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Nein, nein, wer jetzt glaubt BB steht für Ben Boden, der überschätzt meine
Eitelkeit doch. Nein BB steht für Betain Booster, mit denen ich jetzt schon
eine Weile herumexperimentiere. Jetzt ist es an der Zeit euch an diesen
Experimenten teil haben zu lassen.
Als Teil der Firma „natural carpbaits“ verzeiht ihr mir sicher, dass die
hier vorgestellten Experimente mit den Betain Boostern von „natural
carpbaits“ durchgeführt wurden.
Die Idee
Im Sommer 2004 bekamen wir die Möglichkeit aus erster Hand an
Zuckerrübenmelasse heranzukommen. Wie inzwischen bekannt sein dürfte ist
Zuckerrübenmelasse das einzige Material, in welchem Betain in natürlicher
Weise vorkommt. Dass nur dieses natürlich vorkommende Betain eine
fressstimulierende Wirkung hat wurde auch bereits auf einigen Vorträgen,
unter anderem auf der letzten Berliner Messe, berichtet.
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Als wir unsere erste Lieferung erhielten waren wir sofort begeistert und
beschlossen über diese Basissubstanz einen Dip bzw. Booster herzustellen.
Einer meiner Nachbarn arbeitet glücklicher Weise in der Lebensmittelbrache,
sodass wir an hervorragende Aromen heran kommen konnten.
Nach vielen verschiedenen Tests entschieden wir uns dafür lediglich zwei
Sorten herzustellen und zwar „Betain-Fisch“ und „Betain-Frucht“. Schließlich
ist es letztendlich völlig egal welcher Boilie aus Fischmehlen in diesen Dip
eingelegt wird und gleiches gilt auch für die süßen Boilies.
Anwendung
Ich persönlich benutze die Betain-Booster sowohl als Dip, wie auch als
Booster. Wenn ich meine Boilies dippe achte ich jedoch darauf, dass die
Murmeln mindestens einen Tag vor dem Angeln eingelegt werden.
Für mich noch viel interessanter ist jedoch dass Boosten des Beifutters. Vor
allem bei Partikeln hat sich das Boosten als äußerst erfolgreich erwiesen.
Ich geh dabei folgendermaßen vor.
Ich erkläre die Anwendung am Beispiel von Mais, dies gilt aber für alle
andern Partikel ebenso. Mein Mais wird ganz normal in Wasser eingeweicht und
zwar ca. 24 Stunden. Danach koche ich den Mais ungefähr eine halbe Stunde
und lasse ihn anschließend erneut abstehen. In dieser Phase geht das Wasser
fast völlig verloren, dass ist aber auch okay, denn ich ersetze dass Wasser
nun durch den Betain-Booster. Dabei reichen 500 ml Booster für ca. 4kg
Partikel. Dieses Gemisch lasse ich nun noch einmal bis zum Angeln stehen.
Ich richte die Booster-Sorte nach den verwendeten Boilies. Will ich fischige
Boilies einsetzen kommt der Betain-Fish-Booster zum Einsatz, und im anderen
Fall eben der Betain-Frucht-Booster.
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Erster Test
Meine Tests führte ich in zwei verschiedenen Seen durch. Der eine ist ein
sehr schwieriges Gewässer, mit wenig Tiefenschwankungen eher geringem
Bestand aber recht großen Fischen. Der zweite See ist ein gut besetzter
kleiner Waldsee.
Ich begann die Tests in dem deutlich schwierigerem Gewässer und hatte mal
wieder einen seltsamen, aber für mich inzwischen typischen Erfolg. Der See
war zum Zeitpunkt des Tests vollständig verkrautet und die einzige Art von
Location, war die Suche nach Stellen mit etwas weniger Kraut. So suchte ich
mir mit dem GPS eine Stelle, an der ich bereits erfolgreich war, um dann in
der näheren Umgebung dieser Stelle einen krautfreien Platz zu finden. Eine
Rute wurde mit „garlic-fish“ über Pellets angeboten, die andere mit einem „Betain+“
über geboosteten Partikeln. Bei beiden Ruten fütterte ich außer dem
Hakenboilie nur im PVA-Bag einige Boilies zu. Mit dieser Variante bin ich
jetzt schon seit einiger Zeit erfolgreich. Dabei hilft mir jedoch enorm der
Aberglaube, denn in meine PVA-Bags kommen grundsätzlich 12 Boilies, sodass
der 13. Glücksboilie der Hakenköder ist. .
((Kasten: Wenn ihr Tigernüsse verwendet, bleibt mehr Flüssigkeit nach dem
Kochen übrig. Dadurch wird die braune Substanz etwas dünnflüssiger. Ich habe
jedoch keinerlei negative Erfahrung dadurch erlebt.))
Gleich in der ersten Nacht gegen 4.00Uhr morgens hatte ich einen einzigen
kurzen Pieper auf der Betain-Rute. Als ich aus dem Zelt stürzte hörte ich
Entengegacker. Da mein Pod cirka 10 Meter im Wasser stand, verzichtete ich
auf die Schnurkontrolle, denn für mich war dies klar eine Entenaktion.
Gegen 8.00 Uhr morgens wiederholte sich der eine Piepser und diesmal waren
keine Enten in der Nähe. Da ich jetzt schon mal wach war, zog ich mir die
Wathose an und wollte die Schnur überprüfen. Die Schnur war straff wie ein
Ankerseil und ich war eher überrascht, dass der hart eingestellte Freilauf
nicht mehr Schnur frei gab. Hm.. was bedeutet das. Na gut, ich nahm mir das
Boot legte vorsichtshalber d en Kescher rein und pumpte los. Das Gefühl in
der Rute sagte ganz deutlich: ‚Jede Menge Kraut!“ Bald schon war der
Krautberg der ständig auf der Schnur wanderte so groß, das ein Aufkurbeln
der Schnur unmöglich wurde. Ich legte die Rute neben mich nahm die Schnur in
die linke Hand und schöpfte mit rechts Kraut ab. Immer wenn es möglich war
zog ich von Hand etwas Schnur ein. Na ja, was soll ich sagen: Plötzlich wird
mir die Schnur förmlich aus der Hand gerissen und in windeseile hatte ich
die Rute wieder in der Hand und konnte drillen. Der Überraschungsbesuch war
immerhin 25 Pfund schwer und gleich der erste Test von Erfolg gekrönt.
Auf ein Neues
Nun war der kleine Waldsee dran und anfangs schien der Test völlig schief zu
gehen. Wieder hatte ich eine Rute mit dem bewährten „garlic-fish“ über
Pellets ausgelegt und die andere diesmal mit „red-birdy“ über geboosteten
Partikeln. In der ersten von zwei Nächten lief drei mal die garlic-Rute ab
und brachte Fische bis 18,5 Pfund. Ich machte mir so meine Gedanken und
befürchtete schon, dass die Methode sehr stark Gewässer abhängig sei. Doch
dann kam alles anders. Die zweite Nacht begann und es war gegen 22.00 Uhr
als ich noch neben den Ruten saß und die Testrute endlich zum ersten Mal
ablief. Leider verlor ich den Fisch in den Uferbäumen. Allerdings lief die
Rute bis zum nächsten Mittag noch vier mal hintereinander ab und brachte
Fische bis 28 Pfund.
Vom zweiten Run muss jedoch noch berichten, denn auch dieser gehört wieder
in die Kategorie „seltsam-seltsam“: Der Swinger fällt und der Bissanzeiger
meldet sich kurz, die Schnur wird schlaff. Schnell nehme ich die Rute in die
Hand und kurbele um Kontakt zu bekommen. Nach einer ganzen Weile ohne
Kontakt entscheide ich mich trotzdem anzuschlagen: Nichts!!! – Wütend knalle
ich die Rute auf den Pod und sage recht laut: „Sch....!“
Doch plötzlich sehe ich im Schein der Kopflampe die Schnur nach rechts
wandern! Was denn nun? Rute wieder hoch und weiter geht’s. kurz danach habe
ich tatsächlich Kontakt. Der 18-pfündige Spiegler muss in einem Höllentempo
auf mich zugeschwommen sein, sodass für mich der Eindruck entstand, keinen
Kontakt bekommen zu haben. Nun gut was soll’s. Auch an diesem See war der
erste Betain-Fisch gelandet.
Fazit
Seit diesen beiden ersten Testerfolgen habe ich eigentlich immer eine Rute
im Wasser, die ich mit geboosteten Partikeln befüttere. Natürlich habe ich
inzwischen auch hin und wieder mal eine Session gehabt, bei der diese Rute
keinen Fisch gebracht hat. Aber andererseits hat mir diese Methode
inzwischen Fische bis 31 Pfund gebracht und mir die Überzeugung, dass diese
Taktik extrem erfolgreich ist. Interessant ist das Verhalten des geboosteten
Futters auf unterschiedliche Wassertemperaturen, denn bei kaltem Wasser hält
der Farbeffekt deutlich länger an. Trotzdem kann man nicht sagen, dass diese
Art des Fütterns eher bei kaltem Wasser Erfolg bringt, denn ich war gerade
im Sommer sehr erfolgreich und ob die wenigen Fangerfolge in der kalten
Jahreszeit nun unbedingt auf geboostete Partikel zurückzuführen sind, möchte
ich nicht behaupten.
Ich kann euch jedenfalls nur empfehlen den „BB-Effekt“ mal auszuprobieren.
Ben Boden
Cipro.de
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