Bildmaterial und Text von Uwe Rothardt

Leider ist es nicht immer möglich, mit 100%tiger Sicherheit zu sagen, wann und in welchen Abständen Karpfen an bestimmten Gewässern fressen.

Nicht alle Karpfen fressen unter idealen Bedingungen und nicht alle hören bei schlechten damit auf, bzw. schränken sie ein. Damit will ich sagen, das sie zu bestimmten Zeiten einfach berechenbarer sind, nicht aber in der Weise das man voraussagen kann wie man sie am schnellsten und besten überlistet. Viele verschiedene Faktoren spielen hierbei eine große Rolle.

Der Angeldruck. Gerade in stark befischten Gewässern ist es sehr schwierig die Karpfen und deren Fressgewohnheiten genau einzuschätzen. Wenn Karpfen immer wieder auf den gleichen Köder gefangen werden, beispielsweise auf Boilies, dazu vielleicht des öffteren auf dem gleichen Platz, werden sie mit der Zeit ihre Fressgewohnheiten und Zugruten verändern. Das führt letztendlich dazu, dass wir uns diesen Veränderungen anpassen müssen, um auf Dauer erfolgreich zu sein. Gerade in kleineren Gewässern, mit hohem Angeldruck, kann es vorkommen, das es durch dieses hohe Futterangebot im Zeitraum mehrerer Tage und Wochen schnell zu einer Überfütterung der Karpfen kommt, was sich letztendlich negativ auf das Fressverhalten der Karpfen auswirken kann. Deshalb ist weniger oft mehr.

Der Köder. Ein weiter Grund der sich stetig veränderten Fressgewohnheiten, ist oftmals die Einfältigkeit der Köder. Wenn über längere Zeit mit den gleichen Baits gefischt wird, beispielsweise Readys, kann es unter Umständen vorkommen, das die Karpfen mit der Zeit das Vertrauen in diesen Köder verlieren, was sich unter Umständen auf die Fresslaune auswirken kann. Daher ist ein abwechslungsreiches und ausgewogenes Futterangebot unumgänglich. Ich lege bei meinen Mixen hierbei, sehr großen Wert auf ein ausgewogenes Proteinverhältniss, aber auch Ballaststoffe und Mineralstoffe stehen an erster Stelle.

Man sollte aber immer beachten, dass es auch andere, sehr attraktive Naturköder gibt. Hierbei rede ich von den zahlreichen verschiedenen Partikeln die auf dem Markt erhältlich sind. Oft kann man mit einem guten, ausgewogenen Partikel-Mix mehr ereichen, als mit den besten Boilies. Ich verwende grundsätzlich ein Partikel-Mix, das ich zu jeder Fütterung mit verwende. Dieses besteht aus den Klassikern der Partikel, wie Tigernuts, Erdnüsse, Maples und natürlich Mais. Um eine Überfütterung der Karpfen zu vermeiden, füttere ich gerade an kleinen, viel befischten Gewässern, immer öfters nur Partikel und erst am Angeltag kommen wenige Boilies hinzu.

Das Wetter. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt, der das Fressverhalten erheblich beeinflussen kann, ist das Wetter, bzw. die Jahreszeit. Obwohl Karpfen eigentlich das ganze Jahr über aktiv sind und fressen, gibt es doch sehr große Unterschiede in der Nahrungsaufnahme. Da im Sommer das Nahrungsangebot um einiges größer ist als im Winter, ist es auch für den Angler einfacher der Situation anzupassen. Gerade im Winter, wo das Futterangebot um einiges geringer ist, ist der Karpfen diesem gegenüber um einiges misstrauischer als im Sommer, was es viel schwieriger macht sich den Gegebenheiten anzupassen. In erster Linie ist die Nahrungsaufnahme um einiges geringer als im Sommer, da der Karpfen durch den eingeschränkten Organismus nicht so viel Energie benötigt. Deshalb ist es gerade hier wichtig, ein besonders nahrhaftes Futter anzubieten, wenn auch in kleineren Mengen. Gerade jetzt kann ein vermeintlich guter Köder zeigen was er kann. Ich verwende in dieser Jahreszeit ausschließlich Selfmade Köder, so habe ich die Möglichkeit, diesen den Bedingungen anzupassen.

Die Platzwahl. Sicherlich nach der Lokation der wichtigste Punkt überhaupt. Das beste Futter nützt nichts wenn der Platz nicht stimmt. Meiner Meinung nach sollte man die Charakteristik des Sees genau kennen, ja man muss diesen lesen können. Man sollte sich niemals gedankenlos irgendwo niederlassen und sein Tackle aufbauen, sondern genau wissen warum, weshalb, wieso, es genau dieser Platz sein soll. Während im Sommer eher die flachen Stellen mit warmem Wasser bevorzugte Plätze von Karpfen sind, ist es gerade in der kalten Zeit, auch in tiefen Regionen immer einen Versuch wert. Gute Plätze sind immer Kuhlen oder kleinere Platos. Was zur optimalen Beurteilung eines Platzes beiträgt, ist natürlich das genaue ausloten. Die einfachste Methode hierfür, ist das Echolot. Es sei aber gesagt das die Feststellung des Untergrundes mit unter genau so wichtig ist, wie die Feststellung der Tiefe, um eine spätere, optimale Köderpräsentation zu gewährleisten. Hierzu gibt es natürlich verschiedene Methoden dies durchzuführen. Am einfachsten geling dies mit der Benutzung eines Bootes. Damit kann man einfach mit einem schweren Blei, die Beschaffenheit des Untergrundes feststellen. Sollte dies nicht vorhanden oder erlaubt sein, muss auf die altbewährte Schwimmermethode zurückgegriffen werden.

Das Rig. Wichtiger als eh und je. Die richtige Wahl der Endmontage. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt. Wo man sich vor Jahren noch mit einfachen No Knot Rigs begnügte, ist die Auswahl an Hacken und Vorfach Materialien heutzutage um ein vielfaches größer. Angefangen bei Stiff Rigs, über Kombie Rigs bis hin zu den speziellen wie z.B. Flip Over, Drop Down oder Hinged Stiff Rig.

Meine persönlichen Favoriten hiervon sind:

1. Stiff Rigs, 25lb Länge zwischen 10-15 cm. Verwendungsbereich hierfür: gerader, Hindernisfreier und fester Untergrund, geeignet für Sinker.

2. Flip Over , 25lb ca. 30 cm. Verwendungsbereich hierfür: Pop Up Rig für krautreiche Stellen, aber auch als Snowman Rig sehr effektiv.

3. Line Aligner, 15-25 lb, für Sinker.- und Pop Up Montagen aller Art.

Zusammenfassend noch einmal zu erwähnen. Wichtig ist das optimale Verhältnis und Zusammenspiel der vielen verschiedenen Einflüsse, wie Wetter, Futter, Platzwahl, und Angeldruck am See. Optimal wird es nie sein, aber es kommt immer darauf an, was man daraus macht.

Habt Mut zu Neuem, den dies ist immer öfter der Schlüssel zu Erfolg.

In dem Sinne ...
Uwe Rothardt
 

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