Am 15.10.2003 erschien von Roman Toth alias Speedmacine in unserem geliebten Board auf CIPRO.DE der Aufruf zu einer Session an einer 8 Hektar großen Kiesgrube im Bezirk Tulln. Da ich zu dieser Zeit sowieso Ferien hatte (es lebe das Studentenleben) sagte ich natürlich sofort zu. Insgesamt waren 22 Plätze zu vergeben, die nach kurzer Zeit auch großteils vergeben waren. Die Zeit strich ins Land und die Vorfreude auf das bevorstehende Treffen mit einigen Usern wurde immer größer, doch leider trübten einige (teils sehr kurzfristige) Absagen die Stimmung ein wenig, aber sei’s drum dachte ich mir, es wird bestimmt auch mit den neun anderen, die zum Schluss noch übrigen waren ein riesen Spaß werden und so sollte es schließlich auch sein!

Die Session startete am Samstag, den 11.09.2004. Da ich samstags aber immer meinem zweiten Hobby (dem Fussball) fröne und sonntags oben drein noch ein Turnier auf dem Programm stand verzögerte sich meine Anreise auf Sonntagabend. Samstagmorgen klingelte das Telefon, es war Flo mit Kirsche, die auf der Anreise nach Tulln einen Zwischenstopp bei mir einlegten. Nach einer Tasse Kaffee ein paar Knoppers und einigen Kippen ging für die beiden die Reise weiter, während ich meine Sporttasche packte und mich auf den Weg zum Sportplatz machte. Nachdem ich am Sonntag auch das Turnier heil überstanden hatte schwang ich mich in meinen schon gepackten Corsa und spulte die 270 km Richtung Tulln hinunter. Mit knapp 2 Stunden knallte ich dabei eine rekordverdächtige Zeit für meinen überladenen Kleinwagen auf die Autobahnen Österreichs. Gegen 19:00 war es endlich so weit und die Kiesgrube lag vor mir! Als erstes gelangte ich an das Camp von Johannes und Roman, die Kiesgang – wie wir sie später nannten hatte schon voll zugeschlagen und zu diesem Zeitpunkt schon 18 Karpfen gelandet. Den Großteil davon auf EINE Rute!!!

Als nächstes baute ich meinen Dome auf, da es nach Regen aussah und ich keinen Bock hatte gleich am ersten Abend nass zu werden. Da mir die helfenden Hände von Hannes und Peter zur Seite standen ging alles sehr schnell und wir konnten bald auf eine erfolgreiche Session anstoßen. Im laufe des Abends versammelte sich alles rund um mein Zelt und es wurde Carptalk vom feinsten gehalten. Besonderer Respekt gebührt an dieser Stelle Markus, der 400 km mit dem Zug zu Jan anreisen musste um an der Session teilnehmen zu können – HUT AB!!! Am nächsten Morgen gegen 5:00 Uhr wurde ich von einem wohl bekannten Dauerton geweckt, es war eine Rute von Hannes die abging. Nach einiger Zeit konnte ich für ihn einen schönen Schuppi von exakt 20 Pfund keschern. Nach einem kurzen Fotoshooting bei traumhaften Lichtverhältnissen gepaart mit Nebel durfte unser Freund wieder in sein angestammtes Element abtauchen. Da der Tag so schön begann entschlossen wir uns gleich alle Montagen neu auszubringen und uns mit einem kräftigen Frühstück mit Bratwurst, Erdnussbutter und co. zu belohnen.

Langsam kehrte rund um die Kiesgrube wieder leben ein und Hannes und ich drehten unsere Runde um Kaffee zu schnorren. Flo und Kirsche hatten auch beide Fische bis 19 Pfund landen können. Auch Roman, Peter, Jan und Markus konnten einige Karpfen auf die Matte legen, von Roman und Johannes gar nicht zu sprechen. Nun ja es sah so aus, als ob ich der Einzige war, der noch Blank war, aber das war nebensächlich. Roman von der Kiesgang erfreute sich übrigens bald eines neuen Spitznamens: Durch die Regionale nähe zu St. Pölten (ich sage nur Priesterseminar) und seine „Ausstrahlung“ wurde er fortan nur noch Priester genannt und durfte uns und unseren Baits den Segen erteilen.

Auch ein Klappspatendrill durfte natürlich nicht fehlen, diesmal traf es Kirsche. Als sich Ralf ahnungslos in Richtung eines anderen Camps verabschiedete war die Zeit für Flo und mich gekommen. Wir zogen eine Rute heraus, montierten das Vorfach auf und befestigten den schon vorpräparierten Klappspaten. Danach legte ich einige Meter am Ufer zurück und versenkte schließlich den Spaten in den Tiefen der Kiesgrube. Da Kirsche nach 2 Stunden noch immer nicht zurück war simulierten wir einen Run, als er endlich angekommen war und mit dem drillen begann konnten wir uns das Lachen kaum verkneifen. Als schließlich der Spaten in Ufernähe war sahen wir, dass Ralf zusätzlich noch zwei Krebsreusen mit heran pumpte und plötzlich ging gar nichts mehr! SHIT!!! Also kam es wie es kommen musste – SCHNURBRUCH! Ich dachte nur: „Mein schöner Klappspaten!!!“. Am nächsten Morgen klärten wir den Armen auf und auch für mich hatte die Sache ein Happy End, denn nach einigen Würfen mit Blei und Haken konnte Flo den Spaten wieder ans Tageslicht befördern.

Am nächsten Tag wurden einige Plätzchen der Sorte „Prinzenrolle“ genascht – was Jan anscheinend sehr, sehr müde machte, oder waren es doch die Drills der Nacht zuvor, ich weiß es nicht. Auf alle Fälle verpennte der Gute einen Vollrun mit ca. 120 Dezibel, obwohl er nur fünf Meter von den Ruten entfernt sein Nickerchen hielt. Erst als die halbe Belegschaft um den halben Teich gespurtet war und Markus den Fisch schon gedrillt hatte wurde unser „Traumtänzer“ wach – zu schade, denn der Edding war schon gezückt! Mittwoch wurde auch ein „Basislager“ zwischen den Camps von Flo und Kirsche und Hannes und mir errichtet. Dieses Lager kristallisierte sich als wahrer Hot Spot für uns heraus und so wurden die Folgenden Nachmittage und Abende großteils dort verbracht. Zumindest von den Teams, die ihre Ruten in Reichweite abgelegt hatten. Die Kiesgang war eher seltener anwesend, da der Priester und sein Messdiener die meiste Zeit am Drillen waren.

Mittwochabend stand für mich die letzte Nacht an und aus diesem Anlass vollführte Peter einen wohl rituellen „Stangentanz“ um die Stormpoles unseres Lagers oder hatte dieses sonderbare Verhalten doch einen anderen Grund?! Am nächsten Morgen wurde noch einmal Ausgiebig gefrühstückt und ein Gruppenfoto geschossen, da für Roman, Johannes und mich bereits der Tag der Abreise gekommen war! Am frühen Nachmittag kam ich wieder in Mondsee an und lies die Session noch einmal Revue passieren – es war schon eine Session der besonderen Art! Wie mir von den anderen Mitgliedern, die noch bis Samstagmorgen blieben ging die Session ähnlich amüsant weiter.

Insgesamt wurden ca. 100 Karpfen gelandet, der schwerste davon hatte 28 Pfund, dabei handelte es sich um die Teichschlampe. Jeder Teilnehmer konnte zumindest einen Fisch fangen, somit musste niemand unzufrieden nach Hause fahren.

Alles in Allem war die Session ein voller Erfolg und einen besonderen Dank möchte ich Roman Toth aussprechen, der die Organisation dieser Session übernahm, sowie den Besitzer der Kiesgrube und seiner Frau Thomas und Jutta! Die beiden sorgten stets für unser leibliches Wohl. DANKE!

In diesem Sinne

Tight lines,
Wolfgang Wendl
Team JR-TACKLE / CIPRO.DE

   

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