von Patrick Behrendt

Piep ... Piep ... und wieder Ruhe. Dieses Spielchen vollzieht mein Pieper jetzt schon seit 2 Minuten und ein wenig entnervt setze ich den Anschlag. Zack- kaum Wiederstand, nach kurzem Drill stellt sich heraus das sich wieder mal einer der vielen Kamikaze-Schleimbomber an meinem Haken aufgehangen hat, der vierte schon in dieser Nacht. Ein kurzer Blick auf den Boilie und der Übeltäter war schnell ausgemacht, die Krabben hatten den 32mm Boilie böse unter Beschuss genommen und ihn auf gute 16mm runtergefräst, sodass die Brassen leichtes Spiel hatten. "Verdammte Biester" denke ich mir, irgendetwas muss es doch dagegen geben! Die Boiliekäfige von Solar waren schon mal ein guter Ansatz, leider verflog die Idee schnell wieder, als die Wollhandkrabben anscheinend darin ihre Herausforderung sahen und den Korb zum Dessert verspeisten. Steinharte Boilies waren ebenfalls ein leichtes für die Scherenträger, ebenso wie die Berkleygummies. Außerdem hatten die Viecher auch ihre Freude daran, meine Vorfächer auf 5 cm ohne Haken zu kürzen. Irgendwann gegen Mittag kam meinem Partner und mir dann die erlösende Idee. Ein neuer Schutzmantel muss her, da Plastik wie oben schon genannt uneffektiv war und ich kein Freund von VA-Stahl-Boilieritterrüstungen bin sollte die Ummantelung auf natürlicher Basis sein. Was liegt da näher als einen Boilie in eine Futterschicht einzuwickeln?! Nun gut, einfachen Teig um den Boilie kneten wird wahrscheinlich nur vergeudete Zeit sein, also musste das ganze etwas größer werden und deshalb entschlossen wir uns dazu, nicht nur den Bait, sondern auch das Vorfach und das Blei gut zu verpacken, sodass alles von einer großen Kugel sicher umhüllt wird. Jetzt fehlte nur noch ein geeignetes Geschenkpapier.
 

Der Weg zur Kugel ...
... ist ganz einfach. Da Pellets bei uns gut laufen, wurde dies schlussendlich die gesuchte Zutat. Dabei vermischt man 5kg Karpfenzuchtpellets (3-6mm) mit ca. 2-3 Liter Wasser und lässt die ganze Brühe eine halbe Stunde stehen. Baitbooster o.ä kann nach eigenen Vorstellungen gleich mit hinzugegeben werden, genauso wie Partikel und/oder halbe Boilies. Danach wird das ganze noch mal kräftig umgerührt bis man eine zähe Pampe erhält. Daraus haben wir dann Handball- bis Fußballgroße Kugeln gedreht. Aus 5kg Pelletteig lassen sich gut 8-10 Kugeln herstellen. Die Kugeln werden in der Mitte aufgetrennt, anschließend in die eine Hälfte die Montage leicht reingedrückt und danach die andere Hälfte wieder draufgelegt und zusammengeknetet. Unterwasser beginnt dann recht schnell der Zersetzungsprozess. Der große Klumpen löst sich langsam auf und gibt immer mehr Pelletstückchen an das Wasser ab. Die Krabben und Weißfische werden sich erfahrungsgemäß zuerst einfinden und sich sofort an dem Futterpaket zu schaffen machen. Durch das Anfressen der Kugel wird diese weiter zersetzt und noch mehr Futter an das Wasser abgegeben. Wenn sich erst mal die Karpfen am Platz eingefunden haben wird der Bait wahrscheinlich bzw. hoffentlich noch sicher im Inneren unseres Schutzwalls schlummern. Allerdings haben Karpfen keine Probleme damit die Ummantelung binnen kürzester Zeit zu zerlegen. Der Rest ist dann ja bekannt, Bait kommt zum Vorschein, Karpfen bekommt Hunger, Probiert das Leckerlie und findet dann am Haken sein verhängnisvolles (kurzes) Ende.
 

Weitere Anmerkungen
Perfektes Einsatzgebiet für diese Methode sind Gewässer mit großen Weißfisch- und Krabben/Krebsbestand sowie stark strömende Fließgewässer. Wenn die Kugel liegt dann liegt sie und die Schnur lässt sich super spannen. Da sich dieses fast kiloschwere Paket schlecht werfen lässt braucht man ein Boot zum Rutenauslegen oder steigt selbst ins Wasser. Ufernah kann die Futterkugel auch mit der Hand geworfen werden, aber an die Kugelstoßer unter uns sei gesagt : Nicht zu weit werfen, bzw. aus einer zu großen Höhe auf das Wasser aufprallen lassen, weil sonst der Schutzmantel sich schon an der Oberfläche zerlegt. Auch wenn der Boilie jetzt einigermaßen sicher vor ungewünschtem Besuch lagert, sollte es trotzdem keine einfache 20mm Weichspülermurmel sein. Krabben sind schneller als man denkt und es kann auch mal passieren, das die Kneifer vor dem Karpfen am Bait angekommen sind, deshalb verwenden wir ausschließlich harte Boilies ab 24mm aufwärts.

Große Pop-Ups eignen sich auch hervorragend, da sie sobald sie frei sind wie ein Heißluftballon über dem Pelletteppich schweben und so noch auffälliger sind. Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Think positive,
Patrick Behrendt & Florian Meyer

 

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