. Die Nacht verlief ruhig und gegen 9.30Uhr lief dieselbe Rute wieder ab! Vollrun! Nach kurzem Drill kescherte ich einen 14kg Spiegelkarpfen. Super, das läuft ja! Rute wieder raus und erst mal Kaffee trinken. Um 12.30Uhr lief dann die andere Rute ab. Wieder rein ins Boot und ab geht’s! Der Fisch kämpfte sehr stark und blieb lange Zeit tief unten.

Fisch auf Fisch

Das muss ein Guter sein, dachte ich. Immer wieder versuchte der Fisch unter das Boot zu flüchten, doch der Haken saß super und dann sah ich den Fisch zum ersten Mal. Er war richtig fett! Also ab in den Kescher mit ihm. Im Kescher erkannte ich den Fisch sofort und lies erst mal einen kleinen Freudenschrei über den See. Ein Kumpel war gerade im Boot auf dem Weg zu mir und konnte den Drill filmen und fotografieren. Perfekt! Am Ufer wogen wir den Fisch und die Waage blieb bei 21,8kg stehen. Hammergeil! Endlich einer der Oberklasse. Schnell Fotos geschossen und den Fisch zurückgesetzt. Nun war ich wieder im Fieber. Schnell die Rute wieder raus und weitergefischt. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht machen, aber bei so einem Lauf verlängert man doch gerne. Kurz mit der Freundin abgestimmt und weiter geht es. Bis zur Dämmerung ging leider nichts mehr, was aber an dem Gewässer normal ist. Kurz vor 21Uhr lief die tiefe Rute wieder ab. Nach schönem Drill landete ich einen langen 17kg Spiegler den ich nach dem Wiegen sofort zurücksetzte, da niemand zum fotografieren da war. Langsam kam wieder Routine in die Fischerei ;-). In der Nacht tat sich nichts mehr. Sonntag um 10Uhr lief dann nochmal die flachere Rute ab. Leider zog der Fisch durch die andere Rute und der Drill gestaltete sich etwas kompliziert. Doch nach bangen Minuten konnte ich einen wunderbaren 14kg Schuppi auf der Habenseite verbuchen. Perfekt! Ich verweilte noch bis Mittag am Wasser und packte dann zufrieden ein.

18 kg
ein wunderschöner Fisch!
21,8 kg ...Die Freude war groß

Die folgende Woche fütterte ich die restlichen Fruitboilies an und verwahrte mir fürs Angeln noch etwa 1,5kg auf. Freitag ging's dann wieder los. Auf meinem Echolot waren einige größere Sicheln und ich rechnete mit einem schnellen Anbiss. Ich fütterte ca. 10 Boilies pro Rute, da ich nicht abschätzen konnte ob die Fische das Futter der Woche schon gefressen hatten, da ein Kumpel schon die ganze Woche ohne Fisch am Wasser saß. Leider ging aber bis 23 Uhr nichts und ich verkroch mich in den Schlafsack. Ich schlief unruhig, da immer wieder stärkere Regenschauer runterkamen . Gegen 4Uhr morgens lief dann die Rute ab. Nach einem etwa 15minütigen Drill hatte ich ihn im Kescher. Als ich den Fisch im Lichte der Tikka sah konnte meine Freude kaum größer sein. Ein supergeiler Spiegler den ich schon seit Jahren fangen wollte. Die Waage blieb bei 21kg stehen und der Fisch verschwand schnell im Karpfensack. An Schlafen war erst mal nicht zu denken. Die Rute neu rausgebracht und eine SMS an Nico gesendet mit der Bitte um einen frühen Fototermin. Gegen halb 6 legte ich mich nochmal hin und schlief bis 8Uhr. Nico kam dann gegen 9Uhr zum fotografieren und wir freuten uns gemeinsam über diesen geilen Fisch. Bis 12Uhr ließ ich die Ruten im Wasser ohne weiteren Biss. Ich packte mit einem Grinsen im Gesicht mein Zeug ein und machte mich auf den Weg nach Hause ...

Diesen Traumfisch habe ich 5 Jahre gejagt!

Abschließende Worte:

Trotz der vielen Blanknächte bin ich von dem Boiliemix begeistert. Verarbeitung, Geruch und Verhalten im Wasser empfinde ich als positiv. Die Fische fressen den Köder, was ja mitunter das Wichtigste ist. Es ist aber kein Wunderköder, falls jemand das jetzt erwartet. Einen „Wunderköder“ gibt es nämlich nicht. Dieser Mix hat auf jeden Fall seine Berechtigung auf dem Markt und wenn jemand mal was Anderes als nen 08/15 Fischmix oder Boiliemix probieren will, trifft mit dem Fruitmix eine gute Wahl. Der Verzicht auf Flavour ist bei dem Mix kein Nachteil, sondern eher von Vorteil. Er riecht somit viel natürlicher und wird von den Fischen, die schon viele Boilies gesehen haben, evtl. schneller akzeptiert. Ob der hohe Preis gerechtfertigt ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Da man nicht weiß was in dem Mix ist, ist es eher eine Glaubensfrage! Für die Leute die keine Lust und Zeit haben sich selber Mixe zusammenzustellen, und einen Mix suchen der funktioniert und der anders ist als die Anderen, ist er sicher einen Versuch wert.

Viel Spaß beim Rollen und dicke Herbstklopper

Euer Michi

Mein Dank geht an Heinz und die Watersportcentrale Genk für den Sack Mix, an Nico und René fürs fotografieren! Und natürlich auch an meine verständnisvolle Freundin Alyssa die mich und meine Angelei unterstützt, ich liebe Dich!