von Heinz Kersten & Christian Krokowski
 

Noch ca. 100 km … 1400 km liegen nun hinter uns. Der letzte Kaffee aus meiner Thermoskanne kam schon einem Eiskaffee nahe. Der Aschenbecher meines Autos quoll über und von Müdigkeit immer noch keine Spur. Wie auch … wir waren schließlich auf dem Weg zu einem „unbekannten Stausee“ in Ost-Kroatien, in dem eine große Anzahl von jungfräulichen Karpfen umher tümpeln sollen. Wochenlang wurde nur für diese eine Session vorbereitet. Auf Messen wurden Kontakte geknüpft und Informationen gesammelt und immer wieder wurde der Borovik von unseren Informanten zu einem Höllenritt erklärt. Dies wollten wir letztendlich aber selbst entscheiden und wir ließen uns den Trip nicht ausreden.

Borovik
Der Borovik ist eigentlich ein ca. 160 ha großer Stausee ohne Namen. Auf keiner Karte dieser Erde findet man den Stausee namens Borovik. Mitte der 70er Jahre wurde das kleine idyllische Dorf Borovik umgesiedelt. Das Dorf wurde dem Erdboden gleich gemacht und eine Staumauer wurde errichtet. Bäume und alles was noch so im Wege stand, wurde entfernt und dann kam der Tag der Flutung … ein neuer See wurde geboren. Es folgte ein nutzloser Krieg und auch Kroatien blieb von diesem nicht verschont. Aus Angst, dass der Feind die Staumauer sprengen würde, ließ man den Wasserspiegel bis auf ein Minimum absinken. Der Krieg dauerte lange … wie jeder Krieg. Die Vegetation explodierte und schon bald hatte die Natur sich das zurückgeholt, was der Mensch ihr vor ein paar Jahren nahm. Nach dem Krieg wurde der Stausee erneut geflutet, um schnellstmöglich die Trinkwasserversorgung für die Region zu sichern. Noch heute ragen stellenweise die Baumkronen aus dem See und diese Umstände machen den Borovik nicht einfacher.

Verpasst
Gegen 20:00 Uhr erreichten wir den Stausee. Es fing an zu dämmern und eigentlich hatten wir vor, die Strecke in zwei Etappen zu fahren, so dass wir gegen Mittag angekommen wären. Irgendwo werden wir unseren Gastgeber schon antreffen … so dachten wir auf jeden Fall und tatsächlich sahen wir den Gastgeber … auf der anderen Seite des Sees beim fischen. Handyempfang war gleich Null und lediglich das versenden einer SMS war ab und an mal möglich. Nach weiteren Stunden hatten wir alles so weit geklärt, dass wir die erste Nacht am Seeufer verbrachten. Nach einer kurzen, aber sehr erholsamen Nacht wurden wir von einem Vogelgezwitscherkonzert geweckt. Wir lagen auf einer Anhöhe in Nähe der Staumauer und direkt vor uns lag der Borovik, umgeben von dichtem Wald und mit Nebelschwaden bedeckt. Was für Anblick am frühen Morgen. Top fit packten wir Liege und Schlafsack in die Fahrzeuge. Gegen 9:00 Uhr kam der Oberfischereiaufseher „Stena“, der uns sehr freundlich willkommen hieß. Nach kurzem „smal talk“ fuhr uns Stena mit dem Boot zu Jürgen Becker. Dort bekamen wir die ersten Infos über die Ernte der schon seit ca. einer Woche dort ansitzenden Karpfenangler. Die Ernte war definitiv ein Misserfolg und doch ließ auch diese Information unserem Vorhaben keinen Abbruch zu.

 

Hochwasser
Durch den wochenlang
anhaltenden Regen waren viele Stellen nicht zu befischen. Der Wasserspiegel stieg derweil 2 Meter über den normalen Stand. Erst vor wenigen Tagen war der Höchststand erreicht worden und nur langsam fiel der Wasserspiegel. Dies bekamen auch die anderen Hunter zu spüren. Trotz der fast katastrophalen Situation wurden wenige, aber schöne Fische gefangen. So konnte Sven Weide (www.best-carp.com) einen sehr schönen Silberkarpfen überlisten. Doch für Jörg Michaelis und Sven Weide ging der Urlaub in die Endrunde und obwohl langsam aber sicher die Fische mit der Nahrungsaufnahme begannen, mussten beide ihre Heimreise antreten. Koshy und ich übernahmen deren Stelle und mit den erhaltenen Informationen über Bodenstruktur und die Lage der Bäume, blieb uns viel Arbeit erspart … so dachten wir auf jeden Fall, doch es sollte anders kommen.

Auf einmal waren sie da
Jede von uns getätigte Strategie wurde nach jedem Sonnenaufgang hinfällig, denn mit dem Ablaufen des Wassers, fiel der Wasserstand bis zu 15 cm pro 24 Stunden und damit wurden jeden Morgen neue Baumspitzen für uns sichtbar. Zudem begingen wir einen folgenschweren Fehler. Neues Gewässer, kaum Karpfenangler, geschweige Boilieangler, ließen uns unüberlegt handeln. Nun gut, unsere Vorgehensweise war schon gut durchdacht, doch wurden wir nach fünf Tagen eines besseren belehrt. Neues Gewässer mit sehr großem Fischvorkommen und wenig Angeldruck … da kann man ruhig ein paar Kilos füttern. Boilies, Pellets und Partikel wurden reichlich abgeschüttet, denn wir wollten ja auf jeden Fall den „kommenden“ Fisch halten. In den folgenden Tagen fingen wir reichlich Fisch und den Bissanzeigern blieb kaum Zeit sich zu erholen, doch die Fische wurden immer kleiner.  Wir hatten den Platz kaputt gefüttert. Schön zu wissen, doch jetzt standen wir wieder bei Null.

Lass uns moven …
Es war Samstag und wir hatten doch noch so viele Tage vor uns. Stena kam wie jeden Tag zu uns raus, um frisches Wasser und unsere am Vortag getätigte Supermarktbestellung an den Platz zu liefern. Ich bat ihn, mit mir ein paar neue Stellen zu begutachten. Jürgen nannte mir zu Beginn der Session einen Platz im Nordarm, wo er in der Vergangenheit immer wieder große Fische steigen sah. So fuhren wir in den Nordarm und begutachteten diesen Spot. Wirklich lecker, denn schon nach wenigen Metern fiel das Ufer auf über 10 Meter ab. Das einzige Problem war immer noch der relativ hohe Wasserstand und wir hatten keinen Überblick, was uns in den nächsten Tagen bei fallendem Wasserstand an Bäumen erwartet. Wir wollten dieses mal etwas mehr Sicherheit und so fuhren wir mit dem Boot das Nordufer ab und kamen nach wenigen hundert Metern an zwei Plätze, die von zwei Deutschen befischt wurden. Ralf und Jörg befanden sich beim packen, denn auch ihre Zeit lief langsam aber sicher ab und ihre Heimreise stand unmittelbar bevor. Ausgiebig wurden die Geschehnisse der letzten Tage erzählt und staune da … so schlecht waren wir gar nicht im Südarm. Jörg hat es besonders schlimm getroffen, denn er konnte nach sieben Tagen harter Arbeit in der letzten Nacht seinen 20 kg plus auf die Matte legen. Beim Ralf sah es schon etwas besser aus und seine Statistik las sich nicht schlecht. Jeden Tag ein bis zwei Carps und bis auf wenige Ausnahmen alle über 15 Kilo. Warum war diese Stelle so produktiv? Ralf saß links, in Richtung Steilufer und wir waren uns sicher, dass die vom Jürgen beobachteten Fische am Steilufer entlang zogen und so die Stelle von Ralf und Jörg kreuzten. Zudem wäre noch zu erwähnen, dass die Wassertemperatur noch nicht optimal war. Wie schon oben angedeutet, wurde das Wetter Tag für Tag besser und die Sonne heizte uns und somit auch das Wasser, kräftig ein. Warme Südwinde trieben die Wassertemperatur zusätzlich in die Höhe. Mit diesen Informationen fuhr ich zurück zu meinem Kollegen Christian (Koshy). Im Schnelldurchlauf erzählte ich ihm vom Nordarm und den beiden Deutschen Ralf und Jörg. Nun stand uns nichts mehr im Wege. Das Tackle wurde gepackt und schon in wenigen Stunden sollte Stena uns am Platz abholen … doch Stena kam nicht. Die nächsten zwei Stunden wollten einfach nicht vergehen. Kostbare Zeit rann dahin, Zeit, in der wir vermutlich schon einen Karpfen hätten drillen können … hätten! Endlich kam Stena, um uns zum neuen Spot zu chauffieren.  Stena entschuldigte seine Verspätung mit dem vielen Tackle von Ralf und Jörg. Das total überladene Boot kam einfach nicht mehr durch den Nordarm, denn das Wasser fiel und fiel und fiel …So musste Stena zwei Anläufe nehmen, um das komplette Tackle sicher zu den Autos zu bringen.

Endlich am Ziel
Am späten Nachmittag hatten wir endlich unsere Brocken aufgebaut und alle Ruten lagen frisch beködert, keine fünf Meter vom Ufer verteilt. Langsam aber sicher verabschiedete sich der Tag und die Dämmerung brach ein. Geschafft vom Auf- und Abbau fielen wir sehr früh auf die Liegen und was wir nicht wissen konnten, eine kurze Nacht stand uns bevor. Gegen 4:00 Uhr rannte meine erste Rute ab. 13“ und 3 lbs waren in wenigen Sekunden am Exitus, denn der Fisch am anderen Ende der Schnur ließ mir
kaum Zeit zu reagieren. Solch eine Kraft hatte ich selten erleben dürfen und wir hatten vor, den Fischen kaum die Möglichkeit einer Flucht zu ermöglichen. Doch dieser Fisch war schneller als ich. Seine Flucht überraschte mich im Tiefschlaf und somit hatte er im wahrsten Sinne des Wortes diesen Kampf gewonnen. Obwohl ich das Wasserschwein noch kurz sehen durfte, knallte kurz danach das Vorfach durch. Verdammt … das darf uns nicht mehr passieren. Das Adrenalin kratzte an der Schädeldecke und nachdem die Rute erneut am Spot lag, wurde erst einmal ein starker Kaffee gekocht, um nun auch die restliche Müdigkeit aus dem Körper zu vertreiben. Die Worte von Ralf irrten durch meinen Kopf: „…ein bis zwei Fische pro Tag.“ Also blieb uns noch die Chance auf einen weiteren Biss. Diesen Gedanken noch nicht ganz verarbeitet, vernahm ich das leichte Zittern meiner mittleren Rutenspitze. Sofort stand ich mit zum bersten gebogener Rute am Ufer. Dieses mal sollte die Überraschung auf meiner Seite sein und es schien zu funktionieren. Der Carp schien sich den von mir ausgeführten Druck zu stellen und kam Meter für Meter in Richtung Kescher. Doch ehe ich dieses dominante Gefühl richtig ausleben konnte, vernahm der am anderen Ende der Schnur kämpfende Fisch seine noch lange nicht aussichtslose Situation und blies zum Gegenangriff. Ein Schlag riss mir die Rute aus der Hand und im letzten Moment konnte ich das Endstück meiner Rute packen, doch ich kam einfach nicht an die Bremse. Der Fisch entwickelte eine Kraft, welche ich so noch an keinem Gewässer erlebt habe. Mir blieb nichts anderes übrig, wie den Spieß einmal umzudrehen und dem starken Druck des Fisches zu folgen und ich folgte ihm … bis zum Hals stand ich im See. Erst jetzt kam ich an meine Rolle. Was ist geschehen? Der Fisch hat eine kleine Baumgruppe erreicht und fühlte sich dort in Sicherheit. Er schien zu stehen, denn meine Rolle blieb ruhig. Triefend nass stand ich am Ufer und wie fast immer in solchen Situationen hatte ich Koshys Spott auf meiner Seite. Er lag mehr oder weniger mit Bauchkrämpfen am Ufer, während ich bibbernd Kontakt zum Fisch aufnahm. Langsam, aber sicher kam erneut Leben ins Spiel und der Fisch nahm seine Flucht wieder auf. Man, was muss ich doch nen braven Kerl sein, denn der Fisch rannte auf der anderen Seite der Bäume ins Freiwasser und ich konnte ohne große Mühe einen traumhaften Fisch jenseits der 20 Kilo Marke keschern. 20 Kilo, welch Marke, aber im Hinterkopf immer die Koffer, die hier noch jungfräulich rum schwimmen und noch nie einen Boilie gesehen haben, geschweige jemals mit einem Haken in Verbindung kamen. Der derzeitige Seerekord liegt bei 34 kg und eines ist sicher … das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Koshy´s Turn
... hätte mir vorher jemand erzählt, dass unser Heinzi mal von einem Fisch regelrecht ins Wasser gezogen wird, hätte ich wohl nur müde gegrinst. Nun, da ich die ganze Aktion life miterlebt hatte, fragte ich mich, was wohl passiert wäre, wenn ein 35 kg + gebissen hätte? Wäre Heinz dann Wasserski gelaufen? Bei den Bildern vor dem geistigen Auge liefen mir die Tränen vor Lachen noch die Wangen herunter, während Heinz sich nach der ganzen Aufregung erstmal in den Wald verzog. Ich wischte mir grade die Augen aus, als mein Carpsounder einmal piepte. Die Funkbox bestätige mir anhand der blinkenden LED, dass es die mittlere Rute war. Sofort setzte ich mich neben das Rod Pod. Waren die Fische noch hier? Oder hatte ich mir trotz des wenigen Futters, lediglich einen Stringi, doch die Katzenwelse an den Spot gelockt? Gespannt wartete ich. Die Rute lag zur rechten Seite auf dem Ausläufer einer kleinen Landzunge, der nach links hin in einem Unterwasserwäldchen endete.  Plötzlich begann die Rutenspitze erneut zu zittern und noch bevor ich die Rute greifen konnte, surrte die Schnur schon von der Rolle. Ich schlug an und merkte sofort, dass da kein Kleiner dran hing. Der Fisch zog grade von mir weg ins Freiwasser und ich hielt ihn unter sanften Druck, während ich in Rekordzeit einen satten 50 Meter Sprint durch knietiefes Wasser unter Büschen her in Richtung Landzunge hinlegte. Von hier aus hatte ich einen für mich günstigeren Winkel zum Gehölz, und ich konnte die zweite Runde des Kampfes eröffnen. Bremse zu und alle Kraft ans Gerät, die mein zarter Bizeps zu bieten hatte.  Der Fisch änderte nun die Richtung und schwamm im Trapez zum Ufer. Ich hatte ihn schon sehr weit herangedrillt, als plötzlich ein Ruck durch die Rute ging und die Schnur erschlaffte. Mist ausgestiegen, dachte ich noch so, als  auf einmal mein Gegner wie ein Torpedo mit mega Bugwelle an mir vorbeidüste. “Du hast grad nen  Monster-Graskarpfen verloren“, schoss es mir durch den Kopf und gleichzeitig wurde ich samt Rute rumgerissen, denn das Wasserschweinchen hing noch dran! Er war nicht ausgestiegen, sondern hatte wohl ein Hindernis gestreift,( daher der Ruck?) und kam danach auf mich zugeschossen.  Also, neues Tänzchen, nur nen Schritt schneller, denn wer so listenreich kämpft, verträgt auch eine härtere Gangart. Die Schnur sang, die Rute war am Limit und die Tournament gab Geräusche von sich, als stände der Getriebekollaps kurz bevor... bis ich den Fisch genau da hatte, wo ich ihn haben wollte. Die ersten Wicklungen Schlagschnur befanden sich schon auf der Rolle. Gleich würde ich ihn sehen. In der Annahme, einen großen Graser an der Rute zu haben, rechnete ich angesichts mit den berühmt berüchtigten „Explosionen“ vor dem Kescher noch mit dem Schlimmsten. Heinz stand mit dem Kescher im Wasser bereit, und mir wackelten schon die Knie, als eine riesige Schwanzflosse die Wasseroberfläche durchbrach. Wir sahen uns an und uns war sofort klar: das war kein Graser, nein, das war ein Spiegler, und was für einer! Kein Wunder, dass der Fisch so Druck machte, denn gegen die Schwanzflosse hätte selbst eine Taucherflosse mickrig ausgesehen! Doch jetzt hatte er verloren. Rucki zucki lag er auf der Matte und mir wurde die Ehre zuteil, mich mit diesem großartigen Kämpfer, den ich  zwischenzeitlich schon verloren geglaubt hatte, ablichten zu lassen.


Der Friedhof
Nachdem wir den Fisch wieder zurückgesetzt hatten, fiel mir auf, dass Heinz einen bedrückten Gesichtsausdruck aufgelegt hatte. Da ich nach den beiden guten Fängen keinen Grund dafür sah, und ich seinen „Badeunfall“ gar nicht so schlimm fand, fragte ich mal vorsichtig nach, was denn los sei. Heinz erzählte, dass er, als er im Wald war, eine schaurig interessante Entdeckung gemacht hat... „Koshy, ... da oben steht ein ... Grabstein“! Waaaas ??Ich konnte es kaum glauben, doch wir stießen wenig später sogar noch auf einen weitern Grabstein. Na super, da sitzt man mitten in der Wildnis in einem ohnehin schon unheimlichen ;-)  Wald und findet dann auch noch Grabsteine. Wir saßen wohl mitten auf dem Friedhof von Borovik. Als Stena am frühen Nachmittag vorbeischaut fragen wir ihn natürlich nach den Grabsteinen und er bestätigt unsere Friedhofs-Theorie. Weiter erklärte er uns, dass die meisten Toten damals umgebettet wurden, als der See geflutet wurde. Diejenigen, die arme oder gar keine Angehörigen mehr hatten, haben noch heute ihre letzte Ruhestätte auf den Hügeln am Stausee.
 

Resümee
Die ganzen Strapazen haben sich gelohnt und wenn ich überlege, wie schlecht oder schwierig dieser Stausee noch beschrieben wurde … wir haben das Gegenteil erleben dürfen. Eine traumhafte Landschaft mit super freundlichen Menschen und ganz zu schweigen von dieser unendlichen Stille am Wasser. Wenn ich schreibe Stille, dann meine ich dies auch so, denn man hörte lediglich das Rauschen des Blutes im eigenen Körper. Im nachhinein würden wir, wie fast immer nach einer größeren Tour, einiges anders machen und damit Ihr nicht auf gut Glück zum Borovik fahrt und die eine oder andere Überraschung erlebt, möchten wir Euch an dieser Stelle ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Wählt Euer Tackle richtig aus. Eine Hauptschnur mit mindestens 35er Stärke sollte schon auf den Rollen vorhanden sein. Wählt Eure Ruten nicht unter 3 lbs, denn Koshys Ruten (Stylus 2,75 lbs) waren sehr oft am Limit. Wir haben sehr viele Fische überlisten können und auch haben wir einige verloren. Ob durch eigenes Verschulden und/oder durch Unachtsamkeit … Beim nächsten Besuch am Borovik würden wir viele Fehler durch richtiges Tackle von Anfang an ausschließen. Schlagschnur (max. 25 Meter) und ultrastarke Haken gehören zum absoluten Muss. Wir haben auf dieser Tour die TNT Razor / 35 lbs und die Gladiator Haken von der Watersportcentrale versucht und wir können diese mit voller Überzeugung weiter empfehlen. Als Vorfach nutzten wir zum Schluss AMNESIA, denn alles andere hatte einfach keinen Sinn. Verzichtet auf geflochtene Vorfächer. Zu schnell haben diese den Geist aufgegeben. Alleine durch die doch sehr harten Drills haben die geflochtenen Vorfächer so dermaßen gelitten, dass diese umgehend ausgetauscht werden mussten. Zippbleie/Safety Bolt Rigs  sind klar von Vorteil, denn wenn es wirklich mal in ein Hindernis gehen sollte, so hat der Fisch bei einem Abriss die Möglichkeit, das Blei abzustreifen. ACHTUNG: geflochtenen Hauptschnüre, Schlauchboote, Bananen und andere bootsähnliche Gegenstände welche zur Fortbewegung auf dem Wasser nützlich wären, sind strikt verboten. Es darf sich nur die Fischereiaufsicht auf dem Borovik mit einem Boot fortbewegen. Ferngesteuerte Futterboote sind erlaubt und sicherlich auch sehr sinnvoll! Tja, kommen wir zum werbewirksamsten Thema, dem Bait. Tigers waren sehr effektiv, doch waren die darauf gefangenen Carps meist keine Monster. Die besten Erfahrungen haben wir mit unseren selbst gedrehten Murmeln gemacht. Ein ganz einfacher Birdfood mit einem Schuss Flavour und das A und O war sicherlich die Futterstrategie. Weniger ist manchmal mehr … ich kann den Satz mittlerweile nicht mehr hören, aber er passt mal wieder wie Faust aufs Auge. Wenn ich mich recht erinnere, so haben auch Ralf und Jörg einige Zentner Futter wieder mit nach Deutschland genommen. Ansonsten wünschen wir Euch viel Petri Heil für eine traumhaft schöne Session am Borovik, dem Stausee ohne Namen.

Ach ja, eines hätte ich da fast vergessen. Die Zöllner schauen schon ein wenig überrascht, wenn da ein großer Kombi oder Bulli auf den Grenzübergang zurollt und nur eine Person sitzt im Fahrzeug. Es war nicht ganz einfach, dem total verdutzten Zollbeamten zu erklären, dass man eigentlich nur ein paar Karpfen fangen möchte und dafür den total überladenen Wagen über 1500 Kilometer durch halb Europa prügelt. Unseren eingeweichten Hanf hat er nicht gesehen … was mir persönlich auch ganz recht gewesen ist. Auf der Rückfahrt nahmen wir pro Kopf zwei Stangen Zigaretten mit und schon waren  wir mit einem Bein im Knast. Nun ja, so schlimm war es nicht, aber es war halt nur eine Stange erlaubt. Die häufigste Frage, die uns nach der Kroatien Tour gestellt wurde, galt der Sicherheit unseren abgestellten Autos. Wir waren über dem 1. Mai am Borovik und auch in Kroatien ist der 1. Mai ein Feiertag. Über 2000 Jugendliche feierten diesen Tag oben an der Staumauer im Nordarm des Borovik … genau dort, wo auch unsere Fahrzeuge standen und nach 10 Tagen standen unsere Autos unbeschädigt auf dem gleichen Platz, wo wir sie vorher abgestellt haben. Also alles im grünen Bereich. Ich weiß, dass wir mit diesem Bericht sehr viele Leser neugierig gemacht haben. Wer weitere Informationen oder sogar buchen möchte, der kann sich gerne mit:

Jürgen Becker, Telefon: +499429/6252, Mobil: 0170/1 86 79 48; E-Mail: j@becker-fishing-tackle.de oder mit www.MB-Tackle.de,
069/33084308 und die 069/86007363. Mobil: 01796806867 in Verbindung setzen. Die Tageskarte für drei Ruten kostet 40,00 Euro inklusive Einkaufsservice. Wir wünschen Euch eine schöne Zeit an einem der schönsten Stauseen …

Tight lines, Heinz Kersten

und Christian Krokowski

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