Es war eines der heißesten Jahre das mir in Erinnerung war, 35 Grad waren hier keine Seltenheit. Man sollte eigentlich nicht glauben, das es Hunter gibt, die bei solchen Temperaturen ans offene Wasser fahren. Sollte mich aber nicht abhalten. Also beschloss ich, über drei Tage an mein Hausgewässer zu fahren.

48 Std. später

Zwei Tage saß ich nun schon auf einen Platz, von dem ich eine ca.100m lange und 3-5 Meter tiefe Schilfkante befischte. Die Schilfkante bot eigentlich alles, was für Karpfen interessant war. Verschiedenste Algen und Krautsorten wucherten dort vor sich hin, in denen sich die unterschiedlichsten Tierchen wie Krebse, Muschel usw. tummelten, was diese Kannte für Karpfen besonders attraktiv machte. Leider musste ich feststellen, das an dem alten Sprichwort " Fische die man sieht, fängt man nicht" etwas dran sein musste, denn außer einer Brachsen von 3 Pfund fing ich nichts, obwohl ich Tage zuvor immer wieder Karpfen auf dem Futterplatz beobachtete.

Eine neue Alternative musste also her. Ich entschloss mich am Abend mit dem Boot auf die Such nach einer neuen Stelle zu machen. Ich wurde dann auch ziemlich schnell fündig. Am anderen Seeufer schaute ich die zwei Tage auf eine traumhafte Bucht, in der ich schon seit längerer Zeit einmal fischen wollte, aber wie es so ist, kam immer etwas anderes dazwischen. Öfters schon beobachtete ich dort Karpfen wie sie vom tiefen Freiwasser in die flache Bucht zogen. Noch am gleichen Abend beschloss ich mein Tackle zu schnappen und dorthin umzuziehen. Die Bucht erfüllte all meine Anforderungen die ich an einen guten Platz stellte. Unterschiedliche Wassertiefen, verschiedene Bodenbeschaffenheiten, Krautfelder usw. usw.

Da ich diese Stelle nicht vorgefüttert hatte beschloss ich auf einem Platz mal so richtig abzukippen. Ich benutzte 20mm Selfmade Fisch Boilies die zuvor mehrere Stunden mit Stimulator Liquid behandelt hatte. Dieses verhalf mir in der Vergangenheit schon oft zu außergewöhnlichen Erfolgen. Beim beködern der Ruten lies ich besondere Sorgfalt walten. einen 20mm Boilie behandelt mit Super Slymie sollte mir dem ersehnten Carp bescheren. Die zweite Rute legte ich, beködert mit zwei Tigernüssen, direkt neben ein ca. 5 Meter langes Krautfeld. Im Kraut konnte man einzelne Fressplatten von Karpfen erkennen, das mich recht zuversichtlich stimmte. Ich war gespannt ob meine Strategie aufging. Leider konnte ich durch die Hitze in der kommenden Nacht kein Auge zutun, dazu kam noch, das ich des Öfteren Karpfen platschen hörte, was meine Aufregung noch steigerte. Ich entschloss mich dann erstmal Kaffee zu kochen und mich mit Keksen wach zu halten.

Als hätte ich es geahnt, das Wachbleiben lohnte sich. Um 0.15 pfiff meine rechte Rute im Flachwasser mit Super Slymie ab. Mein Gott, der letzte Biss um solch eine Uhrzeit hatte ich vor Monaten. Mir blieb aber nicht viel Zeit zum nachdenken, den der Fisch steuerte gradewegs auf ein riesiges Krautfeld zu. Nach einem 15 min Drill konnte ich dann stolz das Ergebnis meiner Bemühungen bestaunen, ein 15 kg Carp war meine Belohnung. Ich machte meine Waffen wieder scharf und fuhr sie schnellstmöglich raus, denn ich konnte mir nicht vorstellen, das dies schon allen gewesen sein sollte. Zu meinem Erstaunen passierte die ganze Nacht nichts mehr, obwohl weiterhin vereinzelte Karpfen zu hören waren. Erst um ca. 7.00 konnte ich ein paar unscheinbare Piepser zu hören. Ich machte mir keine weiteren Gedanken, lies die Rute auch erstmal liegen und machte mich über mein Frühstück her. Ich ging davon aus, dass sich über Nacht vereinzelt Weisfische auf dem Futterplatz eingefunden haben und es deshalb immer wieder zu vereinzelten Piepsern kam. Das sollte sich aber später beim einholen der Rute als großes Irrtum herausstellen. Es war ein Carp der dieses Theater veranstaltete. Ich konnte dann mit eine doch sehr laschen Drill, einen immerhin 16 kg schweren Spiegler landen.

Ja was lernen wir daraus. Das Futter ist wichtig, die Lockation natürlich auch, aber am wichtigsten ist immer noch der Platz, an dem man sine Köder zu Wasser lässt. Ich werde also öfters mal was neues probieren und das Stimulator Liquid hab ich seither immer im Gepäck.

PS.
An der anfänglich erwähnten Schilfkannte, konnte ich drei Wochen später, einen Spiegler von sage und schreibe 43Pf überlisten. Er biss auf meine Selfmade Erdbeere Boilies, die ich auch wieder behandelte ... mit was wohl, ihr wisst schon. Mehr dazu könnt ihr selber nachlesen, im Bericht" Wind und Wetter....egal"

In diesem Sinne....Sevular

 

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