Cipro.de: Hallo Kay! Erst einmal möchten wir uns im Namen von cipro.de und seinen Usern für deine Zustimmung zu diesem Interview bedanken.

Kay: Oh, keine Ursache, denn eigentlich sollte ich mich ja für euer Interesse bedanken. In jedem Fall freue ich mich darüber, wenn meine Ansichten und Meinungen gefragt sind.

Cipro.de: Den meisten Usern wirst du wohl bekannt sein - alleine schon wegen deines Buches Abenteuer Karpfenangeln. Die Veröffentlichung liegt inzwischen ja schon einige Jahre zurück. Trotzdem ist es in Deutschland bis heute vermutlich immer noch eines der erfolgreichsten Werke seiner Art. Hast du mit diesem Erfolg gerechnet und was hast du damals mit dem Buch bewirken wollen?

Kay: Ehrlich gesagt war es für mich schwierig, den Erfolg eines derart spezialisierten Buches vorher abzuschätzen. Einerseits war ich natürlich optimistisch. Sonst hätte ich mich bestimmt nicht dazu durchgerungen, ein solches finanzielles Risiko auf mich zu nehmen. Andererseits hatte ich aber auch Zweifel! Insbesondere die Frage nach der passenden Auflage gestaltete sich schwierig, denn irgendwelche Erfahrungswerte, auf die ich hätte zurückgreifen können, gab es einfach nicht. Ins Deutsche übersetzte Bücher, wie zum Beispiel Carp Fever von Kevin Maddocks oder Der Karpfen von Gibbo waren dafür bestimmt kein Maßstab, denn deren Ursprung lag ohne Zweifel noch einige Jahre weiter zurück. Außerdem lagen die unterschiedlichen Aussagen über deren Verkaufszahlen gleich um mehrere Tausend Exemplare auseinander! Der einzige Erfolg, den ich mir demnach für mein Projekt wirklich erhofft habe, war zumindest den von mir aufzubringenden, finanziellen Einsatz wieder heraus zu bekommen. Zumindest unter diesem Aspekt kann man Abenteuer Karpfenangeln als Erfolg ansehen. Bis Heute gibt es leider kaum vergleichbare Projekte. Deshalb war es für mein Buch nicht besonders schwer, die Bestsellerliste im deutschsprachigen Raum anzuführen. Dies kann sich allerdings in näherer Zukunft noch ändern. Dem Vernehmen nach stehen uns in nächster Zeit zwei Neuerscheinungen ins Haus, von denen zumindest eine auch tatsächlich realisiert wird. Ich bin wirklich gespannt und wünsche den Autoren auf jeden Fall den verdienten Erfolg!

Was ich damals mit meinem Buch bewirken wollte? Eigentlich habe ich mir darüber im Vorfeld keine besonderen Gedanken gemacht. Der Ursprung meines Buches war zunächst nur eine persönliche Zusammenfassung meiner zurückliegenden Erlebnisse am Wasser. Irgendwann wollte ich reinen Tisch machen und die unüberschaubar gewordenen Eindrücke und Notizen in einem zusammenhängenden Werk festhalten. Bei der Reinschrift habe ich mich in erster Linie an meinen Einträgen in den ausführlich geführten Angeltagebüchern orientiert. Das war die ideale Grundlage, meine Fischerei so zu beschreiben, wie ich sie wirklich erlebt habe. Irgendwann entstand dann daraus die Idee, meine sehr umfangreich gewordene Niederschrift für ein komplettes Buch zu nutzen. Damit konnten auch andere Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben. Irgendwie habe ich natürlich gehofft, meine Texte würden manch einen Einsteiger oder Fortgeschrittenen inspirieren. Wenn ich jetzt zurückblicke und dabei an die vielen sehr netten Gespräche und Kontakte der heutigen Zeit denke, dann ist mir das zumindest in einigen Fällen offensichtlich gelungen. Und das ist dann wohl auch der größte Erfolg für mich! Die Herausgabe meines Buches war demnach mehr von Idealismus geprägt, als von der Absicht, damit reich zu werden. Zugegeben, Letzteres wäre natürlich ein angenehmer Nebeneffekt gewesen... .

Cipro.de: Seit dem Erscheinen deines Buches hat man leider nicht mehr viel von dir gehört. Seitdem trägt dein Name eine gewisse Mystik mit sich. Dem einen oder anderen bist du zwar auf den Messen in Bonn aufgefallen, aber aus der Scene hast du dich komplett zurückgezogen. Was waren deine Beweggründe dafür?

Kay: Natürlich habe ich nach dem Erscheinen von Abenteuer Karpfenangeln einen Gang zurückgeschaltet, denn es gab in der Folgezeit ohnehin genug Wirbel um meine Person. Ein solches Buch von einem deutschen Autoren - das war wirklich ein Novum. Manchmal ist der Trubel bestimmt ganz angenehm, weil man eine gewisse Aufmerksamkeit erfährt. Leider gibt es dabei zwei Seiten, denn irgendwann wird die Aufmerksamkeit übertrieben, jede Äußerung auf die Goldwaage gelegt und jeder Schritt wird mit Argusaugen beobachtet. Wie bei allen Übertreibungen dreht sich dann vieles ins Negative. Darüber hinaus war ich eigentlich noch nie ein Mensch, der unbedingt im Mittelpunkt stehen muß.

Dass ich mich im Anschluß komplett aus der Scene zurückgezogen habe, würde ich so auch nicht stehen lassen. Überhaupt, was versteht ihr eigentlich unter dem Begriff „Scene“? Ist dies nicht nur ein überflüssiger Sammelbegriff für Alles oder Nichts? Jeder hat von der Scene und davon, wer am Ende dazu gehört oder nicht, doch eine ganz eigene Vorstellungen. Wer soll festlegen, wer oder was nun wirklich dazu gehört? Obwohl ich ja selber manchmal über die so genannte Scene spreche, mag ich diesen Begriff im Grunde genommen nicht.

Übrigens sprecht ihr im Zusammenhang mit meinem angeblichen Rückzug ja immerhin über einen Zeitraum von fast 10 Jahren! In dieser Zeit sind durchaus noch ein paar Artikel von mir erschienen. Außerdem war ich einige Jahre sogar beruflich eng mit dem Angeln verbunden. Durch meine Tätigkeiten in verschiedenen Angelsportfachgeschäften und in einer Köderfirma war das Karpfenangeln sogar nicht mehr nur ein Hobby, sondern gleichzeitig Broterwerb. Vielleicht war diese sehr enge Verbindung mit dem Angelsport ein Grund dafür, irgendwann das direkte Rampenlicht zu meiden. Zudem viel es mir immer schwerer, Beruf und Hobby zu trennen. Wenn du den ganzen Tag beruflich mit dem Angeln zu tun hast, dann hast du nach Feierabend irgendwann keine Lust mehr, dich dann noch ans Wasser zu setzen. Und, was ist dann aus deinem anfänglich so schönen Hobby geworden?? Letztendlich habe ich mich bei all meinen Tätigkeiten mit meinen Auftritten in der Öffentlichkeit eher zurückgehalten. Und möglicherweise gibt es mehr Spielraum für Spekulationen und Gerüchte, wenn die Leute nicht viel Konkretes von dir erfahren. Daraus entsteht dann vielleicht die von euch angesprochene Mystik, die anscheinend einige Leute mit meinem Namen in Verbindung bringen!

Cipro.de: Dein Name wird immer noch in einem Atemzug mit zum Beispiel Michael Flosdorf genannt, mit dem du ja schon viele Jahre zurück die ersten Gehversuche in Sachen Boiliefischen unternommen hast. Wenn du daran zurückdenkst, war das Fischen damals einfacher bezogen auf die Fänge, die unberührten Gewässer und das Tackle?

Kay: Manchmal denke ich wirklich gerne an diese Zeit zurück. Alles war für uns neu, jedes Gewässer schien unerschöpfliches Potential zu haben und unser Enthusiasmus kannte keine Grenzen. Es war wirklich eine echte Pionierzeit! Ich würde jedoch nicht uneingeschränkt von der guten alten Zeit sprechen, denn einfacher war das spezialisierte Angeln ganz bestimmt nicht. Im Gegenteil: Der heutige Informationsfluß und die Ausrüstungsmöglichkeiten erleichtern doch einiges! Und wenn es um große Fische geht, dann sind die Chancen, einen Dreißiger zu fangen, heutzutage mit Sicherheit um ein Vielfaches größer. Die Durchschnittsgröße unserer Zielfische ist nämlich durch die zumindest unter Spezialisten gängige Praxis des Catch & Release und das regelmäßige Vorfüttern kontinuierlich angestiegen. Unterm Strich unterscheidet sich das damalige Angeln aber gar nicht so grundlegend von dem heutigen. Die wesentlichen Dinge sind geblieben. Der alte Grundsatz, Zeit ist gleich Fisch gilt sicherlich immer noch und anhaltende Erfolge müssen normalerweise immer noch hart erarbeitet werden. Allerdings haben sich einige Begleitumstände nicht nur zum Vorteil entwickelt. Den größten Unterschied würde ich deshalb vielleicht so auf den Punkt bringen: Früher waren in erster Linie die Fische die einzigen Gegner, die es zu überlisten galt. Heute sind es die anderen Angler, die Verbote und immer neuen Einschränkungen, die einem den Erfolg verderben können! Wenn ich zwischen beiden Zeiten nur unter diesem Aspekt auswählen könnte, dann wäre meine Entscheidung leicht, denn die Launen der Fische waren früher ohne Zweifel wesentlich einfacher zu kalkulieren, als die heutigen negativen Einflüsse der anderen Neider!! Die Räume sind enger geworden. Damit du heute am Wasser wenigstens halbwegs deine Ruhe hast, mußt du als Karpfenangler inzwischen doch ein echtes Schattendasein führen. Und in dieser Hinsicht denke ich dann sehr gerne an die vergleichsweise unbekümmerte Zeit zurück, als ich noch mit Michael am Kanal gesessen habe und wir wirklich viele Kanalkilometer praktisch für uns alleine hatten... .

Cipro.de: Apropos Kanal: Für uns war Kay Synwoldt immer DER Kanalprofi! Wie sieht es bei dir heute aus? Fischst Du immer noch gerne am Kanal, oder suchst du dir lieber Seen und Flüsse zum Fischen aus?

Kay: Tatsächlich habe ich Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre überwiegend an verschiedenen Kanälen gefischt. Folgerichtig handelt ein großer Teil meines Buches von meiner Fischerei an diesen künstlichen Wasserstraßen. Das mag vielleicht den Eindruck erweckt haben, ich wäre DER Kanalspezialist. Tatsächlich beschreibt diese Einschätzung nur einen Teil meiner Fischerei. Nachdem ich vorher überwiegend an kleineren Vereinstümpeln geangelt habe, waren die verschiedenen Wasserwege einfach die Gewässer, die zur damaligen Zeit meiner Meinung nach das größte Potential zu bieten hatten. Außerdem waren sie mit ihren völlig anderen Bedingungen eine neue Herausforderung. Wenn ich heute darüber nachdenke, dann liegt meine letzte ernsthafte Kanalsession schon viele Jahre zurück. Stillstand ist gleichbedeutend mit einem Rückschritt. Deshalb habe ich mir inzwischen neue Aufgaben gesucht. Dabei habe ich festgestellt, kleinere und auf den ersten Blick überschaubare Seen können einerseits sehr erfolgsversprechend, andererseits aber auch eine unerwartet harte Nuß sein. So habe ich dort in letzter Zeit wirklich einige positive Überraschungen erlebt, aber auch einige Male die Jacke voll bekommen!! In Zukunft möchte ich verstärkt größere Flüsse und deren Nebengewässer in meine Fischerei mit einbeziehen. In jedem Fall bin ich immer bestrebt, mich neuen Aufgaben zu stellen. Ich tue mich jedoch schwer, darüber eine genaue Planung herauszugeben, denn erfahrungsgemäß entwickelt sich doch vieles nicht so, wie man es sich vorgenommen hat. Ich denke da zum Beispiel an einen kleinen See mit nur drei Karpfen! Nach vielen erfolglosen Nächten wollte ich im letzten Herbst den finalen Angriff starten, um endlich den vorhandenen Monsterkarpfen auf die Schuppen zu legen. Was soll ich sagen. Die Trockenheit und die Hitze des letzten Sommers haben mir da einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Als ich aus meinem Sommerurlaub zurückgekommen bin, habe ich den kleinen See nämlich fast vollständig ausgetrocknet vorgefunden!!! Ich war wirklich geschockt, kann ich euch sagen. Gott sei Dank sind zwei der vorhandenen Fische offensichtlich noch rechtzeitig abgefischt worden. Den kleinsten aus dem Trio konnten wir aber leider nur noch tot bergen. Wenn so etwas kein unvorhersehbarer Rückschlag ist... .

Cipro.de: Tja, nicht nur die Gewässer oder die Fänge sind einem ständigen Wandel unterworfen, sondern auch die ganze Scene. Wo früher noch der Optonic als das Non-Plus-Ultra galt, oder bekannte Scenefiguren auch einmal länger als ein Jahr „In“ waren, ist heute alles viel schnelllebiger geworden. Was hältst du von der Scene und wie hat sie sich in deinen Augen gewandelt?

Kay: Ich habe es ja vorhin schon einmal angedeutet, aber mit dem Begriff Scene kann ich persönlich nicht wirklich viel anfangen. Dennoch habt ihr auf eine Art Recht mit eurer Feststellung, dass alles einem ständigen Wandel unterworfen ist. Dies ist aber im Grunde genommen keine wirklich neue Erkenntnis. Zumal dieser Wandel beim Karpfenangeln auf den zweiten Blick gar nicht so dramatisch ist, wie gerne behauptet wird. Immer häufiger hört man zwar die Meinung, die heutige, so genannte moderne Karpfen-Scene hätte nichts mehr mit ihren Anfängen gemein. Insbesondere der zunehmende Werteverlust, die Rücksichtslosigkeit und der fehlende Respekt der jüngeren Generation und Neueinsteiger wird beklagt. Wenn ich an meine Anfänge zurückdenke, dann waren aber eigentlich nur die Voraussetzungen etwas anders, unter denen man in das spezialisierte Angeln eingestiegen ist. Im Gegensatz zu der heutigen Zeit, waren fast alle, die sich fortan einer speziellen Fischart verschrieben hatten, bereits erfahrene Angler in anderen Bereichen. Sie brachten demnach eine gewisse Grundkenntnis mit, die ohne Zweifel für den späteren Erfolg beim Karpfenangeln wichtig war. Insgesamt waren aber alle spezialisierten Angler in ihrem Bereich Pioniere und mehr oder weniger auf einem ähnlichen Entwicklungsstand. Heute sieht das ganz anders aus. Da gibt es immer noch ein paar der Pioniere von damals. Demgegenüber gibt es aber genauso die ganz neuen, dynamischen Gipfelstürmer, die ohne irgendwelche Vorkenntnis und Erfahrung den Trend des modernen Karpfenangelns in vollen Zügen aufsaugen und dabei auch noch alles auf dem silbernen Tablett präsentiert bekommen. Krasser können die Gegensätze eigentlich gar nicht sein! Deshalb frage ich euch: Wem soll man da Vorwürfe machen oder wen wollt ihr verurteilen? Ergibt sich nicht bereits aus diesen Gegensätzen ganz automatisch ein gewisses Konfliktpotential? Die unterschiedlichen Erfahrungswerte sind in diesem Zusammenhang übrigens ein guter Ansatzpunkt, denn hier liegt meiner Meinung nach der Hase im Pfeffer. Mit entsprechender Erfahrung im Rücken ist die Betrachtungsweise nämlich eine grundsätzlich andere. So gesehen kommt es also lediglich auf den eigenen Standpunkt an und dieser ist mit den Jahren ohne Zweifel dem größten Wandel unterworfen! Es ist also gar nichts außergewöhnliches, wenn heute manch ein alter Hase über die jungen Wilden verständnislos den Kopf schüttelt. Vielleicht merkt ihr schon, worauf ich hinaus will. Ich halte es nämlich für einen ganz normalen Generationenkonflikt, bei dem die unterschiedlichen Semester bekanntermaßen wenig Verständnis füreinander übrig haben. Früher waren ja selbst die eigenen Eltern grundsätzlich im Unrecht. Aber mit den Jahren relativiert sich alles und heute sieht man die Dinge eventuell mit ganz anderen Augen. Speziell beim Karpfenangeln haben wir aber doch erst jetzt die Möglichkeit, überhaupt zurückzuschauen. Streng genommen findet also erst jetzt ein wirklicher Generationswechsel statt. Vielleicht werden deshalb die Unterschiede erst in jüngster Zeit so offensichtlich und dann - fälschlicherweise - für eine besonders schnell fortschreitende Entwicklung angesehen?

Nüchtern betrachtet ist auch im Tacklebereich die echte Entwicklung gar nicht so rasant, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Letztendlich zeigt der hypermoderne Bißanzeiger - genauso, wie der von euch angesprochene Optonic - nur den erhofften Schnurabzug an. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Vielleicht kann das neueste Gerät dazu eine Melodie spielen, die Laufmeter digital anzeigen und das im Dunkeln automatisch aufleuchtende Flutlicht hilft dem im Tiefschlaf befindlichen Hunter dabei, den richtigen Weg zu finden. Aber letztendlich ist selbst der modernste Piepser immer noch nicht mehr, als ein einfacher Bißanzeiger! Ich frage mich manchmal, was mit diesem modernen Spielzeug wohl passieren wird, wenn es einmal richtig regnet?

Ihr habt die vielen Eintagsfliegen der heutigen Zeit angesprochen, die immer häufiger nur kurze Zeit im Rampenlicht bleiben und danach wieder in der Versenkung verschwinden. Da kann ich euch beruhigen. Auch das ist im Grunde genommen keine ausschließlich neuzeitliche Entwicklung. Es hat schon immer Leute gegeben, die sich ohne lange Lebensdauer an vorderster Front versucht haben! Wenn ihr mich fragt, hat dies - damals wie heute - die gleichen Ursachen. Ähnlich den heutigen Retortenstars, die mit Hilfe konstruierter Castingshows meist nur für kurze Zeit den Pophimmel stürmen, fehlt es wohl auch den schnell verglühenden Sternchen beim Karpfenangeln an der Basis. Ich habe die jungen Wilden bereits in anderem Zusammenhang erwähnt. Die wenigsten davon können vorher wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie sich gleich nach der ersten von-Null-auf-Hundert-Saison in den Vordergrund drängen. Der Schritt an die Öffentlichkeit hat viel gemein mit dem Sprung in eine Schlangengrube. Ohne die nötige Erfahrung und eine entsprechende Umsicht oder Gelassenheit ist es dort nämlich egal, in welche Richtung man sich bewegt. Gebissen wird man auf jeden Fall!! Und nach dem ersten Biß trennt sich dann bald die Spreu vom Weizen. Es wird genügend Leute geben, die sich von einem Biß gar nicht mehr erholen. Dann wird es die Zeitgenossen geben, die sich irgendwie berappeln, um gleich darauf in eine andere Richtung los zu rennen. Die Folge ist vorhersehbar. Sie werden sich ihre nächste blutige Nase holen! Ein paar wenige werden jedoch aus ihren Fehlern lernen und sich irgendwann mehr oder weniger unbehelligt in der Schlangengrube bewegen. Genau das sind dann die Leute, die eventuell nicht sofort nach einem Jahr wieder von der Bildfläche verschwunden sind... .

Cipro.de: Mit deinem letzten Artikel in der Carp Mirror hast du ja einige sehr aktuelle Aspekte angesprochen. Am Puls der Zeit hat uns persönlich sehr gut gefallen. Für uns ist es sogar der beste Bericht der letzten Jahre, da du fast alle Themen der heutigen Scene aufgegriffen hast und die passenden Argumente lieferst. War dies der Startschuß für einen Neueinstieg?

Kay: Vielen Dank für die Blumen! Allerdings würde ich im Zusammenhang mit meinem Artikel nicht unbedingt von einem Neueinstieg sprechen, denn in den zurückliegenden Jahren habe ich ja ab und zu etwas veröffentlicht. Aus konkretem Anlaß hatte ich nur einfach das Bedürfnis, wieder einmal ein paar meiner Gedanken niederzuschreiben. Auslöser dazu waren natürlich die ständigen Diskussionen über die immer gleichen Themen, die ja ausgiebig und in ständiger Wiederholung auch auf Cipro.de diskutiert worden sind. Da habe ich einfach die Gelegenheit genutzt und einige dieser Aspekte in meinem Text aufgegriffen. Ganz sicher werde ich in Zukunft nicht in jedem Mirror vertreten sein. Da würde man doch sehr schnell zur „Nervensäge“ mutieren und selbst für mich bestünde dann die Gefahr, mich irgendwann „leer zu schreiben“. Da möchte ich doch lieber Klasse statt Masse abliefern - wenn ich das hier einmal so sagen darf. Und ich muß auch diejenigen enttäuschen, die nun einen plötzlichen Sinneswandel meinerseits vermuten und mich als zukünftigen Autoren von unglaubwürdigen und nichts sagenden Werbeartikeln sehen. Dieses Betätigungsfeld überlasse ich da nach wie vor ganz anderen Experten, die darin wesentlich mehr Übung haben und die sich offenbar für nichts zu schade sind. Die wichtigste Voraussetzung für weitere Texte bleibt also meine Freude daran, überhaupt etwas aufs Papier zu bringen. Ich möchte den Leser entweder unterhalten, oder ihn zum Nachdenken anregen. Sollten meine Erfahrungen oder Überzeugungen mit diesem oder jenen Produkt etwas zu tun haben, warum sollte ich es an entsprechender Stelle nicht beim Namen nennen? Ich glaube, da bräuchte ich mir dann nichts vor zu werfen. Wenn ich andererseits keine Lust haben sollte, etwas zu schreiben, oder wenn das Thema schon zum x-ten Mal in ähnlicher Form durchgekaut worden ist, dann werde ich euch weitere geistige Ergüsse sicherlich ersparen. Auch ein Zwang, unbedingt etwas schreiben zu müssen, ist bestimmt keine gute Voraussetzung für einen gelungenen Text. Bei manchen Autoren gewinne ich leider immer mehr den Eindruck, sie schreiben wirklich nur um des Schreibens willen, oder weil sie vielleicht bei irgendeinem Sponsor in der Verpflichtung stehen... .

Cipro.de: Das ist doch eine prima Überleitung zu unserem nächsten Thema. Seit Erscheinen des letzten Carp Mirrors ist es ja nun offiziell: Nachdem du vor ein paar Jahren schon einmal für eine Baitfirma gearbeitet hast, bist du ab sofort Repräsentant für Pelzer Baits und Tackle. Dieser Wechsel hat in jüngster Zeit vor und noch mehr hinter den Kulissen für einigen Gesprächsstoff gesorgt. Laut Aussagen anderer fischst du aber schon einige Zeit mit Produkten von Markus. Stimmt das? Was waren deine Beweggründe zur offiziellen Rückkehr in das Baitgeschäft und welche Position wirst du bei Pelzer einnehmen?

Kay: Ich finde es prima, dass ihr danach fragt, selbst wenn beim Thema Kommerz immer gleich die heilige Inquisition auf den Plan gerufen wird. Ich sehe zwar grundsätzlich keine Veranlassung, mich für irgendeinen Schritt zu rechtfertigen, aber offenbar möchte doch der eine oder andere mehr über die Hintergründe erfahren. Außerdem gebt ihr mir dadurch die Gelegenheit, eventuellen Gerüchten oder Spekulationen schon im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ihr habt Recht mit eurer Aussage, dass ich schon lange mit einigen Produkten von Markus fische. Wenn man es genau nimmt, dann habe ich sogar die gesamte Entstehung von Pelzer Baits und später dann von Pelzer Baits und Collection von Anfang an mit verfolgt. Ich kenne Markus schon sehr lange. Als er seinen Geschäftssitz noch in Neuss hatte, haben wir sogar ein paar Gewässer gemeinsam befischt. Bereits in meinem Buch habe ich ja ein paar dieser Aktionen beschrieben. Da ich mit ihm seit Jahren auch freundschaftlich verbunden bin, hat er mich zwischendurch immer mal wieder nach meiner objektiven Meinung zu einzelnen Produkten gefragt. Was soll ich sagen? Bei meinen Praxistests hatte ich wirklich selten etwas daran auszusetzen. Und wenn, dann ergab sich daraus die Möglichkeit, vielleicht noch etwas zu verbessern. Erfahrungsgemäß ist die erste Version eines Produktes ja niemals die endgültige und viele Augen sehen immer mehr. Aus diesem Blickwinkel betrachtet hat es für mich streng genommen überhaupt keinen Wechsel gegeben! Markus kam nur irgendwann mit der Frage, warum ich meine Überzeugung nicht offiziell vertreten würde? Daraufhin haben wir uns noch einmal zusammengesetzt und dabei unsere gegenseitigen Vorstellungen von einer engeren Zusammenarbeit besprochen. Mir ist es dabei in erster Linie wichtig, den Freiraum bei meiner Fischerei zu behalten. Da werde ich also weiterhin unbeirrt meinen Weg gehen und mich nicht unter irgendeinen Erfolgsdruck setzen lassen. Die Funktionalität oder die Fängigkeit eines Produktes muß ja nicht zwingend immer gleich durch den Fang von mehreren Fünfzigpfündern unter Beweis gestellt werden!! Meine persönliche Überzeugung orientiert sich da an ganz anderen Maßstäben. Überhaupt sehe ich meine Position bei Markus eher in der zweiten Reihe - zusammen mit einigen anderen bekannten Gesichtern, die sicherlich genauso ihren Anteil beisteuern werden. Meine Aufgabe wird wohl in erster Linie die Unterstützung und Beratung bei der Produktentwicklung sowohl im Bait-, als auch im Tacklebereich sein. Darüber hinaus werde ich die Produkte natürlich in der Praxis auf Herz und Nieren testen. Meine Einschätzung wird dann aus der Sicht eines Anglers geschehen, wie dies bei mir in der Vergangenheit auch mit anderen Produkten geschehen ist. Möglicherweise kann ich dabei ein paar eigene Ideen und Erfahrungen mit einfließen lassen und möglicherweise erwartet Markus gar nicht von mir, dass ich zu allen Produkten meinen uneingeschränkten Segen gebe. Konstruktive Kritik ist da doch wesentlich sinnvoller. Das Tackle- und Baitgeschäft ist im Übrigen auch kein Wunschkonzert. Bei der Produktentwicklung sind nämlich keineswegs nur die eigenen Ideale und Ansprüche ausschlaggebend. Das wäre wirklich schön und vergleichsweise einfach. Neue Produkte müssen hingegen in erster Linie am Markt und an der Nachfrage orientiert sein. Was nützt ein in allen Belangen perfektes Produkt, wenn diese Perfektion hinterher keiner bezahlen will? Oder was nützt eine ideale Stalking-Rute, wenn im Angelgeschäft nur nach Abstandsprügeln mit 3 ½ Pfund Testkurve gefragt wird? Um in dem heutigen Markt von Pfennigfuchsern, Schnäppchenjägern und Geizhälsen bestehen zu können, werden zumindest einige Produkte am Ende wohl oder übel ein Kompromiß bleiben müssen. Aber ich merke schon, das bringt uns jetzt nicht weiter. Tatsache bleibt jedoch, über solche Zusammenhänge machen sich die ewigen Nörgler offensichtlich nur wenige Gedanken... .

Kommen wir zurück zum Thema. Ich denke, in meine Zusammenarbeit mit Markus wird viel zu viel hinein interpretiert. Könnte es nicht einfach mein Idealismus sein, der meine Entscheidung beeinflußt hat? Es ist ja keineswegs so, als würde Schumi nun für eine Millionengage von Ferrari nach McLaren wechseln! Ich möchte in diesem Zusammenhang deshalb diejenigen beruhigen, die glauben, ich hätte mit meinem neuen „Job“ nun finanziell endgültig ausgesorgt. Wer die Branche nur ein wenig näher kennt und eventuell sogar mit einer eigenen Firma oder mit eigenem Einsatz hinein geschnuppert hat, der wird wissen, dass hoch dotierte Sponsorenverträge leider in keinster Weise möglich sind. Warum ich mich dann trotzdem entschlossen habe, den Sprung in die von mir selbst zitierte Schlangengrube zu wagen, wolltet ihr ja noch wissen. Die Voraussetzung dafür, und damit wohl ein wichtiger Beweggrund, ist meine Überzeugung, dass Markus auf dem richtigen Weg ist. Wenn ich mir den gesamten Hintergrund und die Vorhaben für die nächsten Jahre sehe, dann kann Markus mit seinen Produkten an Einfluß eigentlich nur noch dazu gewinnen, weil er ohne Zweifel sehr gute Produkte zu einem fairen Preis anbieten kann. Er kennt den Markt und dessen Ansprüche. Außerdem schaut er mittlerweile schon weit über die Grenzen unseres doch sehr begrenzten heimischen Absatzmarktes hinaus. Für diejenigen, die es interessiert: Sein neuer Katalog wird jetzt sogar in vier Sprachen erscheinen! Obendrein ist er immer noch ein überaus erfolgreicher Angler - was er durch den Fang wirklich außergewöhnlicher Fische oft genug unter Beweis gestellt hat. Daran kann auch die ganze oberflächliche Kritik, die er sich manchmal gefallen lassen muß, nicht hinweg täuschen... .

Cipro.de: Kritik ist ein gutes Stichwort! Gerade in letzter Zeit wird ja auch Negatives über Pelzer Baits und Tackle geredet. Natürlich ist es nicht wirklich etwas Neues, wenn sich einige Wichtigtuer an Gerüchten oder angeblichen Fehltritten hochziehen, aber bei Markus hält dies nun schon verhältnismäßig lange an. Eigentlich ist Markus doch gar kein Mensch, der ständig in der Öffentlichkeit steht oder sich im Internet bewegt. Oder liegt es vielleicht gerade an seiner Zurückhaltung, dass er immer wieder Angriffen anderer Angler ausgesetzt ist? 

Kay: Ich glaube, Kritik ist ein fester Bestandteil jeder Öffentlichkeitsarbeit. Das liegt meiner Meinung schon in der Natur der Sache. Wer sich dem öffentlichen Interesse aussetzt, der wird ganz automatisch sowohl Kritiker, als auch Fürsprecher auf die Bühne rufen. Klatsch und Tratsch gehören dazu. Dabei sind verhältnismäßig wenige Krawallmacher naturgemäß viel lauter zu hören, als die Masse der zufriedenen Kunden. Ganz logisch, denn ein vermeintlicher Skandal bietet natürlich wesentlich mehr kontroversen Gesprächsstoff, als eine saubere Weste! Sind wir im Grunde genommen nicht sogar alle Voyeure, die bei anderen Menschen gerne nach einem handfesten Skandal oder einer Leiche im Keller suchen? Ich denke jedoch, Zeitgenossen, die diesen Trieb wirklich übertrieben ausleben, nutzen die dadurch gestiftete Verwirrung lediglich dazu, um von ihren eigenen Fehlern und Schwächen abzulenken. Interessanterweise sind es immer die gleichen Randfiguren, die sich mit „Hot News“ der besonderen Art hervortun. Im Zusammenhang mit unserem Hobby ist dabei eindeutig der Fangerfolg von anderen das heißeste Eisen - insbesondere dann, wenn ein Erfolg in irgendeinem kommerziellen Zusammenhang auftaucht. Merke: Je mehr große Fische du dann der Öffentlichkeit präsentierst, desto mehr Zweifler und notorische Nörgler bringt das hervor! Irgendwann wird dann jede Gewichtsangabe und jeder Fangumstand angezweifelt. Frei nach der Annahme, daran muß doch etwas faul sein ein, wird schon von Anfang an ein Betrug unterstellt. Überhaupt ist es irgendwann egal, was du tust oder sagst. Irgendjemand wird überall ein Haar in der Suppe finden und sei es nur ein winziges Laubblatt auf einem unscharfen Fotohintergrund, welches in seiner Färbung angeblich nicht ganz zur Jahreszeit paßt!! Aber, was sagt ein einfaches Fangfoto denn schon aus? Für diejenigen, die es brauchen, steht bestenfalls eine Gewichtsangabe des gezeigten Fisches darunter. Alles andere bleibt ohne Hintergrundwissen doch reine Spekulation. Da könnte man sich meiner Meinung nach genauso zusammensetzen und einen Tintenklecks deuten! Hauptursache des dummen Geredes ist entweder Unwissenheit oder/und eine blühende Fantasie. Üble Gerüchte müssen im Ursprung übrigens nicht unbedingt beabsichtigt sein. Das funktioniert in etwa genauso, wie das auf Kindergeburtstagen beliebte Spiel „Stille Post“. Jemand denkt sich eine einfache Geschichte aus und erzählt sie seinem Nachbarn so, dass niemand es hört. Danach wird die Geschichte auf gleiche Art weiter erzählt. Bei jeder Informationsübermittlung wird - ganz unbewußt - etwas weg gelassen oder etwas dazu gedichtet. Bereits nach wenigen Stationen hat die im Umlauf befindliche Geschichte nur noch sehr wenig mit der ursprünglichen Information zu tun.

Markus ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie man am klügsten auf das normale Gerede und auf das dumme Gelabere reagiert. Nämlich gar nicht! Schließlich gibt es ja für jeden ein Recht der freien Meinungsäußerung. Dabei manövrieren sich die gröbsten Unwahrheiten üblicherweise sehr schnell von ganz alleine ins Abseits. Außerdem bekommt man die Urheber ohnehin nur selten zu packen, denn hinter dem Rücken läßt es sich bekanntlich viel ungenierter reden. Bei besonders hartnäckigen Giftspritzern hilft das Ignorieren leider nicht und mitunter grenzen manche Stumpfsinnigkeiten schon fast an Rufmord. In solchen Fällen bringt ein allgemeiner Erklärungsversuch leider herzlich wenig, weil er sofort als Rechtfertigung und damit als Schuldeingeständnis mißverstanden werden kann. Da muß man dann manchmal selbst die Kohlen aus dem Feuer holen und - wenn möglich - dem Urheber allen Übels einmal von Angesicht zu Angesicht auf den Zahn fühlen!!

Ihr habt auf eine Art Recht, wenn ihr sagt, Markus wäre eigentlich gar nicht so oft in der Öffentlichkeit präsent. Scheinbar sorgen die gelegentlichen Auftritte aber bereits für genügend Gesprächsstoff. Außerdem braucht er für die von euch erwähnten Anfeindungen streng genommen gar nicht selber im Scheinwerferlicht stehen, denn in vielen Fällen geht es wohl weniger um Markus als Person. Sein Name, der ja letztendlich für all seine Produkte steht, scheint auch so allgegenwärtig zu sein. Ich sehe das positiv, denn ohne Frage hat er damit etwas geschafft, was bestimmt nur wenige von sich behaupten können - leider mit der Kehrseite, dass er für Neider immer wieder Angriffspunkte liefern wird. Nach meiner Überzeugung wird sich das aber früher oder später wieder beruhigen. Schon alleine deshalb, weil es doch irgendwann langweilig werden muß, immer nur auf Markus herum zu hacken. Die meisten Fahnen wehen nun einmal mit dem Wind. Aber der Wind kann sich ja bekanntlich auch einmal drehen. Dann wird es vielleicht einen anderen Trend und damit einen neuen Buhmann geben. Möglicherweise bin ich da sogar ein heißer Anwärter, weil ich mit meiner Zugehörigkeit zum Pelzer Team angeblich alte Grundsätze über Bord geworfen habe? Es wird so sein wie immer: Diejenigen, die am wenigsten darüber wissen, werden sich am lautesten das Maul zerreißen... .

Cipro.de: Wir haben nun über die Vergangenheit, die Anfänge deiner Karpfenangelei und über die Gegenwart mit deinem Einstieg bei Pelzer Baits und Tackle gesprochen. Nun interessiert unsere User bestimmt auch, was ein Kay Synwoldt in Zukunft machen wird. Wie lange glaubst du, wirst du noch fischen gehen und wie lange hält dein Karpfenfieber noch an?

Kay: Meine Güte. Das hört sich ja beinahe so an, als würde mein Eintritt ins Rentenalter unmittelbar bevorstehen und dieser Schritt würde dann mit die Aufgabe meines Hobbys einhergehen. So weit habt ihr mich aber noch nicht. Insgesamt möchte ich mich mit meinen Vorhersagen lieber zurückhalten, denn man kann ja nie wissen, was einen erwartet. Allerdings ist mein Hobby über die Jahre nicht nur zu einem vorübergehenden Interesse, sondern zu einer echten Passion geworden. Insgesamt bin ich wahrscheinlich schon viel zu lange dabei, um jetzt noch damit aufzuhören. Ob mein Interesse dabei immer ausschließlich den Karpfen gelten wird, kann ich euch nicht versprechen. Es wird bestimmt Phasen geben, in denen ich wieder einmal einen Gang zurückschalte und vielleicht sogar ein paar Monate gar nicht zum Fischen fahre. Im Moment werde ich allerdings schon unruhig, wenn ich nur ein paar Tage nicht mehr am Wasser gewesen bin. Die echten Monsterfische werde ich wohl trotzdem nicht regelmäßig fangen können. Dafür habe ich aber einen festen Job und eine Freundin! Meine weiteren Angelaktivitäten mache ich deshalb eher von meinem Spaß an der ganzen Sache und meinen Möglichkeiten abhängig. Die Freude daran, die Natur zu erleben und dabei auch einmal in netter Gesellschaft einen schönen Fisch zu fangen, wird für mich aber immer die oberste Priorität bleiben. Vielleicht ist es mir ja gerade mit dieser Einstellung gelungen, die Freude an diesem wirklich schönen Hobby zu erhalten. Das sollten wir nämlich nie vergessen: Angeln ist nur ein Hobby und letztendlich geht es „nur“ um ein paar Fische. Wir haben jetzt über einige ernste Themen gesprochen. Trotzdem wird auch das niemals so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Manchmal täte uns allen vielleicht etwas weniger Verbissenheit ganz gut. Dann würden wir vielleicht nicht alles so eng sehen und dadurch wieder etwas mehr Freude gewinnen!

Cipro.de: Das ist doch wieder einmal ein passendes Schlusswort! Kay, wir danken dir vielmals für dieses exklusive Interview und für deine offene Art. Wir danken dir selbstverständlich genauso im Namen unserer User, denn auch, wenn dich viele kennen werden, gibt es bestimmt einige jüngere Angler, die deinen Namen bisher noch nicht zuordnen konnten. Eventuell treffen wir dich ja einmal auf unserem Message-Board wieder. Wir wünschen dir für deinen weiteren Weg viel Glück, Erfolg mit Pelzer Baits und Tackle, sowie viele Fische bei deinem nächsten Ansitz.

Kay: Vielen Dank für eure guten Wünsche. Die Zukunft wird es zeigen, was daraus werden wird. Das Beantworten eurer Fragen hat mir in jedem Fall sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass die umfangreiche Schriftform unseres Gespräches eure User gleichermaßen zum Lesen und zum Nachdenken anregen wird. Es bleibt mir noch, euch, eurem Board und euren sonstigen Vorhaben ebenfalls gutes Gelingen für die Zukunft zu wünschen. Vielleicht ergibt sich ja daraus noch einmal eine Gelegenheit für ein anderes gemeinsames Projekt... .

Kay Synwoldt, im Januar 2004
 

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