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Einführung
Spanien ist die grosse Unbekannte Europas, nicht nur für Ausländer sondern
auch für die Spanier selbst. Es ist ein Land grosser Dimensionen mit mehr
als tausend Seen, fast alle noch zu entdecken. Erwähnenswert sind
ebenfalls einige Lagunen und Feuchtgebiete die es seit jeher gibt. Wir
haben riesige Seen, viele von ihnen mit mehr als fünfhundert Kilometer
Ufer, wo die Karpfen
noch nie einen Karpfenangler gesehen haben und die Fische nicht wissen,
was ein Boilie ist. Es gibt Landschaften wo man abgesehen von Schafhirten
und Wanderern tagelang keine Menschen trifft. Abgesehen von diesen grossen
Seen gibt es hunderte kleinere und mittelgrosse Seen die noch praktisch
unberührt sind. Carpfishing steht in Spanien noch in den Kinderschuhen
verglichen mit anderen europäischen Ländern. In den nächsten Artikeln
unternehmen wir eine wundervolle Reise quer über die spanische Halbinsel
um etwas mehr über die legendären Seen zu erfahren. Dieser Artikel dient
uns als Einführung um
über Spanien einen gesammten Überblick zu bekommen.
Al wir in 1996 als wir
begonnen haben diesen Angelsport in Spanien zu betreiben gab es sicherlich
nicht mehr als fünfzig Karpfenangler und heutzutage zählen wir so an die
700 Anhänger mit einem mittleren Niveau. Der inoffizielle Rekord in
Spanien liegt bei 34 kg, der Karpfen wurde im Santillana See (Madrid)
geangelt. Die grössten Karpfen die heutzutage geangelt werden kommen an
die 30kg und sind eher sehr aussergewöhnliche Fänge. Beinahe alle wurden
leider nicht von Sportanglern gefangen und schließlich getötet, aber auf
dieses Thema kommen wir später.
Während unserer ersten Jahre
als Karpfenangler kamen wir zum Entschluss, dass dies einzigartigen
Exemplare waren, von denen man ein bis zwei Stück pro Jahr im See von
Orellana fing. Im restlichen Spanien erreichten sie nicht diese Ausmasse.
Wir kamen aus verschiedenen Gründen zu diesem Schluss, hauptsächlich aus
Mangel an Erfahrung und weil die Gegend wo wir wohnen und die Seen in
denen wir angelten einfach nicht gut sind. In Spanien gab es nur einige
wenige Profiangler in ganz anderen Gegenden Spaniens mit denen wir keinen
Kontakt hatten. Jene, die in etwa unser Niveau hatten, machten dieselben
Fehler wie wir. Ausserdem wurden hin und wieder grosse Karpfen von keinen
Sportanglern gefangen die einfach Glück hatten. Abgesehen von all diesen
Überlegungen auf die sich unsere These stützt kamen noch die schlechte
Genetik, die Trockenheit , die Überbevölkerung an kleinen Fischen und die
massiven Schlachtungen hinzu. Es sind nun einige Jahre vergangen und
unsere Meinung hat sich stark verändert. Natürlich gibt es viele negative
Faktoren wie auch in anderen europäischen Ländern, aber wir haben auch
eine ganze Menge positiver Faktoren. Dank unseren Erfahrungen und denen
einiger Anglerfreunde fangen wir mittels moderneren und selektiveren
Techniken immer öfter grössere Karpfen. Wir sind also zu der Erkenntnis
gekommen, dass Spanien genauso gut, wenn nicht besser sein kann als andere
europäische Länder.
Geschichte der Karpfen in Spanien
Kommen wir zu dem Thema, das uns alle interessiert, der Karpfen in
Spanien. In unserem Land kam nieman jemals auf die Idee, Genmanipulationen
zu machen. Sie wurden in ihrer ursprünglichen Form von den Römern
gebracht, das was wir heute den Wildkarpfen kennen. Während der vielen
Jahrhunderte konnten sie mit Hilfe der Menschen und der Überschwemmungen
die ganz Halbinsel bevölkern. Bis zum Anfang des letzten Jahrhundert sind
uns keine Aufzeichnungen, zumindest keine öffentlichen bekannt, dass zur
Erhaltung des Bestandes hier jemals Karpfen eingesetzt wurden. Danach in
den Jahren 1920-30 wurden inoffiziell Karpfen eingesetzt, deren Ursprung
und Genetik aber unbekannt waren.
In den Jahren 1953-1963
wurden vom Nationalen Amt/Ministerium für Flussfischerei und Jagd sehr
viele Royalkarpfen auf der ganzen iberischen Halbinsel eingesetzt. Die
dafür verwendeten Fische kamen aus einer Fischzucht aus Aranjuez, diese
wiederrum hatten die Arten aus Deutschland und Holland importiert. Seitdem
wird das Einsetzen auch bis zum heutigen Datum fortgesetzt. In einigen
spanischen Seen kann man noch diese Karpfenbestände von Wildkarpfen oder
zumindest deren Kreuzungen finden. Sie haben ganz eindeutig die
genetischen Grundzüge behalten und sind deutlich von den Karpfen die wir
so normalerweise fangen zu unterscheiden.
Heutzutage
Heutzutage sind fast alle spanischen Gewässer von Karpfen bevölkert.
Spanien ist ein wirklicher genetischer Salat und nur in ganz wenigen
Gewässern kann man noch reine Exemplare finden, sei es von der einen oder
der anderen Art. In Europa ist der fang eines 25 kg Karpfens nichts
aussergewöhnliches und es gibt genügend Seen wo man mit einiger
Regelmässigkeit Karpfen von 25 bis 30 kg fängt. In Spanien kommt dies
nicht so häufig vor, so grosse Fänge sind eher eine Seltenheit. Worauf wir
allerdings wirklich stolz sein können ist die grosse Menge an Karpfen
zwischen 5 und 15 Kilo. In einigen Gewässern haben wir an einem einzigen
Tag bis an die 20 Exemplare davon gefangen.
Der Grossteil aller Seen und Flüsse wird vom Schuppenkarpfen bevölkert die
meistens die 13 kg nicht überschreiten. Wie wir aber vorhin schon erwähnt
haben, werden sie sehr selten geangelt und es dürfte nicht verwunderlich
sein, wenn dieser Durchschnittswert bald steigt, gleichzeitig mit dem
durchschnittlichen Niveau der Angler. An Seen, wo man das
durchschnittliche Limit bei 17 kg glaubte, fangen derzeit Angler mit einem
höheren Niveau Exemplare von bis zu 23 kg. Das zeigt uns, dass noch viel
Arbeit vor uns liegt. Aber wie auch die Frauen sagen, nicht
ausschliesslich die Grösse zählt, ha, ha, ha.
Das hier ist nicht unsere persönliche Meinung, sondern die vieler
ausländischer Angler die in unseren Gewässern geangelt haben, und ohne zu
übertreiben sagten sie, die Karpfen wären extrem stark und kämpferisch.
Sehr erfahrene und sehr weitgereiste Angler stimmen mit den Spaniern
überein, die spanischen Karpfen sind von den kräftigsten und die sie
jemals geangelt haben. Wir können dies bestätigen, wobei es an den
meisten, jedoch nicht an allen Seen so ist. Ich war bei einigen Fängen
anwesend wo die Angler dachten das Exemplar ihres Lebens am Haken zu
haben und am Ende waren es Karpfen von 12-13 Kilo. Dasselbe passiert
häufig bei Karpfen von 8 bis 12 Kilo, die vom Anbiss weg bis zu dem Punkt
wo man sie bremsen kann und in Richtung Ufer bringt wie Exemplare von 15 –
20 kg erscheinen. Diese Voraussetzungen sind normalerweise in Gewässern
mit sauberen, sauerstoffhaltigem Wasser gegeben. Diese Art von Gewässern
gibt es allerdings auch im Ausland, deswegen glauben wir, dass diese Kraft
vielleicht von ihrer halbwilden Abstammung her kommt. Unserer Meinung nach
sind Karpfen aus Orellana und Peñarroya extrem kräftig, auch die aus dem
Ebro aber da kommt es eher daher, dass die die Flusströmung ausnutzen. Der
Mangel an riesigen Exemplare basiert grossteils auf der Genetik, aber
teils sind auch die ganzen nicht sportlichen Angler Schuld, die die
Fische mitnehmen um sie in ihren Orten wie Trophäen herumzuzeigen. Bis vor
wenigen Jahren gab es viele Fischschlachter, aber Gott sei Dank hat sich
die Mentalität geändert und es gibt immer mehr Sportangler, die sich damit
begnügen ein gutes Foto mit dem Fisch zu machen und ihn dann wieder ins
Wasser zurücksetzen. Vielleicht auch mit dem Gedanken, ihn mit einigen
Kilos mehr in der Zukunft wieder zu angeln.
Die besten Seen
Aus Respekt gegenüber
unseren Angelkollegen, können wir natürlich nicht über die kleinen und
mittleren Seen sprechen wo wir zur Zeit gerade angeln und gute Fänge
erzielen. Sicherlich sind die grossen Seen wegen ihrer Ausmaß schwieriger,
aber sie behalten immer der Überraschungsfaktor einen riesiges Exemplar zu
angeln. Das wird in den kleinen Seen nicht passie ren,
weil die Bevölkerung eher klein ist und die Exemplare schon das eine oder
andere Mal gefangen wurden und der Überraschungsfaktor minimal ist. Die
besten grossen Seen sind im allgemeinen die, die vor 1970 angelegt wurden.
Dabei sind wiederum
die am besten, die von grossen Flüssen gespeist werden. Unter den
Trockenzeiten leiden die Seen zwar auch, aber sie trocknen nie gänzlich
aus und haben eine stabile Karpfen und Barbenbevölkerung.
Geografische Aufteilung nach
Gebieten und Arten
Abgesehen von einigen einzelnen Seen sind die Bundesländer die die besten
Voraussetzungen mitbringen und wo die Mehrzahl von grösseren Exemplaren
verschiedener Arten gefangen wurden:
Zone Zentrum
In den autonomen Bundesländern von Madrid und Castilla la Mancha gibt es
vorwiegend Schuppenkarpfen, vor allem in den Flussgebieten des Tajo und
Guadiana. Einige Seen haben einen kleinen Bestand an Spiegelkarpfen
und nur in wenigen Seen wie El Vellon gibt es vorwiegend Spiegelkarpfen.
Der Süden
Im Bundesland Andalusien ist die dominierende Art , vor allem in den
grossen Seen udn Flüssen, ebenfalls der Schuppenkarpfen. Gemischten Seen
gibt es viel öfter als in Mittelspanien. Grosse Bestände an Spiegelkarpfen
findet man praktisch nur in mittleren oder kleineren Seen.
Der Osten
Extremadura ist schlechthin das Bundesland für das Angeln von grossen
Ciprindiden. In den grossen Seen des Flussgebiet des Tajos und des
Guadianas dominieren der Schuppenkarpfen, der Bestand an Spiegelkarpen ist
weniger als 10%, aber die wenigen gefangenen Exemplare sind gross. In
einigen mittelgrossen Seen trifft genau das Gegenteil zu, in denen macht
der Bestand an Spiegelkarpfen bis zu 90% aus. In den kleineren Seen gibt
es so von allem etwas, und vor allem grosse Karpfen. In Extremadura gibt
es tausende Tümpel, Seen, Lagunen und Flussarme und in all diesen
Gewässern kann man grosse Exemplare fangen. Die meisten grossen Exemplare
finden wir in der Gegend zwischen den beiden grossen Flüssen.
Das Ebro Flussgebiet
Das gesamte Flussgebiet des Ebros, vom Delta bis weit über Zaragoza sind
gute Gebiete um grosse Exemplare zu angeln. Der Bestand des Flusses ist
praktisch ausschliesslich Schuppenkarpfen aber es gibt ein paar Ausnahmen
wo die Bevölkerung praktisch gemischt ist.
Der Norden und das Duero Flussgebiet
Der ganze Norden und die Cantabrische Cordilliere sind insgesammt keine
guten Gebiete. Das Bundesland Castilla – León und der Rest des Nordens
sind eher schwache Gebiete. Nördlich von Castilla la Mancha und Madrid git
es praktisch keine guten Seen, ausgenommen einige einzelne Seen in den
Flussgebiet des Duero.
Der Mittelmeer Küstenstreifen
Das selbe trifft auch für den Küstenstreifen am Mittelmeer zu. Cataluña
(mit Ausnahme des Ebro) und Valencia sind keine guten Gebiete wo man
grosse Exemplare fängt. Sie sind hingegen berühmt um Minigrössen zu fangen
(hier finden sogar Weltmeisterschaften in den Disziplinen Cup und
Englisch statt). Um grosse Exemplare zu fangen (mit Ausnahme einiger
weniger Seen) ist es hier sehr schlecht bestellt. Es gibt zwei bis drei
Seen wo auch grosse Karpfen sind, aber die Überbevölkerung an kleinen
Fischen und Krebsen macht uns das Angeln unmöglich.
Größentabelle
Nur so zur Information, dies wäre die Pyramide der Erwartungen geordnet
nach Grösse für einen Angler von mittlerem bis hohem Niveau der die
Gewässer kennt:
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2 – 4 kg:
tausende Exemplare, in vielen Bundesländern macht es uns das Carpfishing
praktisch unmöglich, weil wir die vielen kleinen Exemplare nicht vermeiden
können, nicht eimal mit Doppelmontagen und grossem Köder.
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8 - 11 kg: es
gibt viele Exemplare, an einem normalen See machen sie ungefähr 30% des
gesammten Bestandes aus.
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11 – 13 kg:
wenn man das Gewässer gut kennt, kann man täglich einige Exemplare davon
fangen.
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13 – 15 kg:
man muss sich einen guten See aussuchen und ihm genügend Angeltage widmen
um sie zu finden.
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15 – 18 kg:
ein guter See, viele Angeltage und gute Kenntnisse von das Gewässer.
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18
– 22 kg: Schwierig,
schwierig, schwierig. Einen sehr guten See und unendich viele Angeltage
und natürlich auch viel Glück.
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22 – 25 kg:
Nur für einige wenige Privillegierte, in sehr wenigen Seen. Manchmal muss
man dem See ein bis zwei Jahre intensives Angeln widmen.
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mehr als 25 kg: hier ist es vielmehr der Faktor Glück als Technik
und Kenntnisse. Wenn wir an einem erstklassigen See angeln können wir
jederzeit einen dieser Grössenordnung dran haben, denn es gibt sie dort
und sicherlich gibt es dort auch Exemplare die über 30 kg wiegen, aber
höchstwahrscheinlich haber wir selbst nicht das Glück.
Der Wildkarpfen
Für viele Angler, vor allem für
die die sich nur am Gewicht orientieren, sind sie nicht von Interesse. All
jene Angler die etwas mehr davon verstehen wissen vor allem, wie schwierig
es ist heutzutage ist Wildkarpfen in diesem Urzustand zu finden. Es sind
sehr lange Karpfen mit einem aerodynamischen Körper, einer enormen
Schwanzflosse. Sie haben dunkle Farben und dicke und harte Lippen.
Generell wiegen sie nicht mehr als 15 kg, es wurden bis jetzt einige
Exemplare bis zu 18 kg gefangen.
Dieser Karpfen hat mit den gewöhnlichen Schuppenkarpfen nichts gemeinsam
und noch weniger mit anderen Arten. Diese Fische haben eine ungeheure
Kraft und einen unglaublichen Kampfgeist. Nachdem wir vorhin erwähnten,
dass die spanischen Karpfen stark sind. In Vergleich mit ihnen sind die
Wildkarpfen echte Unterwassertorpedos. Mit dem konstanten Einsetzen
anderer Fischarten hat ihre Zahl drastisch abgenommen, aber man kann sie
doch noch häufig finden, vor allem in kleinen Flüssen und abgelegenen
Seen. Ein Wildkarpfen von 10 kg hat viel mehr Kraft als ein Spiegelkarpfen
von 15 kg.
Positive
und negative Fakten
Der Faktor den wir am allermeisten berücksichtigen müssen ist die Hitze.
Je heisser es wird, ums omehr
steigt die Wassertemperatur und somit auch die Aktivität der Karpfen.
Karpfen sind Kaltblütler und brauchen die Wärme um aktiv zu werden. Der
positivste Faktor in Spanien ist, dass wir fast das ganze Jahr über hohe
Temperaturen haben, sogar im Landesinneren. Anfang März haben die Seen im
Landesinneren ein Temperatur von ca. 10ºC, und genau ab dieser Temperatur
beginnen laut Studien die Karpfen aktiv zu werden. Natürlich gibt es auch
Ausnahmen, wir haben selbst bei Temperaturen von 6ºC Karpfen gefangen und
auch mit noch niedrigeren Temperaturen habe ich schon von Fängen gehört.
Dies ist allerdings sehr schwierig und kommt äusserst selten vor. Die
zunehmende Erwärmung des Gewässers kurbelt den Prozess der Nahrungssuche
und Verdauung an bis wir so die Temperaturgrenze von 25ºC erreichen. Ab
diesem Punkt verringert sich die Aktivität mit noch weiter ansteigenden
Temperaturen. Die zu hohen Temperaturen verringern bei den Karpfen die
Aktivität, denn die Energie die sie für Nahrungssuche und Verdauung
aufwenden müssten, wäre grösser als die Energie die sie aus der Nahrung
erhalten. Deshalb bleiben die Karpfen im Juli und August viele Stunden
inaktiv. Der Nachteil der hohen Temperaturen das ganze Jahr über ist, dass
sich die Karpfen mehrmals in einem Jahr ver mehren und somit eine grosse
Dichte an Fischen erzeugen. Bei einer so grossen Fischdichte wird die
Nahrung knapp und das wiederum beeinflusst das Wachstum negativ. Der
andere Grosse Feind sind die Trockenzeiten. Der Wasserspiegel und die
Wasserqualität sinken dermassen, dass die Fische entweder ersticken oder
der See zur Gänze austrocknet. Die Einführung fremder Arten ist oft für
die heimischen Arten eine grosse Bedrohung, aber nicht immer. Um es kurz
zu fassen und nicht ins Detail zu gehen bringen wir anschliessend vier
Beispiele.
Für das Wachstum bestimmter Raubfischarten
hat man kleine Arten wie der Saibling und den Sonnenbarsch eingeführt. Die
Raubfische und die anderen Fischarten wachsen zwar, aber diese kleinen
Arten vermehren sich so schnell, dass sie zu einer richtigen Plage
geworden sind, sie fressen die Brut von den Einheimischen Fischen auf.
Der besonders verhasste
Catfish (Ictalurus mela)
ist eine spezielle Plage weil er
den Futterplatz schnell auffrisst. Er ist kein Sportfisch und dient auch
den anderen nicht als Nahrung. Wir wüssten allzugerne, wer die genaiale
Idee hatte ihn hier einzusetzen.
Der rote amerikanische Krebs ist die
allergrösste Plage. Er macht das Angeln sehr schwierig, denn er frisst den
Futterplatz und auch die Köder schnell auf. Auf der anderen Seite sind sie
wiederum die Lieblingsnahrung der Karpfen und Dank ihnen werden sie gross
und dick. Einige Karpfen bekommen sogar rosa – orange Farben weil sie so
viel davon fressen. An einigen Exemplaren konnten wir schon den Bauch, der
sonst weiss ist, in einer intensiv rosigen Farben bewundern.
An der
Küste und in den Flüssen wird ganzjährig geangelt
Wenn wir an Spanien denken, erinnern sich die die meisten an Sonne und
Hitze. Das trifft allerdings nur auf den Küstenstreifen am Mittelmeer zu
wo die Nachttemperaturen in den kältesten Monaten Januar und Februar nicht
unter 4ºC fallen und die Tagestemperaturen so um die 16ºC betragen. Diese
günstigen Wetterbedingungen erlauben uns, das ganze Jahr über zu angeln.
Die Aktivität im Winter in den Flüssen ist ziemlich hoch. In den grossen
Flüssen im Landesinneren, Duero, Guadiana und Tajo geht die Aktivität der
Karpfen spürbar zurück. Das ist wiederum die ideale Jahreszeit um dort
einen Riesenbarben zu angeln. In den grossen Flüssen im Süden wie dem
Guadalquivir bleibt die Aktivität ziemlich hoch. Die Flüsse des
mediterranen Küstenstreifens wie der Jucar, Turia, etc..... und vor allem
der Ebro haben eine exzelente Aktivität. Dank der Kälte bleiben die
kleineren Kapfen beinahe inaktiv und somit haben wir endlich die
Möglichkeit grössere Exemplare zu fangen.
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Meteorologie:
Es ist sehr wichtig, gut ausgerüstet zu sein. In den Monaten März, April,
Oktober und November ist das Wetter sehr wechselhaft, vor allem im
Landesinneren. Temperaturstürzen tagsüber sind keine Seltenheit, wir
können zum Beispiel heute mehr als 25ºC haben und am nächsten Tag nur
10ºC. In diesen Jahreszeiten muss man auch mit heftigen Gewittern und
Regenschauern rechnen,a lso Regenbekleidung nicht vergessen.
Vor allem in den Monaten
Juli, August und September steigt die Quecksilbersäule bis über 40ºC im
Schatten. Deshalb ist es sehr wichtig immer genügend Trinkwasser
dabeizuhaben, wie auch einen Sonnenhut, Sonnencreme und man sollte auch
wenn möglich den Schatten suchen. Es ist nicht zu vergessen, dass im
Landesinneren kontinentales Klima herrscht mit sehr kalten und harten
Wintern, wobei die Temperaturen bis auf –10ºC fallen können und die
Tagestemperaturen die 4ºC nicht übersteigen. Deshalb auch hier auf die
richtige Winterwäsche achten. Diese Bedingungen erschweren vielleicht das
Angeln, machen es aber nciht unmöglich. Zum Glück dauert der Winter nicht
länger als zwei Monate, Januar und Februar.
Gesetze und andere wichtige Informationen
Die spanische Gesetzgebung aus dem Jahr 1942 ist komplett veraltet. Es ist
wichtig zu wissen, dass es verboten ist nachts zu angeln. Man darf nur
eine Stunde vor Sonnenaufgang und eine Stunde nach Sonnenuntergang angeln,
ausgenommen an einigen Stellen des Ebro wo man bis 24 Uhr angeln darf.
Anfüttern ist in ganz Spanien erlaubt mit Ausnahme einiger
Forellengewässer in Castilla – La Mancha. Ruten sind pro Kopf zwei Stück
erlaubt, ausser in Extremadura, dort sind es drei. Wild zu campieren und
Feuer zu machen ist strengstens verboten. Umweltschutz wird von der
Gendamerie oder von Seprona (Spanische Naturschutzbehörde) überwacht.
Deren Besuch ist äusserst selten, denn sie haben sehr wenig Personal. Wenn
das Lager in einem guten Zustand ist, sind sie meistens tolerant und
meistens endet es nur mit einer mündlichen Verwarnung. Falls sie aber das
Gesetz walten lassen, müssen wir mit Strafen von 20 Euro bis zu 12.000
Euro rechnen. Normalerweise sind die höchsten Strafen so an die 150 Euro.
Das grösste Problem, abgesehen von der Strafe ist, dass alle
gesetzeswidrigen Objekte konfisziert werden. Falls sie dich also nachts
beim angeln erwischen können sie deine gesammte Angel- und
Campingausrüstung mitnehmen. Bei einer zufälligen Begegung raten wir ein
ruhiges, höfliches und konstruktives Gespräch zu suchen.
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