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Viele
Jahre ist es her, da habe ich das erste mal von ihnen gehört:
Buffalo-Karpfen! Im Süden der USA sollen sie vorkommen und noch schwerer
als unsere heimischen Karpfen werden. Damals –Internet gab es noch
nicht- habe ich durch viele Bemühungen ein Beweisfoto mit einem Fisch
aufgestöbert, der sicherlich 30 Kilogramm auf die Waage brachte. Es
schien also etwas dran zu sein, an dem Gerücht über den bulligen
Verwandten aus den USA.
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Ein kampfstarker
Schuppenkarpfen aus dem
Lake Austin ist (fast) bereit zur Landung
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Zwei 40+ Buffalos
aus dem Lake Austin. Wenn sie erstmal am
Platz sind, kann man mehrere hintereinander fangen. |
Irgendwie vergaß ich aber auch wieder die
Geschichte mit den Karpfenkolossen und wurde erst vor knapp 2 Jahren
wieder neugierig, als ich erneut ein Bild eines über 30 kg schweren
Buffalos in die Hände bekam. Dieses mal war ich nicht so vergesslich und
ich bemühte mich sehr um eine Möglichkeit mit guten Aussichten auf diese
Burschen zu angeln. Und obwohl kaum ein barschverrückter US-Angler auch
nur irgendein Interesse an den Buffalos hat, erhielt ich irgendwann
Kontakt zu dem schwedisch-stämmigen Texaner Jason Johannesson, der mit
viel Einsatz und Euphorie hinter den Buffalos her ist.
Er war es, der mir den Traum eines Buffalos
erfüllte. Jason beangelt diese Giganten erst seit knapp 2 Jahren, war
aber in dieser kurzen Zeit schon so erfolgreich, dass man es kaum
glauben mag. Ungezählte Vierzigpfünder, eine ganze Reihe 50 Pfünder, ja
sogar ein 70 Pfund schweres Exemplar fanden schon den Weg in seinen
Kescher. Zugegeben, Jason hilft viel nach, um nichts dem Zufall
überlassen zu müssen, indem er sehr gezielt und mit eisernem Willen an
die Sache herangeht.
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Am Lake Fork besitzt Jason einen
riesigen Privatsteg, von
dem aus man sehr komfortabel fischen kann. |
Schon das Kaufen der Angellizenz
ist sehr spannend! |
Im Prinzip gestaltet sich das Angeln auf
Buffalo-Karpfen ähnlich wie die „normale“ Karpfenfischerei, die wir hier
in Europa durchführen. Das Gerät ist das gleiche, die Köder sind (fast)
gleich und auch die Taktiken sind kaum anders, aber dennoch ist der
Buffalo fast noch mysteriöser als unsere Karpfen.
Ein großes Problem stellen die massenhaft
vorkommenden Welse (Chanel Catfish) dar. Was bei uns die Brassen sind,
die sich leider viel zu oft über unsere Köder hermachen, sind in Texas
die kleinwüchsigen Welse. Wenn man mit einer Futteraktion startet und
größere Mengen Köder ins Wasser einbringt, wird man von diesen kleinen
Plagegeistern stellenweise überrannt! Bis zu 30 Welse mussten wir in
einer Nacht aus dem Wasser kurbeln! Das da nicht an Schlaf zu denken
ist, liegt auf der Hand. Meist hält dies aber „nur“ ein bis zwei Tage
an, danach haben oft größere Schulen von Schuppenkarpfen den Weg zum
Futterplatz gefunden. Oft werden dadurch die Welse zu einem großen Teil
verdrängt. Gut so, denn der Drill dieser ungewöhnlich kampfstarken
Schuppies ist mit nichts zu vergleichen. Obwohl die amerikanischen
Schuppenkarpfen relativ kleinwüchsig sind und nur ganz selten mehr als
40 Pfund auf die Waage bringen, handelt es sich um echte Ausnahmefische.
In aller Regel sind sie sehr muskulös und lang gestreckt, was ihnen
extrem viel Ausdauer gibt. Die Karpfen, die ich sonst in Deutschland
fange, darf ich dagegen getrost als lahm bezeichnen!
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Hier geht es mit dem
gesamten Takle mehrere Hundert Meilen weit ztum nächsten
Gewässer. Solche Transfers sind bei Jason im Preis inbegriffen! |
Takletransport auf
amerikanisch. Da ist ein
Golf-Caddy gerade richtig! |
Aber nach Amerika fliegt man nicht wegen der
Schuppies, sondern wegen der Buffalos. Für die vorgenannten Fische, gebe
ich gerne eine Fanggarantie mit auf den Weg, bei den Buffalos mag ich
nicht so weit gehen. Sind sie erstmal auf den Futterplatz aufmerksam
geworden, erscheinen sie meist in großen Schulen und der Fang mehrerer
Fische ist sehr realistisch. Doch nach mehreren Trips nach Texas, habe
ich die Erfahrung machen müssen, dass genau das gelegentlich sehr schwer
ist. Buffalos sind Nomaden und ziehen in den riesigen amerikanischen
Stauseen umher. Man weiß nie, wo sie sich gerade aufhalten und es
scheint auch kein Verhaltensmuster zu geben, auf das man sich als Angler
einstellen könnte. Das einzige, was als sicher gilt, ist die Tatsache,
dass Jason ausschließlich im Winter zwischen November und Mai seine
Buffalos fängt. Erst wenn das Thermometer eine Wassertemperatur von
weniger als 15°C anzeigt, werden die ersten Buffalos gefangen, bis am
Ende der Saison die Laichzeit vorüber ist und sie sich wieder irgendwo
in den Weiten der Seen verstecken und bis zum nächsten Winter wie vom
Erdboden verschluckt zu sein scheinen. Wieso und warum? Wir wissen es
(noch) nicht ...
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Buffalos haben sehr
kleine Mäuler. Ein 10mm Boilie ist für die Burschen mehr als
ausreichend |
Eine tolle Stimmung am Lake Austin |
Erschwert wird die Suche dadurch, dass sich
die Ufer der Seen mit Buffalovorkommen nahezu zu 100% in Privatbesitz
befinden. Es ist einfach unmöglich, sich einfach in ein Boot zu setzen,
die Fische zu suchen und sich dann am Ufer niederzulassen und das Zelt
aufzuschlagen. Amerika, das Land der eng begrenzten Möglichkeiten!
Zumindest aus anglerischer Sicht. Zum Glück hat Jason die Möglichkeit
einige Stellen zu befischen, die ansonsten nicht beangelbar wären.
Aber auch das Fressverhalten der Buffalos
hat uns schon einige Kopfschmerzen bereitet. Am Lake Austin erlebten wir
es, dass man mit großen Futteraktionen nicht einen einzigen Buffalo zu
Gesicht bekam. Sobald wir etwas größere Mengen Futter einwarfen,
glänzten die Buffalos durch Abwesenheit. Erst als wir ohne jegliches
Beifutter, nur mit ein wenig Method-Mix um das Blei geknetet, angelten
bekamen wir Bisse der Buffalokarpfen. Am Lake Fork machte Jason wiederum
die Erfahrung, dass man gar nicht genug füttern kann, wenn die
Wasserbüffel erstmal aufgetaucht sind. Das aber ist auch nicht immer so,
denn als ich mit meinem Kumpel Mike dieses in die Tat umsetzten und
täglich etwa einen Zentner Partikelköder anfütterten, war aufgrund
unserer Fänge nicht mehr an Schlaf zu denken, aber es handelte sich
ausschließlich um Schuppenkarpfen. Buffalos fingen wir in der besagten
Woche nicht einen einzigen. Buffalo-Angeln ist verrückt. Freud und Leid
liegen oft dicht beieinander.
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Der große Angelsteg am Lake Fork
bietet ausreichend Platz für 3 Angler |
Sonnenuntergangsstimmung am Lake Fork |
Aber Mike und ich machten noch mehr Fehler.
Wir versuchten irgendwann über möglichst große Köder dem Beißen der
kleineren Schuppies ein Ende zu setzen und evtl. auf diese Weise einen
der riesigen Buffalos zu überlisten. Es dauerte viele, viele
Angelnächte, um herauszufinden, dass genau das Gegenteil der Fall ist!
Buffalos haben sehr kleine Mäuler und lieben kleine Köder! Eine einzelne
Tigernuss oder 1-2 Boilies mit einem Durchmesser von 10mm verdrehte den
meisten Buffalos den Kopf und animierte sie zum Anbiss. Am Lake Austin
wurde ich Zeuge, wie ein Angler neben mir, innerhalb von wenigen Tagen
neben einigen guten Fischen auch 2 Buffalos mit Gewichten von über 50
Pfund auf einen einzelnen (!!) 10mm Boilie fangen konnte. Am Lake Ray
Hubbard ging es Mike und mir ähnlich. Wir fingen dort unsere Buffs mit
einzelnen Tigernüssen am 8er Haken. Größere oder mehr Köder brachten
keine Bisse. Erstaunlich: Köder kleiner als ein Fingernagel und Fische
schwerer als ein Sack Kartoffeln.
Insgesamt verwendeten wir die gleichen
Festbleimontagen, wie wir sie auch zu Hause benutzen. Aufgrund der
kleinen Köder verwendeten wir ausschließlich Haken der Größe 8 und 6,
ausgestiegene Fische hatten wir dabei kaum zu beklagen.
Da es nicht nur problematisch, sondern ganz
bestimmt sehr teuer wird, eine komplette Karpfenausrüstung mit nach
Texas zu nehmen, empfehle ich dringend Jason Johannessons Dienste in
Anspruch zu nehmen. Einen teuren Mietwagen werdet ihr nicht benötigen,
denn Jason übernimmt ab Flughafen alle nötigen Fahrten und liefert euch
auch beim Flughafen wieder ab. Ferner stellt Jason alle benötigten
Geräte zur Verfügung, wie Zelt, frischgewaschene Schlafsäcke, Bedchair,
Rod Pods usw. Sogar Ruten (Harrison 3,5 lbs, parabolisch) und
Freilaufrollen (Shimano) können gestellt werden. Mitzubringen sind
lediglich Bekleidung und Material für die Endmontage (Haken, Wirbel,
Vorfachschnur). Aber nicht nur das, auch um Köder (Pellets, Partikel.
Keine Boilies) und Lebensmittel (im Preis inbegriffen) kümmert sich
Jason. Dieser Service kostet für 7 Tage/Nächte 1400 US$ pro Person, was
nicht viel Geld ist, wenn man sich ausrechnet, was alles kosten würde,
wenn man sich selbst darum kümmern müsste. Ein weiterer Bonus: Jason
besitzt am Lake Fork ein Privatgrundstück mit einem großen Angelsteg,
welches exklusiv zum Angeln genutzt werden kann. Das 200 Meter
entfernte, komplett ausgestattete Wochenendhaus natürlich inbegriffen.
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Gelegentlich können sogar schöne Graskarpfen gefangen werden. |
Ein
weiterer toller Buffalo aus dem Lake Austin |
Im Prinzip handelt es sich also um eine
unkomplizierte Angelegenheit. Flug buchen (zur Zeit ab Deutschland ca.
400 € mit KLM), Klamotten packen und rüberfliegen. Dort besprecht ihr
dann alles mit Jason Johannesson, der sich selbst nicht als Guide,
sondern als Gastgeber bezeichnet, denn Angeln müsst ihr alleine, Jason
stellt lediglich die Infrastruktur zur Verfügung. Und wenn die Burschen
mal nicht beißen wollen, hat er auch stets noch den einen oder anderen
Geheimtipp parat….
Weitere Infos auf der Webseite von Jason
unter:
www.texasbuffaloadventures.com
Bei Verständigungsschwierigkeiten oder
weiteren Fragen zur Buchung könnt ihr euch auch gerne mit mir in
Verbindung setzen:
FlorianLaeufer@alice-dsl.net
Diashows über unsere durchgeführten Reisen
findet ihr auf meiner Webseite
www.angelfoto-archiv.de oder bei Mike
www.mike-zoellner.de.
Euer Florian Läufer
www.angelfoto-archiv.de
und
www.mike-zoellner.de
Mike Zöllner
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Was bei uns die
Brassen, sind in Texas die Welse. Nervtötende Mitesser auf dem
Futterplatz |
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Ein 30+ Buffalo
aus dem Lake Ray Hubbard, wo wir direkt in einer Marina
äußerst erfolgreich auf die Buffs gefischt haben. |
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Jason mit einem
durchschnittlichen Lake Fork Buffalo von 38 Pfund. |
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Hier präsentiert
Mike einen tollen Ray Hubbard Buffalo |
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Je wärmer es wird,
desto mehr Schlangen und Skorpione kommen zum Vorschein. Ohne
ärztliche Versorgung enden die Bisse tödlich! Hier eine „Water
Mocassin“ |
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Warten auf den Biss am Lake
Austin |
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