Endlich Feierabend! Drei Wochen Urlaub stehen mir zur Verfügung und das mitten im Mai! Kurz eben noch Verpflegung eingekauft und ab zum Wasser. Aber es läuft wieder mal nicht so, wie man sich das vorgestellt hat. Seit ca. 30 Stunden sitze ich hier am Vereinsgewässer und kein müden Zupfer. Die Stelle ist gerade im Frühjahr eigentlich TOP. Eine Flachwasserzone die im Durchschnitt 1 bis 2 Meter tief ist und das Kraut hat sich noch nicht so stark entwickelt. Von Verzweifelung getrieben, fällt mir beim durch stöbern der Baitkiste ein Glas Bait Power von Berkley in die Hände. Eigentlich ist der Teig fürs Forellenfischen gedacht aber was habe ich noch zu verlieren, läuft ja eh nichts!!

Eine Rute, bestückt mit einer 16er Murmel die mit dem Teig gut ummantelt wurde, platzierte ich leicht außerhalb vom Krautfeld. Die anderen beiden direkt im Krautfeld. Um 3 Uhr am Dienstagmorgen endlich der erste Biß und das an der Rute mit diesem Power Bait! Nach einem 20min. Drill gleitet der Schuppi endlich über die Kescherkante. Das Maßband zeigt 77cm an und die Nadel pendelt auf 10,4kg ein. Die Sitzung ist gerettet. In den kommenden Tagen konnte ich dann mehrere Karpfen (insgesamt 7 Stück) landen, wobei 3 davon auf jene Rute bissen, die spezielle präperiert wurde. Aber der Hammer sollte noch in Aktion treten.

Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr kündigte sich ein Biß nur durch ein paar Bleeps an. Die Rutenspitze wippte leicht. Hinein in die Wattstiefel und den Anschlag setzen. Der Karpfen war sichtlich verärgert und legte einen richtigen Run hin als „Dankeschön“. Nachdem dieser endlich abgefangen war, zog sich der Drill „endlos lang“ hin und als ich den Spiegelkarpfen zum ersten Mal sehen konnte, war mir bewußt, dass das er einer von den „Dicken“ im See ist. Die letzte Flucht abgefangen und endlich über den Kescherrand geführt. Christian, der sich die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sein Lager neben mir aufgebaut hatte, half mir den Spiegelkarpfen auf die Matte zulegen. Ein alter grauer Spiegelkarpfen, der bei 82cm ein Gewicht von 12,6kg auf die Waage brachte. In dem See gibt es nur noch drei Karpfen, die ein höheres Gewicht aufweisen können. Wieder war es die Rute mit dem Power Bait. Die drei schwersten Karpfen in der Sitzung gingen auf diesen Köder. Zufall?? An dem See waren zwischen zeitlich bis zu 8 Carphunter und wenn etwas lief in dieser „heißen“ Phase dann war es jene Rute mit der Kombination aus 16er Murmel und dem Power Bait Forellenteig!!! Ich werde dieses Experiment auf jeden Fall im Auge behalten und vielleicht kann ich mit diesem Erlebnis die eine oder andere Sitzung  von euch retten.

 

Nur dicke,
der „graue“ Sven
www.carp-positive.de
 

Home