Vor kurzem kam im Cipro.de- Forum die Idee auf, eine gemeinsame Session mit interessierten Huntern im Osten Deutschlands durchzuführen. Nach ein paar Gewässer- und Terminproblemen wurde Donnerstag der 16.04.2004 festgelegt, gefischt werden sollte bis Sonntag. Doch schon bald mussten wir feststellen, dass nicht so großes Interesse bei den Usern bestand wie bei den anderen Cipro- Sessions, der Grund ist uns ein Rätsel geblieben. Schließlich fanden sich doch noch 9 Karpfenbegeisterte User des Boardes zusammen und hofften auf ein paar schöne Tage zusammen am Wasser.

Es meldeten sich zur 1. Offiziellen East- Carp folgende User an: „Icke“(Erik), „Henne“(Hendrik), „Pavellotti“ (Pavel), „Opi“ (Detlev) mit seinem „Unterholzrottweiler“ Axel, „chris“(Christian), „Priest“ (Knut), „newage“ (Denny), ein Freund von Priest, Rajko und ich (Graser)war natürlich auch mit von der Partie. Der Wettergott meinte es sehr gut mit uns und es wurde für die 3 Tage schönes Wetter um die 20°C vorhergesagt.

Ich traf zeitgleich mit Chris gegen 15 Uhr am Gewässer ein, schnell bauten wir die Camps auf und legten unsere Ruten aus. Bei einem schönen Kaffee erfuhren wir dann, dass Pavel in der vorigen Nacht schon einen 8-Pfünder landen konnte und Denny einen Run hatte, bei dem der Anhieb aber leider ins Leere ging. Ermutigt von dieser Nachricht machte ich mir auch Hoffnungen endlich den ersten Carp des Jahres zu fangen. Gegen 19 Uhr traf dann auch Detlef ein und gesellte sich zu unserer gemütlichen Runde.

Da Pavel der stolze Besitzer eines Futterbootes ist beschloss er von jedem eine Rute an die jeweiligen Wunschplätze mit dem Boot zu bringen. Chris, Detlef und Henne verzichteten, da sie von ihrem Platz aus alles anwerfen konnten. Erik ließ sich seine Rute in ein nahe gelegenes Krautloch ablegen und Denny entschied sich für eine Schilfbank am gegenüberliegenden Ufer. Meine Wahl fiel auf eine kleine Bucht am gegenüberliegenden Ufer, die ebenfalls von Schilf umgeben war. Am Abend saßen wir alle zusammen vor dem Grill und verputzten die von Grillmeister Pavel gegrillten Steaks. Ab und zu war ein Piepser an meiner Rute zu vernehmen, doch gegen um 22:30 Uhr blieb es nicht bei einem Piepser, sondern ein schöner Run lies die Bissanzeiger durch die Nacht schreien. Nach einem relativ harmlosen Drill konnte ich dann einen schönen 17-Pfund Spiegler landen. Ansonsten brachte diese Nacht keinen Fisch mehr und wir lösten unsere Runde ziemlich zeitig auf um uns schlafen zu legen. Erik hatte noch einen Fallbiss gegen 2 Uhr, doch den Fisch konnte er leider nicht haken.

Am nächsten Morgen wurde die East-Carp offiziell gestartet, da nun fast alle Teilnehmer eingetroffen waren, nur Knut und Heiko fehlten noch, aber die beiden trafen am Abend ein. Da es nun offiziell losging, räumte Pavel sein Futterboot ins Auto, da jeder dieselben Chancen haben sollte. Der Tag verlief relativ ruhig, nur Denny stiefelte auf der Suche nach Carps durch einen Sumpf und wurde mit 3 schönen K3 Karpfen belohnt. Am Abend wurde mir dann die Geschichte von „Pavel dem Palmenkletterer“ erzählt, der mit seinen Kletterkünsten am Mittwoch alle überrascht hatte, als er, um mir an meiner Stelle das Auswerfen zu ermöglichen, auf einen Baum kletterte und einen Ast aus dem Weg räumte.

Den ganzen Tag wurmte mich schon, dass Pavel sein Futterboot eingepackt hatte- wie sollte ich nun meine Montage wieder zum andern Ufer bekommen? Nach ein paar Überlegungen hatte ich einen Entschluss gefasst: Ich nahm meine Abhakmatte und band sie mit Eriks Abhakmatte zusammen. Als Henne dieses „Gefährt“ sah, sagte er nur: „Ihr wollt doch nicht etwa……!“ Doch!!!! Ich wollte mit der Abhakmatte zum anderen Ufer paddeln und meine Montage wieder am Schilf ablegen, bei kühlen 12 Grad Wassertemperatur. Henne sprintete zu seinem Zelt um seinen Fotoapparat zu holen. Ich muss zugeben, es war a****kalt! Den Abend wurde wieder gegrillt und mit ein paar Bierchen auf die noch hoffentlich folgenden Fische angestoßen. Den ganzen Abend wurde gefachsimpelt und diverse Geschichten von lustigen Cipro-Partys nach den Messen wurden erzählt. Wir konnten uns alle kaum noch auf den Stühlen halten und hatten am Ende fast Bauchschmerzen vor Lachen. Obwohl der Altersunterschied bei dieser Session doch recht groß war (17-54 Jahre) und wir uns kaum kannten, verstanden sich alle blendend. Doch gegen halb 3 packte uns alle die Müdigkeit und wir gingen schlafen. Dieser Schlaf wurde allerdings um dreiviertel 8 durch den Dauerton meiner Sounderbox unterbrochen. Schnell Schuhe an und raus zur Rute. Der Anhieb saß und ich konnte einen schön runden 14er landen. Schnell verschwand er im Karpfensack und ich legte mich wieder hin. Alle freuten sich über diesen Fisch, denn er gab neue Hoffnung.

Gegen Mittag beschlossen Erik und ich uns auch durch den Sumpf zu wagen um ein paar K3´s nachzustellen. Doch dieser Weg war für mich schnell zu Ende, da ich urplötzlich bis zur Brust im Schlamm versank, Wathose war voll und alle Klamotten waren nass. Das Gelächter war groß, als ich triefend vor Nässe an den anderen vorbeilief. Schnell umgezogen und ein neuer Anlauf den Sumpf zu überqueren wurde gestartet. Diesmal ging alles gut, Erik und ich konnten innerhalb einer knappen dreiviertel Stunde 15 schöne K3 landen- ein Höllenspektakel an der leichten Matchrute. Stolz zeigten wir den anderen unseren Fang und schossen mit ein paar von den Fischen einige Fotos.

Erik tat es mir nun gleich und paddelte seine Montagen ebenfalls mit der Abhakmatte raus. Pavel und Henne schmiedeten schon einen Plan, wie sie doch noch schaffen könnten einen Fisch zu überlisten und irgendwann beschloss Pavel dann doch endlich, Haken zu montieren :-) Gesagt getan! Und schon eine halbe Stunde später biss auch gleich ein kleiner Karpfen von 45cm auf seinen Boilie. Auch Denny bekam noch einen Run, konnte aber leider nur ein kapitales Krautbündel ausdrillen. Pavel entschied sich mit Denny und mir noch einen Versuch auf die K3 zu starten. Diese Tour war das lustigste, was ich in meinem Leben erlebt habe. Ich landete alle 2 Minuten im Wasser und auch Pavel blieb nicht trocken, von Pavel konnte man außerdem alle 2 Schritte seine jetzt fast schon legendären Worte „Scheißen Dreck“ hören. Und wenn Pavel an einem morschen Baum halt suchte, brach dieser meistens auch noch ab und er landete fast wieder im Sumpf. Zwischenzeitlich mussten wir anhalten, da wir vor Lachen nicht mehr weitergehen konnten. Eine gebrochene Rute und 4 K3 später kehrten wir zu den anderen zurück und lachten uns immer noch schief über diese „Survivaltour“ .Aber in einem waren wir uns einig: Dieser Sumpf würde uns nie wieder sehen, denn das einzige was trocken geblieben war, waren Pavels Sprüche.

Am Abend bestellten wir uns Pizza und saßen noch ewig bis in die Nacht bei Grog und Bier. Dieser Abend wurde der lustigste von allen und wollte einfach nicht zu Ende gehen. Doch irgendwann verzogen sich alle wieder in die Zelte. In der Nacht passierte rein gar nichts und somit stand ich als Sieger der East- Carp 2004 fest. Feierlich läutete Henne die Siegerehrung ein, wo mir dann der Pokal überreicht wurde. Schnell noch ein Gruppenfoto gemacht und dann verteilten wir uns wieder  in alle Himmelsrichtungen, doch vorher besorgten wir uns noch alle die Handynummer von unserem Liebling Pavel!

An dieser Stelle möchte ich mich bei Erik noch einmal für die super Organisation bedanken, ihm ist es zu verdanken, dass wir die Idee der East- Carp realisieren konnten!

Da es allen Teilnehmern so gut gefallen hat, wird die nächste East- Carp wahrscheinlich noch diesen Herbst stattfinden, dann hoffentlich mit ein bisschen mehr Beteiligung, denn ob ihrs glaubt oder nicht, auch im Osten kann man Fische fangen.

Tight lines,
Euer Lars Priebe
 

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