von Uwe Rothardt

Es war ein Wochenende wie jedes andere auch, fast! Denn eigentlich sollte man Anfang Mai, ein doch recht frühlingshaftes Wetter mit Sonne und angenehmen Temperaturen erwarten können, eigentlich !  Dieses Jahr war jedenfalls bei uns am See etwas anders. Wind, Regen und recht kalte Temperaturen waren die traurige Realität. Tage zuvor noch herrlichstes Wetter, mit einem traumhaftem Sonnenuntergang. Wie in jedem Jahr, hatte ich mir die erste Woche im Mai, Urlaub genommen, um die letzten Tage vor Beginn der Raubfisch Saison und deren Schleppangler zu genießen. Trotz übelstem Wetter, entschloss ich mich zu füttern. Das war nicht immer unbedingt einfach, denn bei Regen und Sturm, hatte ich teilweise mehr Futter im Gesicht als im Wasser. Ich entschloss mich an einer Uferseite zu fischen, die man eigentlich von Land aus nicht fischen kann, also schleppen war angesagt. Die Wassertiefe beträgt 1-3m und verläuft leicht abschüssig . Der Untergrund ist recht fest, kiesig bis sandig. In unmittelbarer Nähe des Spods, befindet sich ein alter, halb abgestorbener Baum, der  dort ca. 5m ins Wasser ragt, teilweise mit Muscheln besiedelt, immer gut für Karpfen. Eigentlich eine recht riskante Stelle, aber ich wollte es genauer wissen, da ich an dieser Stelle schon öfters Karpfen beobachtete, wie sie das Ufer abschwammen. War nur noch die Frage, was füttere ich. Der Entschluss war eigentlich schnell gefasst und ich rollte das Creamy Birdfoodmix von C4U ab. Das Mix hat einen sehr schönen süßlichen Geschmack und lässt sich sehr gut verarbeiten. Ich hatte es auf ein recht neues und für mich noch unbekanntes  Aroma abgesehen, Orange Cake. Ein traumhaft süßer Orangenduft. Gepaart mit etwas Tangerine Oil, einfach lecker. Ich fütterte regelmäßig, fünf Tage in Folge, immer um die 500g Boilies,  mit einigen Tiegernüßen und Maples, die ich vorher mit Black Pepper Oil behandelte. Das Wochenende rückte immer näher und das Wetter wurde wie erwartet zunehmend schlechter. Ich war schon am überlegen die ganze Aktion abzublasen, da die Windverhältnisse so schlecht waren, dass es fast unmöglich erschien, die Ruten vernünftig abzulegen. Nach einem Tag Verschiebung, entschloss ich mich dann aber doch das Risiko auf mich zu nehmen und anzugreifen. Um vier Uhr abends am See angekommen , wie erwartet starker Wind und Regen. Lange stand ich am Ufer und überlegte, ob es überhaupt Sinn macht an diesem Tag zu fischen. Ich entschloss mich es zu versuchen, abbrechen konnte ich ja immer noch. Nach mehrmaligen Versuchen die Ruten abzulegen, mittlerweile klatschnass, gab ich vorerst auf und wittmete mich dem Zeltaufbau, der sich schwieriger gestaltete als erwartet, denn ich konnte erst mal alle Einzelteile zusammensuchen, die der Wind auf dem ganzen Acker verteilt hatte. Ich nahm eine zweistündige Wartezeit in Kauf, das Zelt stand mittlerweile, immerhin,- um in Anführungsstrichen eine halbwegs windstille Situation auszunutzen - ich sagte halbwegs windstill!?

Ich rechnete im großen und ganzen eher mit mäßigem Erfolg, da es sich sehr schwierig gestaltete die Ruten überhaupt sicher abzulegen. Da ich ein sehr genauer Angler bin und die Ruten bei mir immer 101% liegen müssen, konnte ich eigentlich nicht zufrieden sein. Ich entschied mich für ein 25lb Stiffrig, das ich mit einem solo Sinker bestückte. Die zweite Rute legte ich mit einem Pop´Up in ein nahe gelegenes Krautfeld. Nach mehreren misslungenen Versuchen lagen die Ruten nun halbwegs wie ich es gerne haben wollte, leider nur halbwegs! Ich hatte mittlerweile auch keine Lust mehr mich mit dem Wind zu streiten und lies die Montagen erst mal so liegen, vom Misserfolg fast schon überzeugt. Jetzt war erst mal Kaffee Time angesagt, Wunden lecken und Klamotten wechseln. Wie es der Teufel so wollte, sollte ich an diesem Abend einmal mehr vom Gegenteil überzeugt werden, das man auch mit ungenau abgelegten Ruten Karpfen catchen kann, als um halb neun, meine linke Rute wie ein abpfiff. Also los, erst mal rein ins Boot und hinsetzen, um nicht noch baden zu gehen, Klamotten Reserven waren nämlich schon ausgeschöpft. Mein lieber Mann, so einen Drill hatte ich schon lange nicht mehr erlebt, ein Wellenritt keiner gleichen. Ich war noch nicht richtig im Boot, war ich schon meterweit abgetrieben und musste erst mal stark gegen rudern und einen Abriss befürchten. Da ich sowieso kein übermäßig guter Schwimmer bin, hatte ich da schon meine Sorgen. Die Mühe lohnte sich aber schnell, als mir ein Mops entgegenkam, den ich so nicht erwartet hatte. Ja, das erste Problem hatte ich gelöst, den Fisch ans Boot zu drillen, nun musste ich den Kerl nur noch keschern und ins Boot hieven. Klingt einfacher als es war, den sobald ich im Boot stand, fing das Teil an zu wackeln wie Oscar! Aber auch dies gelang nach etwas Mühe. Hochmut machte sich breit, denn so einen Mops fängt man auch nicht alle Tage, also etwas ganz besonderes. Normalerweise konnte ich jetzt einpacken und den Rückzug antreten, um dem üblem Wetter aus dem Weg zu gehen, pitschnass war ich ja schon wieder, aber nichts da. Von der Euphorie getrieben, machte ich die Rute wieder startklar und nahm den nächsten Wellenritt in Kauf. Die Nacht wurde richtig ekelig, es wurde eiskalt und regnete unaufhaltsam und dementsprechend hatte ich die ganze Nacht keine Aktion mehr. Na ja, ich hatte ja noch von vor zwei Tagen zu zehren, als ich ein paar Schilfkanten weiter, einen weiteren schönen Spiegler überlisten konnte. Alles in allem ein gelungenes Wochenende und der nächste Trip kommt bestimmt. Hoffentlich mit besserem Wetter.

In diesem Sinne, I see you !

Uwe R.
 

Home

© 2001 - 2004 by cipro.de