von Sven Delitsch

Und manche halten länger und länger ...

Jeder kennt dieses Problem. Man braucht eine gute Schnur die Abriebsfest, gut werfen lässt, unauffällig gefärbt ist und eine noch akzeptable Tragkraft besitzt. Hier ist so eine, die ganz nach meinen Geschmack ist!!

Die Schnur wird von der Firma Zebco vertrieben, unter dem Logo Topic Spezialine „Hecht“. Aber warum Hecht, wir wollen doch Karpfen fischen. Diese Schnüre sind nur anders gefärbt. Schließlich wäre für jede Fischart eine Schnur zu entwickeln eine Kostenfrage die sich nicht rechnen wird und ob da Hecht oder Karpfen drauf steht ist egal. Zurück zum Thema. Sie hat eine grünliche Färbung. Ihre Oberfläche ist so widerspenstig, dass Seerosen im Sommer bündelweise aufgegeben haben. Naja dachte ich aber selbst im Kanal haben die Steine nicht den Hauch eine Chance. Das beeindruckte mich schon. Die Schnur ist ein wenig Steif, die sich beim Werfen so positive äußert, dass sie keine Perücken wirft. Ihre Dehnung ist auch sehr gering und so kommt auch in größerer Entfernung noch ein vernünftiger Anhieb durch. Und jetzt kommt der Preis: 450m 0,30mm kosten 5,90Euro. Die 35er Stärke ist in einer Schnurfassung von 350m zu haben. Hier liegt leider auch ein Nachteil: Wer eine große Rolle fischt, kann da Probleme bekommen. Aber auf Anfrage kann evtl. eine größere geordert werden. Klar es gibt viele Schnüre auf dem Markt. Doch diese Schnur hat sich einen festen Platz auf meinen Rollen erarbeitet. Testet Sie und ihr werdet begeistert sein.

In diesem Sinne nur „Dicke“
der „graue“ Sven


Eine runde Sache ...

Wieder ist fast ein Jahr um. Der Herbst steht vor der Tür und man lässt sich seine Angelsaison durch den Kopf gehen. So manche kurioser Fang oder ein besonders gefärbter/beschuppter Spiegelkarpfen zieht in diesen Gedanken seine Bahn. Und so entstehen Berichte über Sessions und deren Fänge.

Ich werde hier in diesem Bericht einige Haken vorstellen, die im Laufe der Zeit ein festen Platz in meinem Gerätekasten gefunden haben. Am besten sitzt der Haken nach dem Anhieb schön mittig in der Unterlippe. Da gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Man päperiert den Haken mit einem Schrumpfschlauch. Ein Stück Schlauch übers Öhr bis zu gedachten Line der Hakenspitze. Mit heißen Wasser erwärmen und anschließend knicken, im ungefähren 45Grad Winkel. Fertig oder
     
  1. Das Öhr kippt nach unten von 15Grad weg. Da reicht es, wenn ein Material verwendet wird, z.B. Silkworm, in der Stärke von 20ib und stärker. Man bindet den Haken mit einen Plättchenknoten in dem man das Vorfach „trough the Eye“ einfädelt. Beides zusammen reicht, um den Haken anschließend in der Unterlippe greifen zu lassen.

Aber genug damit, kommen wir zu den Haken Auffällig ist bei allen Haken, dass nur bester japanischer Stahl verwendet wurde (aja). Sie enden mit einem Öhr, wobei nur einer leicht abgewinkelt ist. Jeder Haken ist laut Beschriftung bestens zum fischen geeignet. In der Praxis sieht das ein wenig anderes aus.

FOX Specialist Carp Hook Series 2

Farbe:              
Form:             
Schenkel:      
silber 
gerade
mittel 

Eignet sich am besten zum fischen mit einem Pop up. Nur im Bereich von Krautfeldern sollte man auf ihn verzichtet werden. Er hat nur ein kleinen Schenkel und greift deshalb nur bedingt in solchen Situationen. Sehr gute Erfahrungen machte ich, wenn man mehr Druck ausüben müsste. Er wurde sehr kräftig gebaut. Bevor der sich aufbiegt hat der ICE bereits freiwillig gebremst. Es gelang mir sogar mit diesem Haken ( Gr. 4) einen Wels von 1,24m sicher zulanden. Den Widerhaken, der relative kräftig und groß ausgefallen ist, leicht eindrücken und die kleinere Größe verwenden, wenn ein Sinker benutzt wird. Aber der Haken hat nicht nur Vorteile! Die Spitze, die leicht nach innen gebogen ist,muß unbedingt vor dem erneuten Auswerfen auf die Schärfe hin zu kontrollieren. Die lässt leicht nach zwei bis drei Karpfen nach. Aufgrund der Stärke hat er mehr Gewicht und dringt nicht so leicht ein. Das kann zu mehr Aussteigern führen. Damit der Haken auch schön in der Unterlippe fasst, sollte man entweder den Haken an das Vorfach trough the Eye binden oder durch einen Schrumpfschlauch. Sonst wird das Fassen des Hakens zum reinen Glücksspiel!! Kurzes Fazit: Ein Haken den ich ganz bedenken los empfehlen kann. Er hat einen weiten Einsatzbereich vorzuweisen. Nur der Preis ist ein wenig höher (Fox halt) Ein weiterer Haken in meiner Sammlung ist der:

Specialist Carp Hook Series 1

Farbe:
Form:
Schenkel:
silber
gerade
lang

Den Haken benutze ich gerne in verkrautet Gewässern. Warum? Ein langschenkliger Haken fasst aufgrund seines längeren Hebels besser und ist im Kraut nicht so anfällig fürs ausschlitzens. Was im Kraut ein Vorteil ist, wird im Freiwasser schnell zum Nachteil. Ist der Karpfen aus dem Kraut befreit, müssen wir daran denken, dass er aufgrund seiner Form mehr arbeitet! Weitere positive Eigenschaften sind seine sehr kräftig Bauweise und sein Öhr ist um 15Grad nach unten gekippt. Die Hakenspitze ist gerade und ist wirklich scharf. Leider muß auch hier nach zwei bis drei Drills die Schärfe geprüft werden. Mein Fazit: Wenn man eine Stiff-Rig oder in krautreichen Gebieten fischt kommt man ihn nicht vorbei. Naja der Preis ist halt mit Fox-Aufschlag. Kommen wir nun zu drei Haken, die eigentlich sich gleichen. Nur der von Hayabusa greift ohne zusätzliche Präpärationen unten in der Lippe.

Ehmanns Ultimate Hooker

Farbe:
Form:
Schenkel:
schwarz
geschränkt
mittel

Er ist zwar weicher als die Fox-Serie, genauso dick und dreht sich in den Mundwinkel. Sehr gut geeignet für Gewässers, wo die Karpfen ein hartes Maul haben. Aber man muß deswegen etwas vorsichtiger Drillen. Auch die Größe sollte niedrig gehalten werden, also Gr. 4 und kleiner. Er arbeitet bei Gr. 2 zu sehr und wir wollen doch die Karpfen mit einwandfreien Sauwerk wiedersehen! Des weiteren ist die Spitze zwar scharf aber wird sehr schnell stumpf. Der Haken neigt auch dazu Rost anzusetzen. Das erhöht den Wechsel des Vorfach nochmals. Aber ich weiß auch, wenn es reißt dann rostet er weg!! Gebunden an einem Standart-Rig  im offenen Gewässer ist er manchmal nicht zu schlagen. Mein Fazit: Er schont den Geldbeutel und bei gewissenhaften Umgang führt bei vorsichtigen Beißen kein weg an Ihm vorbei.

Partridge Ritchie MC Donald

Farbe:
Form:
Schenkel:
silbergrau
gerade
mittel

Fast wie der von Ehmanns nur besitzt er einen „Blitz“ am Schenkelbogen. Es soll bewirken, dass der Haken im unteren Drittel der Lippe greift. Leider ist das nicht der Fall. Erfasst hervorragend und eignet sich bei vorsichtigem Beißen. Aber er sieht nicht nur kräftig aus. Die Hakenspitze ist ein kleines Wunder. Denn die wird erst stumpf, wenn sie einem Stein ausgesetzt wird. Auch sollte man kleinere Größen verwenden. Mein Fazit: Ein wenig teurer aber mit ein wenig geschickt kann sich die Fangquote erhöhen.

Nach langem Suchen ist mir ein Haken in die Hände gefallen, der die viele Vorteile der beiden oben beschrieben Haken hat.

Hayabusa Carphook M1

Farbe:
Form:
Schenkel:
silber
geschränkt
mittel

Viele werden jetzt denken:“ Noch so einer. Ist doch genau wie der MC oder Ultimate. Er ist dünner aber unglaublich zäh. Seine Hakenspitze scharf (so scharf das er eigentlich hinter Gitter muß) und stabil, dass selbst mehrere Drills keine Wirkung zeigen. Das schöne an ihm ist, dass er ohne besondere Behandlung in der Unterlippe greift. Aussteiger hatte ich mit diesem Haken noch nicht. Seerosenfelder, freie Wasserfläche oder kurz vor einem Baum enttäuscht hat er mich nicht. Ich binde als Standard-Rig an einer 15er-25er Silkworm.

Mein Fazit: Sein Preis beträgt zwar 4,50Euro aber er verliert nicht an seiner Schärfe. Für die Hunter, die ihre Haken fischen bis sie zerbrechen, ist er einen Versuch wert. So nun ist aber genug geschrieben. Schließlich kann man ja bei diesem Wetter noch ein paar Carps fangen. Also los, bei der „Regierung“ ein kurzes Okay abholen und auf gehts.

Nur „dicke“ Karpfen
Gruß, der „graue“ Sven


Neue Wege ... Neue Ideen

Manchmal spielt der Zufall schon sehr mit sehr merkwürdigen Karten. Da sitze ich bei meiner Tante und trinke eine schöne Tasse Pfefferminztee. Der Duft der Pfefferminze steigt mir in die Nase. Herrlich. Und da kommt ein Gedanke aus dem Untergrund. Aber warum nicht? Los geht’s. Ich nahm eine kleine Dose, die man luftdicht schließen kann. Ein paar Teebeutel vorsichtiges geöffnet (na ja ich war zumindest sehr nahe dran und schließlich wollte ich gerade sowieso Staubsaugen), den Inhalt in die Dose und ein paar Boilies rein. Ca einen Tag später saß ich am Kanal. An der Stelle kommen die Karpfen immer von rechts. Wenn das kein echter härte Test ist. Und so montierte ich die „Pfefferminzteepillen“ an der linken Rute. Aller drei an der gegenüberliegende Kante. So nun kann es ja los gehen. Nachdem üblichen Abendessen und der Gewissheit, dass sich so schnell wohl nichts bewegen wird, gings ab in Schlafsack. PIIIIIEEEEP

Wer kann um fünf Uhr nur so unverschämt beißen! In die Booms, raus an die Ruten. Es war die LINKE. Kurzer Drill und ein Spiegelkarpfen von 16Pf landet in der auf die Matte. Zufall, denke ich noch so bei mir. Schnell ein neuen Knödel dran, rein damit. Draußen so um die 3Grad da kann so ein warmer Schlafsack schon so ein kleines Paradies sein. Gerade wieder eingenuddelt, da klingt es wieder in meinen Ohren. Mein Bissanzeiger schreit sich die Lunge aus dem Hals. Wieder die linke Rute!! Auch dieser Spiegelkarpfen wiegt um die 16Pf. Kurz nachgefüttert und Ruhe? Leider. Beim einpacken geht mir diese Session nochmal durch den Kopf. Komisch ist das schon, dass sie innen gebissen haben. Sollte ihr diesen Test auch mal ausprobieren wollt so denkt dran, dass die Blätter die Feuchtigkeit aus den Boilies saugen. Daher ist ein längeres Lagern in den Blättern nicht geeignet, da die Pillen Risse bekommen. Aber da fällt mir beim nächsten Tee sicherlich noch was zu ein........... ganz sicher

in diesem Sinne nur „Dicke“
Gruß, der „graue“ Sven


Eine runde Sache..... Teil 2

Der Karpfen nimmt unseren ausgelegten Köder auf. Dabei spürt er den Haken und versucht diesen mit dem Ausspucken wieder los zu werden. Das ist der Moment, wo unsere Montage perfekt funktionieren muß. Die beste Position ist mittig in der Unterlippe. Aber was muß ich beachten, dass der Haken so reagiert??

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den Haken genauso greifen zulassen. Man nimmt z.b. ein Stück Schrumpfschlauch, dass von der Länge ca. 1 cm vor der Öse anfängt und da aufhört, wo die gedachte Line von der Hakenspitze am Schenkel trifft. Beim Erwärmen des Schlauches knickt man ihn ganz leicht und auskühlen lassen. Der erzeugte Wasserwiderstand beim Ausspucken, lässt den Haken nach unten wegfallen. Diese Methode kann ich nur bei einer geraden Öse empfehlen. Besitzt der Haken nämlich schon eine Öse die einen Neigungswinkel von ca. 15 Grad hat, empfiehlt sich diesen Haken mit einem Plättchenknoten zu binden. Dabei bitte das Vorfach von unten durchführen! Bitte, wenn Ihr ein Schlauch über den Knoten zieht, um ihn zu schützen, achtet bitte darauf, dass die Öse frei bleibt. Warum? Die Vorfachschnur + den Neigungswinkel der Öse ergeben ebenfalls die optimalen 45 Grad. Eine weitere Möglichkeit ist, mittels eines Schlauches wobei die Vorfachschnur nach etwa zwei Drittel wieder austritt. Das klappt am besten mit einer Nadel. Anschließend den Schlauch noch anschneiden. Für welche bei denen es ganz schnell gehen muß, hier noch ein kleiner Tipp: No-Knot in Verbindung mit der Marke Hayabusa. Sie haben einen Hakentyp auf dem Markt gebracht, der dem Richie MC-Donald sehr ähnlich ist. Während der MC nach dem Schenkel noch einen „Blitz“ besitzt wurde bei ihm darauf verzichtet. Der Haken greift nun einfach und dann auch noch schön mittig. Die Haarlänge sollte bei all diesen Fällen bei ca. 1,5cm liegen. Bei längerem Haar wird der Karpfen den Bait zu tief einsaugen, bei einer zu kurzen Haarlänge wird der Haken zu früh bemerkt. Wo wir nun bei den Hakentypen sind. Wann kommt ein Langschenkeliger Haken zum Einsatz?? Wird in Krautnähe gefischt sollte man diesen Hakentyp bevorzugen. Er bietet einen sicheren Halt, kann genügend Kraft entwickeln und schlitz in diesen Situationen nicht so schnell aus. Warum? Ich kann es mir auch nicht erklären aber bei einem rundschenkeligen Haken ist die Aussteigerquote wesentlich höher. Auch wenn man einen Stif-Rig benutzt ist die „Lange“ Variante die bessere. Der Haken bietet mehr Raum zum greifen. Der rundschenklige kann man sehr gut benutzen, wenn ein Pop-up zum Einsatz kommt. Oder wenn wir sinkende Boilies benutzen. Verschiedene Rig`s werden von mir im nächsten Bericht vorgestellt. Wie sie gebunden werden und warum welche Hakentyp benutzt werden sollte.

in diesem Sinne nur „Dicke“
Gruß, der „graue“ Sven
 

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