Es hat sich vieles getan seit meinen letzten Ansitz, der vor ca. zwei Jahren hier stattgefunden hat. Vielleicht kann sich der eine oder andere noch an die beiden Geschichten erinnern, die zum einen von Ben Boden und zum zweiten von mir geschrieben wurden. Sie handelten beide über den damals noch relativ unbekannten Hammersee in Bodenwöhr. Damals konnten wir euch Fische präsentieren in der Kategorie (schön, schöner am schönsten). Ich bin ja so was von froh und auch begeistert das die bayerischen Seen nun endlich Anschluss finden in Sachen CATCH & RELEASE. Es konnte sich in den vergangenen zwei Jahren in diesem Gewässer ein Bestand an Karpfen entfalten der absolut nicht zu verachten ist. Mann Mann Leute, was soll ich euch sagen!!! Bodenwöhr rockt.

In unseren letzten beiden Berichten haben wir euch das Gewässer schon ausführlich beschrieben. Aber eine nochmals kurze Einführung für unsere neuen Leser kann sicherlich nicht schaden. Ja, der See besitzt eine gesamt Fläche von ca. 37 ha. Es ist ein lang gezogenes oder Flussartiges, idyllisches Gewässer. Es ist nicht tief, aber ein sehr produktives Wasser. Das Futterangebot wie es auf natürliche Weise hier im See basiert und sich wie folgt zusammen stellt, sind!!!! Muscheln die teilweise so groß wie eine Männerfaust sind. Da wären noch Krebse die sich gerne mal über das eingebrachte Futter der Angler her machen. Ja, und was mich ein wenig fasziniert, das es hier sehr viele Schnecken gibt. Also meiner Meinung nach existiert gerade für unseren Zielfisch eine Speisekarte die nicht Ohne ist. Dann gibt es ja noch das eingebrachte Futter der Angler das auch sehr stark dazu beigetragen hat das die Fische in den letzten zwei Jahren hier richtig abwachsen konnten.

Solche Spiegler und Schuppies sind am Hammersee keine Seltenheit

Wie soll es anders sein wenn man ein wenig Ruhe oder Ausgleich braucht und gerne mit der Natur verbunden sein möchte, das es da fast nichts nahe liegendes gibt als unseren schönsten Hobby nach zu gehen. Na!!!! Na klar, angeln gehen. Genau das habe Ich wieder gemacht. Setzte mich in mein Auto, das ich schon Tage vorher gepackt hatte und fuhr mit vollen Futtereimern in das von mir ca. 35km entfernte Bodenwöhr am Hammersee. Es ist immer wieder eine Freude für mich dieses tolle Gewässer mit seinen wunder schönen Panorama, Schilfgürteln, Seerosenfeldern, einfach Natur pur zu sehen und auch beangeln zu dürfen. Am Angelplatz angekommen bekam ich sofort Besuch vom Vorstand und Freund Dieter Reil. Der mir auch ausführlich Bericht ab gab, über die letzten Ereignisse und was sich so in der letzten Zeit getan hat. Man höre und staune!!!!  Bei meinem letzten Ansitz habe ich euch über Fische berichtet, die sich im Bereich der 8-14kg Marke bewegten. Als sich mir nun die Gelegenheit bat, Ihnen über Traumfische zu berichten, erfüllte mich mit so einer Begeisterung das Ich es gar nicht mehr erwarten konnte meine Köder in diesem Gewässer zu versenken.

Also machte ich mich über den Aufbau meines Lagers her. Dieter stellte mir natürlich wieder seinen Kahn zur Verfügung, der es mir ermöglicht meine Köder und mein Grundfutter an Ort und Stelle zu bringen. Alt bewährte Fischboilies aus der Boxenstopp Gasse Straubing Baits dürfen natürlich bei einem solchen Ansitz der sich über ein paar Tage und Nächte hin zieht, nicht fehlen.

Ich bereitete mir einige Montagen vor. Dazu einige PVA Säcke, die Ich mit Pellet`s und klein geschnittene Hakenköder befüllte. Einfach und ohne viel Aufwand gefertigte Montagen, durchbrachen wenige Minuten später die Wasseroberfläche. Ein mit Partikel gefertigter Mix gab meinem Gefühl nach Punkt genauen nachfüttern die absolute Gewissheit alles richtig gemacht zu haben. So konnte ich in aller Ruhe mit meinen beiden Ruten den Kontakt zum Blei herstellen und sie anschließend auf meinen Banksticks ablegen. Ich starrte die ganze Zeit aufs Wasser und beobachtete die vielen kleinen Fische die all die kleinen Partikelteilchen, die ja oben trieben, fraßen. Ein leichter Wind ließ diesen Freßteppich Seitlich abtreiben. Die Dämmerung setzte ein und die Kirchenglocke schlug 21°° Uhr. Erst nach ein paar Glockenschlägen bemerkte Ich, das sich der Ton meines Bissanzeigers mit dem Gebimmel der Glocke vermischt hatte. Ein kurzer Anhieb sicherte mir einige Minuten später die Landung eines sehr schön gezeichneten Spieglers. Die Nacht hatte sich nun durchgesetzt und Ich hatte meine beiden Montagen von neuen ausgebracht. Danach blieb es ruhig. Bis morgens um halb vier. Ein gewaltiger Run ließ mich von null auf nichts stramm stehen.

Binki mit seinem schönen hochrückigen Spiegler Thomas Ziegler mit einem lupenreinen Schuppi

Ich griff meine linke Rute, setzte noch einen Hieb und begann den stark ziehenden Fisch zu drillen. Ich konnte auch diesen Fisch erfolgreich landen. Er brachte 11kg auf die Waage. Im Anschluss dachte Ich mir!! nicht schlecht für die erste Nacht. Auf alle Fälle war Ich kein Schneider mehr. Einige Karpfen sprangen in der undurchsichtigen Nacht über die Wasseroberfläche hinaus und   veranstalteten durch ihr Geplätscher für einen eingefleischten Angler wie ich es bin, Open Air Stimmung. Bei einigen Fischen war mir sofort klar, das diese alles waren, nur nicht klein!!

Ein neuer Morgen war da und meine Bissanzeiger waren still. Ich holte meine beiden Ruten ein und wechselte meine Vorfächer aus. Auf ein neues sagte Ich zu mir, und saß auch schon im Boot und ruderte in Richtung Futterplatz. Ben sagte einmal zu mir! Bernhard!!! folge den Ruf deines Herzens. Jetzt weiß Ich was Er genau damit meinte. Mittlerweile konnte Ich mich mit einigen Anglern austauschen, und ich traute meinen Ohren und Augen nicht was ich da hörte und auch sah. Es wurden tatsächlich Fische gefangen die der 20kg Marke nahe waren. Ja, was soll Ich euch sagen!! Da war einer. Sie zeigten mir tatsächlich ein Foto von einem Spiegler mit 20kg500g. Den Sie erst zwei Wochen vor meinen jetzigen Ansitz gefangen hatten.

Ab diesen Zeitpunkt wusste Ich das ich mit diesem Gewässer noch sehr viel vor hatte. Ca. einhundert Meter weiter hat sich ein alt bekannter Ortsansässiger Angler nieder gelassen, mit dem Ich mich schon vor zwei Jahren ziemlich gut austauschen konnte. Natürlich ging ich auf einen kleinen Plausch zu Ihm und ließ mich ein wenig auf den neuesten Stand bringen. Nur gut das die Technik nicht stehen geblieben ist und das sie eine tolle Erfindung wie die Funkbox ans Tageslicht zauberte. In meiner Hosentasche begann auf einmal ein andauernder Piepton. Natürlich nahm ich meine Beine unter die Arme und lief durch den dichten Wald in Richtung meiner Ruten. Der Dauerton ließ nach und in mir kam ein Gefühl hoch das ich den Fisch verlieren würde bis Ich meine Ruten erreichen konnte. Fast angekommen war der Ton wieder da und Ich konnte meine Rolle ablaufen hören.

Ein neuer Morgen Ein kleines Teilstück vom Hammersee

Dieses doofe Gefühl war auch ganz schnell wieder weg wie Ich meine Rute in meiner Hand hielt und den Kontakt zum Fisch spürte. Ein paar Minuten später konnte ich in meinem Keschernetz einen schönen 9,5kg schweren Spiegler zublinzeln. Es war mir wieder mal eine Leere das man seine Ruten wirklich keinen Moment aus den Augen lassen sollte. Den restlichen Tag bis zur angehenden Nacht konnte ich noch vier weitere Fische fangen. Leider war mein Zielfisch nicht dabei!! Schade““ Aber Ich hatte ja noch eine Nacht und fast einen ganzen Tag zur Verfügung. Mein Ehrgeiz machte sich bemerkbar und Ich ließ keine Minute vergehen um meine Futterplätze wieder auf Vordermann zu bringen. Man darf in diesem Gewässer keine Boje setzen. Als Ich bemerkte das sich der Angler der zwar einhundert Meter weiter weg von mir saß, aber Er hatte seine Montagen schräg zu mir, ca. zehn Meter von meinem Futterplatz entfernt platziert. Da machte Ich mir natürlich Gedanken ob das Absicht war!! Aber auf der anderen Seite konnte er ja nicht wissen wo Ich abgelegt und meine Futterplätze gemacht hatte.

Also ließ Ich es gut sein und dachte an meine gute Kinderstube. Ich konnte durch seine sehr laut eingestellten Bissanzeiger einige Bisse mit bekommen. Die Nacht wechselte wieder zum Tag, und Ich glaube das wir beide nicht viel geschlafen hatten. Wir mussten uns durch ziemlich viel Kleinfisch durch arbeiten. Darunter waren auch einige Brassen die einen das Anglerleben schon ganz schön schwer machen können. Der Wind blies in meine Richtung und ließ mich erneut einen Biss meines Nachbarn mitbekommen. Es dauerte auch gar nicht lange bis Ich Ihn schon meinen Namen rufen hörte.

Dieses Mal ließ Ich meine Ruten aber nicht mehr alleine, und konnte Ihm daher nicht unter die Arme greifen. Den lauten Klängen seiner Stimmbänder war zu entnehmen das seine Freude riesig sein musste. In meinem Gesicht machte sich ein Lächeln breit, denn Ich freute mich sehr über seinen 24,250kg schweren Schuppi. Mein Angelwochenende neigte sich nun dem Ende zu. Ich bat meinen Angelkollegen ob Er mir ein paar Fotos überlassen möge. Man konnte Ihm seine Freude noch regelrecht aus seinem Gesicht heraus lesen. Ja meine Angelfreunde, was soll Ich euch sagen Bodenwöhr rockt. Sicherlich ist es schön wenn man einen solchen Fang sein eigen nennen darf! Aber es ist auch schön wenn man  sich mit einen anderen mitfreuen darf. In diesem Sinne möchte Ich euch allen straffe Leinen und eine noch tolle restliche Angelsaison wünschen.

Tight lines,
Neumann Bernhard
Username auf cipro.de Binki

Bilder::
Bernhard Neumann
www.oldskoolman.de