"EL EMBALSE DE MIS SUEÑOS"

Die Haut schälte sich zum dritten Mal in so kurzer Zeit von der Nase, doch wir wollten es ja nicht anders. Beginnen wir von vorne. Ein paar Tage Urlaub standen an. Sieben Tage fischen. Unsere Frauen waren einverstanden. Also, was blieb, war die Frage wohin. Es sollte wärmer sein als in Münster. Der Angeldruck sollte nicht so stark sein, wie sonst an vielen Gewässern. Schnell kam der Entschluss, dass wir zum Ebro fahren.

Im Internet holten wir uns die passenden Informationen. Sehr auffallend war die über die Suchmaschine gefundene Internetpräsentation www.wels-camp.de bei Fayon / Spanien. Eine deutsche Telefonnummer ließ mich nicht lange zögern und ich rief diese an. Berthold Wak, Inhaber des o. g. Wels-Camp sprach mir aus der Seele. Karpfen satt. Kaum Karpfenangler am Ebro. Anglerherz, was willst Du mehr?! Wir buchten einen Wohnwagen im Wels-Camp Matarraña. Das Thema war vom Tisch. Das Telefonat mit Klaus Broxtermann von KB-Produkts brachte mich ein großes Stück weiter. Klaus kannte den Ebro und versprach mir, die richtige „Mischung“ an Boilies zusammenzustellen. Wir näherten uns dem Abreisetag unwiderruflich.

Am 27. Mai 2002 ging es dann auch endlich los. Gegen 21:00 Uhr brachen wir auf in Richtung Spanien. Keine Ahnung was uns erwarten sollte. Genau das Feeling trieb uns an, und so erreichten wir nach knapp 16 Stunden Autobahn den in den Bergen liegenden Ebro- Stausee. Seine Größe war überwältigend. Wie willst du dich hier zurechtfinden?! Total fertig von der Fahrt erreichten wir gegen 13:00 Uhr das Camp. Ein Schotterweg führte uns durch die Berge. Oliven-Plantagen säumten die Gegend. Die Sonne brannte unermüdlich vom Himmel. Nach 15 Minuten Schotterpiste lag er vor uns. Der Zufluss Matarraña. Wir hielten an und genossen die traumhafte Aussicht auf den Ebro. Im Camp wurden wir von Alex empfangen. Alex ist vor einigen Jahren von Deutschland nach Spanien ausgewandert und arbeitet nun seit über vier Jahren im Wels-Camp als Guide. In der kühlen Angler-Zentrale,  eine gemütliche Gaststätte im Camp, erhielten wir unser erstes Bier. Das tat gut! Doch dann, wie sollte es auch anders sein, kündigte Alex eine schlechte Nachricht an. Im Oktober 2001 jagte ein Unwetter das nächste. Der Ebro war so voll, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Zudem brach einer der härtesten Winter über Spanien ein. Temperaturen von bis zu –15 Grad und tagelanger Schneefall verwandelten die sonst verbrannte Landschaft in eine nicht gewohnte Winterlandschaft. Was hat das mit unserem Besuch zu tun? Die Antwort kam zögernd aber sehr deutlich. „Der Karpfen befindet sich mitten in der Laich!“ Wir waren am Boden. Was nun? Alles umsonst? Alex bemerkte, den von uns ausgestrahlten Frust und lud uns zu einer Location auf dem Matarraña ein. Dem war erst einmal nichts gegenzusetzen und so fuhren wir mit dem Boot auf dem Matarraña. Eines war sofort klar. Ohne den überaus perfekten Gewässerkenntnissen von Alex, wären wir sicherlich mehrere Tage mit der Auswahl einer passenden Location beschäftigt gewesen. Traumhafte Buchten, riesige Schilfgürtel und die naturbelassene Vegetation ließen den Frust in neue Hoffnung wandeln. Nach ca. 5 Kilometern Bootsfahrt fiel die Wahl auf drei Stellen. Doch bevor es zurück zum Camp ging, wollte uns Alex einen „Koffer“ von Wels zeigen. Diesen beobachtete Alex schon seit einigen Tagen. An der Stelle, wo der Rio Matarraña in den Ebro fließt, wurde das Wasser glasklar. Auf drei Metern waren kleinste Kieselsteine zu erkennen. Alex drosselte den Motor. Wir stellten uns ins Boot und trieben auf eine große Schilfbank zu. Vor der Schilfbank lag eine Baumwurzel. Unter dieser kam eine große Schwanzflosse zum Vorschein. Stephan und ich waren auf einmal hellwach. Alex schlug mit der flachen Hand auf die Bootswand. Der Wels blieb mit seinem Kopf unter der Wurzel stehen. Erst nachdem Alex mit einem Paddel leicht die Schwanzflosse des Fisches berührte, zog dieser langsam und träge unter die Wurzel. Total begeistert von diesem Schauspiel kam der Jagdtrieb zurück, und wir wollten zum Hafen zurück, um die Boote mit unserem Tackle zu packen, als plötzlich ein Monster von Wels unter der Wurzel ins Freiwasser schwamm. Mir stockte der Atem. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Wir folgten dem Wels, bis dass er unter einem riesigen versunkenen Baum verschwand. Nun ging es zurück in´s Camp. Dort ließen wir Taten sprechen und beluden die Boote. Alles, was wir nicht am Wasser brauchten, ließen wir im Wohnwagen zurück. Gegen 16:30 Uhr fuhren wir mit den Booten den Ebro hoch. Nach 20 Minuten erreichten wir den von uns ausgewählten Platz. Im ersten Augenblick hatte der von uns gewählte Platz nichts Besonderes. Doch vor uns lag das alte Flussbett des Rio Matarraña und auf der anderen Seite laichten die Karpfen in einem gigantisch großem Schilffeld. Mit der Hilfe eines Echolotes konnten wir den Verlauf des alten Flussbettes schnell ausmachen und so fütterten wir beide Seiten des alten Flussbettes. Aus Erfahrung hielten wir uns mit der Futtermenge zurück.

Der Abend verlief sehr ruhig. Die erste Euphorie wich der Müdigkeit und so verkrochen wir uns sehr früh in die Schlafsäcke. Gegen 22:00 Uhr rannte der erste Micron los. Der Fisch zog ohne Anstrengung Meter für Meter von der Rolle. Ich erhöhte den Druck auf den Fisch. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, bis dass ich die ersten Meter auf die Rolle zurückholen konnte. Mir war klar, das könnte ein sehr guter Fisch sein. Leider bekamen wir den Fisch nie zu Gesicht. Zwei kräftige Rucks gingen durch die Rute und kurz danach erschlaffte die Schnur. Nachdem ich die Schnur eingekurbelt hatte, war mir sofort klar, dass der Fisch durch eine Muschelbank gezogen war. Ca. 15 Meter Schnur waren aufgeraut. 30 Meter Schlagschnur sollten den Verlust weiterer Fische verhindern.

Zurück in den Schlafsack und nach Möglichkeit keine weiteren Aktionen! Dieser Wunsch wurde nicht erhört. 2:30 Uhr, einzelne Pieper rissen mich aus meinem Traum. Der Swinger ging einen Zentimeter nach oben und unten. Immer wieder ertönte ein einzelner Piep in der Stille der Nacht. Ich fischte mit zwei 20er Himbeer-Sahne-Boilies. Da einfach kein Run erfolgte, nahm ich die Rute auf und spürte ein leichtes Zucken in der Schnur. Sofort riss ich die Rute nach oben. Der saß. Kurze, aber heftige Fluchten ließen mir bezüglich der Größe des Fisches, keine Schätzungen zu. Ich bat Stephan, mir den Kescher zu reichen. Der Kescher diente uns ein paar Stunden vorher noch als Kühlschrank und so lag er ein paar Meter neben dem Pod im Wasser. Stephan rief, dass der Kescher fest säße. Einige Meter vor dem Ufer rollte mein Fisch an der Wasseroberfläche. Nach einiger Zeit bekam Stephan den Kescher endlich los und wir konnten den Fisch landen. Der Fisch hatte 13 Pfund und eine Schwanzfloße so groß wie Mutters Bratpfanne. Davon machte ich Fotos. Ich hakte den Fisch ab und legte die Montage links neben dem Kescher auf den Boden. Im Lichtkegel der Taschenlampe sah ich einen großen Schilfhalm im Kescher. Diesen wollte ich entfernen und griff nach ihm. Man, was hatte ich mich erschrocken … der Grashalm war eine Schlange und demnach verdammt glitschig. Buah … was habe ich für einen Sprung gemacht. Stephan lag am Boden und hat sich kaum beruhigen können. Schnell stellten wir fest, dass sich die Schlange in einer ausweglosen Situation befand. In meinen Augen befand sich das Reptil längst im Land der ewigen Schlangengötter. Der Kopf hat sich so übel im Kescher verfangen, dass ich die Schlange entweder in der Mitte hätten teilen müssen oder mit einem Messer die Maschen um den Kopf der Schlange hätte aufschneiden müssen. Die erste Idee war einfach nur widerlich. So schnappte ich mir den Kopf und schnibbelte ganz vorsichtig Masche für Masche meines Keschers kaputt. Nach vier Schnitten war der obere Teil der Schlange befreit. Nun noch den Schwanz Losschneiden und weg damit. Ich warf die Schlange von mir und begutachtete meinen „Schweizer Kescher“. Die Gelegenheit kommt selten und das Opfer sah noch sehr frisch aus, da kam mir die Idee, ein paar Fotos von der Schlange zu machen. Mit der Digitalkamera ging ich auf Tuchfühlung. Stephan und ich legten uns die Schlange in Position. Noch mit dem linken Zeigefinger den Kopf ein wenig nach rechts schieben … so müsste es klappen. Den rechten Zeigefinger auf den Auslöser. Das Ganze keine 10 cm vom Kopf der Schlange entfernt. Plötzlich richtete sich die Schlange auf. Was dann geschah möchte ich hier nicht niederschreiben. Zum Glück hat uns niemand beobachtet. Verdammt, was haben wir uns erschrocken. Uns war klar, dass die Schlange ungiftig sein dürfte, doch man hat ja so selten mit Reptilien zu tun. Da darf man sich schon mal erschrecken, oder?

Das Erlebnis saß tief und somit war unsere Nachtruhe vorerst unterbrochen. Die Rute wurde neu montiert und ausgelegt. Stephan und ich tranken Tee und unterhielten uns, als ein lautes „plopp … klatsch“ uns verstummen ließ. Was war das?! Wir konnten nichts sehen. Das Wasser bewegte sich leicht. Es hörte sich an, als ob jemand mit einer Bauchlandung ins Wasser gesprungen wäre. Wir leuchteten mit der Taschenlampe die nahe Umgebung ab. Doch niemand war zu sehen

Schon wieder das gleiche Geräusch, „plopp … klatsch“. „???“ Keine Ahnung was das wohl sein könnte. Nun gut, einige Male war dieses Geräusch noch zu hören. Wir hatten uns daran gewöhnt und langsam brach ein neuer Tag an. Strahlend blauer Himmel und die Temperaturen versprachen einen sehr heißen Tag. Am späten Vormittag kontrollierten wir alle Ruten und beköderten diese neu. Wir waren gerade mit dem Auslegen der Ruten fertig, da besuchte uns Alex. Wir erzählten Alex von den Erlebnissen der vergangenen Nacht. Besonders hellhörig wurde Alex bei der Geschichte mit dem „plopp … klatsch“. Wir erhielten eine Lehrstunde über das Verhalten jagender Waller. Hörte sich alles logisch an und ich bat den Guide, uns am Abend mit zwei Leihruten erneut zu besuchen. Gesagt, getan. Nach einem sehr langen und heißen Tag kam Alex gegen 21:00 Uhr zurück. Mit dabei, zwei Wallerruten. Eine legten wir ca. 50 Meter links von unserer Stelle am Ufer ab. Die zweite fuhr Alex mit dem Boot zur hinteren Kante des alten Flussbettes. Wir machten es uns gemütlich und genossen die frische Abendluft und lauschten aufmerksam den vielen Geschichten, die Alex in den vergangenen Jahren im Wels-Camp erlebt hat. Kaum war eine Stunde vergangen, da knallte es an der linken Wallerrute. Ein Wels hatte sich den Aal gepackt und flüchtete ins Freiwasser. Ehe ich mich versah, saßen Alex und ich im Boot und folgten dem flüchtenden Wels. Weiß der Teufel wieviel Meter Schnur ich einholen musste, bis dass wir mit dem Boot über dem Wels standen. Ich habe noch nie in meinem Leben einen solchen Drill erlebt. Der Fisch machte mit uns was er wollte. Er zog das Boot quer über den Matarraña. Teilweise kam ich mir vor wie in einem Karussell. Meine Arme fingen an zu schmerzen. Was sagte Alex? Big Game am Ebro …! Wie Recht er doch hatte. Jetzt bitte nicht lachen, ich stand kurz vor dem Aufgeben. Inzwischen hatte ich mir die Rute zwischen die Beine gesteckt, damit ich meine Arme entlasten konnte. Nun schmerzten halt ganz andere Körperteile, welche sich später dunkelblau färbten. Keine Ahnung, wie lange das Spektakel da draußen gedauert hatte. Irgendwann stiegen riesige Luftblasen zur Wasseroberfläche auf. Alex meinte, dass es bald vorbei wäre. Der Wels entleerte seine Schwimmblase, um sein Gewicht zu seinem Vorteil zu nutzen. Es gelang ihm nicht. Das vom Camp geliehene Material war stärker und Alex hievte mit einiger Anstrengung den Wels in das Boot. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Zügig fuhren wir zur Angelstelle zurück. Kaum angekommen hörten wir Stephan rufen. Stephan hat noch nie in seinem Leben eine Angelrute in der Hand gehalten, geschweige, einen Karpfen gefangen. Er wollte sich lediglich ein paar Tage von der Arbeit erholen und mir beim Fischen über die Schulter schauen.  Dies hat er anscheinend perfekt gemacht. Alex versorgte den Wels und ich eilte Stephan zur Hilfe. Da hatte er tatsächlich einen Karpfen ausgedrillt. Eines war sicher, das Glück war uns in der zweiten Nacht mehr als hold. Zu dritt stießen wir auf beide Fische an. Später verabschiedete sich Alex, um am nächsten Morgen mit einer Waage und Maßband zurück zukehren. Bis dato hatte ich noch keinen Plan, wie groß und schwer der Wels wohl sein mochte. In den kommenden Stunden hatten wir immer wieder kleinere Aktionen und Stephan konnte noch zwei kleine Karpfen auf die Matte legen.

Wir lagen keine zwei Stunden im Schlafsack, die Morgendämmerung begann gerade, da fing es auf der gegenüberliegenden Seite an zu klatschen. Es nahm kein Ende. Mit bloßem Auge sahen wir das Wasser am Schilf kochen. Wir schauten dem Schauspiel eine ganze Weile zu, als mich nichts mehr halten konnte. Ich stieg ins Boot und fuhr auf die andere Seite. Auf ca. 100 Metern schäumte das Wasser. Ich genoss eine Karpfenhochzeit. Überwiegend sah ich Schuppenkarpfen. Ganz vereinzelt waren Spiegelkarpfen zu sehen. Erst mit dem Erscheinen vom Guide verließ ich die Hochzeit und fuhr zurück zum Platz.

Die Stunde der Wahrheit näherte sich. Da dies mein erster großer Wels war, horchte ich nervös den Anweisungen von Alex. „Erst müssen wir den Wels müde machen. Sonst haben wir beim Fototermin keine Ruhe“. Es dauerte schon seine Zeit und zum ersten Mal sah ich den Wels im Tageslicht. Was für ein Fisch! Adrenalin strömte in meinem Körper aus. Einige Welsangler erfuhren von dem Fang und folgten zum Fototermin. Gemeinsam wurde eine 3 x 2 Meter große Plane ausgebreitet und mit einigen Eimern Wasser befeuchtet. Mit Alex hob ich den Wels aus dem Wasser und legten ihn auf die Plane. Das Maßband zeigte 192 cm. Die Waage blieb bei 94 Pfund stehen. Alex sprach von einem schlanken Wels. Dieser musste vor einigen Tagen erst abgelaicht haben, sonst hätte er die 100 Pfund Marke übertroffen. Hey, mir reichen 94 Pfund! Es war ein Erlebnis für sich. Es ist mir wohl kaum möglich, das Erlebte hier zu erläutern. Langsam, fast unheimlich, gleitete der Wels in die Tiefe des Ebros. Der Tag, nein, die ganze Tour war für mich gelaufen. Was soll dieses Erlebnis noch übertrumpfen? Wir genossen den Rest des Tages. Auch die Hochzeit schien sich dem Ende zu nähern. Es wurde ruhiger. Die folgende Nacht verlief komplett ohne Piepser. Es lief rein gar nichts. Zum ersten Mal gönnten wir uns eine ganze Nacht erholsamen Schlaf.

Frischer Kaffee und der Duft von einen zünftigen Bauernfrühstück krochen in meine Nase. Stephan war schon auf den Beinen und bereitete uns ein kaiserliches Frühstück. Ein wenig Körperpflege und einen kräftigen Schluck Kaffee erweckten sämtliches Leben in mir. Mit Genuss nahm ich eine Gabel Bratkartoffeln. Große Stücke angebratene Salami gaben dem ganzen einen kulinarischen Tatsch. Doch was war das? Irgendetwas stimmte da doch nicht. Nun, wusstet Ihr, dass die Salami vom Aldi eine Plastikpelle hat?? Nee? Stephan wohl auch nicht und somit lutschten wir uns mehr oder weniger durch das Bauernfrühstück. Stephan versprach Besserung <grins>.
Wir hatten nur noch zwei Nächte vor uns. Das sollte heißen, wir versuchten erneut, den Karpfen aus seiner Reserve zu locken. Wir spielten ab sofort mit offenen Karten. Auch wenn die ganze Laichsituation kaum Chancen versprach, fuhr ich gegen Abend auf die andere Seite und sah große Schwärme Karpfen im Flachwasser stehen. Ich setzte auf eine große Futteraktion. Insgesamt streute ich 5 Kilo Boilies und fast die gleiche Menge Pellets. Bis dato habe ich noch nie mit gekauften Pellets gefüttert, bzw. gefischt. Aus diesem Grund war ich umso mehr über den Duft und die Wirkung der verschiedenen Pellets-Sorten überrascht. Bis heuer hat´s das normale Forelli auch getan. O.k., wir haben keine größeren Karpfen überlisten können. Insgesamt fingen wir noch 15 Karpfen bis zu 17 Pfund. Bis auf einen Fisch fingen wir alle auf süße Boilies. Außer Himbeer-Sahne schien der Dirty-Banana  eine ähnliche Anziehungskraft auf die Karpfen zu erzielen.

Zum Schluss noch ein paar Tipps und Gewässerinformationen. Der Ebro wurde vor ca. 34 Jahren aufgestaut. Dadurch wurden alte Dörfer und große Olivenplantagen mit überflutet. Das neue Fayon wurde einige Kilometer im Landesinneren erbaut. Die Bürger erhalten noch heute steuerliche Vorteile vom Staat. Ganz bekannt dürfte der Kirchturm aus dem alten Fayon sein. Diese ragt noch viele Meter aus dem Wasser und ist in der Vergangenheit zu einer Art Touristenattraktion geworden. Hinter der Kirche liegt eine große Bucht mit großen Schilfbänken und Flachwasserzonen. An der Uferbeschaffenheit war zu erkennen, dass dort sicherlich noch nie jemand auf Karpfen ansaß. Ein Spaten kann im Camp geliehen werden und mit ein wenig Aufwand hat man sich eine Stelle für die kommende Urlaubszeit am Wasser geschaffen. Der Ebro-Stausee erstreckt sich über 30 Kilometer Länge, von der Staumauer Riba Roja bis zur Staumauer Mequinenza. Dazu kommen noch die ca. 7 Kilometer des Rio Matarraña. Sollte wirklich jemand von Euch auf den Geschmack gekommen sein und eine Session am Ebro-Zufluss-Matarraña starten wollen, dem sei versichert, dass er vor Ort kompetente Angelführer mit viel Ebro Erfahrung antrifft. Alex und Frank sind den ganzen Tag für ihre Gäste vor Ort. Der Campbesitzer kommt aus Deutschland. Die Karpfenangler können vor Ort gequollenen Mais bestellen und wenn das eine oder andere im Tackle fehlen sollte, öffnet einer der Guides den kleinen Angelshop. Ada ist für die Küche und die Reinigung der Sanitäranlagen und Wohnwagen zuständig <die Küche war der Hammer!>.

Alle Wohnwagen sind, Gott sei dank, mit einer Klimaanlage ausgestattet. Auch wer im eigenen Wohnmobil oder nur mit einem Zelt anreisen möchte, wird im Wels-Camp Matarraña herzlich empfangen. Zum Gerät: Wir hatten 12“; 2,75 lbs Ruten mit 32er Schnüre dabei und 12,5“; 3 lbs Ruten mit 40er Schnüre dabei. Eines wurde sofort klar. Nie mehr unter 40er Sehne. Zudem nehmt reichlich AMNESIA mit. Die Muschelbänke bereiteten uns teilweise reichliche Probleme. Geflochtene Schlagschnüre hatten wenig Chancen. Lasst Euch von unseren Karpfenfängen nicht schocken. Wir hatten einfach nur Pech. Jeder von uns weiß, wie schwierig es ist, einen Karpfen während der Laich zu überlisten. Nachweislich wurden Karpfen bis 24 Kilo gefangen. Andauernd liest man von nicht abwachsenden Karpfen. Dies wurde von den anwesenden Wels-Gästen und den Guides nicht bestätigt. Das Durchschnittsgewicht hat sich in den letzten Jahren permanent erhöht. Buchungen, Prospekte oder persönliche Informationen erhaltet Ihr bei Berthold Wak, Aartal-Angler Zentrum, Frankenbacher Straße 1, 35644 Hohenahr-Erda, Telefon: 06446/588 oder unter www.wels-camp.de

An dieser Stelle grüßen wir das ganze Camp-Team und die Verrückten aus dem Wohnwagen Nr. 1. Eure Fotos sind fertig. Mehr Infos über den Ebro und einer total verrückten Story von unserer Heimfahrt, könnt Ihr auf cipro.de nachlesen. Traumhaften Urlaub am wohl schönsten Platz am Ebro-Stausee wünschen Euch

Heinz Kersten und Stephan Reese

 

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