Gibt es eine Formel um den Fang von Karpfen zu garantieren? Ja. Steht diese im direkten Zusammenhang mit den Versprechen der Köderhersteller, die mit Dips, Boostern, Enhancern und ständig neuen Superködern Rekordfische prophezeien? Nein. Meiner Meinung nach sind da eine ganze Menge Schauspieler unterwegs die sich entweder mit einem nicht selbst gefangenen Fisch ablichten lassen oder an einem völlig überbesetzten Paylake fischen, in dem die Fische auch auf Storck Schokoladenriesen Montags viertel nach acht beißen würden.

Auch gibt es ellenlange Abhandlungen über die Zusammensetzung des Idealköders - sie dienen in den vielen Fällen dazu Zeitschriften voll zu bekommen oder einfach dazu, auch mal was gesagt zu haben. Um eine Parallele zu ziehen – ich frage mich wann zum Beispiel die Waschmittelindustrie endlich mal mit ihrem Produkt-Tuning am Ende ist? Mega, Ultra, Liquid, Compact, Total, Complete, Megaperls, Anti Grau-Formel – 3 in Einem, 4 in Einem, sogar 5 in Einem – denen fällt immer wieder etwas neues ein um die Leute zu verschaukeln. Viele haben ihr Gehirn an der Garderobe abgegeben und glauben den Käse.

Mit dem, was ich hier über das ERFOLGSREZEPT schreibe erfinde ich das Rad nicht neu – viele vor mir haben das schon in ähnlicher Form gesagt oder geschrieben. Es scheint nur durch die Macht der Medien – durch den Trug von Hochglanzmagazinen in denen Karpfenangler-Kunstprodukte einen Weltrekord nach dem anderen brechen – verdrängt worden zu sein. Deshalb hier noch mal zum mitschreiben.

Das WICHTIGSTE bei dem Unternehmen Karpfenfang ist die RICHTIGE STELLE zur RICHTIGEN ZEIT zu finden – PUNKT!

Wenn man sicher ist, dass der zu befischende See über einen entsprechenden Bestand an Karpfen verfügt, ist man in erster Linie gut beraten, das Gewässer zu beobachten und zu erkunden. Das heißt Lotrute oder Boot und Echolot und los geht es. Es gilt besonders heiße Stellen - Hot Spots - zu finden. Flachbereiche, Kanten, Rinnen, Barschberge, Plateaus, Krautfreie Stellen, Muschelbänke – um die Wichtigsten zu nennen.

Wenn man diese gefunden hat und seine Köder (so will ich es zu diesem Zeitpunkt mal pauschal bezeichnen) zum richtigen Zeitpunkt dort auslegt, wird man auf Kurz oder Lang auch seinen Fisch fangen - garantiert! Mit dem richtigen Zeitpunkt ist Wetterlage, Windrichtung, Wassertemperatur und natürlich Jahreszeit gemeint. In der Regel ist es notwendig das Gewässer ein
paar Jahre zu beangeln um Erfahrungswerte in dieser Richtung zu sammeln. Die zweite wichtige Zutat beim „Erfolgsorientierten Karpfenfang“ ist die KÖDERPRÄSENTATION bzw. das RIG. Wer schon mal Gelegenheit hatte ein Unterwasservideo anzuschauen, weiß wovon ich rede.

Das Futter und die Montage liegen am Platz, die Fische sind da, sie nehmen das Futter auch an, sie nehmen auch den Hakenköder an – aber speien ihn auch genauso schnell ohne sich zu haken wieder aus – und das ein paar Mal in Folge. Wer sich das anguckt kriegt die Krise! Hier mal der Link zum Nachvollziehen:

http://video.google.com/videosearch?q=carp

Na – alles klar?

Ergo
Ich muss meinen Köder an einem Rig präsentieren, das in den meisten Fällen auch hakt – denn die Art der Köderaufnahme und das Ausblasen des Köders, kann ich nicht beeinflussen. Auch dies wird in der Regel ein Erfahrungswert sein. Wer diese beiden Regeln einhält, hat schon fast gewonnen.

Nun zum Köder
Natürlich gibt es Unterschiede bei Ködern, aber wer sich mal die Ausscheidungen eines Karpfens ansieht dem wird klar, was diese Burschen sich alles einverleiben. Da hatte ich doch kürzlich: Muschelschalen, Schneckenhäuser, Eicheln, Stöckchen, ein halbverdautes Moderlieschen und meine Boiliereste natürlich. Ich würde empfehlen selbst zu rollen – man kann dann sein individuelles Rezept umsetzen und weiß, was in den Kugeln ist. Andererseits fangen „Gekaufte quer Beet“ an einigen Gewässern genauso gut – auch über längere Zeit. Ich schlage vor – und so mache ich es auch – einfach mal ein paar Kilo selbst zu rollen und ein paar Kilo zu kaufen. Beide Knödel können dann parallel angeboten werden und vielleicht lässt sich nach einiger Zeit eine repräsentative Aussage in Bezug auf die Fängigkeit treffen. Nicht zu vergessen sind natürlich Partikelköder die selbstverständlich genauso gut fangen – vorrausgesetzt der Fisch ist am Platz, frisst und das Rig ist zuverlässig.

So einfach ist das – wenn ......................... wenn ......................... das Wörtchen WENN nicht wäre.

Denn bei allen technischen Raffinessen, anglerischen Bemühungen und der ERFOLGSFORMEL bleibt doch immer noch ein schwer zu beeinflussendes Restrisiko und das heißt GLÜCK.

Also
Nicht jeder Tag ist gleich, es gibt keine Superkugel, keiner fängt immer, jeder Fisch ist ein guter Fisch – DRANBLEIBEN und ERFOLG HABEN!

Schöne Stunden am Wasser.
Mike(HCT)
 

 

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