Denkwürdige Situationen
... Mitte Oktober. Ich sitze, zusammen mit meinen Freund Waldi an einem See in Frankreich. Schon mehrere male hatten wir dieses Gewässer in den letzten Jahren befischt und wir dachten es mittlerweile ganz gut zu kennen. Obwohl es die optimale Jahreszeit ist, haben wir nach der dritten Nacht gerade mal zwei Fische auf der Habenseite. Bei unserer Ankunft hatte uns der Verwalter des Sees geraten sehr wenig bis gar nichts zu füttern. Da wir generell keine Freunde des stupiden Abschüttens sind und schon gar nicht an stark befischten Gewässern, folgten wir seinem Rat und fütterten nur sehr wenig. Trotz optimaler Spots und gutem Platz, wollten die sehnsüchtig erwarteten Carps nicht so recht beißen.

Wir hatten also ein Problem!
Nach den ersten drei Tagen telefonierte ich mit Patrice, der gerade am Orient saß. Ich erzählte ihm, dass wir außer den zwei Karpfen noch einen Stör landen konnten. Sofort kam die Frage von ihm, ob wir gefüttert hätten. Ich antwortete mit: „Ja, aber sehr wenig“. Er gab mir zu verstehen, dass das Wenige wahrscheinlich schon zuviel für die aktuelle Situation gewesen sein könnte und gab uns den Rat nur mit Singelhookbaits zu fischen. Bei einer Wasserfläche von 110 ha hatten wir jedoch nicht das nötige Vertrauen in diese Vorgehensweise und entschieden uns weiterhin auf den bisherigen Spots zu fischen, jedoch kein weiteres Futter auszubringen. Dennoch konnten wir bis zum nächsten Morgen keinen Fisch mehr landen. Eine Lösung musste her und zwar schnell! Am gleichen Morgen fuhr ich also mit dem Boot auf den See hinaus um neue Stellen zu suchen. Das Freiwasser brachte keine wirklich neuen Erkenntnisse. Daher fuhr ich zum gegenüberliegenden Ufer, welches einen mehrere Meter breiten, sehr langen Krautgürtel aufwies. Ich war mir nicht sicher, ob wir den Rand dieses Krautfeldes überhaupt anwerfen konnten, außerdem betrug die Wasser-tiefe nur ca. 50 cm. Da wir nichts zu verlieren hatten, watete Waldi einige Meter in den See hinaus und warf das gegenüberliegende Ufer an. Nach mehreren teils gescheiterten Versuchen, waren 2 Ruten optimal am Rand des Krautfelds platziert und vom Boot aus 5 bis 10 halbierte Boilies darüber verteilt.

Es dauerte nicht mal 3 Stunden, als eine der beiden Ruten loslief. Ein paar Stunden später kam der zweite Run und Fisch. Das war es! Die Fische hatten sich aufgrund des hohen Angeldrucks und des starken Fütterns unserer Vorgänger in das Krautfeld zurückgezogen und schwammen zur Nahrungsaufnahme aus dem Kraut heraus bzw. daran entlang. Wir merkten schnell, dass die rechte Rute immer zuerst Bisse brachte, also kamen die Fische von rechts. Am Mittag des nächsten Tages hatten wir einen weiteren Fisch gelandet. Unsere Nachbarn rechts von uns hatten bis dato immer noch keinen Fisch.

Als sie mitbekommen hatten, wo wir unsere Fische fingen, fuhren sie am Abend auch an das gegenüberliegen-de Ufer - obwohl sie dies nicht anwerfen konnten. Was dann folgte, kann man sich schon ausmalen: Es folgte eine 10-minütige Futterorgie am Krautfeld. Groundbaiter für Groundbaiter Particles verschwanden im See. Es war ein Alptraum! Um es kurz zu machen: Die restlichen 2 Tage und Nächte fingen wir nichts mehr - unsere Nachbarn aber blieben komplett blank! Es folgten weitere Trips an teilweise stark befischte Gewässer. Immer mehr begann ich bei schwierigen Witterungsverhältnissen und /oder starkem Angeldruck das zusätzliche Füttern ganz zu unterlassen. In den allermeisten Fällen brachte dies auch Fische. Irgendwann fing ich aufgrund der gesammelten Erfahrungen an meine bisher bewährten Mixe mit der Mikrowellenmethode zu verarbeiten. In der nachfolgenden Zeit fischten wir sehr viel mit Microwaves, entweder als Singlehookbait, einem zusätzlichen Stringer oder höchstens mit wenigen Freebaits. Die Erfolge überzeugten uns (auch im Winter) und so haben wir bis heute immer ein Päckchen Microwaves dabei 

Wie alles begann
Anfang letzten Jahres ergab sich für mich die Möglichkeit, mit einem befreundeten Karpfenangler zusammen Produkte der Firma Eurobaits zu testen. Nach kurzer Überlegung sagte ich zu und bekam wenige Tage später meine erste Köderbestellung geliefert. Aufgrund des breiten Köderprogramms konnte ich nur einen Teil der Baits in den letzten 12 Monaten testen. Mit den von uns getesteten Produkten waren wir durchaus zufrieden. Die Mixe ließen sich traumhaft abrollen, die Flavours waren der Renner, aber auch die Nuggets (Mastpellets), das Grundfutter und die Mystery Powder Dips überzeugten uns. Genauso fingen die Fertigboilies einige Fische im In- und Ausland.

Neue Gedanken und Konzepte
Im Zuge der Umstrukturierung der Firma war es auch sinnvoll sich Gedanken über die Produktpalette zu machen und diese gegebenenfalls abzuändern. In erster Linie galt es, das fast schon überwältigende Angebot an Ködern et-was einzugrenzen, um es für den Kun-den überschaubarer zu machen. Nach vielen Gesprächen beschlossen wir, das bestehende Sortiment auf wenige, in der Vergangenheit mir großem Erfolg eingesetzte Köder und Zutaten, zu schrumpfen. Die zweite Überlegung war, zusätzliche Köder ins Programm zu nehmen, die von der Struktur einiger „alter“ Produkte abwichen. Vor allem Gammarus und Red Gammarus (zusätzlich mit Robin Red optimiert), waren schon ein guter Start und viele Fische wurden auf diese zwei neuen Fertigboiliesorten gefangen. Heinz und mir schwebte schon seit längerer Zeit ein Fertigboilie vor, der ähnlich wie die beiden oben genannten Sorten gleichzeitig einen hochwertigen Mix und eine grobe Struktur beinhalten. Leider sind einem bei der maschinellen Fertigung von Boilies bestimmte Grenzen gesetzt. Wird der Teig zu porös und bindet schlecht, lässt er sich maschinell (und auch manuell) nur schwer verarbeiten. Es galt also, eine möglichst grobe Struktur bei gleichzeitig hochwertigem Mix zu finden und/oder eine zusätzliche Alternative zu schaffen.

Eine neue Richtung
Da ich mit meinen beiden, seit Jahren bewährten, relativ groben Mixen durchweg gute Erfahrungen gemacht hatte, lag der Gedanke nah diese ins neue Programm zu übernehmen. Also wurden die fehlenden Rohzutaten besorgt und anschließend zusammengemischt. Die beiden neuen Mixe heißen Red Fish Mix und Yellow Birdy Mix. Beide Mixe gehören dem neuen Sortiment „Natural“ an und wurden 1:1 nach meinen bisherigen Mixturen übernommen. Die Grundidee des Naturalprogramms ist es keine Flavours und Konservierer zu verwenden. Die Mixe lassen sich aufgrund des Eigengeruchs und -geschmacks direkt nach der Boilieherstellung ohne weitere Zusätze fischen. Geschmacks- und Geruchs-träger sind dabei allein die verwendeten Trockensubstanzen. Trotz relativ grober Struktur lassen sie sich gut rollen, sind absolut hochwertig und vor allem: Sie fangen Karpfen! Mit den beiden Mixen allein kann man jede Jahreszeit abdecken. Hier kurz eine Beschreibung der beiden neuen Produkte:

Red Fish Mix
Dieser Mix ist überwiegend auf verschiedenen Fischmehlen aufgebaut. Neben weiteren zusätzlichen, hochwertigen Zutaten wurde er mit Robin Red abgerundet. Er hat einen mittleren Proteingehalt und ist vor allem für die wärmere Jahreszeit geeignet (April-November). Durch seinen hohen Eigengeruch und -geschmack sind Flavours nicht unbedingt notwendig. Darüber hinaus eignet er sich hervorragend für die Mikrowellenverarbeitung.

Yellow Birdy Mix
Dieser Birdfood Mix hat eine relativ grobe Struktur und einen guten Ei-gengeschmack. Durch seinen hohen Birdfood/Kohlenhydratanteil ist er prädestiniert für die kalte Jahreszeit, aber auch in den wärmeren Monaten absolut fängig. Kombiniert mit einem Flavour von Eurobaits (z.B. Four Season Cream oder Black Beauty) der absolute Hammer (vor allem bei klirrend kalten Winterbedingungen)!

Die „Alternative“
Microwaves sind mittlerweile in aller Munde und die Vorteile dieser Methode im Vergleich zu gekochten Boilies liegen auf der Hand: Lange Haltbarkeit ohne Konservierer, kein Zerstören wichtiger Inhaltsstoffe durch Verkochen und hohe Lockwirkung. Und doch haben sehr viele Karpfenangler noch nicht damit gefischt. Sei es, weil der Aufwand der Herstellung doch relativ hoch ist oder weil man es einfach noch nie ausprobiert hat. Eurobaits hat jetzt fertige Microwaves im Programm, welche momentan per 500 Gramm-Packungen vertrieben werden. Die Micros wurden zusätzlich mit einer dünnen Schicht des Red Fish Mix überzogen. Das hat zwei Vorteile: Zum einen erhöht dies zusätzlich die Lockwirkung dieser Köder, da sie im Wasser über einen längeren Zeitpunkt hinweg ständig kleinste Mixpartikel an die Umgebung abgeben. Zum anderen wird die durch die Microwelle entstandene Feuchtigkeit in der Tüte von der  Schicht aufgenommen, was auch die Haltbarkeit der Micros bei bereits geöffneter Tüte verlängert (ideal, wenn nur kleinere Mengen Microwaves für einen Trip benötigt werden - einfach die restlichen Baits nach der Session einfrieren)! Die wichtigsten Fragen, die mit den Microwaves verbunden waren ist zum einen die Haltbarkeit und zum anderen der Einsatz bei größeren Futterkampagnen. Zur Haltbarkeit kann ich nur sagen, dass ich eine meiner eigenen Microwavetüten erst nach 6 Monaten Lagerung geöffnet habe und sie immer noch erste Sahne waren (und wären bestimmt heute noch gut, wenn ich sie nicht verbraucht hätte)!

Größere Futterkampagnen?
Obwohl der Preis, in Bezug auf den hohen Produktionsaufwand, angemessen und fair ist, handelt es sich dabei nicht um ein billiges Produkt. Letztendlich muss jeder selbst wissen, wie viel Geld er für das Anfüttern investieren will und kann. Man kann selbstverständlich auch mit den Microwaves anfüttern, doch hat uns die Erfahrung gezeigt, dass es aufgrund der hohen Attraktivität und Sofortwirkung dieser Köder meist genügt einige wenige Micros beizufüttern, nur einen Stringer zu verwenden oder gar ein einzelnes Microwaveboilie als Singlehookbait zu fischen. Sehr gute Resultate (v.a. beim Einsatz als Singlehookbait) brachte mir das zusätzliche Dippen des Hakenköders. Aktuell gibt es Microwaves aus dem bereits oben genannten Red Fish Mix.  

In Zukunft wird es weitere Mixe, Microwaves in den unterschiedlichsten Varianten (u.a. spezielle Micros für Graskarpfen- für die Freunde dieser asiatischen Kämpfer) und Flüssigdips geben. Wir werden euch auf jeden Fall auf dem laufenden halten! Probiert die Eurobaitsprodukte einfach mal aus. Ihr werdet begeistert sein! Mehr Infos über die Produkte und deren Preise gibt es auch unter www.eurobaits.de Ich wünsche euch einen guten Saisonstart, erholsame Stunden am Wasser und viele schöne Fische!

So long,
Thorsten Löw