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Noch
vier, drei, zwei, einen Meter - ich lege das Carp-GPS beiseite, und schon
im nächsten Augenblick liegt die Montage genau am richtigen Platz, meinem
Hot Spot. Es ist stockdunkel, ich befinde mich exakt 93 Meter vom Ufer
entfernt. Mit wenigen Tastendrücken gebe ich als neues Ziel den zuvor
abgespeicherten Standort meines Zeltes ein und fahre los. Dazu muss ich
lediglich dem großen Pfeil auf dem Display folgen, der mir genau die
Richtung angibt in die ich steuern muss. Zudem hält mich das GPS immer auf
dem Laufenden über die verbleibende Distanz sowie über die
Geschwindigkeit, mit der sich das Boot bewegt. Die zielgenaue Ankunft
verblüfft mich jedes Mal aufs Neue ...
Was genau ist Carp-GPS, was kann es, und wie setzt man es sinnvoll ein?
Stellt es eine Alternative zu Markern wie Bojen dar? Und vor allem: Ist es
wirklich genau? Im Folgenden werde ich versuchen, anhand des Carp-GPS von
Lowrance all diese Fragen im Detail zu beantworten! GPS steht für "Global-Positioning-System".
Das heißt: Jede abgespeicherte Position lässt sich immer wieder exakt
lokalisieren. Der jeweilige Standpunkt wird über Satelliten - bis zu zwölf
Stück gleichzeitig - ermittelt. In weiterentwickelten Versionen, wie dem
Carp GPS, kommen zusätzliche Satelliten der US-Luftwaffe hinzu. Dazu aber
später mehr.
Handlich und einfach. Das handliche Gerät besitzt nur wenige
Multifunktionstasten, die eine übersichtliche Bedienung gewährleisten. Im
Inneren befindet sich eine ausgefeilte Technik sowie eine selbsterklärende
Benutzeroberfläche, die von der Menüführung her an ein Handy erinnert. Es
lassen sich bis zu 1.000 so genannte Wegpunkte (Angelplätze; Hot Spots,
Parkplatz des Autos etc.) abspeichern, die dann jederzeit leicht und
zielgenau wieder zu finden sind. Der Wegpunkt wird durch die exakte Angabe
von Grad, Minuten und Sekunden eindeutig fixiert.
Das Carp-GPS mit Straßen- und
Gewässerkartenoption zeigt immer und von jeder Position aus den direkten
Weg zum auserwählten und zuvor abgespeicherten Wegpunkt und ist deshalb
für die Benutzung auf dem Wasser h ervorragend geeignet und lässt zudem
auch die detaillierte Navigation im Straßenverkehr zu. Mein erster
Wegpunkt Schon viele Male zog es mich nach Spanien an den Lake Caspe oder
den Ebro bei Mequinenza - im Dezember 2002 das erste Mal mit einem GPS in
der Tasche! Wir waren ausschließlich zum Karpfenangeln angereist. Jetzt
sollte die Praxis zeigen, wie sinnvoll das GPS für Karpfenangler ist. Bei
meinem ersten Ausflug mit dem Schlauchboot begleitete mich mein Freund
Claude Valette, der seit Jahren am Ebro lebt und der genau dann Bescheid
sagte, als ich mit dem Boot über dem Platz war, an dem er in den beiden
Wochen zuvor mit unseren Boilies angefüttert hatte. Schnell zweimal die
Speichertaste gedrückt, und der Platz war für alle Zeiten markiert. Mein
erster Wegpunkt! Mit Hilfe des Echolotes schaute ich mir den Untergrund
dann genauer an und sah die von Claude beschriebenen Merkmale. Es ist
unter anderem 10 Meter tief. Zum Abspeichern der Wegpunkte ist es ratsam,
sich ein persönliches System zu überlegen, ansonsten kann man schnell den
Überblick verlieren. In den Namen eines Spots lasse ich deshalb immer auch
die typischen Grundstrukturen wie Kanten oder Plateaus mit einfließen.
Zudem schreibe ich die Fangergebnisse dazu, denn vielleicht entwickelt
sich der Platz
ja zu einem echten Hot-Spot , den ich dann jederzeit leicht wieder finde
... Das GPS denkt dazu noch mit: Die so genannte "Nearest"-Funktion bietet
die Möglichkeit, die zum momentanen Standort nächst gelegenen
abgespeicherten Wegpunkte aufzurufen. Somit ergibt sich eine automatische
Gruppierung, die selbst viele hundert Wegpunkte übersichtlich machen!
Wie genau ist GPS?
Als ich mich vor vielen Jahren zum ersten Mal für das GPS interessierte,
sagten mir einige Händler, dass die Geräte damals maximal eine Genauigkeit
von 20 bis 30 Metern, im schlechtesten Fall sogar nur von 50 Metern
gewährleisteten. Dies hing nach ihren Angaben damit zusammen, dass die
US-Amerikaner aus Sicherheitsgründen absichtlich Störsignale sendeten.
Doch ich kann Sie beruhigen: Mit Beginn des neuen Jahrtausends wurden
diese abgestellt. Dazu eine kurze Geschichte: "Meine Wegpunktnummer '46'
steht für einen Platz an einem großen See, an dem ich zuvor mit dem
Echolot eine von drei auf fünf Meter abfallende Kante lokalisiert und mit
dem Carp-GPS abgespeichert hatte. Ich steuere mit dem Schlauchboot diesen
Punkt an. „Noch zwei Meter“ meldet das GPS. Das Boot wird langsamer, mein
Blick wandert zum Display des Echolotes. Ich treibe noch zirka ein bis
zwei Meter, bevor die Wassertiefe von drei auf fünf Meter abfällt – Bingo,
das ist mein Spot! Jetzt noch zwei Handvoll Boilies gefüttert, und dann
geht's zurück." Am Tage bedarf es für die Rückfahrt keine Hilfe des GPS,
aber bei Nacht und vor allem bei Nebel hat man auch hier einen gewaltigen
Vorteil. Mit einem leichten Schmunzeln und auch etwas Schauern über dem
Rücken erinnere ich mich in diesen Momenten an die Nebelirrfahrten der
vergangenen Zeiten, als wir uns durch Zurufen orientieren mussten und nur
mit größter Mühe unser Zelt wieder fanden.
Das Carp-GPS bietet eine hervorragende Annäherung bis zu einem halben
Meter an jeden zuvor abgespeicherten Platz. Um einen Spot genau
anzufahren, navigiere ich am liebsten mit der Kompassrose. Dazu folgt man
einfach dem großen Pfeil im Display, der bei genauer Zielfahrt immer nach
oben zeigt. Beginnt der Pfeil in eine andere Richtung zu drehen,
korrigiert man entsprechend die Fahrtrichtung, bis er wieder genau nach
oben zeigt. Zudem teilt einem das Gerät zu jeder Zeit die exakte
Geschwindigkeit und die verbleibende Entfernung zum Ziel in Metern mit.
Was will man mehr? Bei größeren Spots, bei denen es nicht auf den
allerletzten Zentimeter Genauigkeit ankommt, können Sie sich immer auf das
GPS verlassen, ohne überhaupt ein Echolot mitzunehmen. Dies ist natürlich
auch an Gewässern interessant, an denen der Angler in Verbindung mit dem
Angeln kein Echolot verwenden darf! Zudem ist die Boje als Markierung
überflüssig.
Schnell und sicher ans Ziel:
Wie sieht es eigentlich mit Kurztrips an nicht zu weit entfernte Gewässer
aus, an denen man gelegentlich nur eine Nacht verbringt und erst im
Dunkeln am Platz eintrifft? Kein Problem: Rute aufstecken, Boilie aufs
Haar, den gewünschten Wegpunkt auswählen, und schon kurze
Zeit später liegt die Montage goldrichtig. Vorbei sind die Zeiten, in
denen man manchmal stundenlang damit verbringen musste, bekannte Spots
weit draußen im Gewässer im Dunkeln wieder zu finden. Sie können also
selbst in der Dämmerung ganz beruhigt an Ihren Platz fahren.
Überblick bewahren:
Sie werden sich eventuell fragen, wie es um die Übersicht bestellt ist,
wenn man mehrere Ruten an neue Plätze auslegen möchte, aber keine Bojen
zur Orientierung hat? Auch das ist mit dem Carp-GPS kein Problem! Den
letzten neuen Wegpunkt (Angelplatz) lasse ich bei der Spotsuche als Ziel
eingegeben, um immer informiert zu sein, wie weit ich von ihm entfernt
bin und in welcher Richtung er sich befindet. Bin ich der Meinung, dass
die andere Rute mindestens 50 Meter von der ersten abgelegt werden soll,
so ist nichts leichter, als diesen Mindestabstand einzuhalten. Zudem
bietet die Plotterfunktion (Übersichtskarte mit Zoomleistung und
Bewegungsanzeige) zu jeder Zeit einen Überblick über die abgespeicherten
Punkte eines Gewässers und die bislang gefahrene Strecke. Zwei Spots in
unterschiedlicher Entfernung, aber in gleicher Flucht, wären ungeeignet
und können damit leicht verhindert werden. Außerdem gibt es die
Möglichkeit, die zuvor gefahrene Strecke exakt und mit allen Kurven wieder
zurückzufahren.
Bei neuen Gewässerabschnitten ist es sinnvoll, zunächst Plateaus oder
Rinnen zu lokalisieren und sich dann ein genaueres Bild über ihre
Positionen zu machen. Mit sehr vielen H-Bojen, die aber leider alle gleich
aussehen und keinen Rückschluss auf die Tiefe zulassen und zudem
mit viel Arbeit verbunden sind, wäre das zwar machbar, aber mit Carp-GPS
geht es viel leichter. So fährt man einfach im Zickzack-Kurs über das
Gewässer, speichert die heißen Stellen ab und notiert sich zu jedem Spot
die entsprechende Tiefe. Am Ufer angekommen, lässt sich dann vielleicht
mit Hilfe der Plotterfunktion eine Linie von Erhebungen erkennen, die auf
eine Mauer oder eine langgezogene, schmale Sandbank hindeuten könnte.
Distanzinformationen:
Von jedem Ort aus und zu jedem Zeitpunkt bietet das Carp-GPS die
Möglichkeit, Distanzen zwischen zwei x-beliebigen
Wegpunkten abzufragen.
Dies kann in den unterschiedlichsten und zum Teil schon beschriebenen
Situationen sehr nützlich sein. Ein weiterer Pluspunkt ist das exakte
Ausreizen der vorhandenen Schnurkapazität. Einmal die Rolle auf dem
Gewässer leergezogen, weiß man auf Tastendruck, wie viel Meter
draufpassen. So gibt es beim Fischen auf extrem große Distanzen in keinem
Fall die böse Überraschung, dass man für den auserwählten Spot gar nicht
genügend Leine auf der Rolle hat. Punkte einem guten Freund weiter geben.
Sie haben einen neuen Platz gefüttert und wollen sich die Arbeit und den
Ansitz mit einem Freund teilen? Geben sie die Koordinaten doch einfach
Ihrem Angelpartner per Tel oder e-mail weiter. Im Handumdrehen hat er sie
auf seinem GPS gespeichert und wird auf dem Selben Fleck weiter füttern
können! Das neue Carp-GPS von Lowrance arbeitet auch mit Satelliten der
amerikanischen Luftwaffe und einer weiterentwickelten Software. Man nennt
das "WAAS" - dies wird auf dem Display angezeigt, sobald sich das Gerät
eingeloggt hat. Die Folge sind wesentlich genauere Informationen, auch bei
langsamen Bewegungen.
Carp-GPS
hat bei mir bisher in allen Situationen Bojen ersetzt und bringt fast
täglich neue Vorteile für das Karpfenanglen und den Alltag zum Vorschein.
Es ist ein absolut effizienter Nutzen mit Carp-GPS – und das ohne
jegliche weitere Nutzungsgebühr, so oft sie wollen.
Was freue ich mich schon auf den
nächsten Herbst! Zu dieser Jahreszeit werden nämlich viele französische
Stauseen abgelassen. Zu Fuß und mit Carp-GPS bewaffnet werde ich die
markanten und sonst nicht direkt sichtbaren Plätze wie Plateaus oder
Muschelbänke ablaufen und als Wegpunkte abspeichern. Es wird ein Leichtes
sein, alle Spots (und das sind die Hotspots!) auch im nächsten Jahr sicher
wiederzufinden, wenn der See wieder voll ist und
die Karpfen genau dort ihr Futter suchen und auch meine Boilies finden
werden! An einem französischen Stausee, der wegen Hafenarbeiten um 14
Meter abgelassen wurde, konnte ich dies sogar schon Ostern 2003
durchführen und freue mich jetzt schon darauf, wenn der Wasserstand bald
wieder normal ist ...
Zum Schluss noch eine Anmerkung: Notieren Sie sich unbedingt die
Koordinaten Ihrer wichtigsten Wegpunkte oder speichern sie sie einfach auf
einem Computer, um bei Verlust des Gerätes nicht eventuell jahrelange
Arbeit zu verlieren, die Ihnen niemand ersetzen kann! Die integrierten
Max-Carp-Spots aus Frankreich und Deutschland werden vielen eine große
Hilfe sein, um dem Traumfisch zielgenau entgegenzufahren. Diesen fangen
müssen Sie selber, aber Sie können gewiss sein, dass er nicht weit
entfernt ist...!
Viel Erfolg
dabei!
Max Nollert
Carp-GPS
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