Flugzeuge kreuzen den blauen, ja wolkenlosen Himmel. Eine leichte Briese lässt die 30 °C verdammt gut ertragen. Grillen zirpen auf der von der Sonne verbrannten Wiese. Eine junge Frau treibt Tag für Tag eine Herde Schafe zum weiden durch die karge Landschaft. Lac de Saint de Croix liegt ca. 45 km und der Saint de Cassien ca. 35 km von diesem wundeschönen Fleckchen Erde entfernt. Urlaub ohne Rute in Süd-Frankreich! 14 Tage Erholung pur. Jeden zweiten Tag sitzen Denize und ich im Auto und erkunden dieses Paradies. Erst heute verstehe ich all die Karpfenangler, die immer und immer wieder an den Cassien wollen, denn kein Magnet dieser Erde hat solch eine anziehende Wirkung, wie dieser See in Süd-Frankreich.

So sitze ich nun am 20. September 2007 auf der Terrasse eines alten Pfarrhauses aus dem 14. Jahrhundert und komme dem Wunsch von Achim Seiter nach, einen Beitrag für diese Ausgabe zu verfassen. Lieber Achim, an dieser Stelle gratulieren wir herzlich zu der 50. Ausgabe der Carp Mirror und wünschen Dir und dem Verlag weitere unzählige Ausgaben des aus der deutschen Szene nicht mehr wegzudenkenden Magazins. Die Einführung ist hiermit erledigt. Kommen wir zum eigentlichen Thema meines Beitrages zur Jubiläumsausgabe … Trööööt!!!

Meine Saison 2007 neigt sich ganz langsam dem Ende, denn per SMS erfuhr ich, dass es am vorletzten Abend in Deutschland regnet und lediglich 4° C war. Von einem spätsommerlichen Herbst kann man da nicht reden und in Aussicht scheint er auch nicht mehr zu sein. Trotz des kühlen und verregneten Sommers, blicke ich auf eine atemberaubende Saison zurück. Im März zog es mich zum ersten Mal raus ans Wasser. Mein Ziel lag in Nord-Frankreich. Gut vorbereitet traf ich mich mit meinem Freund Armin Klein am See, der  - wie so oft  - sehr gut besucht war. Wir bezogen am Westufer unsere Plätze und legten unsere Ruten mit frisch gerollten Murmeln aus. Fast euphorisch warteten wir auf den ersten Lauf … aber dabei blieb es auch. Nichts ging. Kein Piep, kein Zupfer! Am Morgen erfuhren wir, dass Danny Fairbrass mit dem KORDA Team am Heron sitzen würde und 14 Tage lang mit einer Rute und unzähligen Kameras auf den ersten Karpfen für „Under Water 7“ ausharrte.

Die Ruhe vor dem Sturm?!

Alles war vorbereitet, doch der Fisch ließ sich Zeit

   
Technik, soweit das Auge reicht! Was gibt es spannenderes?!

Neugierig, wie wir nun mal sind, statteten wir den Herrschaften von der Insel einen Besuch ab. Der „Drehort“ war großflächig abgesperrt und einige Leute waren mit einem Schlauchboot auf dem See. Andere saßen im und weitere Leute vor einem Zelt. Es war kein Rankommen, denn die Jungs von KORDA waren mit dem Aufbau des Equipment beschäftigt. Wir zogen von dannen und legten unsere Ruten erneut aus. Dieses Mal beköderten wir zwei Ruten mit dem legendären Frühjahrsköder Mais. Für uns perfekt und gut durchdacht, fuhren wir die Ruten auf die vermuteten Hot Spots. „Gleich rappelt es im Karton“, doch Armin wurde erneut eines Besseren belehrt. Schon wieder ausgeschlafen! Noch immer roch unsere Kleidung nach Waschpulver und nicht nach Fisch. Was machten wir nur falsch?! Beim ersten Biss in das so geliebte französische Frühstücksbaguette meldete sich erstmals eine von acht Ruten. Kein Run, lediglich ein zögerndes Zupfen, ließen meinen Delkim ertönen. Ein paar Minuten später lag ein schöner Fully-Scaled auf der Matte. „Jetzt geht es endlich los“. So dachten wir, doch es folgte schon wieder ein Tag der Erholung. Was machen wir falsch? Der Fully-Scalet biss auf drei Maiskörner. Gefüttert haben wir zwei Hand-Partikel-Mixe. Mais, Maple, Weizen und Hanf. Abgelegt haben wir die Ruten mit einem Futterboot. Direkt auf einer Kante zu einem Graben. Blauer Himmel und leichter Ostwind ließen keine Wünsche offen. Einige Fische rollten sich an der Wasseroberfläche. Es schien alles perfekt.

Am frühen Nachmittag holten wir die Ruten ein, um diese neu zu beködern. Doch vorher sollten wir doch noch einmal einen Blick zu Danny werfen. Dieses Mal herrschte Ruhe am Platz. Zwei Kameramänner saßen in ihren Stühlen und genossen die Nachmittagssonne. Ein weiterer Kollege bespulte gerade eine Rolle mit frischer Schnur. Danny saß mit einem weiteren Kollegen in einem Zelt. Wir staunten nicht schlecht, als wir uns diesem Lager näherten, denn mit solch einer freundlichen Begrüßung haben wir nicht gerechnet. Nachdem uns eine Tasse Tee angeboten wurde, kamen wir mit Danny ins Gespräch. Er informierte sich nach unseren Erfolgen und wir berichteten von unseren Anstrengungen, mehrere Karpfen zu überlisten. So saßen wir nun in einem kleinem Zelt, voll gestopft mit Technik. Big Brother lässt grüßen! Über einen Joy Stick ließen sich zwei Unterwasserkameras in alle Himmelsrichtungen bewegen. Dank des kristallklaren Wassers lieferten die Kameras gestochen scharfe Bilder ins Bivvy. Wir unterhielten uns gerade über den Sinn oder Unsinn der unterschiedlichsten Bleiformen und Farben, als plötzlich ein sehr schöner Spiegelkarpfen aus der Tiefe des Sees auf das mit Kameras präparierte Plateau zu schwamm und anfing, die Partikel um den Hakenköder aufzusaugen. Plötzlich schien der Fisch zu erstarren und stellte sich leicht schräg über den Hakenköder, als er dann mit ein paar kräftigen Flossenschlägen das Weite suchte. WARUM … was bitte ist passiert, dass der Fisch nicht weiter fraß? Danny spulte das Band zurück und erst beim zweiten Mal konnten wir sehen, was den Fisch misstrauisch werden ließ. Danny fischte auf einem kleinen Plateau in ca. 2 Meter Tiefe. Die Sonne stand im leichten Winkel auf den See. Das Wasser ging mit dem leichten Wind und plötzlich blitzte der Haken einmal auf. Tatsächlich ließ der Fisch aufgrund des Hakenblitzers vom Futter ab. Wir waren erstaunt und sehr überrascht. Danny wechselte sofort den Haken aus und legte die Rute mit einer militärischen Präzision erneut auf dem Plateau ab. Sehr nachdenklich verabschiedeten wir uns erstmal von Danny und seinem Team und gingen zurück zu unserem Platz.

Mit den neuen Erkenntnissen wurde erst einmal komplett umgebaut. Da wir die Montagen ausschließlich mit dem Futterboot auf den See zogen, verzichteten wir ab sofort auf Antitangle Tube. Das Rig als solches ließen wir so wie bisher. Ein sechser Korda Wide Cape in vier Metern Tiefe konnte nicht aufblitzen. Geflochtenes Vorfachmaterial schien uns perfekt. Trotzdem verging eine weitere Nacht ohne Fisch. Resignation lauerte über uns. Was noch tun?! Wenn die blöden Fische unser Futter nicht wollen, dann haben sie halt Pech gehabt! So, oder so ähnlich, müssen die Worte in diesem Moment gewesen sein. Zu unserem „Glück“ bezogen zwei Belgier das Südufer und fuhren mit ihrem Futterboot gleich zwei Ruten vor meine Haustür. Was soll´s?! Übermorgen sind wir eh weg und da im Moment überhaupt nichts lief, <Ironie on> verzichteten wir auf das sonst so übliche Ritual eines Platzhirsches, welcher sein Revier durch lautes Brüllen und Röhren verteidigen würde. <Ironie off> Tatsächlich zog ich meine rechte Rute vom seit Tagen so erfolglosen Spod und stellte diese erst einmal vor das Zelt. Die Belgier gaben alles. Das Futterboot sprang nach Öffnung der Futterklappen knapp nen Meter aus dem Wasser. Voller Frust nahm ich meine Rig-Box und fing an zu tüfteln. So baute ich mir ein Pop Up D Rig aus einem 50 cm langem Stück Flour Carbon Soft in 20 lbs. Auf dem D lief ein Rig Ring, an dem ich ein Bait Band montierte. Nun nahm ich gelbes Foam und schnibbelte mit einer Schere maiskornähnliche Skulpturen. Erst zog ich einen dieser Foam Skulpturen auf das Bait Band. Es folgten zwei Maiskörner und zum Schluss ein weiteres Foam Maiskornimitat. Ca. 25 cm vor dem Haken die richtige Menge Knetblei und fertig war meine Verzweiflungsmontage. Drei Hände Partikel ins Boot und los ging es. Tja, nur wohin soll ich die Montage fahren?! Links Armin mit vier Ruten. Es folgen drei meiner Ruten, welche von den Ruten der Belgier mehr oder weniger im Falle eines Bisses, im Chaosradius lagen. Also weit, weit weg von all den anderen Ruten soll sie nun liegen. So steuerte ich das Futterboot am Ufer entlang. Nach ca. 70 Meter endete der See in einer kleineren Bucht, welche ich von meinem Standpunkt nicht einsehen konnte. Auf dem Echo erschien bei 4,20 Meter der Aufstieg des gegenüberliegenden Ufers. Genau an dieser Kante stoppte ich das Boot und ließ Futter und Montage ab. Ich nahm mein Futterboot aus dem Wasser und sagte noch zu Armin, dass diese Montage den Rest der Zeit liegen bleiben würde … da hörte ich auch schon die Bremse meiner Rolle singen, denn den Delkim hatte ich noch nicht einmal eingeschaltet! Wow … das ging aber zügig und nach einem netten Drill lag ein Prachtkarpfen von 18,6 kg auf der Matte. Tja, was soll ich sagen?! Es folgten in den kommenden 24 Stunden weitere 14 Karpfen bis 19,9 kg! Alle Fische bissen auf diese Mais-Pop-Up-Montage. Glücklich und zufrieden packten wir unsere sieben Sachen und traten die Heimreise an.

Mein Erfolgrezept 2007 Die Sonne Frankreichs

Danny fing in den 14 Tagen zwei Karpfen, wobei gesagt werden muss, dass er nur tagsüber und ausschließlich mit einer Rute gefischt hat. Danny erzählte, dass er noch eine sehr aufschlussreiche Beobachtung gemacht habe. Ein Fisch schwamm auf den Futterplatz zu und fing an zu fressen. Er näherte sich unaufhaltsam der Montage und auch dieses mal stoppte der Fisch kurz vor dem Hakenköder, um dann in der Tiefe des Heron zu verschwinden. Danny und Kollegen schauten sich immer und immer wieder diese Szene an und kamen zu dem Entschluss, dass der Fisch durch das Vorfach aufgeschreckt wurde. Mister Perfekto, Danny Faibrass, umwickelte nun sein komplettes Vorfach im dünnen Kraut, welches er aus dem See entnommen hatte. Der zweite und letzte Fisch biss tatsächlich auf dieses getarnte Rig!! Für Armin und mich ein weiteres Argument, unsere Techniken komplett zu überdenken, denn die Fische in den von uns befischten Seen, schienen überaus misstrauisch zu sein, was wohl aus dem hohen Angeldruck resultiert.

Neue Produktmuster seien eingetroffen, und ich möchte doch bitte nach Genk kommen. So folgte ich vor einer Woche dem Ruf von Rudi de Zutter und fuhr an einem Samstag nach Genk zur Watersportcentrale (WS). Dort lag die neue aufblasbare Abhakmatte. Ich war sofort vom kleinen Packmaß angetan. Aufgeblasen bot sie Platz für die größten Karpfen dieser Erde und so nahm ich die Matte gerne mit, um diese bei meinem nächsten Frankreich-Trip auf Herz und Niere zu testen. Weiteres Thema unseres Gesprächs war der Erfolg der gelben Pop Ups. Rudi gab mir den Tipp, die Pop Ups mit Flavour zu bearbeiten. Da ich kein großer Freund von Geruchsstoffen bin, entschied ich mich für vier Sprühköpfe, die von der WS angeboten werden. Leider passen die Sprühköpfe nicht auf alle Flavour Flaschen und mir blieb lediglich eine geringe Auswahl von Geruchsstoffen übrig. Diabolo, Malt Spice, Pineaple und EMIC (Evaporated Milk and Ice Cream) fanden einen Platz in meiner Tüte mit Nachschub für die kommende Tour.

April 2007, vier Nächte lagen vor uns. Dieses Mal sollte es mit Michi nach Nord-Frankreich gehen. Auf dem Weg nach Frankreich eine kurze Stippvisite bei der WS in Genk, da doch das Eine oder Andere aufgefüllt werden musste. Zu dem unzähligen Kleinzeug nahm ich mir eine Dose Fluoro Pop Up in gelb aus dem Regal. Ein paar Stunden später trafen wir am See ein und wir staunten nicht schlecht, denn der Platz am Westufer war tatsächlich frei. Überhaupt hielten sich sehr wenig Angler am See auf. Fünf Britten und zwei Holländer und bei keinem der Kollegen war Begeisterung zu sehen, oder zu hören. Michi und ich bauten erst unser Zelt auf, um dann alle Zeit der Welt für die Ruten zu haben. Zwei Kilo Boilies, 12 kg Partikel Mix und eine Dose gelbe Pop Ups sollten uns zum Erfolg führen. Acht Ruten mussten bearbeitet werden. Vier lagen zwischenzeitlich draußen im See und es folgte Rute Nummer fünf … tja, bei der fünften blieb es dann auch die nächsten sechs Stunden, denn kaum ließen wir die erste Rute ab, erfolgte schon der erste Lauf. Wir konzentrierten uns dieses Mal auf gelbe Köder. Schon im März war es Gelb, was uns zum Erfolg verhalf … so dachten wir zumindest. Zwei meiner Ruten waren mit dem schon so erfolgreichen aufgepopten Mais beködert. Nummer drei und vier mit einem selbst gerollten Boilie. Bei Michi setzten wir auf 100% gelb. Ein gelber Pop Up auf einem selbstgebauten „No Knot“. Das Pop Up wurde auf ca. 25 cm angeboten. Wir wählten für die erste Rute den Auslauf eines Grabens, welcher von 5,70 Meter auf ca. 2,50 Meter anstieg. Kraut war reichlich vorhanden, aber das war mir aus dem Jahr 2006 schon bekannt. So fuhren wir mit dem Futterboot auf den von uns gewählten Spod und stoppten das Boot. Erst als das Boot wirklich auf dem Wasser stand, ließen wir das Futter ab und kurz darauf die Montage. Die Hakenspitze haben wir mit einem High Riser versehen. So konnten wir uns sicher sein, dass die Montage sauber im Kraut eintauchte und sich nicht gleich im Kraut, unerreichbar für den Fisch, eingrub.

Makellose Fische und ein glücklicher Michi!

Es war warm, aber eine schwarze Wand zog über uns hinweg. Aus dieser schwarzen Wand fing es dann auch an zu regnen. Besser gesagt, goss es Bindfäden vom Himmel und Michi stand nun mit einer krummen Rute am Ufer. Ich saß unter dem Schirm und hatte so meinen Spaß, aber auch meine Bedenken. Michi drillte den Fisch für meinen Geschmack zu weich. Wie schon erwähnt, wucherte das Kraut und die Erfahrung der letzten Besuche zeigte mir, dass eine etwas härtere Gangart angebracht ist. Des Weiteren fischte Michi mit einem 100 g Inline-Blei. Dieses erwies sich mehr als falsch. Der Fisch zog seine Bahnen und das Inline-Blei folgte „gerade“ dem Fisch. Das Kraut am Blei wuchs mit jedem Meter, den der Fisch für sich gewann. Tja, irgendwann ist der Krautballen so groß und schwer, dass ein direkter Kontakt zum Fisch nicht mehr gewährt ist und so musste Michi, zwischenzeitlich bis auf die Unterhose durchnässt, den ersten Aussteiger dieses Jahres hinnehmen.

Wir bestückten die Rute auf ein Neues und fuhren sie an dieselbe Stelle. Boot zum Stillstand bringen, linke Futterklappe öffnen und dann die Montage lösen. Boot wenden und mit voller Kraft zurück zum Ufer. Rock´n Roll am Delkim und schon wieder rannte der Fisch seinen Weg. Michi schlug an und stand erneut mit einer krummen Rute am Ufer. Zwischenzeitlich verzog sich die schwarze Wand und der Lorenz brannte vom Himmel. Das montierte Zip Blei zeigte sofort seine Wirkung. Das Kraut konnte sich besser lösen und so genoss Michi seinen Drill bis zum Ende. Spiegelkarpfen mit 19,9 kg! Nachdem der Fisch für die Zukunft auf der Digitalkamera gespeichert war, erfolgte mit das schönste Prozedere. Michi ließ den Fisch zurück in die Freiheit. Rute montieren, Boot mit Futter füllen und raus damit. Erst mit der Dämmerung wurde es etwas ruhiger. Fünf gefangene Fisch und einen Aussteiger. Michi sah aus wie nach 10 Tagen Wildnis und seine trockene und saubere Ersatzkleidung reduzierte sich merklich. Gegen 22:00 Uhr saßen wir erstmals auf den Stühlen und genossen die Ruhe. Wir nutzten die Zeit und bauten neue D-Rigs. Alle Fische bissen auf einen gelben Pop Up. Ein kleiner Fisch gönnte sich den von mir präsentierten Mais. Die Nacht verlief ohne nennenswerte Ereignisse. Mit dem Morgen ging es dort weiter, wo wir am Abend aufgehört haben. Zu schnell vergingen die Tage und insgesamt fingen wir knapp 20 Karpfen.

Alle guten Dinge sind Drei und so fuhr ich mit Armin im Mai erneut zu diesem See. Dieses Mal verzichteten wir auf den Mais. Für die folgenden drei Nächte hatten wir 10 kg Partikel Mix und zwei Kilo frisch gerollte Boilies dabei. Fünf Kilo Betain Pellets 8 mm, welche wir bei der Ankunft sofort in einen Eimer Wasser gaben und nach ca. vier Stunden zu Brei kneteten. Im Gegensatz zu der April-Tour, konnten wir in aller Ruhe die Ruten auslegen und das Lager für die nächsten Tage vorbereiten. Als Hakenköder wurden, wie soll es auch anders sein, sechs Ruten mit gelbem Pop Up montiert und zwei Ruten mit einem halben Sinker und einem halben, gelben Pop Up.

Zwei Pop Ups bearbeitete ich nachträglich mit Flavour. Da auf unseren Fisch Boilies so gut wie nichts ging, entschied ich mich für Pineaple und EMIC Flavour. Den Falvour gab ich nur auf den Hakenköder, und nicht wie von Rudi angedacht, in die Dose der Pop Ups. So blieb ich mit der Wahl der Falvour flexibel. Armin bearbeitete seine drei Pop Ups mit Pineaple und Malt Spice. Der erste Fisch kam auf den EMIC Pop Up. Ein Spiegelkarpfen mit 18,8 kg nahm sich die gelbe Kugel. Der Pop Up lag keine Stunde im Wasser und er roch immer noch verführerisch nach Ice Cream. Trotzdem zog ich einen neuen Pop Up auf das Bait Band (warum nicht zeigen, wenn es einem gut geht) und besprühte diesen mit EMIC Flavour. So fuhren wir die Montage ca. 70 Meter vor einen Graben und ließen sie mit Partikel, eine Hand Pellet Brei und ein paar gequetschten Boilies auf ca. 3,50 Meter absinken. Wir waren uns nicht sicher, ob das Futter, geschweige denn die Montage, überhaupt den Grund erreicht habe, denn es blieb mir keine Zeit, den Hänger in die Hauptschnur zu hängen. Nach einem langen und kraftvollen Drill, landete ich Fisch Nummer Zwei und auch dieses Mal wog der Fisch 18,8 kg. Wir verglichen die Fotos, doch es war nicht der Selbe wie zuvor. „Und täglich grüßt das Murmeltier“, denn auch die nächsten Läufe verliefen ähnlich. Zwischendurch standen Armin und ich gleichzeitig mit krummen Ruten am See und das Grinsen in unseren Gesichtern wurde immer breiter. Ob es letztendlich am EMIC Flavour lag, möchten wir hier und heute nicht beschwören, aber wir vertrauten dieser Konstellation, denn sie brachte reichlich Fisch. Gegen 21:15 Uhr des zweiten Tages kam ein weiterer Lauf auf einen EMIC Pop Up. Wie schon so oft stand ich am und wenig später im See. Der Fisch fühlte sich an der Rute verdammt gut an. So standen wir nun da und quatschten über Gott und die Welt. Zwischendurch stellte Armin die Frage der Fragen: „Und?! Was schätzt Du?!“ Die Vergangenheit hat mich gelehrt, auf solche Fragen keine Antwort mehr zu geben, denn wie so oft lag ich komplett falsch. Ich bemerkte lediglich die Trägheit des Fisches. Armin vermutete mehrere Kilo Kraut am Rig, doch dann ließ der Fisch nach und folgte langsam aber stetig dem von mir ausgesetzten Druck. Die Sonne war schon eine ganze Weile hinter den Bäumen verschwunden, als Armin perfekt den Kescher unter den Karpfen platzierte.

Es war vollbracht. Auch dieser Kampf ging zu unseren Gunsten aus und schon wieder auf eine schwimmende, gelbe EMIC Murmel. In einer Hand die Rute und mit der anderen half ich Armin aus dem See. Armin packte das Keschernetz und hob den Fisch aus dem Wasser. Dabei wäre er fast selbst wieder im See gelandet. Beim zweiten Anlauf hatte er mit zwei Händen das Keschernetz umfasst und stand nun mit großen Augen vor mir. „Und?!“ fragte ich. Armin starrte mich mit aufgerissenen Augen an und sagte: „Der ist verdammt schwer!“ Armin schleppte den Fisch zur Matte. Ich hing meine Waymaster an die Wiegestange und hob den Fisch an. Kaum hob sich die Wiegeschlinge von der Matte, kam Leben in den Fisch. Ich sah den Zeiger der Waage auf 17 Kilo fahren, als ich erstmals den Fisch wieder auf die Matte ließ. Dieser Vorgang wiederholte sich noch ein paar Mal und der Zeiger kam einfach nicht zum Stillstand. Mittlerweile wuchs in mir der Gedanke, meine persönliche Bestmarke vor mir liegen zu haben. Doch es blieb spannend. Auf ein Neues und dieses Mal traute ich meinen Augen nicht. Erneut hob ich den Fisch an und der Zeiger der Waymaster wanderte unaufhaltsam seine Runde, bis dass der Fisch erneut kräftig schlug. Schnell ließ ich die Wiegeschlinge auf die Matte, doch für den Bruchteil einer Sekunde sah ich, dass der Zeiger der Waage auf eine neue Runde wollte. Hossa … der Fisch hat über 25 Kilo. Viele Jahre hatte sie gereicht, doch an diesem Tag im Mai sollte meine 25 Kilo Waymaster nicht mehr ausreichen. Armin verwies auf seine 50 Kilo Waage … „welch ein Angeber“, dachte ich mir, aber immerhin hat er eine dabei! Letztendlich blieb die Wage bei 28,5 kg stehen. Für die Wiegeschlinge zog ich 1,2 kg ab und ich hatte endlich meinen ersten Fisch mit über 25 Kilo landen können. Die Fotosession verlegten wir auf den kommenden Tag, denn zwischenzeitlich war es mehr dunkel als hell und ich wollte perfekte Fotos von diesem Fisch. Nach einigen SMS und Telefonaten an und mit guten Freunden, folgte eine friedliche Nacht. Selten habe ich so gut am Wasser geschlafen, wie in dieser.

Ziel 2007 zu 100% erreicht! Vielen Dank und ein schönes Leben ...

Ausgeruht und voller Power. So präsentierte sich das Wasserschwein zum Fototermin. Die Fotos sollten so schnell wie möglich getätigt werden, damit dem Fisch nicht unnötig Leid zugetragen wird. Wir bestimmten die Location und los ging es. Schwerstarbeit!!! Der Fisch hatte irgendwie keine Lust auf Fotos und das machte mir ganz schön zu schaffen. Nach einigen Serienaufnahmen entschied ich mich für weitere Fotos im Wasser, denn der Lorenz brannte früh am Himmel. Im See ging eh alles viel leichter und ruck zuck waren die gewünschten Fotos im Kasten. Vielen Dank Armin, dass Du die unzähligen Fluchattacken meiner Person ertragen hast! Es folgten noch einige Fische bis knapp 20 Kilo, doch es wurde sichtlich weniger. Der Fisch befand sich in der Laich und besser hätten wir den Termin für diese Tour nicht wählen können.

Ende Juni fuhren Denize und ich mal wieder nach Nord Frankreich, doch es waren alle Plätze am Westufer belegt. Kein Karpfenjäger saß am Ostteil des Sees. So blieb uns keine andere Wahl und wir stellten uns auf ein paar gemütliche Tage ein. Doch es sollte anders kommen, denn kaum lagen die Eisen im See, lief die erste auch schon ab. Jetzt ratet doch mal auf welchen Köder?! Er war gelb … rund und roch verdammt gut. Richtig! Einem gelben Pop Up, mit nem Spritzer EMIC Flavour. Titi, einer der Aufseher der Domain, erzählte uns, dass es sehr schlecht laufen würde. Es wurden erst wenige Fische gefangen. Dies sollte sich mit unserem Auftritt aber ändern. Liest sich großkotzig, war es aber nicht. Vor ca. einem Jahr befischte ich mit Achim Seiter diesen See erstmals und wie der Teufel so wollte, blankten wir. Ich wusste von den vielen Plateaus an dieser Stelle, die bis zu einem knappen Meter unter der Wasseroberfläche gingen, um dann wieder auf bis zu sechs Meter zu fallen. Achim und ich haben zu der Zeit alles gegeben. Drei Nächte und vier Tage versuchten wir alles, aber es half nichts. Heute sieht die Welt ganz anders aus. Wir haben vor Monaten etwas versucht und damit den Schlüssel zum Erfolg gefunden. Denize und ich zogen regelmäßig unsere Fische. Erst als der Wind leicht auf Ost drehte, wurde es etwas ruhiger. Trotzdem blieb es auch auf der Westseite des Sees sehr ruhig. Trotz des Ostwindes fingen wir hier und da noch Fische. Dies beobachteten auch die Kollegen am Westufer und Chris, ein Hunter aus England, kam uns besuchen. Er wollte wissen, womit wir fischen, denn sie würden schon seit Tagen mit drei Leuten ohne einen Fisch die Zeit aussitzen. Wir erzählten Chris von unserem Erfolgsköder und gaben ihm drei EMIC Pop Up. Eine gute Stunde später kam Chris und sagte, dass er einen Fisch auf den Pop Up gefangen habe. Noch würde er es als Zufall bezeichnen und er würde ja noch zwei Murmeln haben. Kurze Zeit später kam Chris erneut und wollte uns die Pop Ups und den EMIC Flavour abkaufen. Musste er nicht, denn ich hatte jeweils zwei Dosen Pop Ups und zwei Flaschen EMIC dabei.

Vorbildlich!!! Denize mit einem kampfstarken Spiegler

Am Morgen des letzten Tages, es war genau 4:30 Uhr, wurden wir durch dicke Regentropfen, die laut auf unser Zelt trommelten, geweckt. Denize und ich gingen raus, um unser Tackle zu sichern, als Denize lachend auf das Wasser zeigte. Erst wusste ich nicht, was sie mir damit sagen wollte, doch dann … der Wind hatte gedreht und ein strammer Wind stand genau auf unsere Ecke. Sofort fing die Diskussion an, ob wir nicht noch einen, oder sogar zwei Tage bleiben sollten, denn wir hatten ja schließlich erst Donnerstag. Doch am Freitag hatte ich in Münster einen Arzttermin. Wir zogen uns zurück in die Schlafsäcke und verschoben die Antwort auf den Morgen. Der Morgen kam. Der Wind stand immer noch stramm auf unsere Seite und es war stark bewölkt. Der Regen blieb aber aus und so richtige Aktionen hatten wir seit dem Vorabend auch keine mehr. Nach dem Frühstück fiel die Entscheidung. Wir fahren nach Hause. Denize fuhr duschen und ich fing langsam aber sicher mit dem Abbau des Zeltes an, als sich mein rechter Delkim meldete. Ich eilte zur Rute, doch der Delkim blieb stumm. Als dann noch der rechte Delkim von Denize einmal piepte, machte ich den Wind für diese „Fehlpieper“ verantwortlich. Auf allen vieren war ich gerade dabei das Zelt zusammenzufalten, als plötzlich mein rechter Delkim sich erneut zu Wort meldete. Dieses Mal aber mit dem so gesagten Dauerton, den es ja bekanntlich beim Delkim nicht gibt. Anschlag … sitzt … und noch nen Vollrun auf meine linke Rute. Anschlag und sitzt auch. Welch ein tolles Gefühl! Zwei durchgebogene Ruten in den Händen und an beiden läuft die Schnur über die Bremse ab. Würde dieses schöne Gefühl nicht durch die Frage gestört werden: „Was jetzt?!“ Kein Mensch weit und breit und ich stehe hier mit zwei Ruten am Wasser. Ich entschied mich für die linke Rute. Warum? Keine Ahnung. War halt so. Die rechte legte ich zurück auf den Pod und öffnete den Rollenbügel. Da ich seit einigen Jahren mit Barbles Haken fische, hatte ich kein schlechtes Gewissen und nach kurzer Zeit lief keine Schnur von der Rolle. Der Fisch ist ausgestiegen. Nun konzentrierte ich mich auf diese eine Rute und ich genoss den Drill. Doch dann ließ der Widerstand plötzlich nach. Ich wollte es nicht glauben, aber der Fisch war ausgestiegen. Überrascht legte ich die Rute auf den Pod und ärgerte mich über die Wahl der linken Rute, als Denize vom Duschen zurückkam. Sie war noch nicht ganz aus dem Auto, da überfiel ich sie mit den Ereignissen der letzten 30 Minuten. Sie schüttelte verständnislos den Kopf, als ihre rechte Rute plötzlich wieder los rannte und gleichzeitig meine rechte Rute zum neuen Spurt ansetzte. So standen wir beide im Drill und jeder von uns landete seinen Fisch. Denize fing einen Spiegler mit 21 Kilo und ich einen Schuppi mit 15,5 Kilo. Dies waren zwei Fische von 12, die wir bis 16:00 Uhr noch fingen. Nach dieser Session war mir klar, dass es definitiv am Köder, oder dem Flavour, oder dem selbst gebundenen Haken liegen musste, denn so viel Glück kann man mal haben, aber nicht über ein ganzes Jahr. Liebe Leser, dies ist ein Erfahrungsbericht und kein Werbebericht für gelbe Pop Ups der Watersportcentrale. Gelbe Pop Ups werden von unzähligen Firmen hergestellt und vertrieben. Ich fische nun mal die Produkte der WS. Sicher fangen auch andere Murmeln und andere Flavour, aber die Erfahrungen in diesem Jahr ließen mich nichts Weiteres versuchen! Tröööt …

Genug von gelben Pop Ups und dicken Fischen geschrieben. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Besuchern von cipro.de für einen ganz besonderen Anlass bedanken. Seit nun fünf Jahren gibt es auf cipro.de das professionell geführte Message Board. Seit fünf Jahren haltet Ihr uns auf Trapp. Seit nun über fünf Jahren gibt es auch ein verdammt starkes cipro.de-Team! Hey Jungs, Euch allen vielen Dank für diese unvergesslich schöne, manchmal auch harte Zeit. Heute hebe ich einen auf die nächsten fünf Jahren und wer möchte, kann mit uns zusammen in Bonn nach der Messe einen Zug durch die Gemeinde wagen. Also, tight lines und immer schön durchs Höschen atmen,

Euer Heinz Kersten
Team Cipro.de
Team Watersportcentrale Germany
 

Kontaktadresse:
Roland Dallanoce
7 Rue de Differdange
L- 4437 Soleuvre
Luxembourg

mobil: +352.621248461
E-Mail: info@angeln-frankreich.com
Internet: www.angeln-frankreich.com

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Rubrik "Gewässer"

 

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