Spanien ist ohne Zweifel eines der atraktiefsten Länder für das Carpfishing, denn es gibt hunderte von unberührte Seen und wenig Druck von Seiten der Angler. Das Thema Carpfishing steht in Spanien noch in den Anfängen und wir sind uns sicher, dass es in den nächsten Jahren Capitale Fänge geben wird. Abgesehen von den Karpfen haben wir das grosse Glück dass eine ausserordentliche Artenvielfalt an  Barben hier heimisch ist. Fünf dieser arten können ohneweiters den europäischen Grössenrekord übertreffen. In vielen mitteleuropäischen Ländern gibt es eine lange Tradition des Angelsport auf Cyprindiden, in England ist er sogar beliebter als das Angeln von Karpfen und in Ländern wie Holland, Frankreich und Deutschland gibt es unzählige begeisterte Anhänger. Das komische daran ist, dass es trotz dieser grossen Begeisterung keine Länder sind, wo grosse Exemplare gefangen wurden, in England 7,3 kg und in Deutschland 8,5 kg. Die Erklärung dafür ist, dass die Arten die Mitteleuropa bevölkern einfach nicht grösser werden. Der Barbus Barbus ist die Art, die ausgewachsen am grössten ist.  Die Begeisterung für das Barbenangeln kommt in diesen Ländern auch nicht von der Grösse der Fische, sondern von deren Kampfgeist. Von den mittelgrossen Fischen die die mitteleuropäischen Gewässer bevölkern ist er  zweifelsohne der kämpferischste Fisch. In Spanien gibt es auch schon viele Anhänger des Barbenangelns, auch wenn sich die angewandten Techniken auf das Angeln mit Schwimmer (mit Regenwurm, Mais, Algen, etc.....) und das Fliegenfischen beschränken. Der Fang eines grossen Barben ist eher zufällig und sporadisch. Die Mehrzahl der Barben wurden von Karpfenanglern mit Boilies gefangen, oder er biss auf einen künstlichen Fischköder eines Hechtanglers an oder auf einen toten Fischköder der auf dem Grund für einen Zander ausgelegt war.

Arten:
Wenn man über die verschiedenen Barbenarten spricht kommt es nicht selten zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Anglern. Es ist wirklich kein leichtes Thema, denn nicht einmal die Ichtologen werden sich über seine Klassifizierung einig. Jeder Ichtologe hat seine eigene Theorie über die Arten, Abarten und Variationen etc..... Die Theorien b
asieren auf den Unterschieden von der Färbung des Körpers und, die Länge des Bartes und die Form seines Kopfes und Körpers, etc...... Nachdem wir in verschiedenen Nachschlagewerken über Süsswasserfische nachgelesen habe, existieren unserer Meinung nach nicht so viele Arten wie darin beschrieben werden. Unserer Meinung nach sind  der Grossteil dieser beschriebenen Unterschiede nur Merkmale der Anpassung im Laufe der Jahrhunderte an ihre Umwelt. Je nach Gewässerart und – Grund in dem sie leben kriegen sie verschiedene Färbungen, der Bart ist mehr oder weniger entwickelt, je nach der Ernährungsbasis. Der Rest der kleinen Unterschiede können sich aufgrund der Evolution oder der Kreuzung verschiedener Barbenarten ergeben haben. In diesem Artikel sprechen wir nur über die vier grössten Barbenarten, (Barbus Bocagei, Barbus Comiza, B. Microcephalus und Barbus scalteri). 

Andalusischer Barbe, Zigeuner Barbe: (Barbus Scalteri)
Diese Barbenart wurde zum ersten Mal vom Ichtologen GÜNTHER im Jahr 1868 klassifiziert. Es ist die am leichtesten zu unterscheidende Art. Der obere Teil, der den Rücken und die Seiten einschliesst, geht ein wenig über die Hälfte des Körpers. Er ist von einer olivgrün schillernden bis grünbraunen Färbung. Der Teil des Bauches zeigt hingegen eine weisse bis gelb orangeliche Färbung. Diese horizontale Linie macht ihn praktisch unverwechselbar. Die Grösse seines Kopfes steht in einem ausgewogenen Verhältnis zum Rest des Körpers und seine Lippen sind relativ gross und haben vier lange Bärtel. Wir haben Standhaftigkeit von Fängen von Barbus Scalteri bis zu 9 kg, aber die ausgewachsenen Exemplare wiegen normalerweise nicht mehr als 6-7 kg (80 cm). Sie bevölkern die mittleren Flussläufe mit wärmeren Wasser und die Seen.

Geografisch gesehen finden wir diese Barben in der Provinz von Andalusien, im Süden von Extremadura und im Süden von Castilla La Mancha. In den Seen und in den Flüssen der Täler des Guadalquivir, Guadiana, Segura, Guadalhorce, Guadiaro, Guadalete, Barbate und Odiel.

Barbo común : ( Barbus Bocagei )
Dieser wurde im Jahr 1865 zum ersten Mal von dem Ichtologen STEINDACHNER und nachher von dem Ichtologen GÜNTHER im Jahr 1869 als Barbo Bocagei klassifiziert.

Je nach Gebiet weist er eine ganz unterschiedliche Färbung auf, von einem graubraun bis hin zu dunkelgrau. Die Grösse seines Kopfes steht in einem ausgewogenen Verhältnis zum Rest des Körpers und von seinem Maul stehen vier kurze Bärtel ab. Das Maul ist klein und liegt etwas unterhalb des Rüssels. Sie leben in den mittleren Flussläufen. Es wurden Exemplare von 11 kg gefangen aber normalerweise werden sie ausgewachsen nicht schwerer als 8 kg. Geografisch gesehen ist der Barbo Comun die am weit verbreiteste Art. Er lebt in den See und den Flüssen der Täler des Tajo und Duero fast bis obenhin an den Cantabrischen Küstenstreifen.

Barbo comizo : ( Barbus Comiza )
Er wurde im Jahr 1865 zum ersten Mal von dem Ichtologen STEINDACHNER klassifiziert.  Durch seinen grossen Rüssel und Kopf ist er leicht vom Barbo comun zu unterscheiden. Der Kopf ist im Vergleich zum Körper unverhältnismaessig grösser, die vier Bärtel sind hingegen dünn und kurz. Die Färbung variiert je nach Gebiet, von weiss-silbern schillernd bis hin zu dunkelgrau. Sie leben sowohl in ruhigen Gewässern als auch in Zonen mit Strömung. Die grösseren Exemplare findet man eher in
tiefen, ruhigeren Gewässern. In Seen und Lagunen wurden die allergrössten gefangen. Das grösste Exemplar, das wir gesehen haben wog offiziell 16.2 kg (normalerweise werden ausgewachsene Fische nicht mehr als 13-14 kg wiegen und mehr als einen Meter lang sind). Einige Ichtologen sind der Meinung, dass sie bis zu 18 kg wiegen könnten. Geografisch gesehen finden wir diese Fische in den Tälern des Tajo (Orellana, Alcantara, Cijara, Zujar, Bolarque, Entrepeñas, Valdecañas), im Tal des Guadiana (Peñarroya, Tablas de Daimiel, Lagunas de Ruidera). Ein Exemplar von mehr als 10 kg zu fangen ist sehr schwierig, der beste See um halbwegs einen Fang zusichern zu können ist der von Cijara. In diesem See lebt eine grosse Bevölkerung von 6-8 kg und oft erwischt man einen von 11 kg. In diesem See sind sie vor allem im Frühling sehr agressiv, da gehen sie sogar auf künstliche Köderfische los.

 Kleinkopf Barbe: (barbus microcephalus oder barbus comiza microcephalus)
Jahrelang  wurden Kleinkopfbarben geangelt ohne zu wissen, welcher Art man sie zuordnen soll. Einige Angler dachten, sie wären Comizos mit einem etwas kleineren Kopf und andere dachte sie wären eine Art Barbo comun, man sprach sogar von einer Kreuzung von comun und comizo. Endlich im Jahre 1967 klassifizierte ihn der portugiesische Ichtologe ALMACA als Barbo Microcephalus oder Kleinkopfbarbe. Sie leben in tiefen, ruhigeren Gewässern. Die Färbungen des Körpers ist gleich dem Comizos, der einzige Unterschied ist dass sein Kopf erheblich kleiner ist. Es wurden Exemplare von bis zu 11 kg gefangen, aber generell werden ausgewachsene Fische nicht schwerer als 8-9 kg. Diese Fische findet man einzig und allein im Tal des Guadiana. (Lagunas de Ruidera, Peñarroya, Tablas de Daimiel,etc...).

Vorkommen:
Der Grossteil dieser Arten leben in  den mittleren Flussläufen wo weniger Strömung ist.  Einige Barbenarten konnten sich an andere Bedingungen anpassen so wie Seen und Lagunen, genauso wie es andere Arten, wie z.B. die Forelle kann. Abgesehen von der grossen Anpassungsfähigkeit  müssen diese Seen schon einigen Anforderungen entsprechen damit die Barben darin leben können. Die Gewässer müssen einen hohen Sauerstoffgehalt und zumindest ein wenig Strömung aufweisen. Sie können nicht in stehenden oder sauerstoffarmen Gewässern leben. Auch hier gibt es Ausnahmen, oder besser gesagt: wenn das Gewässer nicht die optimalen Bedingungen erfüllt wirkt sich das negativ auf die Entwicklung der Fische aus.

Vorkommen in den Seen: Im Frühling wenn es beginnt wärmer zu werden und bis nach der Laichzeit findet man sie mit grösster Wahrscheinlichkeit an der Einmündung in den See. Also in der Nähe der Ufer wo der Fluss dann weiter fliesst, dort wo schon etwas mehr Strömung ist, in weniger tiefen Zonen von 2-4 m. Wenn sich das Gewässer dann im Sommer erwärmt suchen die Barben eher die tieferen Stellen des Gewässers wo die Wassertemperatur kühler ist. Im Herbst sind sie in einer Tiefe von 6 bis 8 Metern zu finden. Im Winter bevorzugen sie tiefere Stellen wie z. B. Staumauern oder Gräben wo die Wassertemperatur wärmer und stabiler ist. Es wurden Barben Comizos in Tiefen von 18 m gefangen. Möglicherweise kann man auch Barben Comizos noch in Tiefen von bis zu 30 m angeln. Barben bevorzugen normalerweise saubere, klare Kies- oder Sandgründe. Manchmal findet man sie allerdings aber auch in sauberen Schlammgründen wo sie den Boden durchwühlen. Zonen mit vielen Algenbänken, Felsen und Hindernissen sind sehr produktiv, natürlich nur wenn wir uns nicht beim einholen uns nicht Verhaken.  

Vorkommen in Flüssen: Im Frühling und Herbst bleiben sie in geringen Tiefen mit leichter Strömung, immer in der Nähe von grossen Felsen wo sie sich vor der Strömung schützen, oder auch in der Nähe von versunkenen Bäumen und Algenbänken wo sie sich verstecken. Sie bewegen sich in der Strömung dem Ufer entlang auf Nahrungssuche. Im Sommer während der grössten Hitzestunden sind sie eher nicht aktiv und werden erst wieder bei Sonnenuntergang bzw. bei Sonnenaufgang aktiv.  Im Winter bleiben sie in tiefen Gräben und kommen von dort nur wegen der Nahrungssuche raus.

Gewohnheiten:
In diesem Absatz erklären wir die häufigsten Verhaltensweisen der grossen Exemplare. In keinem Fall entspricht diese Beschreibung den generellen Verhaltensweisen dieser Art und auch nicht denen der kleineren Exemplare. Der Barbe ernährt sich vor allem am Grunde des Gewässers. Dort sucht er mit seinem Rüssel zwischen den Steinen, den Boden aufwühlend nach Nahrung. Da er Räuberische Gewohnheiten hat, ist er nachts aktiver. Deshalb sind die besten Momente um ihn zu angeln bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Der Barbe ist viel schreckhafter und vorsichter als der Karpfen, auch wenn man schon vereinzelt Barben im Futterzone von Karpfen geangelt hat. Normalerweise erfolgen die Anbisse an den Randgebieten der Futterplatz oder zu Uhrzeiten wo wenig Aktivität herrsht. Es scheint als ob den Barben das Tumult nicht gefällt und, sie vermeiden es an den Futterplatz zu essen wenn dort die Karpfen voll aktiv sind. Die Barben gründen Fischschwärme, genau wie die Karpfen. Als Jungtiere gründen sie grosse Gruppen und während sie heranwachsen werden die Gruppen immer kleiner.  Die grossen Barben treten in Gruppen von 2 bis 5 Exemplaren auf. Diese Gruppen bestehen immer aus gleich grossen Exemplaren. Wie schon vorhin erwähnt, sind sie vorwiegend nacht aktiv. Aber auch tagsüber besteht die Möglichkeit, einen Anbiss zu haben. Die Günstigeren Tage sind die, an denen es bewölkt, stark windig oder regnerisch ist. Während oder kurz nach einem Gewitter sind die idealen Momente um einen guten Fang zu machen. Weniger produktiv sind sehr heisse oder windstille Tage. Irgendwie ist die Legende entstanden, dass der Barbe im Winter aktiver ist als in den anderen Jahreszeiten. Diese Theorie ist falsch, hat aber eine logische Erklärung. Der Grund warum man im Winter mehr Barben fängt, ist weil die Karpfen weniger aktiv sind. Diese geringere Aktivität der Karpfen lässt zu, dass die Barben in den Futterplatz hineingehen. Sie fühlen sich nicht gestört, da keine Karpfen anwesend sind.

Ernährung:
Barben sind Allesfresser und ernähren sich teils von Pflanzen, teils von anderen Lebewesen. Der Barbe Bocagei und der Barbe Sclatieri haben eher eine Tendenz zu tierischer Nahrung, der Kleinkopfbarbe und der Barbe comizo hingegen sind eher an vegetarischer Nahrung interessiert. Während seiner ersten Lebensjahre basiert die Ernährung aller Arten  auf Larven, kleinen Insekten, Muscheln, Würmern, Schnecken und Süsswasser Garnelle (Gammarus). Beim Heranwachsen werden sie dann eher Raubfische und erweitern ihren Speiseplan mit kleinen lebendigen Fischen, Fröschen, Krebsen und sogar kleinen Vögeln. Die grosse Barben ernähren sich auch von toten Fischen und Kadavern.

Der Kampf:
Wegen seinem aerodynamischen Aussehen und seiner Grösse ist noch eine weitere Legende entstanden „ die vom erbitterten Kampf ohne Erholung “. Barben sind zweifelsohne grosse Kämpfer, aber nicht immer. Es ist bekannt, dass kleine Barben grosse Kämpfer sind  verglichen mit einem gleichgrossen Karpfen. Das lässt in den Köpfen der Angler automatisch die Grösse mit der Kraft multiplizieren. Uns wurden viele Geschichten von Kämpfen mit grossen Barben erzählt. Ab dem Moment von dem der Anbiss erfolgt bis zu
dem wo der Barbe im Käscher ist vergingen mindestens 40  Minuten dieses erbitterten Kampfes. Die Fische spulten hunderte Meter Faden von den Rollen ab und es war unmöglich sie zu stoppen. Diese Erzählungen müssen von Riesenbarben stammen, die in Flüssen mit viel Strömung leben und sehr kämpferisch sind. Die Barben die wir selbst oder unsere Freunde gefangen haben verhalten sich ganz anders als vorhin beschrieben. Mal sehen, ob wir so ein Prachtexemplar aus einem Fluss angeln, um die Theorie des erbitterten Kampfes bestätigen zu können. Wir wollen nicht behaupten, dass bei unseren Fängen zeitweilig kein intensiver Kampf stattgefunden hat. Was wir aber ganz klar sagen können ist dass ein Karpfen der gleichen Grösse mehr Widerstand leistet und länger kämpft. Der grösste Unterschied zwischen einem Karpfen und einem Barbenanbiss liegt vor allem in den ersten 30 Sekunden nach dem Anbiss. Der Barbe hat einen viel gewaltigeren Start und spult die Schnur aus der Rolle mit grosser Geschwindigkeit ab. Er kann in wenigen Sekunden bis zu 50 Meter abspulen und anfangs ist er sehr schwer zu bremsen. Einmal wo wir diese ersten Fluchtversuch unter Kontrolle haben lässt sich der Barbe mit relativ geringen Widerstand ans Ufer holen. Im besten Fall wagt er einen zweiten Fluchtversuch. Manchmal wenn sie merken, dass wir  sie bremsen ändern sie schlagartig die Richtung und kommen mit grosser Geschwindigkeit in Richtung Ufer. Sie sind so schnell, dass man keine Zeit hat den Faden aufzuspulen. Das bewirkt, dass wir den direkten Kontakt mit dem Fisch verlieren und das die Linie durchhängt. Während dieser wenigen Sekunden kann sich der Faden an einem Hindernis am Grund verheddern. In dem Moment wo wir wieder den direkten Kontakt zum Fisch kriegen erfolgt eine sehr schlagartige Bremsung. Wenn das Hindernis scharfe Kanten hat, wie zum Beispiel ein Felsen kann uns mit grosser Wahrscheinlichkeit das die Schnur reisst. Die schlagartige Bremsung mit einem sehr gespannten Faden kann einen Riss an deren Lippe verursachen und wir verlieren somit den Fisch. Einmal wo er in Ufernähe ist beginnt der heikelste Teil. Sobald der Barbe merkt, dass er  in die Nähe der Wasseroberfläche kommt, kriegt er die Panik und unternimmt einige sehr heftige Fluchtversuche. Wegen des geringen Abstandes zwischen uns und dem Fisch und weil wir die Bremse etwas geschlossen haben, da wir uns keine so heftigen Fluchtversuche mehr erwarten, ist der Faden sehr gespannt und wir riskieren dass sich der Barbe vom Haken löst oder die Montage geht kaputt. Wenn uns auch die grossen Barben als so robust und stark erscheinen sind sie es nicht wirklich. Nach dem Kampf sind sie komplett erschöpft. Ganz anders als der Karpfen, der längere Zeit  ausserhalb des Wassers bleiben kann, darf sich der Barbe nicht mehr als 3 bis 4 Minuten ausserhalb des Wassers aufhalten, ansonsten stirbt er. Die grossen Barben  und besonders der Barbus Comiza sind extrem empfindlich. Das Fotografieren sollte nicht lange dauern. Es ist ratsam, den Fisch im Wasser im Käscher  zu halten, bis wir das gesamte Material vorbereitet haben. Danach holen wir ihn raus um Ihn zu Wiegen, einige Fotos zu machen und danach muss er sofort wieder ins Wasser zurückgesetzt werden.

Lebensräume:
See und Stausee: Den Lebensraum in den Seen zu beschreiben ist etwas komplizierter als der in den Flüssen. Im Frühling finden wir sie in der Einmündung zum See. Mit etwas Glück hat der Fluss in dieser Jahreszeit genügend Wasser um bei seiner Einmündung in den See ein wenig Strömung und einige Strudel zu verursachen. Wir finden sie am Rande der Hauptströmung und ab den ruhigeren Stellen in der Nähe der Strömung. Die Zonen mit Hindernisse, wie versunkene Bäume oder Felsen werden von Barben gerne aufgesucht. Wenn wir einen Fang in der Nähe eines Hindernisses in anbetracht nehmen, müssen wir unsere Montage mindestens 5 Meter davon entfernt plazieren. Wir füttern etwas zwischen dem Hindernis und unserer Montage an, mit der Absicht so die Fische aus ihrem Versteck zu locken. Wenn dann ein Anbiss erfolgt müssen wir unheimlich schnell sein, um ihn einzuhaken. Die wahrscheinlichste Reaktion des Barben ist, in Richtung des Hindernisses zu schwimmen, um dort Schutz zu suchen. Also müssen wir die Bremse etwas schliessen, und versuchen seine Richtung zu ändern, auch wenn wir so riskieren den Fisch zu verlieren. Im Sommer sind die besten Momente der Sonnenaufgang und der Sonnenuntergang. Während dieser Zeitspannen patrullieren die Barben am Ufer entlang auf Nahrungssuche. Also ist es  am besten unseren Köder in Ufernähe zu plazieren. Tagsüber klappt es besser, wenn wir sie an tieferen Stellen suchen. Damit sich die Fische durch unsere Anwesenheit nicht gestört fühlen, werfen wir den Köder an das gegenübrliegende, ruhigere Ufer.
Im Herbst sind Barben in einer Tiefe von 4 bis 6 Metern zu finden, das Gebiet um die Einmündung in den See kann gut sein und auch die buchten die diese Bedingungen erfüllen. Im Winter suchen die Fische Zonen mit wärmeren, stabileren Wasser so wie etwa an der Staumauer oder in Gräben. 

Flüsse: Der Lebensraum in den Flüssen ist aus verschiedenen Gründen etwas leichter zu definieren. In einem Fluss haben wir den Vorteil, dass wir die Fische visuell orten können. In einem von Barben bevölkerten Flusslauf muss das Wasser ziemlich sauber sein, also können wir sie vom Ufer aus beobachten. Das andere Vorteil ist, dass die meisten von Barben bevölkerten Flüsse Spaniens nicht sehr gross sind. Das erleichtert das orten der Fische. In wenigen Stunden können wir die ganzen Gräben des Flusslaufes sowie auch die ruhigeren Stellen, Sandbänke und Hindernisse ausfindig machen. Im Frühling sind die weniger tieferen  die besten Stellen, wo viele Algen sind, wenig Strömung und Hindernisse gibt. Die Technik die wir anwenden ist dieselbe wie auch im See. Am Rande der Strömung angeln, an den Stellen mit weniger Strömung oder in der Nähe von Hindernissen. In dieser Jahreszeit schwimmen die Barben in den Algenbänken oder in deren Nähe. Also ist es das Beste, unsere Montage ca. 2 handbreite von der Algenbank zu plazieren in einen schattigen Platz, wo unsere Montage gut getarnt bleibt. 

Im Sommer sind die besten Uhrzeiten genau wie in den Seen der Sonnenaufgang und der Sonnenuntergang. In diesen Zeitspannen finden wir sie in Ufernähe. Tagsüber angelt man sie besser an tieferen Stellen oder an einer schattigen Stelle wie sie zum Beispiel eine Trauerweide am Ufer. Im Herbst ist die produktivste Zone die Flussmitte, vorausgesetzt es gibt da nicht zu viel Strömung. Falls die Strömung sehr stark ist, sollten wir sie am Rande dieser Strömung suchen. Im Winter sind die Gräben die besten Stellen. Wenn es sich um grosse Gräben handelt können wir direkt darin angeln. Falls es keine Strömung gibt verwenden wir am besten leichtere Bleie von 30 bis 40 um die Fische nicht zu erschrecken wenn das Blei ins Wasser fällt.  In kleineren Gräben ist es nicht ratsam direkt hinein zuwerfen denn wir könnten die Fisch verschrecken. Wir werfen so, dass das Blei genau am Rand des Grabens zum liegen kommt oder besser noch an der Wand des Grabens.

Spezielle Angeltechniken und Köder:
Spezielle Angeltechniken auf Barben sind sehr kompliziert da andere Fischarten die  selben Gewässer bewohnen sehr ähnliche Ernährungsgewohnheiten haben. Der einzig wirklich natürliche Köder ist die bestimmte Sorte von Algen (Ova), aber diesen Köder kann man nicht auf ein Hair montieren. Ausser wir stellen Ova-Boilies her, eine Sache die wir gerade experimentieren. Die anderen Köder wie Boilies, Käse, Schinkenwürfel und Krebse werden auch von Karpfen sehr gut angenommen.

Mit totem Fischköder zu angeln ist sehr effektiv falls es keine grossen Hecht und Zander vorkommen gibt. Diese Raubfische werden von diesem Köder ebenfalls angezogen. In Seen mit einem grossen Krebsvorkommen ist es ebenfalls nicht ratsam mit totem Fischköder zu angeln, da in sehr kurzer Zeit davon nur noch die Gräten übrig sind.

Wenn wir eine etwas speziellere Angeltechnik anwenden wollen, ist dabei das wichtigste nicht übermässig anzufüttern. Eine zu grosszügige Anfütterung lockt sofort einen grossen Fischschwarm, und daran sind wir ja nun nicht interessiert. Andererseits wenn wir gar nicht anfüttern ist es als wollten wir eine Stecknadel in einem Heuhaufen finden. Die Lösung ist also wenig und an einer bestimmten Stelle anzufüttern. Wir sind zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die Ernährungsgewohnheiten der Barben unterschiedlich zu denen der Karpfen sind, also muss unsere Technik beim anfüttern von Barben ebenfalls unterschiedlich sein. Der Barbe ist ein Fisch der beim Fressen ständig in Bewegung bleibt. Wenn er an einer angefütterte Stelle vorbeikommt, verweilt er einen Moment um zu fressen, aber nur kurze Zeit , dann setzt er seine Route fort. Wenn man schon viele Tage zuvor anfüttert garantiert das nicht, dass die Fische in der Gegend zum Fressen bleiben. Also, welche ist dann unsere Strategie? Wir füttern wenig an, aber genügend, damit sich der Fisch von unserem Köder angezogen fühlt und nicht vorbei schwimmt. Wenn wir zuviel anfüttern  riskieren wir, dass er zwischen dem ganzen Angefütterten  unseren Köder nicht findet. Im Winter ist es ratsam wenig anzufüttern. Es ist ausreichend die Futterzone so 2 Tage vorher mit etwa zwei Kilos Boilies und Partikeln anzufüttern. Am Angeltag verwenden wir dann nur PVA Bags oder Futterkörbe benutzen. Wir können die PVA Bags mit ganzen oder zerkleinerten Boilies und mit Forellenkraftfutter füllen . Wenn wir von einem Boot aus anfüttern, können wir Mix Kugel verwenden. Für diese Mix Kugel verwenden wir verschieden Zutaten. Vor allem verwenden wir Mix den wir auch für das Coupangeln verwenden, dann fügen wir zerkleinerte Boilies derselben Geschmacksrichtung mit der wir dann anglen werden hinzu, und noch etwas Besonderes wie Hirse (Maple Peas), die ihnen sehr gut schmeckt und mit dem sie auch eine Weile beschäftigt sind. Bei unserer letzten Angel season haben wir dem klassischen Futterkorb für Maden eine neue Funktion gegeben. Als wir gesehen habe, dass mit diesem Futterkorb  bei der Angeltechnik mit Feeder  sehr gute Ergebnisse zu erzielen sind, haben wir das für unsere Angeltechnik einfach übernommen. Der einzige Unterschied zum klassischen Futterkorb für Süsswasser ist, dass wir einen wesentlich gösseren verwenden ( Meer) mit unterschiedlichem Inhalt. Je nach Strategie die wir anwenden, können wir ihn entweder mit zerdrückten Krebsen , Hühnerleber, zerkleinertem Fisch oder Forellenkraftfutter füllen. Um diesen Futterkorb verwenden zu können, nehmen wir eine Montage die sich nicht verheddern kann, wobei wir statt dem Blei den Futterkorb verwenden ( Clip system). Mit diesem System  beabsichtigen wir zweierlei: mit dem Geruch den er verbreitet versuchen wir Barben in die Nähe unser Montage zu locken und wenn sie dann dort sind bleibt ihnen nichts anderes übrig, als unseren Köder zu nehmen. Der Geruch lockt aber auch die Krebse aus der Umgebung an, die dann in der Nähe des Futterkorb bleiben werden um zu versuchen, ein paar  Brocken von dem Futter abzubekommen. Sobald dann mit ein wenig Glück die Barben kommen, finden sie einige lebende Krebse und unseren toten Krebsköder vor.  Wenn es vor Ort nicht viele Verhängnisse gibt, können wir unser Futterkorb mit der Mischung von Mix wie vorhin beschrieben ummanteln.  Eine andere gute Möglichkeit ist eine Mix Kugel aus zermahlenen Krebsschalen  zu machen.

Die Montage:
Wenn wir für Barbenangeln Karpfen
Rigs verwendeten,  hatten wir mehr Fehlanbisse als normalerweise. Auch haben sich mehr Fische abgehakt als sonst. Einer der Tage an denen wir mehr Erfolg hatten war, als wie kleinere Boilies verwendeten. Da wurden die wirklichen Anbisse mehr, aber auch hier haben sich noch viele Fische abgehakt. Danach kauften wir kleinere Haken, die auch besser zu den kleineren Boilies passten, und das war der totale Erfolg. Wir können nicht genau sagen, warum Barben kleinere Boilies bevorzugen, denn nach der Grösse ihres Mauls könnten sie gut einen Boilie von 30 mm fressen. Die einzig logische Erklärung könnte sein, dass er einen so grossen Boilie nicht mit seiner natürlichen Nahrung in Verbindung bringt. Ein kleinerer Boilie hingegen stimmt ihn weniger misstrauisch, weil er ihn eher mit seiner natürlichen Nahrung wie zum Beispiel einer Schnecke oder Muscheln asoziert. Die von Barben bevölkerten Gewässer sind meist sehr sauber. Wenn wir also tagsüber angeln verwenden wir Rigs aus durchsichtigem Flurocarbon. Nacht und in trüberen Gewässern einen normalen geflochtene Schnur.  Normalerweise verwenden wir einen kurzen Rigs von 15 bis 20 cm und Boilies mit einem Durchmesser von weniger als 16 mm. Für diese Boiliegrösse empfehlen wir Haken Nr. 4 oder Nr. 6.

Boilies:
Es ist viel einfacher den Karpfen daran zu gewöhnen Boilies zu fressen als den Barben. Seine Ernährungsgewohnheiten, sich nicht lange in der Futterzone aufzuhalten und immer in Bewegung zu bleiben, erschwert uns die Arbeit. Ausserdem behält er seine Vorliebe zu seiner natürlichen Ernährung und ist fremden Futter gegenüber viel misstrauischer als der Karpfen. Trotzdem dürfen wir den Mut nicht verlieren, mit Geduld kann man es erreichen und einmal  wo wir es geschafft haben ist uns der klare Vorteil den anderen Anglern gegenüber sicher. Die beste Form sie daran zu gewöhnen ist, über mehrere Wochen oder Monate lang  vor der Angel
season, immer kleine Mengen von Boilies anzufüttern um sie Schritt für Schritt an diese Nahrung zu gewöhnen. Für all jene die nicht die Möglichkeit  haben diese Art der schrittweisen Anfütterung zu praktizieren und schnelle Ergebnisse möchten bleibt nur die Möglichkeit sich Boilies einer Geschmacksrichtung die der natürlichen Nahrung der Barben sehr nahe kommt zu kaufen oder selbst herzustellen. Die hausgemachten Boilies, die am besten angenommen werden, sind die aus Forellenkraftfutter oder aus Schildkrötenfutter (getrocknete Süsswasser Garnelle).

Der Barbus Scaltierei scheint der am wenigsten Raubfischartige von allen zu sein. Zu dieser Schlussfolgerung sind wir gekommen, weil wir die Hälfte aller Barbus Scaltieri mit süssen Boilies gefangen haben. Die besten Ergebnisse erzielten wir dabei mit den Geschmacksrichtungen Scopex und Brombeer.  Der Barbus Comun und der Comiza sind eher Raubfische, sie bevorzugen ganz klar die Boilies mit fischigen Geschmack wie Krebs, Fisch und Garnelle. Alle Arten zeigen jedoch eine Vorliebe für Hirse boilies.

Andere Köder:
In Spanien hat das Angeln von Riesenbarben grosse Tradition, auch wenn die Methoden nicht immer ganz Ortodox sind, sind die Ergebnisse doch überraschend. Ein Beispiel für den Einfallsreichtum der Angler zeigt uns ein System das aus Puente del Arzobispo in der Provinz
Cáceres kommt. Die Angler aus der Gegend konnten beobachten, dass in den Monaten von März und April grosse Barben unter der Brücke durchschwammen. Es musste für dieses Verhalten eine Erklärung geben und nach vielen Stunden Beobachtung kamen sie zu dem Schluss: Die Unterseite der Brücke war voller Schwalbennester und die kleinen Schwalben die bei den ersten Flugversuchen ins Wasser stürzten waren ein Festmal für die Barben. Das Angeln mit kleinen lebendigen Vögeln ist nicht eine der elegantesten Variante zu angeln, ist aber sehr effektiv. In anderen Gebieten werden sehr erfolgreich lebende Frösche als Köder genommen. Dabei beissen aber auch oft andere Fische wie Hecht und Black Bass an. Wir verwenden die Techniken der kleinen lebendigen Vögel und der Frösche nicht, weil wir halten sie für abscheulich. Deswegen haben das Hair System  an anderes natürliches Futter angepasst und erzielen damit gute Ergebnisse. Ein sehr guter Köder ist der fleischige Schwanzteil des amerikanischen Krebses, vor allem im Winter. Toter Fischköder auf Grund, sowie auch Regenwürmer in der Form eines Knäuel oder stark aromatischer Käse in Würfel geschnitten.

Lagunen von Ruidera. Barbus Comiza 16.2kg
Mein Freund  Jose Luis Uceda

 

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