von Oliver Schlamp
 

Es war ein verregneter Freitag Abend ... als ich am Fenster meines Zimmers stand und mich fragte, ob ich mir das antun müsste. Ich drehte mich um und schaute auf die Uhr. Schon 20:57 Uhr. Ich dachte mir es geht kein Weg daran vorbei. Ich muss. Ich ging in den Keller um meinen Krempel zu holen, und belud meinen Fahrradanhänger. Schon schwang ich mich auf das Fahrrad und flitzte los. Am See angekommen (der nur 700 Meter von mir entfernt liegt) sah ich es schon , oh nein, Hochwasser. Was ein Scheiss, dachte ich mir. Aber so ein mickriges Hochwasser kann mich doch nicht abhalten , oder??

Nein, das kann es nicht. Ich trug mein Zeug an das Wasser und baute auf einem Steg auf, der mit seinen 4 mal 2 Meter nicht der größte war. Aber egal, das ist halt " Real Carp Feeling". Ich hatte kaum meinen Schirm aufgebaut, da fing es auch schon an zu schütten wie aus Kübeln ... Pünktlich als ich dann alles aufgebaut und meine Ruten ausgelegt hatte, hörte es auch gleich auf zu regnen. "Gott liebt mich" dachte ich mir und machte mir etwas zu essen. Mittlerweile wurde es auch schon dunkel, und ich legte mich in meinen Schlafsack. Dann so gegen 3:45 Uhr weckte mich mein Mikron mit seiner himmlischen Melodie. Ich kämpfte mich aus meinem Schlafsack (und die, die meinen Schlafsack kennen, wissen das es nicht leicht ist, aus diesem Teufelsding zu kommen) und legte mich erst mal auf die Nase, denn der Steg ist durch den Regen sehr rutschig geworden. Als ich dann den Anhieb setzen konnte, sah ich aus wie Sau ...
Jetzt musste ich aufpassen, weil ich direkt neben einem abgesunkenen Baum fischte. Und siehe da, kaum drillte ich den Fisch, fing es auch schon wieder an zu schütten. Gott liebt mich eben ... Gott sei dank mied der Fisch das Hinderniss und schwamm ins Freiwasser.

Nach ca. 9 Minuten lag er nun endlich im Kescher. Es war ein wunderschöner Spiegler. Schnell wiegen und einsacken. 23 Pfund brachte er auf die Waage. Völlig durchnässt legte ich mich wieder hin und schlief bis ungefähr 5:26 Uhr als mein Mikron wieder seine bekannte Musik spielte. Nach 6 Minuten zappelte ein 16 Pfund Spiegler im Kescher. Auch den schnell in den Sack und weiterpennen. Ich war schweine müde. Am nächsten Morgen ging ich zu Sascha Kral an den Nachbarweiher, mit dem ich am Abend vorher noch gesimst habe. Er hatte auch einen schönen Spiegler von 41 Pfund. Da kam auch schon der völlig verschlafene Markus Pelzer zum fotografieren. Als die Fotos gemacht waren, gingen wir zu mir und machten noch ein paar Fotos von meinem Fisch. Nun lies ich den Fisch wieder zurück ins  Wasser. Ein tolles Gefühl, wenn man sieht, wie der Fisch wieder in die Freiheit schwimmt, finde ich. In der darauffolgenden Nacht fing ich leider nichts mehr. Nach einen mehr oder weniger trockenen 2 Tagestripp fuhr ich dann wieder nach Hause.

In diesem Sinne

Carpe diem´

Oliver Schlamp
(Carp- Fighters Ludwigshafen)
 

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