Die Natur verändert sich langsam aber sicher, dass heißt die Blätter verfärben sich bis sie letztendlich herunter fallen. Dann ist es wieder einmal soweit, es wird Herbst, die Nächte werden kälter, der Wind wird stärker und es wird öfters Regnen. Wenn dann alle Naturgewalten zusammen kommen, meckern alle, was für ein Sauwetter! Und genau darauf warte ich, am besten haben wir Nachts noch leichten Frost, erstens wird es an den Gewässern leerer da viele bei solchen Bedienungen nicht mehr zum Fischen gehen und zweitens geraten die Karpfen in einen wahren Fressrausch.

Die Temperaturen fallen!
Das ganze geht bis die Wassertemperatur unter 8°C fällt, denn dann sind unsere Freunde nicht mehr so aktiv und folge dessen Fressen sie nicht mehr so viel. Der Herbst ist für Mich die beste Angelzeit, weil die Karpfen sehr viel fressen müssen um gut über den Winter zu kommen, dadurch erhöhen sich auch die Chance einen oder mehrere  unserer Freunde auf die Schuppen zulegen. Umso kühler das Wasser wird, desto größer wird die Chance einen der großen Fische aus dem Gewässer zu fangen, bis diese“ Magische“ Temperatur von unter 8°C kommt, dann ist es oft wie abgeschnitten. Für diejenigen unter Euch die spätestens jetzt sagen alles Blödsinn: Als erstes, ich kann natürlich nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten und von den Gewässern an denen ich auch fische. Als zweites, ich hab auch Fische gefangen da hatte das Wasser nur noch 5°C, auch große Fische! Aber wenn Ihr ehrlich seit und mal über mehrere Jahre zurück geht, kommt Ihr wahrscheinlich auch auf die 8°C Wassertemperatur, es geht nur um dem Rückgang der Bisse, ich meine nicht 2 auf 1 Run, sondern Nada absolut kein Biss mehr. 1 oder 2 Wochen später beißen Sie wieder obwohl die Wassertemperatur weiter fällt.

Das wollte ich nur mal nebenbei erwähnen! Im Herbst habe ich schon viele große Fische in verschiedenen Gewässern gefangen und das sehr oft bei so richtigen Schmuddelwetter. Um bei so einer Session bestehen zu können, braucht man die richtige Ausrüstung! Ich meine nicht das Tackle zum Angeln, sondern warme Kleidung zum Anziehen denn was nützt mir eine Rute für 300 €, wenn ich mir den Arsch abfriere nur weil ich an der Kleidung Geld sparen wollte. Genauso ist ein komfortabler Schlafsack Pflicht, dass er nicht billig ist weis wohl auch jeder, er muss aber nicht unbedingt aus der Angelbranche kommen, im Outdoorbereich gibt es auch sehr gute Schlafsäcke und die sind auf jedem Fall billiger. Ich nehme auch ganz gerne Ersatzkleidung mit, denn es gibt nichts schlechteres als in nassen Klamotten die ganze Nacht auszuharren.

So nun wieder zum Thema!
Es kostet viel Überwindung zum Fischen zu gehen bei 4°C+ mit Dauerregen, aber ich mache es trotzdem, obwohl ich mir oft diese Frage selber stelle. Bin ich Normal oder nicht? Ganz zu schweigen was meine Bekannten zu mir sagen, oder meine Frau, doch der Erfolg gibt mir letztendlich Recht, was ich auch mit Bildern belegen werde! Nach dem heißen und für unsere Verhältnisse sehr langen Sommer sind die Wasserstände dermaßen gesunken, dass ich vielleicht den Fluss bis zum Ende des Herbstes befischen kann, ich meine ohne Hochwasser! Es gibt sehr viele gute Stellen im Fluss die ich nur befischen kann wenn kein Hochwasser ist, leider steigt das Wasser fast jedes Jahr der maßen, dass ich auf die Seen ausweichen muss. Doch ich habe ein gutes Gefühl dieses Jahr!

Während ich diese Zeilen schreibe bin ich beim Fischen, es ist Mitte Oktober und es regnet in strömen, die Außentemperatur beträgt ca. 6°C, dass ist doch wunderbar oder?

Spaß bei Seite!
Das Wetter ist ziemlich beschissen, so dass mir nichts anderes übrig bleibt als in den Schlafsack zu kriechen und zu schreiben, die Fallen sind im Wasser was will ich mehr. Den ersten Biss habe ich um 17:45 Uhr bei Regen, ist doch geil oder? Der Wind bläst mir den Regen direkt ins Gesicht, doch nach 10 Min. habe ich den ersten Schuppi von 23,3 Pfund im Kescher. Ich bin zwar durchnässt aber was soll`s! Zwei Stunden später wieder ein voll Run, ich habe Glück den es hat gerade aufgehört zu Regnen. Der Fisch ist größer er wehrt sich viel stärker als der erste Schuppi, was mir die Waage auch bestätigt, wieder ein Schuppi von 34,2 Pfund. So kann es von mir aus weitergehen dachte ich! Die Strömung wird immer stärker, so dass meine Bleigewichte wegrollen, sie wiegen immerhin 185gr. Um 19.25 Uhr, gerade ist es richtig Dunkel geworden, pfeift meine Rute erneut ab. Nach ca. 15 Minuten kann ich erneut einen Schuppi  von 30,2 Pfund keschern, bei leichtem Nieselregen. Die Strömung wird noch etwas stärker, aber es geht gerade noch so, wenn nicht andauernd Blätter in meiner Schnur hängen bleiben, bleibt mein Köder liegen.

Bis um kurz vor 4:00 Uhr konnte ich etwas schlafen, doch dann heulte mein Bissanzeiger erneut. Ich drillte den Fisch sehr hart, um ihn so schnell wie möglich auf die Abharkmatte zubekommen, denn es regnet wieder einmal in strömen. Außerdem habe ich bei diesem extremen Vollrun vergessen meine Regenjacke anzuziehen und bis ich es gerafft habe, war ich nass bis auf die Knochen. Ich sackte den Schuppi nach dem wiegen ein, denn er hat ein Gewicht von 28,2 Pfund. Nachdem ich meine komplette Kleidung gewechselt habe schlief ich erneut ein aber nur ca.1Stunde, denn der Wind wurde so stark das ich dachte das mein Zelt wegfliegt.

Um 10:00 Uhr kommt mein Bekannter zur Fotosession, die ausnahmsweise trocken über die Bühne geht. So gegen 12:00 Uhr liege ich in der Badewanne und lasse meine Gedanken Revue passieren! Ich komme zu dem Entschluss, dass dies eine super Session war trotz des schlechten Wetters. Wann fange ich schon mal vier Fische über 20 Pfund in einer Nacht. Diese Stelle befische ich schon seit drei Jahren, doch so gut habe ich dort noch nie gefangen. Diesen Hotspot füttere ich schon seit sechs Wochen, täglich ca. 1,5 - 2 kg Boilies. Noch mal zum Hältern der Fische im Fluss, ich benutze dafür einen 4m langen Senkenstab, der ist stabil genug um zwei Fische daran zu hängen. Den Stab verkeile ich in den Steinen, so dass er auch den Druck der großen Schiffe aushält. Ich binde die Karpfensäcke recht kurz, so dass auf keinen Fall die Fische mit den Steinen in Berührung kommen können.

Fazit:
Mit der richtigen Ausrüstung ist das Fischen bei solchen schlechten Wetterbedingungen. Ein Kinderspiel, außerdem kann man nur Fische fangen wenn man auch am Wasser ist. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!

In diesem Sinne,
Detlef Leither

 



 

       

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