Die gesamte Szene redet vom Karpfenvirus. Überall liest man Alarmmeldungen, die aber zum Glück bald wieder verstummen. So zum Beispiel am 22.04.2004 gab es in einer Zeitung die Überschrift "Karpfenvirus nun auch in Deutschland". Es wurde berichtet, dass im Bodensee die Karpfenseuche ausgebrochen sei und der eine oder andere Hunter hat schon die Krise bekommen. Am 24.04.2004 haben die Schweizer Behörden dann erklärt es handelt sich nicht um die Karpfenseuche, sondern um die "Frühlingsveremie der Karpfen".
Zeit sich mal Gedanken um unsere Freunde um Wasser zu machen. Die Frühlingsveremie der Karpfen gehört zu den Meldepflichtigen Tierkrankheiten. Es handelt sich um eine Viruskrankheit die zu beachtlichen Todesfällen führen kann. Gefährdete Arten sind Karpfen, Silberkarpfen, Karausche, Goldfisch, Schleie, europäischer Wels; Graskarpfen, Guppy und Hecht. Der Erreger –der Virus- gehört zur Familie Rhabdoviridae. Rhabdoviren sind, Stäbchen- bzw. geschossförmig. Zu ihnen zählt unter anderem auch das Tollwutvirus. Optimale Vorraussetzungen für den Ausbruch der Frühlingsveremie ist eine Wassertemperatur unter 15°C. Bei über 20° C kommt es zu keinen Ausbrüchen. Eine Ausnahme ist jedoch die Fischbrut, die bis 22°C betroffen ist.
Wie
erkennt man die Krankheit am Fisch? Weitere Symptome sind: Abdunkelung, Glotzaugen, Auftreibung des Leibes (Blähbäuche) mit oft hochgradiger Ansammlung von blutiger Flüssigkeit in der Leibeshöhle. Blutungen auf Haut, Kiemen, Leibeshöhlenfett, Schwimmblase, inneren Organen und Muskulatur. In der Folge, bzw. begleitend sind Anämie (Blutarmut), Enteritis (Darmwandentzündung) und Peritonitis (Bauchfellentzündung). Als Infektionsquellen dienen erkrankte Fische sowie latente Virusträger. Dies bedeutet, dass die Übertragung auch über infiziertes Wasser, Laich, blutsaugende Fischparasiten, fischfressende Vögel oder durch Geräte und Transportmittel möglich ist. Hohe Besatzdichte und große Temperaturschwankungen begünstigen die Krankheit. Die Frühlingsveremie ist weit verbreitet in Europa (einschließlich Russland) und tratt bis zu diesem Tag im April in der Schweiz selten auf. Sehr viel mehr wurde aber bei den Karpfenanglern über die Karpfenseuche geredet. Fast wöchentlich kamen in irgendeinem Forum Gerüchte über mögliche Infektionen.
Was ist die
KARPFENSEUCHE? Es kommen verschiedene Unterfamilien bei Herpesviren vor, die sich bezüglich Wirtspektrum, Replikationszyklus, Infektion und Latenz gewaltig unterscheiden. KHV-Infektionen können je nach Wassertemperatur und in Abhängigkeit weiterer Umweltbedingungen, die auf die Immunabwehr einwirken, zu großen Verlusten in Koi-Karpfenbeständen führen. In Israel wurde beobachtet, dass dieses Virus sich nicht nur auf Koi-Karpfen beschränkt, sondern auch Nutzkarpfen infizieren kann.
Krankheitsverlauf
Das klinische Bild ist durch hochgradige Schleimhautablösung, auch im Kiemengewebe, geprägt. Die Haut der Fische ist rau (Sandpapiereffekt) und trocken. Im späteren Stadium kann sich eine Kiemenneurose entwickeln. Die Fische sind apathisch, fressen nicht mehr und liegen teilweise regungslos auf dem Beckenboden. Nach wenigen Tagen sterben sie. Je nach Umweltbedingungen und Krankheitsstadium können auch einige oder gar alle der genannten Symptome fehlen. Diagnose
Vorbeugung Nach einer
Infektion haben sowohl der Teich, als auch das Filtersystem geleert und
ordnungsgemäß desinfiziert zu werden. Hier stellt sich mir persönlich aber die Frage, wie verhält sich das Herpesvirus in einem „immunisierten“ Fisch? Wer den einen oder anderen bekannten im Freundeskreis hat der unter der Krankheit leidet, der weiß, das Herpes immer wieder ausbrechen kann. Wie also reagieren immunisierte/durchseuchte Karpfen in ein paar Jahren? Da die Fische ferner als mögliche Carrier dienen, sollte man vorläufig von diesem Verfahren in meinen Augen absehen. (Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie Bundesamt für Veterinärwesen Bern) Im Jahr 2000 und 2001 wurde in Niedersachen jeweils ein Fall von KHV gemeldet. Im Jahr 2003 waren es bereits 27 Fälle. Deutschlandweit waren es 65 Fälle bei Kois. Die Expertenrunde der EU hat sich im Jahre 2002 dagegen entschieden das KHV in die Richtlinie aufzunehmen. In dieser Richtlinie werden u.a. die Grundregeln für Veterinärkontrollen geregelt. Die Tatsache das mittlerweile auch Nutzfische betroffen sind, dürfte diese Diskussion jedoch wieder erneut aufkommen lassen. Hoffen wir auf eine baldige
Lösung, |