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In diesem letzten Teil der Serie befassen wir uns mit einer speziellen Angelmethode, die in England Ende der Fünfziger Jahre entwickelt wurde, aufgrund der Tatsache, dass mit der Pose nicht überall präzise gefischt werden kann: das „Legering“, was übersetzt soviel bedeutet wie „Fischen mit festliegendem Köder“. Damals war man beim Posenfischen in
der Wurfweite an stehenden Gewässern stark eingeschränkt und in Die Art, wie sich die feinen Bisse an diesem Gerät ankündigen, gab ihm seinen Namen: Quivertip = Zitterspitze. Diese Spitzen gibt es in unterschiedlichen Stärken und Längen. Die Stärken der Spitzen werden in englischen Unzen angegeben und basieren auf der Ermittlung der Testkurve wie bei einer Rute. Eine Quivertip mit 1 1/2 oz ist für das Befischen stehender Gewässer auf mittlere Distanz gut geeignet, während eine 3 oz.-Spitze gute Arbeit in größeren Fliessgewässern verrichtet. Man ist aber stets gut beraten, eine gewisse Auswahl an Zitterspitzen mitzunehmen, um sich den wechselnden Strömungsgeschwindigkeiten anpassen zu können. Die Rute wird nach dem Einwurf quer zur Wurfrichtung auf zwei Rutenablagen gelegt und die Schnur vorsichtig gestrafft, bis sich die Spitze leicht neigt. So ist die Bisserkennung optimal, da die Zugrichtung der Schnur quer zur Spitze verläuft und diese auch kleinste Bisse zuverlässig anzeigt. Im Fliessgewässer stellt man die Rute auf einer Rutenablage möglichst steil auf (high in the sky), um dem Strömungsdruck auf die Schnur zu entgehen. Gleichzeitig zur Entwicklung des
Quivers gab es eine weitere Entwicklung im Bereich der Bisserkennung: Die
zusätzliche Spitze wurde mit einem elastischen Gummi mit dem Gewindestück
des Endringes verbunden. Dadurch hängt die so genannte Swingtip (engl.:
Schwingspitze) im 90°-Winkel vom Spitzenring herab. Strafft man die Schnur
nach dem Auswurf, so sollte die Schwingspitze einen 110°-Win-kel
einnehmen. So kann man sowohl normale Bisse, als auch Fallbisse erkennen.
Auch diese Methode Von der Firma Middy gibt es sogar eine Schwingspitze mit verstellbarem Bleigewicht, um so die Bisserkennung bei Wind anzugleichen. Beim Fischen auf kurze Distanzen reicht meist eine kurze Schwingspitze aus einem leichten Material, z.B. Sarkanda-Rohr, völlig aus. Die Fa. Drennan bietet hier eine vielfältige Auswahl verschiedener Swingtips aus unterschiedlichem Material und mehreren Längen an. Sogar in leicht fliessenden Gewässern kann diese Art der Bisserkennung eingesetzt werden; dazu wird lediglich das elastische Verbindungsstück zwischen Gewinde und Schwingspitze gegen ein zähelastisches Stück ausgetauscht. Diese Verbindungen gibt es in unterschiedlichen Stärken, so dass man sich stets der vorhandenen Strömung anpassen kann. Die Sensibilität muss aber auch der befischten Spezies angepasst werden; das feine Fischen auf Rotaugen erfordert eine sensiblere Spitze als das Fischen auf Barben unterhalb eines Wehrs. Als Ruten kommen beim Fischen mit der Schwingspitze klassischerweise 9 ft. Ruten (2,70m) zum Einsatz, auch 10ft. (3,05m) sind gebräuchlich; zu lang sollte die Rute nicht sein, denn sonst fällt die Bisserkennung schwer.
Die Ruten werden mit dem Spitzenteil leicht nach unten geneigt abgelegt, die Swing-tip sollte knapp über der Wasseroberfläche frei pendeln können. Leger-Ruten haben meist einen verschiebbaren Rollenhalter, um die Rolle individuell in einem bestimmten Abstand zum Führungsring anbringen zu können. Die Ringzahl beträgt bei einem 9ft.-Modell 9+1, wobei die Zwischenringe hochstehende Spinnenbeinringe sind, damit die Schnur nicht mit dem Blank in Berührung kommen kann. Beliebte Modelle aus früheren Zeiten sind die Peter Stone Legerstrike (split-cane), Hardy Swingtip, Swimfeeder oder Avon (Glas-faser), Drennan Legermaster und die ABU Legerlite (Carbon).
Passende Rollen zum Legering sind kleine und mittlere Stationärrollen, traditionell passen hier wunderbar die alten ABU Cardinal-Modelle 33, 44 oder 54 sowie die Shakespeare- Modelle Ambidex Super oder President. Auch Mitchell hat hier einige Modelle aus früherer Zeit zu bieten, z.B. die klassische 300 oder die 410 A mit High Speed-Getriebe. Wer es ganz nostalgisch mag, der sollte mit einer Hardy Altex oder Hardex vorliebnehmen. Die Fischerei mit Quiver- oder Swingtip ist eine sehr sensible und vielfältige Methode, mit der man fast alle Friedfische gezielt befischen kann. Interessant ist natürlich auch der Einsatz von Feeder-Körbchen statt einem Blei. Das Wurfgewicht wird durch das eingefügte Futter ersetzt und man kann immer punktgenau in der Nähe des Hakenköders anfüttern. Um den Futterplatz immer genau zu treffen, empfiehlt es sich, die Schnur nach dem ersten Wurf zu straffen und vor der Rolle zu markieren. Dies erfolgt entweder durch Färben mit Tipp-Ex oder einem Stück geflochtener Schnur, die wie ein Stopperknoten auf die Hauptschnur gebunden wird. Die Fa. Fox bietet (eigentlich fürs
Karpfenangeln) ein Produkt mit Namen „Magic Marker“ an, eine dünne,
geflochtene Schnur in Neon-Farben, um den markierten Bereich auch in der
Dämmerung gut zu Probieren Sie es einfach einmal aus, das Fischen mit Swing- oder Quivertip ist eine sehr intensive Fischerei und man kann sehr viel über das Beissverhalten der Fische lernen. Michael Flosdorf
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