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Endlich, ich habe Urlaub. Um auch jede freie Minute zu genießen, fahre ich unmittelbar nach der Arbeit zum See. Das Takel ist schnell aufgebaut und es kann losgehen. Ich genieße die ersten Stunden als wäre ich das erste mal am Wasser. Vier Stunden später der erste Dauerton. Mein Herz ist auf 180 während ich drille. Ein guter Drill. Nach starkem Kampf muss der Fisch sich aber meinem Willen beugen und zu mir auf die Matte kommen. 22 Pfund!
Ein schöner Einstieg.
Ich ging also voller Hoffnung schlafen. Morgens um 5.15uhr der nächste
Biss. Wieder sehr großer Widerstand vom Fisch. Aber auch der findet
seinen Platz auf meiner Matte. Dann am Mittag, hatte
ich mir überlegt mal hinter der Sandbank zu Fischen. Also holte ich die
Ruten heraus. Es donnerte das erste mal. Ich dachte mir nicht viel
dabei, denn jeder von uns hat schon das ein oder andere Gewitter am
Wasser erlebt. Kurze Zeit später fing es dann auch an zu nieseln. Ich
verkroch mich in mein Zelt. W
Alles wurde matschig
durch den Platzregen. Wehe dem, der jetzt keinen festen Boden im Zelt
hatte. Und so schnell wie das Gewitter kam, verschwand es auch wieder.
Tags über ging nichts. Um 22uhr dann das erhoffte Signal. Anhieb, und
sitzt. Nicht so stark wie seine Vorgänger, aber auch nicht schlecht. 17
Pfund zeigte die Waage nach Abzug des Wiegesackes an. Ein schöner Fisch.
Und wieder ging ich voller Zuversicht in meine Gemächer. 2.00uhr ich bin
wieder an meinen Ruten. Der Karpfen wehrt sich enorm, ein großer???
Leider nein. 19 Pfund Schuppi. Aber auch über diesen freue ich mich
sehr, denn er hat wirklich beachtlich gekämpft. Der Tag wurde
unerträglich. Schwül warm. Über 30 Grad und man schwitzte, obwohl man
nichts tat, außer vor der Sonne fliehen. Ich machte mir so meine
Gedanken, während ich meine Fangbücher der vergangenen Jahre studierte.
Oft habe ich an diesem Gewässer nicht viel gefangen wenn es so warm war
oder regnete. Und ich hatte ein wirklich übles Gewitter hinter mir. Es
wurde Abend und die erhoffte Beißzeit der vergangenen Tage brach an. Ich
blieb extra etwas länger auf um vielleicht noch vor dem schlafen gehen
einen Fisch Keschern zu können. Nix da! Die ganze Nacht über kein
piepser. Auch am Tage lief nichts und die Karpfen rollten sich, als
würden sie sagen wollen, wir sind da, wollen aber nichts von dir. Lag es
an meinen Ködern? An den Stellen wo ich meine Montagen präsentierte wohl
nicht. Ich wechselte meine Ködertaktik. Die anderen Angler die mit mir
am See saßen, hatten nicht mehr als ich an diesem Tag gefangen. An
dieser stelle Gruß an Markus & Markus! Aber auch dieser Tag verflog und
es wurde Abend. Und morgen schon Packen! Die Verpflichtungen zu hause
rufen. Aber vielleicht würde mir ja noch ein Streich gelingen.
Ich stand um sieben auf
und wollte packen. Da kreischte es schon wieder. Es kann nicht wahr
sein, noch einer?! Welch entzückendes Abschiedsgeschenk doch so ein 20er
sein kann dachte ich mir dann beim wiegen. Ich packte mein Zelt langsam
ein; es dröhnte wieder aus meinem Bissanzeiger und wieder dieselbe Rute
wie die drei Fische zuvor. Da das Wasser recht klar war konnte ich den
Fisch früh sehen. Ein Spiegler von 19 Pfund zum endgültigen Abschluss.
Zuhause machte ich mir dann so meine Gedanken. Warum die vier Fische so
schnell hintereinander? Ich glaube, ein Grund für diesen erfolgreichen
Ansitz war meine Köderwahl. Viele Angler meinen sich mit PH-Werten
beschäftigen, aber wer weiß das schon wirklich genau. Ich behaupte, dass
der PH-Wert eines Gewässers sich unmittelbar auf das Fressverhalten und
somit auf die Erfolgsaussichten des Anglers ausübt. Zudem bin
beschäftige ich mich durch meinen Beruf schon fast gezwungener Maßen mit
solchen Daten. Und es ist nicht selten, dass ich PH-Teststreifen in
meiner Kleinzeugkiste mitführe. Und meine Theorie wurde bei diesem
Ansitz bestätigt. Vor dem Gewitter fing ich alle Fisch mit demselben
Köder, Lovley Peach! Nach dem Gewitter und der erfolglosen Nacht,
wechselte ich die Köder und stieg auf etherische Öle um. Asafroetida!
Ein bestialisch stinkendes Öl, das aus Harzen gewonnen wird und nach
Knoblauch und Zwiebeln riecht. Aber ab einer Gewässertemperatur von ca.
14°C, ein sehr fängiger Köder bei richtiger Verarbeitung. Der PH-Wert
de Etherische Öle sind aufgrund ihrer chemischen Reaktion mit den „Säuren im Wasser“ so erfolgreich. Jedoch die „Betriebstemperatur“ der Öle und die Gewässertiefe sind nicht zu vernachlässigen. Zuviel will ich auch nicht verraten, sonst macht das Experimentieren keinen Spaß mehr. In diesem Sinne..... Gregor!
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