von Christian Finkelde

Es ist kein Geheimnis, dass Muscheln , Krebse, Schnecken, manchmal aber auch verschiedene Hülsenfrüchte, die von Bäumen ins Wasser fallen, zur Nahrung des Karpfen gehören. Diese Nahrungsbestandteile haben alle eines gemeinsam; sie sind hart und der Karpfen muss sie erst mit seinen Schlundknochen aufknacken. Auch harte Boilies und Tigernüsse knackt der Karpfen meistens erst auf, um sie besser verdauen zu können. In England gibt es Angler, die der Meinung sind, dass das Knackgeräusch, dass beim Knacken der Muscheln, Nüsse etc. entsteht stimulierend auf andere Karpfen wirkt und diese auch zum Fressen anregt. Unter Wasser breitet sich der Schall nämlich sehr gut aus. Ob dies nun stimmt oder nicht, Tatsache ist, dass ein Großteil der Karpfennahrung aus „Ködern“ besteht, die hart sind und erst geknackt werden müssen und somit beim Fressen das Knackgeräusch entsteht. Nennen wir diesen Vorgang mal den „Crunch- Effekt“. Warum sollte man also nicht versuchen diesen Effekt auch bei seinen Angelködern „miteinzubauen“? Mit Ködern wie Tigernüssen hat man diesen Effekt automatisch. Interessant wäre es aber doch, wenn man auch bei Boilies diesen Effekt erreichen könnte, so dass ein Karpfen , der unseren Boilie aufnimmt ihn ebenfalls knackt und dabei sein „Crunch- Erlebnis“ hat. Um diesen Effekt bei Boilies zu erreichen gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste ist natürlich die Boilies steinhart zu trocknen, aber im Wasser werden die Köder meist nach einer Weile wieder weich, insbesondere an der Außenhaut, die ja im Kontakt zu Wasser ist. Diese Methode ist somit nicht ideal. Es gibt jedoch eine bessere Methode, um den „Crunch- Effekt“ zu erreichen. Indem man Eischalen zerkleinert und ein wenig davon dem Boiliemix hinzugibt, so, dass man den Mix noch problemlos abrollen kann, kommt man dem „Crunch – Effekt“  schon einen entscheidenden Schritt näher. Einige Leser werden sicher an dieser Stelle bedenken haben, dass das Hinzufügen von Eischalen einen negativen Effekt auf den Boilie haben wird, ich kann Sie hier aber absolut beruhigen. Das Hinzufügen von zerkleinerten Eierschalenstückchen hat lediglich einen positiven Effekt auf  ihren Köder bzw. das Boilie. In England gibt es einige bekannte Angler, die diese Methode anwenden, um ihre Boilies interessanter zu machen, so z.B. Lee Jackson und Nick Helleur. Wichtig ist, dass Sie es mit der Menge der zum Mix hinzugefügten Menge an zerkleinerten Eierschalenstückchen nicht übertreiben, sonst werden Sie den Mix nur sehr schlecht abrollen können. Wenn an ihrem Gewässer Muscheln vorkommen und sie die Möglichkeit haben an ein paar leere Muschelschalen zu kommen, dann besorgen Sie sich doch einfach ein paar der Schalen und zerkleinern diese und fügen sie dann anstelle der Eierschalen ihrem Mix hinzu. Das Ergebnis wird ein sehr interessanter Köder mit dem natürlichen „Crunch- Effekt“ sein. Am Rhein kenne ich beispielsweise eine Stelle, an der sich eine ehemalige Muschelbank befindet. Beim Schwimmen im Sommer haben Andy , Max und ich festgestellt, dass sich an dieser Stelle keine einzige lebende Muschel mehr befindet, nur noch leere Muschelschalen. Die Karpfen hatten an dieser Stelle wohl schon seit einiger Zeit aufgeräumt. Sollten Sie auch eine solche Stelle kennen, dann sammeln sie doch ein paar Muschelschalen ein. Ich plädiere nicht dafür lebende Muscheln nur wegen der Schalen zu sammeln, dass muss nun wirklich nicht sein; sollen die Karpfen doch lieber die Muscheln essen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Eischalen – und erst recht nicht die Muschelschalenstückchen keinerlei negative Auswirkung auf die Gesundheit des Karpfen und sein Verdauungssystem haben. Der Karpfen ist es gewohnt Dinge wie z. B den Chitinpanzer eines Flusskrebses in seinem Magen zu haben. Eine weitere Möglichkeit den Boiliemix bzw. letztendlich den Boilie crunchig zu machen, ist , dem Köder zerkleinerte Tigernussstückchen hinzuzufügen. Man weicht die Tigernüsse ein, kocht sie wie gewöhnlich und macht sie dann z. B. in einem Mixer klein. Anschließend lässt man die Tigernussstückchen etwas trocknen, dann kann man sie dem Mix hinzufügen, um den besagten „Crunch- Effekt“ zu erreichen. Auch hier sollten Sie darauf achten, dass die Nussstückchen nicht zu groß sind und , dass Sie nicht zu viele dem Mix hinzufügen, andernfalls wird die Konsistenz des Mixes nicht so gut und er wird sich nur sehr schwer abrollen lassen. Vor kurzem kam ich durch Danny Nalton von der englischen Firma Natural Extrakts Bait Products an eine meiner Meinung nach sehr interessante Köderzutat, mit der sich auch eine Art „Crunch- Effekt“ erzielen lässt. Es handelt sich hierbei um so genannte Black Flies. Dies sind getrocknete schwarze Fliegen. Ich füge diese Fliegen gerne anstelle aber auch zusätzlich zu den Muschel oder Eischalen meinem Mix hinzu. Das Rezept, das ich momentan verwende setzt sich wie folgt zusammen: Addicted Mix von Rod Hutchinson, ein paar Black Flies (nicht zu viele, da sonst der Mix schlecht abzurollen ist)  und etwas Secret Agent oder Addicted Liquid. In diesen Köder habe ich vollstes Vertrauen und Vertrauen ist ja bekanntlich die wichtigste aller Köderzutaten. Wenn Sie sich für die Black Flies interessieren, können Sie mich unter Tel. 0044- 7801 885 143  in englisch an Danny Nalton wenden. Ich bin sicher er gibt Ihnen gerne weitere Auskünfte.

Wenn man besonders großen Wert auf den „Crunch- effekt“ legt, so gibt es eine weitere Möglichkeit besagten Effekt zu erreichen. Indem man den Boiliemix bei noch relativ feuchter Konsistenz abrollt und anschließend die noch relativ klebrigen Boilies in einer Tasse mit zerkleinerten Muschel- oder Eierstückchen wälzt, erhält man Boilies mit einer leichten Muschel – bzw. Eierschalen Hülle. Bei einem Köder, der auf diese Weise hergestellt wird,  ist der „Crunch- Effekt“ besonders groß. Wenn Sie Probleme damit haben sollten den Mix feucht genug zu bekommen , um zu erreichen , dass die Eierschalen an der Boilieaußenhaut haften, so behandeln Sie den Mix vor dem Abrollen einfach mit etwas Speise – bzw. Pflanzenöl. Anschließend werden die Eier- oder Muschelschalenstückchen gut am Boilie haften bleiben. Die Boilies werden nach der „Schalenbehandlung“ wie gewohnt gekocht oder aber auch mit der von meinem Teamkollegen Harald Gruber entwickelten New Wave Methode (mit der Mikrowelle) gehärtet. Verpassen Sie Ihren Boilies doch mal das gewisse etwas in Form des „Crunch“, ich bin sicher Sie werden es nicht bereuen; vorausgesetzt natürlich Sie fügen dem Mix nicht zu viele Schalenstückchen hinzu, denn sonst lässt er sich nicht vernünftig abrollen.

Viel Spaß beim Experimentieren!

Christian Finkelde
 www.carpgate.de
 

Home