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Hallo Leute, ich weiß nicht, wie es euch ergeht,
wenn in den einschlägigen Karpfen- oder Anglermagazinen mal wieder die neuesten
Top Köder vorgestellt werden. Teilweise erwecken sie den Eindruck, als seien sie
dem Versuchslabor der NASA entsprungen oder es ist das Resultat eines
missglückten Genversuches. Am Karpfenköder würde ein Leihe nie denken, wenn er
diese doch recht kuriosen Objekte zu Gesicht bekommt. Plastikkugeln, die man mit
Flavour füllt oder Kunstoffboilies, die nach dem man sie mit einer Taschenlampe
angestrahlt hat, fluoreszierend leuchten. Dagegen wirken die Berkley Carp Baits
(im Volksmund auch Flummis genannt) recht harmlos. Es gab eine Zeit, da hatte
ich für solche neuen Errungenschaften nur ein müdes lächeln
übrig. Doch was soll ich sagen, mittlerweile stehe ich diesen Erneuerungen
offener gegenüber. Ausschlaggebend für diese Einstellung ist die Erfahrung, die ich mit den Berkleyflummis gesammelt habe.
Tat ich mich damals noch recht schwer damit andere Köder als
die Standard Boilies für das Karpfenangeln zu nutzen, so ist es mittlerweile so,
dass ich immer öfters bereit bin etwas Neues zu probieren.
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Wieso das so ist, möchte ich euch anhand eines Beispiels
einmal verdeutlichen. Seit ich auf Karpfen angele, befische ich einen See, der
sich direkt vor meiner Haustür befindet. In den Anfangsjahren war es dort recht
einfach seine Fische zu fangen. Die Fische wurden mit Bolies konfrontiert und
haben den nahrhaften Köder recht schnell angenommen, bis sie immer öfter
gefangen wurden und lernen mussten, dass die vermeintlich leicht zu beschaffende
Nahrungsquelle mit Gefahren verbunden ist. Mit der Zeit wurden die Nächte in den
man mehrere Fische landen konnte immer seltener und teilweise fuhr man auch
schon einmal ohne jeden Fischkontakt nach Hause. Ich gehe einmal davon aus, dass
ich nicht der einzige Angler bin, der diese Erfahrung gemacht hat. Ähnlich
verhält es sich heutzutage, wenn ich einen Spott befische. Sind die ersten
Nächte recht produktiv, so lassen die Fänge je länger ich diese Stelle befische
nach, bis sie gänzlich ganz ausbleiben. Das war für mich dann immer das Zeichen
den Spott zu verlassen und ihn für einige Zeit unberührt zu lassen. Heute jedoch
wechsle ich nicht mehr den Platz, sondern die Köder. Durch diese Vorgehensweise
habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich jetzt nicht nur weitere Fische landen
konnte, sondern es sind mir so auch vermehrt einige große Fische ins Netz
gegangen. Ich habe versucht mir für dieses Verhalten eine Theorie zurecht zu
legen. Anfangs fressen die Fische ohne jegliche Scheu die von mir angebotenen
Boilies. Werden nun aber einige Fische gefangen, so reagieren diese mit Argwohn
auf den angebotenen Köder, wie ich es anfangs schon erwähnt habe. Dennoch zieht
es die Fische immer noch zu den ertragsreichen Futterquellen hin, und selbst die
größeren Fische folgen instinktiv diesem Verhalten. Nun ist die Zeit der „Crasy
Baits“ gekommen. Die nun angebotenen Köder mit ihren eigenen Reizen heben sich
von den Boilies deutlich ab und da ich es vermeide diesen Köder auch
anzufüttern, so hegen sie keinen Argwohn gegen diese. Ein weiterer Aspekt den
ich noch erwähnen möchte, ist der Futterneid, den ich vermutlich mit der
Einzelpräsentation der Köder auslöse und die Fische unvorsichtiger macht.
Ähnlich verhält es sich an Gewässern, wo ich immer
wieder beobachten musste, dass die Fische meine gefütterten Boilies sauber vom
Angelplatz wegfraßen und nur der Hakenköder wurde verschmäht. Auch in diesem
Fall war ich mit dem außergewöhnlichen Köder öfters erfolgreich. Nun fragen sich
bestimmt einige Leser was ich mit „außergewöhnlichem Köder“ überhaupt meine. Ich
möchte es einmal so beschreiben, normale Köder sind für mich Boilies in den
gängigen Farben und Größen (18-22 mm), alles was davon abweicht ist für mich
außergewöhnlich.
Ein sehr
oft von mir verwendeter Köder sind die Berkley Baits, in Verbindung mit sehr
auffallenden Pop Ups. Die Geschmacksrichtung spielt für mich in dieser
Kombination eine untergeordnete Rolle, viel wichtiger für mich ist hierbei die
Farbe. Möglichst grell und auffällig sollten sie sein und wenn ich schreibe
auffällig, dann meine ich es auch so. Orange, pink, gelb,...Hauptsache grell.
Auf einer solchen Kombination habe ich meine bisher größten
Karpfen fangen können. Nach dieser Erfahrung begann ich gezielt mit
außergewöhnlichen Ködern zu fischen und habe immer wieder etwas neues
ausprobiert. Seit nun mehr als einem Jahr fische ich regelmäßig mit Boilies, die
einen Durchmesser von ca. 45 mm haben, die so genannten „Golfbälle“. Auch hiermit habe ich sehr gute Erfahrungen
gesammelt. Zur Herstellung dieser Golfbälle hat sich die „Micro wave Methode“
bewährt, denn durch das kochen, dieser recht großen Boilies würden bedingt durch
die lange Garzeit, zu viele Attraktoren verloren gehen. Einige Angler vertreten
jetzt vielleicht die Meinung, dass sie einen ähnlichen Effekt erzielen, in dem
sie zwei Boilies auf ein Haar ziehen, doch erfahrungsgemäß kann ich sagen, dass
dies nicht der Fall ist. Zwei Boilies am Haar scheinen eben doch nicht das Selbe
zu sein, wie ein „Golfball“, klingt komisch…ist aber so.
Ein großer Vorteil d ieser
„Golfbälle“ ist, dass Blässhühner oder andere Wasservögel diese Köder
ignorieren, denn ich habe es noch nicht erlebt, dass sie diese Riesenmurmel
aufnehmen, während sie genüsslich meine Futterstelle leer räumen.
Ebenso verhält es sich mit „Black Tigernuts“. Tigernüsse
haben sich mittlerweile als Karpfenköder genauso etabliert wie Boilies, und ich
zähle sie nicht unbedingt zu den außergewöhnlichen Ködern. Aber auch hier habe
ich etwas Außergewöhnliches gefunden. „Black Tiger Nuts“, wie es der Name schon
sagt, diese Nüsse sind in der Tat schwarz, sonst unterscheiden sie sich nicht
von herkömmlichen „Tigernüssen“. Die schwarze Farbe dieser Nüsse hat einen
gewaltigen Vorteil gegenüber der herkömmlichen Nuss.
Wie bei den Golfbällen werden diese von den Blässhühnern kaum
beachtet. Bei herkömmlichen Nüssen habe ich die Erfahrung machen müssen, dass
die Blässhühner sich auch an diese vergriffen haben. Wahrscheinlich haben sie
die Nüsse nicht gefressen, doch danach getaucht habe sie, und somit regelmäßig
für Scheinbisse gesorgt.
Ich habe hier nur über die Baits geschrieben, die ich selbst
schon einmal mit Erfolg gefischt habe, und regelmäßig einsetze. Bevor ich damals
mit der Boilie Fischerei begann, war ich der Meinung, dass Karpfen lediglich mit
gekochten Kartoffeln, Mais oder Flocke zu fangen seien. Als ich die ersten
Boilies in meinen Leben sah, dachte ich man wolle mich auf den Arm nehmen und
ich konnte mir nicht vorstellen, mit so harten Kugeln einen Fisch zu fangen.
Seit dem ist einen lange Zeit vergangen und ich habe fast vergessen, dass man
Karpfen auch mit etwas Anderem fangen kann, als mit Boilies.
Einige Vorteile der außergewöhnlichen Köder habe ich nun
beschrieben und hoffe euch ein wenig unterhalten zu haben. Versucht es doch
einfach bei eueren nächsten Angeltrip einmal mit etwas Neuen und sammelt eure
eigenen Erfahrungen mit den Ungewöhnlichen. Viel Spaß am Wasser und jede menge
Fische wünscht euch ...
Ücke
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