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Nun war es wieder soweit, das
Hafenfieber und der Wunsch nach wohlgeformten und kampfstarken
Hafenkarpfen erreichte seinen Höhepunkt. Jetzt hies
es Abschied nehmen von den schönen Seen und Flüssen unserer Umgebung
und auf ins triste unansehnliche Hafengebiet. Jedes Jahr ziehen mich
unsere Kölner Häfen wieder in Ihren Bann. Gerade der Gevater
Rhein birgt ein enormes Potenzial und wahre Giganten an Karpfen, die natürlich
immer wieder gerne in die Häfen ziehen.
Allein die riesige
Vielfalt an Körper und Farbabweichungen untereinander ist faszinierend.
Ich habe schon einen Schuppenkarpfen gefangen, der durch seine flache
aber runde Form mehr einem Mondfisch ähnelte, als einem Karpfen. Auch
habe ich Spiegelkarpfen gefangen, die aussahen wie ihre buckeligen
französischen Kollegen. Häfen
erfolgreich zu befischen, ist eine wirklich harte
Herausforderung. Jeder der schon einige Jahre an diesen
ultraharten Gewässern gefischt hat, wird auf Hunderte von
geblankten Stunden zurückblicken können. Die meisten
Karpfenangler kehren den Häfen schon nach kurzer Zeit den Rücken.
Es gehört schon eine Menge an Ausdauer und Erfahrung dazu, um
die Hot-Spots in den Häfen zu finden. Markante Punkte gibt es
meist jede Menge, aber nur wer genau weiß an welchen Hot-Spots
sich
die Karpfen zu bestimmten Jahreszeiten aufhalten, wird sie auf Dauer
auch auf die Abhakmatte legen können.
Die
Schiffahrt hält einen ebenfalls auf Trab. Damit meine ich nicht
nur die vorbeifahrenden Lastkähne, die einen zwingen öfter mal
die Köder neu auszubringen.
Da
freut man sich auf eine schöne Angeltour und just an diesem Tag hat
sich dann natürlich ein Kahn an
der Angelstelle breitgemacht. Meist
lassen die Kapitäne sich aber darauf ein, vorausgesetzt man war
freundlich genug, das man zum fischen das Schiff betreten darf. Zum
Thema füttern kann ich nur wieder betonen ... lasst es langsam angehen.
Ich persönlich
füttere sehr mager an. Meist füttere ich alle zwei Tage
ein halbes Kilo Boilies und ca. ein Kilo Hanf. Nach einer Woche
beginne ich dann mit dem fischen. Meist füttere ich auch noch
eine zweite Stelle um evt. ausweichen zu können. Wenn es meine
Arbeit zulässt, fische ich dann vor der Spätschicht oder nach
der Frühschicht. Ich habe auch schon über mehrere Tage an ein
und derselben Stelle durchgefischt. Erfolgreicher
war ich aber kurioser weise bei den Ansitzen über wenige
Stunden.!? Sollte ich vermehrt Weissfischattacken und
Krebsorgien auf meiner Futterstelle feststellen, dann
probiere ich es mit Schneemann oder einem Stück Nylonstrumpfhose das
ich fest um den Boilie spanne.
Auch
die Ausrüstung und das Aufstellen eines Bivys mutet schon sehr
Abenteuerlich an. Ritzen in Betonplatten
oder in Kopfsteinpflaster sind oft die einzige Möglichkeit Halt für Heringe
zu ermöglichen. In einem der vielen Häfen die ich bis heute befischt
habe, musste ich mein Bivy sogar schon zwischen zwei Gleisen aufbauen.
In drei Schichten arbeitende Kräne und Rangierlokomotiven die Nachts in
einem Abstand von nur einem Meter an meinem Schirmzelt und 50cm von
meinen Rutengriffen vorbeidonnern sind wirklich beeindruckend.
Um
die Ruten auch Nachts im Auge zu haben, musste ich oft oberhalb
der schräg abfallenden Kaimauern aufbauen. Der Nachteil liegt auf der
Hand. Die Ruten sind 10 bis 15 Meter über der Wasseroberfläche, und
somit ist natürlich enorm viel Schnur außerhalb des Wassers. Ich persönlich,
falls Nachts keine Schifffahrt stattfindet, benutze lieber schwerere
Bleie und verzichte auf ein absenken der Schnur. Auch
die Ausrüstung und das Aufstellen eines Bivys mutet schon sehr
Abenteuerlich an. Ritzen in Betonplatten
oder in Kopfsteinpflaster sind oft die einzige Möglichkeit Halt für Heringe
zu ermöglichen. In einem der vielen Häfen die ich bis heute befischt
habe, musste ich mein Bivy sogar schon zwischen zwei Gleisen aufbauen. In
drei Schichten arbeitende Kräne und Rangierlokomotiven die Nachts in
einem Abstand von nur einem Meter an meinem Schirmzelt und 50cm von meinen
Rutengriffen vorbeidonnern sind wirklich beeindruckend.
Um
die Ruten auch Nachts im Auge zu haben, musste ich oft oberhalb der
schräg abfallenden Kaimauern aufbauen. Der Nachteil liegt auf der Hand.
Die Ruten sind 10 bis 15 Meter über der Wasseroberfläche, und somit ist
natürlich enorm viel Schnur außerhalb des Wassers. Ich persönlich,
falls Nachts keine Schifffahrt stattfindet, benutze lieber schwerere Bleie
und verzichte auf ein absenken der Schnur. Einen Karpfen
von der Spundwand mit einer 5,5 Me ter langen Kescherstange sicher
über den Kescher zu führen, erfordert schon fast akrobatische
Verrenkungen. Nicht jede Stange eignet sich für derart hohe
Belastungen. Ich persönlich nutze eine der stabilsten Stangen die
es zur Zeit auf dem Markt zu kaufen gibt. Sportex hat da mein
vollstes Vertrauen. Mit dieser Mega Stange lassen sich auch
die schwersten Karpfen sicher landen.
Zugegeben.......die Teleskopstange ist
nicht gerade billig, aber dafür halt schon fast unverwüstlich. Einen kleinen
Tipp am Rande: Falls Ihr noch keine Erfahrung mit solch einer
langen Kescherstange gemacht habt, kann ich Euch nur empfehlen die
Stange "eingefahren" und Griffbereit direkt an die
Spundwand zu legen. Erst wenn der Karpfen Flanke zeigt, den
Kescher "senkrecht" Richtung Wasser halten. Die
einzelnen Teleskopteile schießen so sofort Richtung Wasser und
setzen sich fest. Wenn Ihr die Stange zwischen Eure Beine klemmt,
kann sie nicht wegrutschen. Legt Euch, falls Ihr die Ruten nicht
direkt am Wasser aufbauen konntet, auch eine Ablagemöglichkeit für
die Rute an die Spundwand, um später, wenn sich der Karpfen im
Kescher befindet, die Rute aus der Hand legen zu können.
Wenn Euer Fang sicher im Kescher ist, müsst Ihr die Kescherstange in
"umgekehrter" Reihenfolge wieder
einfahren. Selbst
das zurücksetzen unserer Freunde in Ihr feuchtes Element an einer nur
50cm breiten und senkrecht in die tiefe führenden verrosteten
Spundleiter, lässt den Adrenalinspiegel steigen und treibt einem
Schweißperlen auf die Stirn. Ich
stehe auf diesen Kick ;-)) Natürlich
kann man auch ein Seil benutzen um den Karpfen sicher mit der Abhakmatte
in seinen Lebensraum zurückzusetzen. Das würde ich Euch auch eigentlich
eher ans Herz legen. Die Gefahr von einer feuchten rutschigen Leiter
ins Wasser zu fallen, solltet Ihr nicht unterschätzen.
Diese und
noch viele andere Hindernisse, die das fischen erschweren, konnten mich
aber bis heute nicht von dieser Art der Herausforderung abhalten. Nun wünsche
ich Euch allen noch viele Erfolgreiche Stunden in den Häfen.
Viele
Grüsse,
Hans-Jürgen
Obladen
Nachwort:
Falls einige von Euch jetzt auf die Idee kommen "Der hat ne Glatze,
dass ist bestimmt ein Nazi" denen kann ich nur sagen das ich
keinerlei politische Ambitionen habe. Merke ! Nicht jeder der ne Glatze
hat, ist ein Nazi !!!
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