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Experimentieren mit dem
Köder bereitet viel Freude, aber zugleich bedeutet dies Arbeit bzw. eine
Herausfoderung an einen selbst. Viele Stunden Entwicklung bringen oft
nicht den gewünschten Erfolg, doch Probleme sin d
da um gelöst zu werden und wenn wieder einmal mehr ein Karpfen auf ein
Selfmade - Boilie gefangen wird, ist das Gefühl des Triumphes einfach
unbeschreiblich. Jedoch Achtung - nicht alles was man in den Köder gibt
fängt auch gut. Also, wer konstant mit seinen Ködern erfolgreich sein
will, der muss sein Tun immer überdenken und oft einiges riskieren. Ein
Punkt bezüglich Köder wollen wir unbedingt noch anbringen. Ernst und ich
vertreten die Meinung, dass wenn es am Markt nicht Fertigboilies geben
würde, die Anzahl der so genannten Karpfenspezialisten viel geringer wäre
- heute kann man "KNOW - HOW" eben käuflich erwerben! Wir finden es eben
nur Schade, weil ein echter ernsthafter gewachsener Karpfenangler kennt
sich auch beim Köderaufbau aus und fischt einfach nicht mit Fertigboilies!
Folgender Eindruck sollte aber nicht
entstehen, dass es nur schlechte Fertigboilies gibt - Nein, das stimmt
nicht, es gibt Fertigboilies die echt gut sind, aber teuer. Tipp: Kostet
einen Fertigboilie und wenn er euch nicht schmeckt, z.B. scharf ist, dann
wird der Köder wohl dem Karpfen auch nicht so gut schmecken - Ausnahmen
Fischmix - Fertigboilies - kurz gesagt, eine Boilie sollte einfach gut
schmecken und dann klappt es auch mit den Karpfen!
So, nun zur Boilieproduktion!
Am Samstag dem 18.Jänner 2003 war es soweit, Ernst hat mich zum
Boiliemachen zu sich nach Hause eingeladen. Ernst hatte schon alles für
die Boilieproduktion in der Garage vorbereitet. Ich hatte 10 kg
Trockenboilie - Mix und alle benötigten Zusätze mit. Nach kurzer Begrüßung
starteten wir gleich los. Für die erste Trockenmixmischung von 6 kg
schlugen wir ca. 30 Eier in einen Eimer, Flavour und was man sonst noch so
in einem Köder benötigt wurde auch noch dazu gegeben. Mit einer
Industriebohrmaschine verrührten wir die flüssigen mit den pulverförmigen
Bestandteil des Mixes. Nach eingen Minuten rühren war der Mix fertig
durchgemischt und wir konnten den Mix für die Teigspritze vorbereiten.
Die Spritze wurde geladen, verschlossen und an den Kompressor
angeschlossen. Nun, ich presste die Würste, trennt diese und legte diese
in der benötigten Länge für Ernst bereit, der am Boilieroller arbeitete.
Nach dem Abrollen lässt Ernst die fertigen Boilies auf ein Gitterrahmen
hinübergleiten, um die erzeugten Köder für das Kochen hier bereit zu
stellen - Boilies sollten nebeneinander liegen, da diese ansonsten
zusammenkleben. Nach dem ich die Teigspritze zum 7. oder 8. mal, also die
letzte Ladung, geladen hatte, bereitete ich die zwei Friteusen für die
Kocherei vor. Ernst rollte die letzten Würste zu unseren Lieblingsködern
und ich begann schon mit dem Kochen, beide Friteusen wurden gefüllt und so
ging es Schlag auf Schlag und nach gut 2 Std. Teamwork war die erste
Partie von ca. 9 kg Boilies (Durchmesser 18 mm) fertig. Nach einer kurzen
Rast und Flüssigkeitsaufnahme ging es mit der 2. Partie weiter - 4 kg
Trockenmix wurden so wie vorher schon beschreiben aufbereitet. Es duftete
in der ganzen Garage wie in einer Backstube und ich muss sagen, wir
kostete auch ständig an den Ködern. Also, wer der Meinung ist Boilies sind
nur für Karpfen, der hat sich wohl getäuscht. Beim Pressen setzen wir
dieses mal den Einsatz für die 12 mm Boilies ein, weil im Frühjahr ist man
mit kleinen Ködern oft erfolgreicher als mit "großen" Ködern.
Kurz vor 12:30 waren auch diese Boilies
gekocht bzw. fertig. Ernst richtete gleich seinen Mix her und versetzte
die ca. 50 Eier mit den flüssigen Zutaten. Um 12:45 holten wir Raffael vom
Bahnhof ab, der arme muss am Samstag die Schulbank drücken - mmmh! Nach
einem köstlichen Mittagessen, übrigen schönen Dank für Speise und Trank,
ging es wieder in der Garage weiter. Die Position waren wieder gleich,
Ernst am Boilieroller und ich an der Boiliepresse und an den Friteusen. So
um ca. 16:00 Uhr hatten wir ein Gesamtproduktionsgewicht von gut 27 kg
hinter uns gebracht - da hat Boilieproduktion sinn. Nach dem noch alles
sauber gemacht wurde, fand der Tag einen schönen Ausklang bei einem echt
lustigen Film.
Gute Köder kann jeder selber machen, wer
keine Zeit für die Köderproduktion aufwenden will, der sollte ruhig auf
Ready-Mades zurückgreifen, jedoch wer einmal mit eigenen Ködern
erfolgreich war, der wird nicht so schnell mehr mit Industrieboilies ans
Gewässer gehen, weil das Vertrauen in selbst gemachte Köder ist unserer
Meinung einfach besser!
Viel Spaß beim Boilie machen,
Alex & Ernst
PS: Wir machen die Köder in der kalten Jahreszeit, weil
wenn die Fische beißen sind wir am Wasser und nicht in der Boilieküche!
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