von Alexander Aberl


Experimentieren mit dem Köder bereitet viel Freude, aber zugleich bedeutet dies Arbeit bzw. eine Herausfoderung an einen selbst. Viele Stunden Entwicklung bringen oft nicht den gewünschten Erfolg, doch Probleme sind da um gelöst zu werden und wenn wieder einmal mehr ein Karpfen auf ein Selfmade - Boilie gefangen wird, ist das Gefühl des Triumphes einfach unbeschreiblich. Jedoch Achtung - nicht alles was man in den Köder gibt fängt auch gut. Also, wer konstant mit seinen Ködern erfolgreich sein will, der muss sein Tun immer überdenken und oft einiges riskieren. Ein Punkt bezüglich Köder wollen wir unbedingt noch anbringen. Ernst und ich vertreten die Meinung, dass wenn es am Markt nicht Fertigboilies geben würde, die Anzahl der so genannten Karpfenspezialisten viel geringer wäre - heute kann man "KNOW - HOW" eben käuflich erwerben! Wir finden es eben nur Schade, weil ein echter ernsthafter gewachsener Karpfenangler kennt sich auch beim Köderaufbau aus und fischt einfach nicht mit Fertigboilies!

Folgender Eindruck sollte aber nicht entstehen, dass es nur schlechte Fertigboilies gibt - Nein, das stimmt nicht, es gibt Fertigboilies die echt gut sind, aber teuer. Tipp: Kostet einen Fertigboilie und wenn er euch nicht schmeckt, z.B. scharf ist, dann wird der Köder wohl dem Karpfen auch nicht so gut schmecken - Ausnahmen Fischmix - Fertigboilies - kurz gesagt, eine Boilie sollte einfach gut schmecken und dann klappt es auch mit den Karpfen!

So, nun zur Boilieproduktion!

Am Samstag dem 18.Jänner 2003 war es soweit, Ernst hat mich zum Boiliemachen zu sich nach Hause eingeladen. Ernst hatte schon alles für die Boilieproduktion in der Garage vorbereitet. Ich hatte 10 kg Trockenboilie - Mix und alle benötigten Zusätze mit. Nach kurzer Begrüßung starteten wir gleich los. Für die erste Trockenmixmischung von 6 kg schlugen wir ca. 30 Eier in einen Eimer, Flavour und was man sonst noch so in einem Köder benötigt wurde auch noch dazu gegeben. Mit einer Industriebohrmaschine verrührten wir die flüssigen mit den pulverförmigen Bestandteil des Mixes. Nach eingen Minuten rühren war der Mix fertig durchgemischt und wir konnten den Mix für die Teigspritze vorbereiten.

Die Spritze wurde geladen, verschlossen und an den Kompressor angeschlossen. Nun, ich presste die Würste, trennt diese und legte diese in der benötigten Länge für Ernst bereit, der am Boilieroller arbeitete. Nach dem Abrollen lässt Ernst die fertigen Boilies auf ein Gitterrahmen hinübergleiten, um die erzeugten Köder für das Kochen hier bereit zu stellen - Boilies sollten nebeneinander liegen, da diese ansonsten zusammenkleben. Nach dem ich die Teigspritze zum 7. oder 8. mal, also die letzte Ladung, geladen hatte, bereitete ich die zwei Friteusen für die Kocherei vor. Ernst rollte die letzten Würste zu unseren Lieblingsködern und ich begann schon mit dem Kochen, beide Friteusen wurden gefüllt und so ging es Schlag auf Schlag und nach gut 2 Std. Teamwork war die erste Partie von ca. 9 kg Boilies (Durchmesser 18 mm) fertig. Nach einer kurzen Rast und Flüssigkeitsaufnahme ging es mit der 2. Partie weiter - 4 kg Trockenmix wurden so wie vorher schon beschreiben aufbereitet. Es duftete in der ganzen Garage wie in einer Backstube und ich muss sagen, wir kostete auch ständig an den Ködern. Also, wer der Meinung ist Boilies sind nur für Karpfen, der hat sich wohl getäuscht. Beim Pressen setzen wir dieses mal den Einsatz für die 12 mm Boilies ein, weil im Frühjahr ist man mit kleinen Ködern oft erfolgreicher als mit "großen" Ködern.

Kurz vor 12:30 waren auch diese Boilies gekocht bzw. fertig. Ernst richtete gleich seinen Mix her und versetzte die ca. 50 Eier mit den flüssigen Zutaten. Um 12:45 holten wir Raffael vom Bahnhof ab, der arme muss am Samstag die Schulbank drücken - mmmh! Nach einem köstlichen Mittagessen, übrigen schönen Dank für Speise und Trank, ging es wieder in der Garage weiter. Die Position waren wieder gleich, Ernst am Boilieroller und ich an der Boiliepresse und an den Friteusen. So um ca. 16:00 Uhr hatten wir ein Gesamtproduktionsgewicht von gut 27 kg hinter uns gebracht - da hat Boilieproduktion sinn. Nach dem noch alles sauber gemacht wurde, fand der Tag einen schönen Ausklang bei einem echt lustigen Film.

Gute Köder kann jeder selber machen, wer keine Zeit für die Köderproduktion aufwenden will, der sollte ruhig auf Ready-Mades zurückgreifen, jedoch wer einmal mit eigenen Ködern erfolgreich war, der wird nicht so schnell mehr mit Industrieboilies ans Gewässer gehen, weil das Vertrauen in selbst gemachte Köder ist unserer Meinung einfach besser!

Viel Spaß beim Boilie machen,
Alex & Ernst

PS: Wir machen die Köder in der kalten Jahreszeit, weil wenn die Fische beißen sind wir am Wasser und nicht in der Boilieküche!
 

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