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von Olav Haverkamp
Hallo, ich möchte
Euch heute von 2 Carp-Huntern berichten, die nichts Besseres zu tun hatten als
sich bei –10°C eine Nacht am DOE um die Ohren zu hauen.
Alles begann damit, dass Heinz und ich uns übers Winterangeln unterhielten und
die Carp-Hunter bewunderten, die den
Mut haben, bei -°C am Lac Du Der, Cassien oder auch an heimischen Gewässern
einige Nächte zu verbringen, in der Hoffnung, den einen oder anderen
Winterkarpfen zu
überlisten.
Als Heinz plötzlich den Vorschlag machte, doch auch einmal so eine
Wintersession zu veranstalten, dachte ich erst er wollte mich nur ein bisschen
necken. Also sagte ich natürlich zu mit den Hintergedanken, dass sich die ganze
Sache ja eh im Sande verlaufen würde. Doch weit gefehlt, denn nach einigen
Tagen meldete sich Heinz bei mir und fragte mich, ob ich nächstes Wochenende
Zeit hätte. Wohl gemerkt es war Anfang Januar! Na ja, einen Rückzieher wollte
ich jetzt auch nicht machen und so sah ich mich dann am folgenden Wochenende bei
-4° C am DOE wieder. Heinz begrüßte
mich mit einem „Echt geil!“ und er war sichtlich happy. Nun ja,
manchmal mache ich mir schon so meine Gedanken um Heinz....
Aber gut,
die Sonne schien und es war ein schöner klarer Tag und so langsam fand
ich Gefallen an der ganzen Sache und das bei –4°C.
Gewissenhaft bauten wir unsere Camps auf und mussten doch beide etwas
innerlich grinsen. Es war schon komisch, die vorbei gehenden Passanten zu
beobachten. Pärchen die sich die Köpfe nach uns verdrehten und dann laut
los lachten.
Jugendliche
die uns als heimische Obdachlose sprich „Kanalpenner“ bezeichneten oder aber
auch ältere Passanten, die fassungslos und unglaubwürdig die Hände vor Ihrem
Gesicht zusammenschlugen, als wir Sie aufklärten, dass wir die ganze Nacht
bleiben würden.
Kurz und gut
es war recht amüsant.
So langsam fing es an zu dämmern und es wurde Ernst. Es wurde jetzt merklich kühler
und wir verzogen uns in Heinz sein Camp. Es war recht gemütlich und warm, denn
Heinz hatte seine große Gasheizung schon eine Weile an. Jetzt noch schnell den
Gaskocher an und Wasser gekocht für den perfekten Winterdrink und das wäre
Kakao mit Whisky, mmh lecker. Wir saßen vielleicht 1 bis 11/2 Stunden gemütlich
beisammen, als plötzlich Heinz Sounder-Box losbrüllte. Geschmeidig wie 2
achtzigjährige Rentner im
Osteoporose-Kurheim verließen wir „blitzartig“ das Camp und Heinz stand mit einer sich böse
biegenden Rute neben mir. Nach wenigen Sekunden war es Heinz klar, diesen
Zweikampf konnte er nicht gewinnen. Er kappte die Schnur und lies die
„Niedersachsen II“ ziehen. Jetzt da wir einmal aus dem warmen Camp waren,
bemerkten wir wie kalt es wirklich war. Das Tackle war komplett zugefroren und
die Eiskristalle glitzerten im Taschenlampen Licht, echt geil! Ich machte
sofort ein paar Fotos während Heinz seine Rute neu montierte.
Mittlerweile waren es mindestens –6°C bis –8°C. Richtig gefroren
hatten wir eigentlich bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Vergnügt zogen wir
uns wieder in die Camps zurück und mußten uns erst einmal wieder ein
bisschen mit “Whisky-Kakao" aufwärmen. An diesem Abend wurde noch
viel geplant , gelacht und
gefachsimpelt. Gegen 22 Uhr zog ich mich dann in mein Camp zurück und
setzte meine Heizung in Betrieb. Es handelt sich hierbei um einen
Heizstrahler der an einer 450 Gramm Einweg-Butan Propan Kartusche
angeschraubt wird.
Eigentlich
eine saubere Sache, doch was ich bis jetzt noch nicht wusste, war das diese
Kartuschen wenn sie einmal halb leer waren, bei –10°C den Geist aufgeben. So
geschah es dann auch. Nachdem ich mich in meinem Schlafsack eingemummelt hatte
und noch ein paar Decken um mich gewickelt hatte, schlummerte ich recht schnell
ein.
Es war so
gegen 1:30 Uhr als ich glücklicherweise wach wurde und ein fürchterlichen
Gasgeruch bemerkt habe, was war passiert?! Ich richtete sofort meinen Blick zur
Heizung und stellte fest, dass diese aus war. Das Gas strömte langsam aus der
Kartusche und verteile sich langsam gleichmäßig im Camp. Jetzt hieß es Ruhe
bewahren und die Situation klären. Also schälte ich mich aus meinen
Schlafsack, wie ein Schmetterling aus seiner Puppe und begann erst einmal mein
Camp ordentlich durchzulüften. Ein echt nettes Unterfangen bei –10°C. Ich
tauschte die halb leere Kartusche gegen eine volle aus, in der Hoffnung jetzt
das Problem gelöst zu haben. Schnell war auch wieder eine angenehme Temperatur
erreicht und ich verkroch mich wieder in meinen Schlafsack. Eine Zeitlang
beobachtete ich meine Heizung noch und schlief da nn irgendwann ein. Süße Träume
umringten mich, als plötzlich Heinz in mein Camp gestürmt kam und laut meinen
Namen rief. Es bereitete mir recht große Mühe mich gegen Heinz seine
Rettungsversuche in Form von „Mund zu Mundbeatmung“ zu erwehren. Was mir
schließlich glücklicherweise doch noch gelang. Wieder war die Flamme an meiner
Heizung erloschen und als Heinz mich morgens gegen 8:00 Uhr wecken wollte,
bemerkte er den Gasgeruch und ahnte schon das Schlimmste. Dass die Gaskartuschen
den „Geist“ aufgaben lag wohl daran, dass der Druck in der Gaskartusche
durch den Verbrauch sank und durch die Kälte wohl möglich das Ventil nicht
einwandfrei arbeitete und so die Flamme erlosch.
Als wir so zusammen standen und noch etwas über die Situation
fachsimpelten, ging hinter uns langsam die Sonne auf. Es war ein herrlicher
Anblick, alles um uns herum, war mit einen silber-glitzernden Schleier aus Eis
eingehüllt, phantastisch.
Bei einem
heißen Cappuccino genossen wir den Morgen und waren sichtlich zufrieden.
Nur zögerlich begannen wir unser Tackle einzupacken.
Fazit: Im
ganzen waren wir jetzt ca. 20 Stunden bei bis zu –10°C draußen.
Gefroren haben wir nicht und die ganze Aktion hat riesig Spaß gemacht.
Mit Sicherheit werden wir noch öfter bei -°C unser Tackle packen und zum
Fischen gehen. Solltet ihr vielleicht auf den Geschmack gekommen sein und
wollt ihr es auch einmal bei -°C versuchen, möchte ich euch noch ein
paar Tipps mit auf den Weg geben.
1.
Thema
Heizung!! Ihr solltet doch auf die größeren Modele zurückgreifen, die an
einer 5 oder auch mehr kg Gasflasche angeschlossen werden. Es gibt da eine gute
Auswahl von verschiedenen Modellen. Mit der kleinen Variante „400 bis 450 g“
Einwegkartusche mit aufgeschraubten Heizstrahler müßt ihr höllisch aufpassen
und solltet ihn besser vor dem
einschlafen ausschalten.
2.
Ein guter
Schlafsack sollte es schon sein, der mindestens bis –20°C geeignet ist und 1
bis 2 gute Decken müßten dann eigentlich ausreichend sein.
3.
Versucht möglichst
Plätze zu finden, wo die Sonne möglichst lange scheint und nicht irgend ein
Schattenplätzchen.
Das soll es
jetzt auch gewesen sein. Über das Thema Köder und Montagen kann ich bis jetzt
noch nichts Großartiges sagen. Heinz und ich haben beide mit einer einfachen
„Inline-Montagen“ gefischt und ein einzelnes Boillie der Größe 18 mm
benutzt. Angefüttert hatten wir so gut wie gar nicht, außer ein paar Pellets,
gefangen haben wir zwar nichts doch hat sich der Trip gelohnt. Ich verstehe
jetzt die eingefleischten Winterangler, wenn Sie sagen,
dass es nichts Schöneres gibt, als bei -°C sein Tackle zu packen und
zum fischen zu gehen.
Beim
Winterangeln viel Spaß und gutes Gelingen wünschen
Olav
und Heinz
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