von Sebastian R.

Mit diesem Bericht will ich euch das Angeln in der Weser ein bisschen näher bringen. Als ich im Juni zwei Wochen meines lang ersehnten Urlaubs bekam, plante ich , sie an der Weser bei Nienburg zu verbringen.  Die Weser hat dort eine Breite von ca. 80- 100 Metern. Die Strömung ist sehr langsam und die Wassertiefe beträgt 1,50bis 3 Meter, in der Fahrrinne bis zu 6 Metern. Ich beschloss im Voraus, in der gesamten Zeit sieben Stellen zu befischen, also jeweils zwei Nächte an einer Stelle zu verbringen. Auf diese Weise wollte ich die Fische finden, die nach meinen Erkenntnissen ca.2-5 Kilometer am Tag zurücklegen. Die Karpfen schulen bestehen  dabei jeweils aus etwa zwei bis sieben Fischen.

Dann brach der lang ersehnte Morgen an: Ich packte mein Auto bis unter das Dach voll und die Spannung stieg mit jedem gefahrenen Kilometer der Weser entgegen. Endlich angekommen, baute ich mein Bivy-Camp auf einer Weide in Uferschilf auf und begann, meine Köder mit dem Boot raus zubringen. Als Material benutzte ich eine 0,38 mm Hauptschnur an die ich 15Meter „Destroyer“ Schlagschnur von Eurobaits knotete, da es dort sehr viele Hindernisse und Muscheln gibt. Als Montage diente mir eine 120Gramm Inline-Carpbomb. Ein steifes Vorfach von 0,60 mm monofile und ein 3,0 Wahnsinnshaken von Profiblinker, der mit einem Solar Rig - Ring versehen war.

Die erste Nacht brach an und außer Döbeln und Barben fing ich leider nichts... wie auch die darauf folgenden 12 Nächte... ich merkte, dass alle diese Stellen nicht produktiv waren.

Deshalb suchte ich mir eine neue Stelle, die eine Veränderung im Flusslauf und eine sehr geringe Fliessgeschwindigkeit hatte, ca. 100Meter breit war und in die ein Schleusenkanal mündete. Die Wassertiefe betrug im Schnitt 5Meter. Als der nächste Morgen anbrach hatte ich SIE gefunden, denn drei Karpfensäcke von 24,27 und 32 Pfund Inhalt lagen unter meinen Rutenspitzen im Wasser. Da ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt mein Urlaub beendet war, nahm ich mir nochmals eine Woche frei (unbezahlt!). Wieder am Wasser angekommen, fütterte ich drei Stellen an, 2, 3,5  und 5 Meter Tiefe mit 15Kg Mais und 4Kg Pellets an.

Diese hinterlassen einen sehr intensiven Geruch und eine große Futterwolke . Als Boilies fütterte ich 3Kg Gammarus in 20 mm von Eurobaits, die zu einem großen Anteil aus frisch gemahlenen Bachflohkrebsen bestehen. Da diese eine der Hauptnahrungsmittel der Weserkarpfen  sind, wusste ich, dass ich mit den Boilies richtig lag.  Die Nacht brach an und der erste Karpfen lag auf der Matte. Es war ein schöner Schuppenkarpfen von 37Pfund.

Bis zum Sonnenaufgang fing ich noch zwei weitere Fische von 28 und 41 Pfund, die voller Boilies waren. Ich wusste nun, dass sie auf mein Futter eingegangen waren.

Die nächste Nacht konnte ich nach dem Erfolg kaum abwarten und auch sie brachte mir schöne Fische. In der fünften Nacht setzte plötzlich starker Regen ein, so dass sich das Wasser braun färbte und der Pegel um ca. 10 cm stieg, was das Ende der Spätherbstsession an der Weser bedeutete. In den vier Nächten fing ich insgesamt elf Fische, davon vier über 30 Pfund und einen über 40 Pfund. Somit waren sich die ersten Tage blanken vergessen und der unbezahlte Urlaub hat sich doch noch gelohnt!

PS: Solltet ihr an einem Fliessgewässer auf Karpfen angeln, gebet nicht zu schnell auf! Die  Nacht wird kommen, wo sie an euerer Stelle vorbeiziehen werden und dann könnt ihr wahre Sternstunden erleben!

Viel Erfolg!

Sebastian R
www.blacklabelbaits.de


 

Home