Jeder kennt diese kleinen Krabbeltiere und jeder haßt sie wie die Pest! Die Rede ist von den Zecken!

Klassifizierung: (http://www.medicalpicture.de/cont_246.zecken.php)

Zecken gehören zur Gattung der Milben mit lederartig dehnbarer Haut und gehören zur Klasse der Spinnentiere. Wie die Spinnentiere haben auch sie acht Beine. Sie sind die größte Milbenart und meist zugleich Ektoparasiten (sie dringen nicht in das Wirtsinnere ein). Zecken werden bis zu 4 mm groß, der Umfang steigert sich nach einer Blutmahlzeit auf bis zu 3 cm. Als Wirte dienen Vögel, Reptilien und Säugetiere (Nager, Fledermäuse, Paarhufer). Die Schildzecken haben einen verhärteten Chitinpanzer (Scutum) auf dem Hinterteil. Sie haben "beißend saugende" Mundwerkzeuge und einen "Stachel", (Hypostom) mit der sich die Zecke zusätzlich verankert. Dieser ist symmetrisch mit Widerhaken besetzt. Zecken beißen sich nur oberflächlich in die Haut ein und "lecken" dann das austretende Blut beziehungsweise Lymphe. Sie dringen zumeist nicht bis zu den Kapillaren vor. 

Sobald es im Frühjahr wieder einigermaßen warm wird, werden auch diese kleinen Monster wieder lebendig und warten auf ihre Opfer, an denen sie sich festsaugen können. Wir sind mit unserem Hobby natürlich besonders anfällig für dieses Ungeziefer und einige aus unserer Zunft werden sicherlich schon ihre Erfahrungen damit gemacht haben. Ich möchte Euch heute einmal diese Krankheitsüberträger ein wenig näher vorstellen und Euch einige Tipps geben, wie Ihr euch und auch Eure Haustiere davor schützen könnt!

Wo leben eigentlich diese kleinen Mistviecher?
Sie halten sich meistens in Bodennähe auf und lauern auf den Gräsern, Büschen und Sträuchern bis zu einer Höhe von 1,5m auf ihre Opfer. Oftmals herrscht die Meinung, dass sie sich auch von den Bäumen herunterfallen lassen, aber das stimmt leider nicht, sondern wir oder die Tiere, streifen die Zecken im Vorbeigehen ab.

Sie erkennen ihren potentiellen Wirt an Erschütterungen, Körperwärme und Duftstoffen und krabbeln dann manchmal mehrere Stunden lang am Körper umher, bis sie eine passende Einstichstelle gefunden haben. Zecken sind dabei sehr wählerisch und bevorzugen etwas feuchte, warme und gut durchblutete, dünne Haut. Dabei sind besonders die Kniekehlen, der Haaransatz, die Leistenbeuge und die feine Haut hinter den Ohren ein beliebtes Ziel. Die Zecken sind vom Frühjahr bis zum Herbst sehr aktiv!

Wo sind gefährdete Gebiete?
Die Zecken haben sich auf der ganzen Welt ausgebreitet. In Europa und Asien sind sie die Verbreiter des FSME-Virus. In Deutschland sind bereits über 90 Landkreise und kreisfreie Städte betroffen – besonders, große Teile von Bayern, Baden-Würtemberg sowie einige Landkreise in Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz betroffen. Extreme Hochrisikogebiete sind rund um Passau, Landkreis Aichach-Friedberg, Eichstätt, Miesbach, Neuburg-Schrobenhausen und von Waldshut über Freiburg bis nach Offenburg. In Deutschland werden im Jahr durchschnittlich 250 FSME Fälle registriert, aber aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Durchseuchung der Zecken noch viel höher ist.

Es ist ungefähr jede 10. Zecke, in den Risikogebieten, mit dem Virus infiziert!! Auch innerhalb Europas gibt es einige Risikogebiete, die leider auch beliebte Reiseziele sind. Besonders betroffen davon ist Lettland, Litauen, Estland, Teile von Polen, Tschechien, Slowakei, der südliche Teil von Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien und vereinzelte Teile der Schweiz sowie die Ostküste von Schweden!

Wie und  welche Krankheiten werden übertragen?
Sie übertragen die Krankheiten beim Blutsaugen und es kann bereits ein kleiner Stich genügen, um sich zu infizieren. Das Gefährliche daran ist, dass in dem Speichel der Zecken sich betäubende Substanzen befinden, wodurch wir oft den Stich gar nicht merken! Bevor die Zecke ihre Nahrung aufnimmt, spritzt sie durch Ihren Stechrüssel ein Drüsensekret in Ihr Opfer. Für das Immunsystem des Nahrungsopfers ist dieser Speichel ein Fremdkörper. Reaktionen auf den von Zecken abgesonderten Gerinnungshemmer können in seltenen Fällen beim Menschen auch zu Lähmungen und zum Tode führen, insbesonders wenn der Zeckenstich an Hinterkopf und in Nähe der Wirbelsäule erfolgte (Zeckenparalyse).

Das richtige Werkzeug gegen Zecken

Neben den oben schon erwähnten anderen Komponenten können in diesem Speichel aber auch Krankheitserreger (Viren, Bakterien, einzellige oder mehrzellige Parasiten ) enthalten sein, die die Zecke bei einer vorangegangenen Nahrungsaufnahme bei einem infizierten Opfer zusammen mit dem Blut aufgenommen hat. Wenn diese Krankeitserreger in der Zecke nicht nur überleben sondern sich auch noch in ihr vermehren und oder wandeln, dann ist die Zecke ein Wirt bzw. Zwischenwirt für diese Krankheitserreger und infiziert in schon beschriebener Weise ihr nächstes Nahrungsopfer. Zecken, darunter die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Schildzecke (Ixodes ricinus), sind als Vektoren, d.h. Überträger von Viren und Bakterien festgestellt. Sie können also durch ihren Biss die verschiedensten Infektionskrankheiten übertragen. In Europa wird vor allem die Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, sowie die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), eine Form der Hirnhautentzündung, übertragen!

Woran erkenne ich eine Erkrankung und wie sieht der Krankheitsverlauf aus?
FSME: Sie beginnt häufig wie eine Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. An der FSME kann man in jedem Alter erkranken, nur ist mit zunehmendem Alter das Risiko noch größer, dass die Krankheit ziemlich schwer verläuft. Es muß auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, wenn nicht sogar ein Krankenhaus.

Borreliose: Es kann bereits eine ringförmige Rötung der Haut, um die Einstichstelle, ein Anzeichen dafür sein. Auch in diesem Fall, sollte man einen Arzt aufsuchen. Diese Krankheit muß nicht unbedingt gleich ausbrechen, sondern kann sich auch erst viele Jahre später bemerkbar machen, wenn man schon lange nicht mehr an den Zeckenstich denkt. Sie äußert sich dann meistens durch Unwohlsein oder durch Rheumaschüben und kann dann am besten durch einen Bluttest beim Arzt erkannt werden. Man kann sie auch immer wieder bekommen und jedes Mal können die körperlichen Krankheitssymptome schlimmer ausfallen. In Bayern erkranken ungefähr 8000 Menschen jedes Jahr an Borreliose!!!!!

Wie kann ich mich schützen und wie entferne ich eine Zecke?
Am besten ist für uns, wenn wir geschlossene Kleidung tragen. Das ist halt in den heißen Sommermonaten nicht gerade angenehm, aber es hilft auf jeden Fall. Wenn wir unsere Strümpfe über die Hose stülpen, dann kann das auch schon eine große Hilfe sein. Im übrigen sollten wir halt Gebüsche, Unterholz und hohes Gras so weit wie möglich, meiden und uns öfters am Tag mal am ganzen Körper absuchen, ob sich nicht doch schon so ein Plagegeist eingenistet hat!

Wenn wir so ein nettes Tierchen an uns hängen haben, dann sollte es möglichst schnell entfernt werden, damit der Austritt von weiteren Krankheitserregern, verhindert wird! Am besten geht es, wenn man die Zecke mit einer Pinzette oder mit den Fingernägeln, so nah wie möglich an der Haut greift und sie dann langsam herauszieht. Es sollte auf alle Fälle vermieden werden, dass der Kopf abreißt und in der Haut stecken bleibt, oder dass die Zecke zerdrückt wird!

Verschiedene Zeckenarten

Ich habe auch immer eine Flasche Kordan Sprühalkohol mit am Wasser dabei und sprühe damit immer gleich die Stelle ein, wo sich so ein Blutsauger eingenistet hat! Das gleiche gilt natürlich auch für unsere Haustier – sprich, wenn wir unseren Hund dabei haben. Auch er sollte mehrmals am Tag gründlich abgesucht werden und die Plagegeister entfernt werden.

Gibt es eine Zeckenschutzimpfung?
Da die FSME-Erkrankung nicht ursächlich behandelt werden kann, kommt der Impfung eine sehr große Bedeutung zu. Das FSME-Virus kann sofort nach dem Biß übertragen werden – das schnelle Entfernen der Zecke bietet darum keinen Schutz vor einer Infektion! Wir sollten deshalb auf alle Fälle eine Zeckenimpfung beim Arzt machen!!!!!

Eine Impfung gegen Borreliose ist leider nicht möglich!

Diese spiralförmigen Bakterien (Borrelien) werden in der Regel erst ca. 12 – 24 Std. nach dem erfolgten Stich übertragen. Hier hilft ein schnelles Entfernen der Zecke, um diese Krankheit zu verhindern. Tritt die Erkrankung dennoch auf, ist sie mit Antibiotika behandelbar.

Soll ich mich impfen lassen und wie wird diese durchgeführt?
Grundsätzlich wird jedem eine FSME- Impfung empfohlen, der sich viel in der Natur aufhält oder auch in die besonders gefährdeten Gebiete reist oder dort wohnt. Die Impfung erfolgt in drei Etappen und bietet dann ausreichenden Schutz für 3 Jahre, danach sollte sie aber wieder aufgefrischt werden! Vergesst Euren Impfpass nicht mitzunehmen, damit sie dort eingetragen werden kann! Die Impfung ist im Allgemeinen sehr gut verträglich – es könnten höchstens leichte Rötungen, oder Schwellungen, an der Injektionsstelle auftreten oder eine erhöhte Temperatur, die aber nach wenigen Tagen abklingt.

Schutz für unseren Hund! (http://www.scalibor.de/zecken.htm)
Viele von unserer Zunft haben auch einen Hund mit dabei am Wasser. Er fängt sich diese Plagegeister natürlich noch schneller ein wie wir und darum sollten wir ihn auch öfters am Tag mal untersuchen und ihn von den Zecken befreien. Dabei sollten wir auch darauf achten, dass wir die Zecken gründlich entfernen und dass nicht der Kopf noch in seiner Haut stecken bleibt, was zu Entzündungen führen kann. Man kann ihm auch jederzeit die Stelle desinfizieren mit dem Sprühalkohol oder sonstigen Desinfektionsmitteln. Ein sehr guten Schutz, für unseren Vierbeiner, ist das „Frontline“ Zeckenmittel, das man beim Tierarzt bekommen kann und das meistens für einen Monat reicht!

Es gibt auch die verschiedensten Modelle von Zeckenzangen im Fachhandel – ich verwende aber am liebsten eine ganz einfache Pinzette, die es in jeder Drogerie zu kaufen gibt! Ganz aktuell erschien in der Presse eine Mitteilung, dass jetzt auch noch eine „Killer-Zecke“ bei uns unterwegs ist, die bei Nichterkennung, den sicheren Tod unseres Vierbeiners bedeutet. Die „Hundemalaria –oder Babesiose“ kommt aus der Mittelmeerregion und hat sich jetzt auch schon hier in Deutschland ausgebreitet. Dermacentor oder Augenzecken heißen diese winzigen Killer. Symptome sind häufiges Erbrechen, Fieber, Mattheit oder auch schweres atmen. Bei solchen Anzeichen sollte der Tierarzt schnellstens aufgesucht werden und vielleicht auch auf den Zeckenbiß hingewiesen werden. Impfstoffe sind in Deutschland leider nicht zugelassen und müssten über eine internationale Apotheke besorgt werden. Die Hundemalaria ist auf Menschen nicht übertragbar!

Ich hoffe, dass ich Euch ein paar Tipp´s zum Schutz gegen dieses Ungeziefer geben konnte und dass vielleicht der Gang zum Arzt, für eine Impfung, nicht ganz umsonst ist! Lieber drei kleine Piekser vom Onkel Doktor mit der Spritze – als wie wochenlang die Folgen auszukurieren und dabei von den Carp´s nur träumen können!!! Gerade erst wieder eine Warnung in einer großen Tageszeitung erschienen, dass es heuer wieder extrem schlimm werden soll und dass bundesweit 90 – 95% aller Infektionen, alleine in Bayern und Baden-Würtemberg gemeldet werden. Die Experten sind sich darüber sicher, dass es einen weiteren Anstieg der Zeckenzahl, sowie auch der Virusträger, geben wird!! Übrigens hat das Amtsgericht Dortmund in einem Urteil (AZ: 128 C 5745/03) festghestellt, dass ein Zeckenbiß als Unfall zu bewerten sei. Ein Folgeschaden müsse im Sinne einer Unfallversicherung abgedeckt werden!!!

Eine erfolgreiche Saison ohne Zeckenstiche! 

Wünscht Euch,
Hubert

www.becker-fishing-tackle.de