Es war die erste Ausgabe des „Carp Mirror“ im Jahre 2003, in der ich eine Artikel über einen „Verrückten“ fand. Da gab es einen Angler in meinem Alter, der schon fast alles gefangen hatte, was für mich bis dahin nichts als Träume waren. Sein Name war Florian Läufer.
 
Netter Kerl und zielstrebig bis zum Ende
Fast 2 Jahre später bekam ich dann einen ersten Kontakt zu Florian, da er einen Gastbeitrag für eines unserer Angelbücher im Kosmos-Verlag geschrieben hatte. Ich würde mal sagen, dass wir uns schon damals „telefonisch“ sehr gut verstanden. Es vergingen einige Monate bis ich im Internet herausfand, dass Florian gerade von einer Texas-Reise zurück war, bei welcher er Fische gefangen hatte, wie ich sie nie zuvor gesehen hatte. Nachdem ich ihm eine sehr neidische E-mail geschrieben hatte, antwortete er nur mit der kurzen Frage, willst du nächstes Jahr mit?

Ich war dabei und lernte ihn im darauf folgenden Jahr kennen, den netten aber unglaublich zielstrebigen Angler. Wir fingen gemeinsam Alligator-Hechte in Texas, Karpfen in Deutschland, Nilbarsche in Ägypten und die nächste Planung wird uns nach Südamerika führen.
 
Auf allen Kontinenten
Auf unseren gemeinsamen Reisen erfuhr ich dann auch viel darüber, wie sich Florian zu solch einem angelnden Globetrotter entwickelt hat.
 
Wie viele andere Angler auch, so begann auch er in der Jugend als erfolgreicher Wettkampffischer. Als jedoch dann das Setzkescherverbot in Kraft trat und alle gefangenen Fische getötet werden mussten, war das keine Angelei mehr für ihn. Florian wendete sich den Karpfen zu machte sich in der Szene der Karpfenangler einen guten Ruf, unter anderem mit dem Fang eines 47-pfündigen Karpfens in Schleswig-Holstein!
Doch die Welt ist groß und Fische gibt es überall, nur sind sie mancherorts verdammt groß! Da man bekanntlich klein anfangen soll, war sein erstes Ziel der weiße Hai, der größte aller Fische. 1998 war es so weit. Für ein afrikanisches Haiforschungsinstitut angelte Florian auf weiße Haie und es gelang ihm mehrere dieser Exemplare zu fangen, der größte davon wog ca. 1.600 lbs.
Zwei Jahre später führte ihn sein Weg auf die Kapverdischen Inseln, um dort den König der Meere den blauen Marlin zu beangeln. Auch das gelang ihn, doch stellte Florian fest, dass die Meeresangelei nicht wirklich sein Ding war und so beschloss er, sich den Giganten des Süßwassers zu stellen.
 
Ägypten
Die erste Unternehmung in Sachen Süßwasser-Giganten führte ihn im Jahre 2001 nach Ägypten. Gleich bei der ersten Reise gelang ihm der Fang eines Fisches von 110 Pfund.

Im April diesen Jahres durfte ich Florian nach Ägypten begleiten. Wir waren zwar nicht so erfolgreich, wie damals 2001, aber allein die Atmosphäre Afrikas war die Reise wert. Man kann sich gar nicht vorstellen wie laut eine afrikanische Nacht ist. Was haben wir es genossen nachts mit Bierchen auf dem Versorgungsschiff zu sitzen und die Stimmen der Tiere zu hören.
 
Spanien
Zwischen 2002 und 2003 entdeckte Florian seine Leidenschaft für das Welsangeln. Mehrere Reisen nach Mequinenza in das Mekka der Welsangler brachten ihm mehrere Fische von über 2 Metern und über 100 Pfund.

Brasilien
Einer seiner absoluten Zielfische war und ist der Arapaima, der von seiner biologischen Veranlagung her, der größte Süßwasserfisch der Welt ist. Nach einer langen Zeit der Recherche ergab sich im Jahre 2004 die Möglichkeit den bekannten holländischen Angler Arnout Terlouw nach Brasilien an den Amazonas zu begleiten. Es wurde eine Reise die Florian völlig begeisterte und in mir den Drang weckte so etwas auch noch zu erleben.

Es gelang Florian südamerikanische Welse, Rochen, Piranhas und ja, auch Arapaimas zu fangen. Damit war Florian Läufer der erste Deutsche der den Fang eines Arapaimas in seiner natürlichen Umgebung mit Bildern nachweisen konnte.
 
Thailand 
Ein Jahr später führte es Florian nach Thailand. Hier befischte er nicht nur den Bung Sam Lan, sondern auch etliche andere Gewässer. Er konnte ca. 50 verschiedene Fischarten überlisten, sogar die sonst nur in Australien lebenden Baramundis. Der spektakulärste Fang gelang ihm aber sicherlich doch schon am ersten Tag. Wie viele Angeltouristen haben diesen Fisch auf ihrer Liste und können doch nicht die Maschen des Keschers um ihn schließen. Florian Läufer landete am ersten Angeltag in Thailand einen siamesischen Riesenkarpfen von 60 Pfund und war damit wieder mal der erste Deutsche der solch einen Fisch fangen und mit Fotos belegen konnte.
 
Texas
Im gleichen Jahr, noch vor der Thailand-Reise war Florian das erste mal in Texas. Ein Jahr später startete er noch einmal zum Trinity-River. Diesmal war ich dabei. Zwei Woche später wusste ich, dass ich vorerst das größte Abenteuer meines Lebens hinter mich gebracht hatte. Riesige Alligatoren, gewaltige Schnappschildkröten und herum vagabundierende Gürteltiere waren nur das Beiwerk zum Fang vieler urtümlicher Alligator-Hechte. Und dann, am letzten Tag unserer Reise nur eine Stunde vor Abfahrt vom Fluss, bekam Florian noch den Biss der Bisse. Letztendlich landeten wir einen Fisch von fast 100 Kilo. Ein gewaltiges Tier von 2,25 Metern Länge. Ach Übrigens war ich damit der zweite Deutsche der solch einen Fisch fangen und belegen konnte, wer der erste war, na ja, ihr könnt es euch schon denken...

Das Buch 
Natürlich lag die Idee nahe, all diese außergewöhnlichen Abenteuer zwischen die Klappen eines Buches zu pressen. Und nun ist es auch so weit: „Faszination Angeln – Jagd auf Süßwassergiganten“ beeindruckt durch hervorragende Bilder und macht mit seinen stimmungsvollen Texten auch dem letzten Lust auf das Abenteuer Angeln in aller Welt. Der Däne Johnny Jensen steuerte ein Gastkapitel über das Mahseerangeln in Indien bei und damit die Freude des Karpfenangelns nicht zu kurz kommen, hat sich auch Dieter Martens bereit erklärt ein Kapitel zu schreiben, in welchem es um das extreme Karpfenangeln in Frankreich geht.

Florian Läufer: „Faszination Angeln – Jagd auf Süßwassergiganten“

144 Seiten, 23,5 x 28,4 cm, 150 Fotos , 29,90 €, ISBN: 978-3-440-10885-7, Kosmos Verlag , ab 10. August im Buch- und Fachhandel erhältlich.



Freut euch auf Bilder die Lust machen auf mehr. Ich bin sehr froh, Florian Läufer kennen gelernt zu haben und ich hoffe, wir  werden noch so manches Abenteuer erleben.

Ben Boden
www.natural-carpbaits.de

Team Member
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