Für den Betrachter sind wir schon ein recht merkwürdiges Volk! Tage verbringen wir in unseren „Boilieküchen“, fahren unzählige Male an das Gewässer, nur um anzufüttern. Wochenende für Wochenende werden die Autos aufs neue mit unzähligen Taschen und Gerätschaften beladen. Tage, ja teilweise sogar Wochen verbringen wir in einem kleinen Zelt hinter unseren Ruten, und warten auf den ersehnten Biss. Unsere Art zu Fischen wurde in den vergangenen Jahren immer populärer, und so ist es auch  nicht verwunderlich das an vielen Wochenenden unsere Gewässer mit „Karpfenzelten“ nur so übersäht sind.

Wenn man so viel Zeit mit seinem Hobby verbringt ist es auch ganz normal, dass der Großteil des Freundeskreises aus Anglern besteht. Viele meiner Bekannten habe ich am Wasser kennen gelernt, und ich muss sagen das aus einigen „Bekanntschaften“ sehr gute Freunde geworden sind! Aber auch durch das Medium Internet (speziell in meinem Fall, das Message Board von www.cipro.de) habe ich tolle Freundschaften schließen können.

Das ist die gute Seite, denn nie möchte ich die wunderbaren Momente missen, die ich am Wasser mit echten Freunden verbringen durfte, welche ich nur dank meines Hobbys kennen lernte. Wer sehnt sich nicht, nach einem „durchqatschten“ Sonnenuntergang vor der Kulisse eines still und glatt daliegenden Sees.

Über Cipro.de lernte ich schließlich auch Thorsten und Ben von der Firma natural-carpbaits kennen. Anfangs war ich ihr Kunde und konnte mich so vom Konzept der „selbst gemachten Fertigbaits“ ohne Flavour und Konservierer selbst überzeugen. Welch schöne Augenblicke verdanke ich auch diesem Kennen lernen!

Mittlerweile geht unsere Freundschaft weit über das „Geschäftliche“ und das Angeln hinaus.

Mir persönlich liegt sehr viel daran gute Freunde zu haben, auf die man sich  100% verlassen kann. Ich gehe sehr gerne zu zweit oder zu dritt fischen, es ist halt viel schöner einen guten Freund an seiner Seite zu haben.

An einem meiner Lieblingsgewässer, einem größeren Baggersee, geht es in der Regel unter den Anglern immer sehr kameradschaftlich zu. Dies gefällt mir richtig gut, denn dort herrscht aus meiner Sicht ein harmonisches Miteinander unter den Anglern. Man sollte ja eigentlich annehmen dies sei allgemein unter den „Karpfenanglern“ der Fall, da wir doch alle das gleiche Ziel vor Augen haben. Aber leider ist es nicht immer so:

Im Spätsommer letzten Jahres bin ich mit meinem Freund Ben an einem See irgendwo in Deutschland gewesen. Ben ist schon gegen Abend dort eingetroffen, ich stieß erst am nächsten morgen zu ihm. Wir hatten noch nicht einmal unseren ersten Cappuccino ausgetrunken, da kam auch schon ein „Karpfenangler“ zu uns rüber gerudert. Von diesem wurden wir sogleich mit ziemlich blöden Fragen  unschön am Wasser willkommen geheißen. Grund der „Anmache“ war ein gerade im Mirror erschienener Artikel von Ben, in welchem Bilder von Fischen aus diesem Gewässer verwendet wurden, ohne jedoch den Gewässernamen auch nur annähernd zu erwähnen.

Nichts desto Trotz suchte ich mir schließlich auch zwei Spots und setzte dort je eine H-Boje. Der See ist sehr stark verkrautet, und wenn man seine Spots wieder finden möchte, ist es unumgänglich eine Boje zu setzten. Zu allem Überfluss fehlten uns am nächsten morgen zwei unserer Bojen! Natürlich waren wir als „Gäste“ die einzigen am See, die in dieser Nacht beklaut wurden! – Wie primitiv kann man eigentlich sein?!

Ein Bekannter von mir befischt seit einigen Jahren recht erfolgreich einen großen Fluss in Süddeutschland. Seine Erfolge brachten aber leider auch Neider auf den Plan, und so kam es, dass nach dem Fang des ersten Vierzigers jemand direkt auf „seinem“ Angelplatz sein großes Geschäft verrichtet hat! Einige Zeit später und seltsamer Weise direkt nach dem Fang eines Fünfziger Schuppis wurde sogar die schützende Hecke hinter der Angelstelle mutwillig kurz und klein geschnitten! Ob da wohl jemand neidisch geworden ist? – Und ach ja, es geht also noch primitiver, wo mag hier die Grenze sein?

Mit solchen oder so ähnlichen Ereignissen an unseren Gewässern könnte ich leider noch seitenweise fortfahren! Im Verhältnis dazu was alles im angrenzenden Ausland abgeht, erscheinen meine zwei Beispiele eher harmlos. Ich bin mir ziemlich sicher das fast jeder von uns schon einmal ein negatives Erlebnis am Wasser  hatte.

Aber nun mal ehrlich, muss das denn alles wirklich sein? Ist die Profilierungssucht und der Neid von einigen so groß das man sich schon am Wasser bekriegt? Einige haben anscheinend ganz vergessen das es immerhin noch unser aller Hobby ist, und dieses sollte uns doch ausnahmslos Spaß bereiten! Klar möchte jeder den ganz Großen fangen, aber warum muss es den vielerorts so unkameradschaftlich zugehen? Miteinander wäre es doch viel unkomplizierter, denn Gegner die unser Fischen aufs schärfste kritisieren haben wir schon genug dort draußen, da müssen wir uns in unseren Reihen nicht auch noch das Leben schwer machen!

Ich hoffe ich konnte den einen oder anderen von euch mit meinem kleinen Beitrag ein bisschen nachdenklich stimmen. Seht nicht immer alles so verbissen, freut euch für- und miteinander, denn gemeinsam kann man oft viel mehr erreichen! Ich wünsche euch allen viele schöne Stunden am Wasser, und natürlich auch jedem von euch seinen ganz großen Fisch! Zum Schluss möchte ich mich bei meiner lieben Frau Christina bedanken, die immer sehr viel Verständnis für mein zeitaufwändiges Hobby hat. Danke!

Moppel,
cipro.de
 

Home