Un ligero resplandor rojizo anuncia la llegada de un nuevo dia. No obstante unos hilos de nebbia tiran aún sobre el lago y  luchan desesperadamente conto los primeros rayos aislados del sol ...

Ein leichter rötlicher Schimmer kündigt den heraufziehenden neuen Tag an. Die Nebelschwaden ziehen aber immer noch über den See und kämpfen verzweifelt gegen die ersten, vereinzelten Sonnenstrahlen!

Langsam, aber zielstrebig, schiebt sich der immer größer werdende Sonnenball über die Baumreihen am gegenüberliegenden Ufer. Die Wassertropfen auf meiner Schnur beginnen in den Sonnenstrahlen zu glänzen wie eine Lichterkette. Auch die Vögel verstärken immer mehr ihren morgendlichen Gesang. Mutter Blässhuhn mit ihren sechs Jungen ist auch schon unterwegs von ihrem Nest im Schilf in Richtung meines Futterplatzes. Der Ausflug wird aber abrupt unterbrochen, als nämlich mein bester Freund, der Waller, auch gerade auf seinem morgendlichen Rundgang vorbeikommt und gleich wieder so einen jungen Geier zum Frühstück verspeist – da waren es nur noch fünf von Anfangs neun! Auch der Biber ist noch unterwegs und schwimmt noch mal mit einem saftigen Weidenast zu seinem Bau zurück – langsam wird er bestimmt auch Ruhe geben, nach seiner anstrengenden Nachtschicht!

Die einzigen Störenfriede sind wohl die Krähen, deren Gekrächze absolut nicht in dieses imposante Naturschauspiel passt. Es ist jetzt Mitte Juni und erst kurz vor halb fünf am Morgen. Zu dieser Jahreszeit hat man noch richtig was vom Tag und man kann unser Hobby voll genießen.

Was gibt es schöneres, als wie zu dieser Tageszeit mit einer guten Tasse Bailey´s mit Kaffee – äh, stimmt da was nicht? – am Ufer zu sitzen und alle Eindrücke aufzunehmen, bis wieder einmal die ekelhafte Alarmanlage los surrt und mich aus meinen Träumen reißt! Der Störenfried ist schnell überredet, dass er es sich doch ein wenig auf der bereitgelegten Matratze, gemütlich machen soll. Es war unser bekannter Koimischling, der sich inzwischen wieder zwei Pfund mehr auf seine Gräten angefressen hatte.

Nach ein paar Bildern, darf er auch gleich wieder zurück in sein Element, um seinen Kalorienverlust an einem anderen Futterteppich, wieder aufzufüllen!

Die Temperatur stieg jetzt langsam, aber sicher auf recht angenehme 25 Gräder an und ich wollte mit einer Rute einen anderen Platz ausprobieren. Dieser Spot war recht einfach zu finden, denn er befand sich direkt am Ufer unter einer überhängenden Weide. Das Anfüttern ließ ich einfach ausfallen, obwohl es eigentlich sehr einfach vom Ufer aus gegangen wäre. Stattdessen montierte ich einen einzelnen Sinker und noch einen Stringer mit einigen halben Wunderkugeln dazu!

Als es langsam auf die Mittagszeit zuging, da gab mein Carp Sounder plötzlich so seltsame Töne von sich, dass ich echt dachte, er hätte sich einen Sonnenstich eingefangen oder vielleicht Motorschaden ... ?????

Da half nur eins, die Rute in die Hand nehmen und den Störenfried langsam, aber sicher, zu mir her zu kurbeln. Es gibt Momente im Leben eines Karpfenfischers, da hat man so eine ungefähre Ahnung, welche Art und Größe von einem Fisch, denn nun am Haken hängt.

Diese Vorahnung bestätigte sich leider immer mehr, denn als der geschuppte Kollege langsam an die Wasseroberfläche hoch kam, konnte ich einwandfrei die sehr seltene und fast schon vom Aussterben bedrohte Tierart erkennen – mir fällt nur immer der Name nicht ein, er fängt mit Brrrrr… an und hört ungefähr mit …achse auf!

Ich hakte den Fisch gleich im Wasser noch ab, nicht dass ihm noch was passiert, von zuviel Frischluft ! Mein Futterpaket segelte auch schon kurze Zeit später wieder an dieselbe Stelle, mit der Hoffnung, dass es sich bald mal ein Cyprio überlegt, die leckeren Schmanker´l einzuschlürfen!

Anscheinend hatte der Karpfen diese Wünsche gehört, denn kaum war die Rute wieder abgelegt und ich ging zurück in den Schatten, da zwirbelte er auch schon ab, ohne jede Voranmeldung. Es war leider kein neuer Personal Best, dafür war er aber sehr schön gezeichnet!

Der Nachmittag verlief ziemlich ruhig und ich konnte mich ein wenig mit der Zubereitung meiner Futtermischung herumspielen. Ich wollte es in der kommenden Nacht mal mit der „The Method“  Methode versuchen und als Köder einen Pop Up in Verbindung mit einem Crumbled Hook Bait verwenden. Den „Crumbled“ zog ich am Vorfach auf, so daß er unter dem Hakenköder am Boden lag. Dieser Köder zersetzt sich langsam und gibt jede Menge kleinste Partikel und Geschmacksstoffe ab.  Mit der zweiten Rute fischte ich einen ummantelten Tuna-Sardine Boilie in Verbindung mit einem Frolic – Krillpellet-Futterblei.

Die Waffen waren bald geladen und hergerichtet, jetzt fehlte nur noch das Auslegen mit dem Boot! Ich ruderte die Pellet Rute wieder unter meinen überhängenden Baum und die „Method“ Rute fischte ich gleich vor meinen Füßen in vielleicht 5 m Entfernung! Ich war ja mal gespannt, ob sich diese ganzen Vorbereitungen bezahlt machen und ob vielleicht wieder ein paar Fischlein auf meine Knödelauswahl hereinfallen würden.

Es war ja auch die letzte Nacht bei dieser Session, denn morgen war ja wieder mal Sonntag und da hieß es wieder, alles zusammen packen und  Abschied nehmen. In den kommenden Stunden tat sich gleich mal gar nix, in Sachen Karpfenfang, nur die restliche Tierwelt hatte anscheinend noch keine Lust auf die wohlverdiente Nachtruhe und plantschte munter drauf los.

Kurz nach Mitternacht wurde mein Funk zum ersten Mal lebendig und als ich an der Rute stand, kletterte der Hänger schön gemütlich nach oben. Dieser Fisch hatte wirklich keinen Streß und auch als ich ihn dann drillte, machte er keinerlei Zicken und schwamm schön anständig in meine Richtung und nahm auf dem Karpfencanape Platz. Anschließend durfte ich wieder ins Boot und meinen nächsten ummantelten Fischknödel unter der Weide auslegen.

Danach war erst Mal wieder Ruhe, bis es schon langsam hell wurde und mich mein Karpfentelefon wieder weckte. Als ich an der Rute stand, kletterte der Hänger schön gemütlich rauf und runter.

Das darf doch jetzt wirklich nicht wahr sein – dem Beißverhalten nach kam dafür nur ein Brachsenvieh oder ein Amur in Frage.  Es war dieses Mal die Uferrute mit dem Pop Up und  am Anfang dachte ich wirklich an einen etwas größeren Klodeckel, weil sich gleich gar nicht´s rührte, aber als dieser seltsame Gegner dann das erste Mal in den Schein meiner Kopflampe kam, da ging der Zirkus richtig los und ich konnte meine Bremse gleich mal um einige Umdrehungen leichter drehen. Ich wusste jetzt wenigstens, dass ich es mit einm Amur zu tun hatte, der gar keine so große Lust auf meinen Kescher hatte.

Einige Minuten später war dann aber doch diese Rangelei ausgestanden und der Fachkollege lag auf der Matte. Er durfte auch schnellstmöglich wieder zurück und schwamm nach kurzer Starthilfe wieder auf und davon. Ich legte also wieder einen neuen Poppi  aus und es gab auch noch einige Futterballen dazu.

Irgendwie hatte ich jetzt keine Lust mehr auf mein Bett und so kochte ich erst mal Kaffee und genoss das Erwachen der Natur. Auch die Familie Biber war wieder unterwegs zu ihrem Bau zurück und der morgendliche Vogelchor begann wieder mit seinem Konzert!

Als die Sonne dann schon ein ganzes Stück am Himmel stand, riß mich der Carp Sounder wieder aus meinen Träumen. Dieses Mal aber ging er ab wie ein Zäpfchen und als ich die Rute in der Hand hatte, merkte ich gleich, dass sich mein Gegner schön im zahlreichen Kraut, festgelaufen hatte. Also nix wie rein in die Suppenschüssel und rausgepaddelt. So schlimm wie es am Anfang ausgesehen hatte, war es aber dann doch nicht und so konnte ein schöner Spiegler, kurz darauf mit mir eine kurze Bootsfahrt machen.

Nach diesem Fang legte ich mein Fangeisen nicht mehr aus, sondern begann mit dem ekelhaften Zusammenpacken um langsam aber sicher wieder Richtung Heimat fahren zu können – in Gedanken war ich aber schon wieder beim nächsten Aufbauen und Auslegen!

Tight lines,
Hubert Häring
DAM/MAD