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von Olav Haverkamp
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Jeder Angler der sich mit dem Karpfenangeln befasst,
wird früher oder später in die Situation kommen wo er sich überlegt einmal Boilies selbst herzustellen. Sei es nun aus Kostengründen, oder weil er seine
eigenen Ideen bezüglich Flavour und Rezepte verwirklichen möchte, die
Boilieherstellung lohnt sich auf jeden Fall. Denjenigen die noch nie Boilies
hergestellt haben, möchte wir mit diesem Beitrag die Herstellung eigener Boilies
etwas näher bringen.
Als Grundsubstanz wir ein Boiliemix verwendet, diesen gibt es in diversen
Sorten und in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Es haben sich drei
Grundmixe durchgesetzt. Da wären als erster der Birdfood-Mix auch „Birdymix“
genannt, er besteht aus einem hohen Anteil an Vogelfutter und ist für das
fischen im Herbst und Winter besonders geeignet. Als Zweiten möchte ich den Nussmix erwähnen.
Dieser kann das ganze Jahr über gefischt werden. Das nussige Aroma
wirkt auf den Karpfen sehr anziehend und aus diesem Grunde ist ein langes
vorfüttern nicht unbedingt von Nöten. Der Dritte Mix ist der Fischmix, in ihn
werden verschiedenste Fischmehle verarbeitet, die ihm ein fischiges Aroma
verleihen. Der Fischmix ist zum fischen in der wärmeren Jahreszeit und besonders
im Herbst zu empfehlen. Die Boiliemixe lassen sich mit jedem Flavour verarbeiten
und man muß sich nicht an den Grundgeschmacks des Boiliemixes halten, wenn man
nach dem passenden Flavour sucht. Ein Fischmix der z. B. mit einem fruchtigem
oder süßen Flavour verarbeitet wird, ist unter Umständen besser, als wenn man
einen Nussmix oder Birdymix genommen hätte. Ich selber kenne einige
Karpfenangler die auf solche Kombinationen schwören. Eines der wichtigsten
Kriterien die bei einem Boilienix zu beachten sind ist die Frische des Mixes.
Hier sollte man darauf achten, dass der Mix den man verarbeitet hat auch frisch
ist. Alter Mix bei denen sich durch zu langer Lagerung die Vitamine und
Nährstoffe zersetzt haben üben auf den Karpfen nicht die gleichen freßstimulierenden
Reize aus wie sie von einem frischen Mix ausgehen.
Kommen wir nun zur eigentlichen
Boilieherstellung:
Man nehme 10 Eier und schlägt diese in einer großen Schüssel auf. Achten Sie
darauf, dass das Behältnis in dem die Eier aufgeschlagen wurden so groß ist,
dass sie ohne Probleme mindestens noch 1 kg Boiliemix hinzufügen und unterrühren
können, ohne das die Hälfte der Masse sich auf den Tisch oder Boden verteilt.
Sind die Eier aufgeschlagen gibt man nun die flüssigen Inhaltsstoffe wie Flavour,
Sweetner und der gleichen dazu, auch die Inhaltsstoffe in Pulverform wie z. B.
Appetitstimulator oder Sweetner in Pulverform werden zu den Eiern beigegeben
Achten Sie bitte darauf, dass die Angaben der Händler der Produkte eingehalten
werden, denn schnell hat man einen Boilie „überflavourt“ und somit den Köder
versaut. Lieber etwas weniger Flavour verwenden , dieses gilt insbesondere dann,
wenn sie verschiedene Flavours kombinieren. Wichtig ist das ein Boilie gut
schmeckt und nicht gut riecht. Durch zu hoher Dosierung der Flavours wird ein
Boilie bitter und das mögen unsere Freunde die Karpfen überhaupt nicht. Ich
möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der Geruch eines Köders nur eine
untergeordnete Rolle bei der Nahrungssuche spielt, vielmehr entscheidend ist der
Geschmack. Der Karpfen sucht seine Nahrung überwiegend im Schlamm und
bekanntlich riecht dieser nicht sehr appetitanregend. Um seine Nahrung zu finden
setzt der Karpfen sein überaus empfindlichen Geschmackssinn ein, dieser befindet
sich nicht nur ausschließlich im Maul, sondern verteilt sich auch auf die
Barteln, Flossen und sogar vereinzelt über den ganzen Körper des Fisches.
Näheres können sie unter der Rubrik „Der Karpfen“ erfahren. Sind nun alle
Zutaten zu den Eiern zugefügt worden müssen diese gut verrührt werden, hierbei
kann eine ausrangierte Küchenmaschine sehr hilfreich sein.
Ist nun alles gut verrührt gibt man nach und nach den Boiliemix der Eimasse zu.
Hierbei ist es besonders wichtig, das nicht zu viel Boiliemix auf einmal in die
Schüssel gegeben wird. Ich lese immer wieder, das man den Boiliemix vorher
passend abwiegen solle. Ich persönlich halte nichts davon sondern verlasse mich
ausschließlich auf die Konsistenz der Teigmasse. Ist die Teigmasse von der
Konsistenz so dass man sie gut verarbeiten kann, sollte diese auch gleich zu
langen Würsten geformt werden. Es gibt dafür einige Hilfsmittel. Am besten ist
eine Silikonspritze, die man schon für ein paar Euros in jedem Baumarkt kaufen
kann.
Sollte die Teigmasse nicht sofort verarbeitet werden muss darauf geachtet
werden, dass der Teig schnell nachzieht und so von der Konsistenz dermaßen fest
wird, dass man ihn nicht mehr verarbeiten kann. Sollte so etwas passieren ist es
fast unmöglich dem zu harten Teig noch ein Ei unterzukneten. In diesem Fall
sollte lieber ein Teig angerührt werden der viel zu weich ist und mit dem zu
harten Teig vermischt werden. Auch hierbei sollte man schrittweise immer nur ein
wenig der harten Teigmasse der Weicheren untermischen bis man eine Konsistenz
erreicht hat, die einem zusagt, doch Vorsicht auch diese Teig wird noch
nachziehen. Die Würste werden nun mit Hilfe eines Boilierollers zu gleich großen
Kugeln verarbeitet. Die ausgerollte Kugeln könne so einige Zeit stehen bleiben,
da es nun keine Rolle mehr spielt wenn sie noch nachziehen, so bleibt einem
genügend Zeit den gesamten Teig zu verarbeiten.
Nachdem nun der Teig zu gleich großen Kugeln verarbeitet wurde, müssen diese
gekocht werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass nicht zu viele Boilies auf
einmal in das kochenden Wasser gegeben werden. Durch sofortiges vorsichtiges
umrühren sorgt man dafür, dass die Boilies nicht am Topfboden festkleben.
Schwimmen die Boilies während des Kochvorgang an der Oberfläche sind sie gar und
können aus dem Wasser entnommen werden. Der Kochvorgang dauert ca.2 bis 4
Minuten. Nach dem Kochen sollten die Boilies auf Obststiegen oder ähnlichen noch
zum trocknen einige Zeit ausgebreitet werden. Dieser Vorgang kann bei einigen
Stunden oder auch mehren Tagen liegen, hierbei gilt je länger die Boilies
trocknen, um so härter werden sie auch.
So viel nun zur Theorie, an dieser Stelle möchte ich nochmals erwähnen, dass man
durch zu hoher Dosierung der Flavour den Köder nicht attraktiver für die Fische
macht, sondern eher das Gegenteil dadurch erreicht. Es ist vielmehr wichtig,
dass die Fische den Köder gut verdauen können und sie ihn als wertvollen
Energiespeicher ansehen.
Ich wünsche allen ein gutes gelingen und viel Spaß beim kreieren eigener Boilies.
Weiterhin viel Spaß auf unserer Seite wünscht
Olav Haverkamp
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